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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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er bald darauf wieder verlohr, machte sich., meist.er von lautre,und qienq von dar nach Engclland, um allda hulffe zu u'chen,und wohnte hernach, insonderheit zu beschuln,ng der Protestan-ten , der schlacht bey Coutras a.,1^87. bey. Dieser Prmkwar eben zu Paris , als das erschrockllche blut-bad ,n Franckreichvorqienq, und wurde daselbst nebst dem Könige von Navarra vor den König in Franckreich gebracht, welcher ihnen diese;.stücke vorlegte, nemlich entweder in die messe zu gehen, oder sichdavor den tod oder ein ewiges gefängnis zu erwehlen. Woraufder Printz von Conde antwortete: daß er sich zu dem ersten nim-mermehr'verstehen könnte; die andern 2. Puncten aber belan-gend , so möchte der König darinnen thun, was ihm beliebte.Nichts destoweniger wurde er vo>n Rosario ( der seine religionabschwur, sich aber hernach änderte,) dahin gebracht, daß ereine weile in der religion sich verstellte. Allein so bald er wie-derum seine völlige freyheit erlanget, bekannte er sich öffentlichzu der Protestantischen lehre, und starb den 5. mertz an. -; 88 .zu St. Jean d'Angeli, wie man meynt, am gift. «Leine erstegemahlin war Maria von Eleve, Marquisin von Jsles, Frän-kisch I. von Eleve, Hertzogs von Revers jüngere tochter, mitwelcher er Catharinam von Bourbon zeugte, die an. 159;. imledigen stände verstorben. Mit seiner andern gemahlin, Char-lotte Catharina von Tremouille, zeugte er Henricum von Bour-bon, den andern dieses nahmens, nebst einer Printzeßin, Eleono-ra genannt, welche an Philipp Wilhelm von Nassau, Printzenvon Oralsten, vermählt wurde. Thuanui. Daoila. P. Mattbieu.Ste-Martbe. Mezeray.

-Henricus II. Printz von Conde, ward 6. monate nach seinesvatkers Henrici I. Printzens von Conde tobe, an. 1588. den 22.«ug. gcdohren, und ist es also ein geticht, daß einige scribentensagen, er sey monate nach seines vatters tobe zur weit gekom-men. Er ward anfangs in der Reformirten religion erzogen,biS ihn an. 1595. Henricus IV. an seinen Hof nahm, und ihnin der Catholischen unterweisen ließ, damit ihn nicht künftigdie Hugonotten zum Haupt aufwerffen möchten. An. 1609.vermählte er sich auf des Königs verordnung mit des Conneta-ble von Montmorency tochter, Charlotta Margaretha, weilderen schönheit Henricum IV. zur liebe bewogen, und der Königdurch diese henrath eher zu seinem zweck zu gelangen hoffte, alswenn sie, wie es im werck war, mit dem Bassompierre verehlichtwürde. Allein der Printz merckte nach seiner Heurath den Han-del , und ließ sich erst verdrieslicher reden vernehmen, darüberihm der König seine jahr-gelder einzog. Conde aber gericlhdadurch in solchen eifer, daß er seine gemahlin nach Brüssel entführte, sie daselbst ließ, und sich vor seine person gar nachMayland begab, wiewol er eben nichts gegen sein vatterlandvorzunehmen begehrte. Er ward bey seiner nach des KönigsHenrici IV. ermordrmg geschehenen zurückkunft an. iSio. alserster Printz vom geblüt, mit den grölten ehren-bezeugungenempfangen, und fand gleich eine partey zu seinen diensten,dadurch er die Regentin, Mariam von Medicis, in grossesmißtrauen setzte, weswegen ihm auch das amt eines Cvnneta-bels abgeschlagen ward ; jedoch erhielt er das Gouvernementvon Guyenne. Rachgehends ward er je mehr und mehr in diedamalige Verwirrungen des Hofes eingeflochten, und mit derRegentin, die ihn nicht zu mächtig wollte werden lassen, vcrun-willigt. Diß machte, daß er sich an. 1614. wieder aus Paris weg , und nach Mezieres in Champagne begab, worinnen ihmunterschiedene Grossen, die von seiner partey waren, folgten.Er ließ. von dar aus ein schreiben an die Königin abgehen, dar-innen er die Ursache seiner entfernung andeutete, und sich überdie gegenwärtige regiments-verfassung nachdrücklich beschwerte.Man hatte sich auch bereits auf beyden feiten in stand gesetzt,die streitigkeiten allenfalls durch gewalt der waffen auszuma-che» , wenn dieselbe nicht noch eben desselben jahrs im may zuSt. Menehoult durch einen vergleich, darinnen man ihm unddenen auf seiner feite stehenden Herren viel nachgab, beygelegetworden. Solcher gestalt kam er zwar wieder nach Hofe, weiler aber das ansehen, das er bey seiner zurückkunft zu erlangenvermeynte, nicht kriegte, überdem das ihm zu seiner sicherheitanvertraute castell zu Ambosse nicht so wichtig befand, als ersichs eingebildet, und sonst unterschiedene Ursachen , warum ermit dem Hofe nicht wohl zufrieden seyn könne, zu haben glaub-te , vereinigte er sich an. 161 5. aufs neue mit einigen Grossen,brachte auch einige trouppen zusammen, mit welchen er, abervergeblich , die reise des Königs nach Guvenne, und die voll-rcehung seiner Heurath mit der Spanischen Jnfantin, zu hinderntrachtete. Endlich, nachdem man sich eine zeitlang ohne washauptsächliches auszurichten , herum gezogen hatte, kam eSan. 1616 zu Loudun zu einem vergleiche, darin» man aber-mal von fetten des Hofes dem Printzen viel zugestund, und ihmdie vesten platze in Berri einräumte. Er hatte bisher den rath,schlagen des Marschalls von Bouillon gefolgt, die er aber nun-mehr zu verlassen ansieng, und sich von der Königlichen mutterpartey zu machen, auch zu solchem endeden Marsthall ä Ancre «n seinen schütz zu nehmen. Ader seinegewöhnliche Unbeständigkeit machte ihn stines tißfalls gethanenVersprechens gar bald vergessen, und er stellte sich gegen denMarschall , als ob er sich wegen der macht seiner feinde nicht imstände befände , sem Wort zuhalten, wodurch er denn denci Ancre dergestalt erbittert, daß er der Königin riech, den Prin--tzen bald «n verhafft nehmen zu lassen, weil man dessen an.

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schlüge sonst zu befürchten ursach haben würde. Hierauf wacher mit bewilligung des Königs in dem Lvuvre gefangen genom-men , erstlich in die Bastille , und ferner nach Vincennes ge-bracht. Dieser Handel veranlaßte die Grossen von deS Prnikenpartey, daß sie sich in gute Verfassung setzten, und denselbendurch gewalt der waffen zu befrcyen bedacht waren, worinnensie sich aber vergeblich bemühten, gestalt sie denn ohne dasselbezu erhalten friede machen musten, und blieb Conde auch nachdes von Ancre tode noch geraume zeit sitzen, bis ihm des Kö-nig liebling de Luines, der ihn der Königlichen Mutter enlge.gen setzen wollte, an. 1619. seine freyheit zuwege brachte. Ererlangte hiernächst ein grosses ansehen am Hofe, und ward zuallen berathschlagungen gezogen, da er sich denn angelegen seynließ, die Königliche mutter völlig über den Haussen zu werffen,wie er denn. »rsache war, daß ihr der König an. 1620. so zeitlichauf den hals kam. Er ist nachdem beständig in der partey deSKönigs geblieben, und hat an. 1621. in dem kriege wider dieHugonotten ein commando gehabt, dessen fortsetzung er sehreifrig rielh, und da an. 1622. wider seinen willen friede gemachtwurde, that er theils aus Verdruß darüber, theils die Päpstli-chen bullen über etliche Abteyen, die man ihm zu seinem unter-halt gegeben, herauszukriegen, eine reise nach Italien , unterdem vorwande eines qelübds. Er enthielt sich auch nach seine«Wiederkunft des Hofes , an welchem er forthin alles alleine zubedeuten gehofft hatte, weil der Cardinal Richelieu zu mächtigzu werden ansieng. Er blieb aber nicht lange böse, und demü-thigte sich nach wenig jähren aufs aüeräusserste vor dem Cardi-nal, dem er zu gefallen that, was er ihm nur an den äugenansehen konnte, und sich so vor ihm erniedrigte, daß er auchseinen ältesten söhn an eine von des Cardinals verwandtinnenverheurathete, darüber ihm dereinst der vorwurf gemacht wor-den , daß er diese Heurath von dem Cardinale auf den knien er-bäten , wiewol er den, der ihm solches aufrückte, der lügengestraft. Dieser vertraute ihm an. i6z6. die belagerung vonDole an, wobey aber Conde nicht glücklich war, ungeachtet erzuletzt dabey seines lebens wenig schonte,inmaffen die belagerungmnste aufgehoben werden. Roch übler lief an. i6;8. die velage-rung von Fontarabien unter seinem commando ab; denn derplatz ward durch die Spanier mit grossem Verlust der Franzosenenhetzt, der Printz aber und der Hertzog von Valetle schoteneiner die schuld auf den andern. Der Printz behielt gleichwoldas commando auf der seile von Roußiüon. Bey dem todeLudwigs XIII. ward er zum Präsidenten des Staats - Rathswährender künftiger Minderjährigkeit ernennet, dessen er sichaber hernach selbst im Parlement begab, da man des Königsletzten willen wegen Verfassung des regiments aufhub. Erstarb an. 1646. den 26. dec. zu Paris , und ließ drey kinder,Lu-dovicum, Printzen von Conde, Armandum, Printzen von Conto,und Annam Genevievam, eine gemahlin Henrici, Hertzogsvon Longueville. Er >var ein Herr, der besser zu Staats-über-leguugen, als zum degen taugte. Doch wußte er auch da sei-nen verstand nicht wohl zu gebrauchen, gestalt er überaus gcitzigund eigennützig, zugleich aber auch niederträchtig und furchtsam

war. Bajjompierre , memoires. Mezeray. P. Daniel. Le Pajjor,liilt. de Louis XIII . Liniiert , hist. de Louis XIV.

* -Zenricus Julius von Bourbon, von Conde, erster Printzvom geblüle, Pair und Großmeister von Franckreich, Hertzogvon Enghien, Ritter der Königlichen orden, Gouverneur vonBurgund rc. ein söhn Ladovici ll. Printzen von Conde, war an.164;. gcdohren, und that seinen ersten feldzug, deren er über-haupt zehen gethan, an. 1664. in Flandern . An. 1672. be,fand er sich bey dem Übergang über den Rhein , und an. 1674.in dem treffen bey Senef, in welchem er zwey wunden ein»pfieng, aber doch seinem vatter, der in einen grabe» gefallenwar, zu hülffe eilte. An. 1675. eroberte er Limburg , und wohn-te hernach den übrigen feldzügen des Königs , inglcichen an.1691. der belagerung von Mons , an. 1692. der belagerung vonNamur bey, und starb an. 1709. Die Königin von Polen,Johannis Casimiri gemahlin, suchte ihm an. »666. die Königli-che würde zuwege zu dringen, richtete aber mit ihrer bemühungnichts aus. Von seiner gemahlin Anna Henrictta, EduartyPfaltzgrafen am Rhein , tochter, welche von der nur gedachtenKönigin von Polen adoptiret < und überaus reichlich beschenckkward, inglcichen von seinen kindcrn, siehe den geschlcchls-ar-tickul Conde. Plem. de Montpenßer , tom. V. p. 75 · 100 ·Anselme.

Henricus von Orleanü I. Hertzog von Longueville undEstoutcville, fouverainer Herr von Welsth-Neuburg und L«a-lengin in der Schweitz , Graf von Dunois und Tancarvme,Pair und Ober-Cammer-Herr in Franckreich , Ritter der >0»niglichen orden und Gouverneur von der Picardie. Er wardes Leonor von Orleans, Hertzogs von Longueville, söhn, vonMaria von Bourbon, Hcrtzogin von Estoutevillc. Er hmt c »mit dem Könige Henrico III. wider dicLigisten, und nach rciientode mit Henrico IV. welcher an. 1589. einen theil selncr lrouv-pen unter sein commando gab. Im jnn. dcsselbiqcn >ayr»schlug er der Ligue trouppen, welche unter dem Hcrtzogc vonAnmale Scnlis wieder wegnehmen wollten. Er führte ecmKönige, als er zu ende selbigen jahrs vor Dicpve stund, tuccur»zu, wohnte der belagerung von Rouen und Laon bey, und >>awzu Amiens de» 29. apr. an. 1595. Denn als er in Dourlcn»einzog, und man daselbst freuden-fthüsse that, wurde er nm