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einer kugel an den köpf getroffen. Sein leichnam wurde in demschlöffe Dun beygesetzt, sein Hertz aber in der capelle von Orleans ,so bey den Cölestinern zu Paris desiudiich. Er hatte sich an.iz88. mit Calharina von Gonzaga, Ludoviei, Printzen vonMantua , ältester tochter, vermählt, und hinterließ von selbigerHcnricum Ü. Hertzog von Longueville. T^uanus. Mattblau.
Sainta-Murtba. Mezaray.
-Zenricus von Orleans II. Hertzog von Longueville undEstouteville, ein söhn des vorhergehenden, >var den ,apriian. i?y?. tzeboyren, und vvndcmKömge Henrico lV. aus dertaufe gehoben. Zwey tage darauf verlohr er seinen vatter durcheinen schuß, wurde daher» Hertzog zu Longueville und Estoute-ville, Printz und Graf zu Neufchacel in ber Schwcitz, Grafzu Dunois, Chaumont , Tancarville und Coloniiers en Brie,Erb-Coniietabie und Erb-Cammer-Herr in der Normandie .Gcmetdter König refervirtc ihm auch das durch seines vattersabsterben erledigte Gvuvernemeut von der Picardie, worunterauch die Grafschafft Artois , Boulonnois und Guines, inglei-chen die vestung Calais mit begriffen, und solches Gouverne-mcnt ward, bis er das >8. iahr erreichet, feines vatters brnder,Hertzog Francifco von Orleans, Grafen zu St. Paul, provifio-naliter anvertrauet; er selbst aber wurde Mit den» Dauphin andem Königlichen Hofe erzogen , und Philippus Dinet, Herr zuSt. Romain , »var sein Hofmeister. An. 1612. befand er sichbey dem berühmten carrousel, welches wegen der Französischen und Spanischen ehe-verlobung zu Paris gehalten wurde, unterdem »ahmen eines Ritters vom Phönix, und that hierauf einereise in Italien , von bannen er an. 161;. wieder in Franckreichanlangte, in welchem jähr er auch sein Gouvernement von derPicardie würcklich antrat. Es ereignete sich aber zwischen ihmund dem Marschall von Ancre einige Mißverständnis, weil dieserdas Gouvernement über die stadt Amiens und andere in derPicardie gelegene örter an sich gezogen. Auch soll dieser Hertzogzu der rctirabe des Printzen von Conde von dem KöniglichenHofe an. 1614. mit cooperirt haben, zu dem und dessen adhären-ten er sich in dem innerlichen kriege, so bey König Ludwigs XIII.Minderjährigkeit geführt worden, geschlagen. Ob auch wol derfriede bald erfolgte, so erwuchsen doch an. 1610. neue streitig-keiten , und intereßirte er sich bey des Herrn von Prouille entlei-bung zu Amiens . Er kam auch selbst nachParis, in meynung,denMarschall von Ancre zu einem duell zu bringen, stund in demandern innerlichen kriege selbigen jahrs .dem Printzen von Condebey, bis der friede zu Loudun erfolgte, da er in die Picardiezurück gieng, und darinnen prächtig empfangen wurde. Erbrachte auch die stavt und das schloß Pervnne aus den Händendes Marschalls von Ancre, der daselbst Gouverneur gewesen,in seine gemalt, worüber die Königin Maria von Medicisirririrt, und von ihr der Graf von Auvergne, um solchen ort zubelagern , abgesendet wurde. Als der Printz von Conde an.iül6. zu Paris auf Königlichen befehl arrestirt worden, war erzwar anfangs in der von einigen malcontenten Printzen formir«ten conföderation, doch nicht bey der Haupt-zusammenkunft zuSoissons , und ließ die bemeldte Königin durch ClaudiumMangel mit ih>n absonderlich tractiren , ihm auch den vestenplay Hain vor Peronne , so er wieder abgetreten, überliefern.Er kam aber nicht eher nach Paris , als bis an. 1617. der Mar-fthall von Ancre entleibet war. An. 1619. resignirte er dasGouvernement von der Picardie, erlangte aber davor das in PerNormandie . An. 1620. pflichtete er der Königin Maria ausdem Hause Medicis bey, durch den aber bald aufgehobenen kriegerlangte er seine aussohnung mit dem Könige. In den inner-lichen kriegen wider die Hugonotten ließ er sich nicht gebrauchen,ffvndcrn verblieb entweder in seinem Gouvernement, oder warals ein Volontair bey der Königlichen armee. Als aber an.
der König den triegs-zuq in Italien wider den Hertzog vonSavoycn that, zog er als ein Volontair mit dahin, und war beyder eroberung des passes Susa, auch an. 1630. in dem andernItaliänischen zuge. Er erdete von seines vatters bruder an.iüzi.die Grafschafft St. Paul, erlangte an. iü;z. zu Fontainebleau den Ritter-orden des heil. Geistes und St. Michaelis, und an.,6;;. wurde ihm das commando über eine Königliche armee inLothringen anvertrauet. An. 16,7. führte er die Königlichearmee in die Grafschafft Burgund , worinnen er verschiedeneörler eroberte, schlug auch Hertzog Carln von Lothringen beyPoligny. An. iü;y. führte er den Königlichen fuccurs in Ita lien dem Cardinal de Ia Äaletke zu hülffe, mit welchem er diearmee zugleich commandiren sollte, und nahm Fossano ein.Weil aber in solchem jähre Hertzog Bernhard von Sachftn alsKöniglicher General gestorben, ward er in Teutschland gesendet,um das Grneralat über die sogenannte Weimarijche armee anzu-treten , von welcher er auch nach getroffenen tractaten, die den29. sevt. zu Brisach zu ende gekommen, zu ihrem General ange-nommen , und nachdem er Bnsach durch hmeinlegung von 10.coinvagnien Franzosen mehr versichert, zog er in die Unter-Pfaltz , da er Ovpenheim, Neustadt, Bingen, Bacherach undCrentzenach einnahm. Als aber die armee daselbst nicht längersubsistiren konnte, setzte er den -8. dec. bey Ober-Wesel über denRhein , rückte an. 1Ü40. in die Wetterau , vccupirte Friedberg und Braunfels , und als er die Landgräfliche wittwe zu Casselangesprochen, coniungirte er sich mit den Heßischen, undnachmals mit den Lüneburglschen troupprn , auch den 5. maymit dem Schwedischen General Banier bey Langensaltza, undHtffor. Laxiern IV. Theil.
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schlugen zusammen das lager bey Salfeld und nach diesem beyFritzlar auf. Als er aber zu Wildlingen mit einiger kranckheitbefallen wurde, ließ er sich nach Cassel bringen , und weil er dietust »n Teutschland nicht vertragen konnte, erhielt er erlaubnis,in Franckreich wieder zurück zu kehren, welches auch im dec. an.1640. geschah, da er denn das General «! dem Marfchall vonGuebriant überließ. An. 1642. wurde er zum General über dieFranzösische armee in Italien gefetzt, da er, nachdem die Sa-vvylschen Prmtzen, Moritz Emanuel und Thomas Franciscusvon Spanischer auf die Französische feite getreten, nebst ihnenCrestentino, Nizza und Tortona erobert hat. An. 164z. wur-de er als vornehmster Gesandter zu den Westphälischen sriedens-tractalen geschickt, aber annoch vor dem völligen schlussc an.1647. zurück beruffen, weil ihm fein Mil-Gesandter Scryienschuld gegeben, als sollte er sich allzufrey heraus gelassen haben.Ais er in Franckreich wieder zurückkam, wuroe ihm das abson-gerliche Gouvernement zu Caen in der Normandie gegeben. Indem an. 1649. angehenden mnerlichen kriege zwischen König Lu-dovico XIV. und dem Parlement zu Paris , wendete er sich aufdie letztere feite. Denn nachdem er vergebens sollicitiret, wieer zu einem Printzen vom geblute erklärt werden möchte, reti-rirte er sich nebst seiner gemahlin bruder, Printz Arinaudo vonConty, an. 1649. heimlich von dem Königlichen Hose zu St.Gcrinain en Laye, und kam nach Paris , wollte aber keine kriegs-bedienung annehmen,sondern nur dem von dem Parlement zumGeneral-Lieutenant ernannten Printzen von Conty mit rath undthat an die Hand gehen. Nach weniger zeit aber gieng er in dieNormandie , allwo sich auch das Parlement zu Rouen zu ihmschlug. Durch den frieden aber, welcher den 20. matt. an. 1649.geschlossen worden, submittirte er sich dem Könige, und erhieltvon demselbigen die amvartfchafft auf das Gouvernement in derNormandie vor seinen ältesten söhn, wie auch das absonderlicheGouvernement zu Pont de l'Arche. Als aber kurtz darauf zwi,schen seinem fthwager, Printz Ludwigen von Conde und demCardinal Mazarini eine bittere feindschafft erwachsen, wurde er'auch mit eingewickelt, und nebst bemeldtem Printzen den 8. jan.an. i6;c>. zu Paris im Louvre, als er aus dem geheimen Rathgegangen, arrestirt, und anfänglich auf das schloß VincenneS bey Paris , hernach aber nach Marcouffy , und endlich in diecitadelle zu Havre de Grace geführt. Allein, als der CardinalMazarint sich dadurch sehr verhaßt gemacht, auch deswegen ausFranckreich entweichenmuste, wurde er im febr. an. wie-der auf freyen fuß gestellt, auch in seinem Gouvernement bestä-tiget. Als der Printz von Conde abermal einen innerlichenkrieg erregte, widerrieth er solchen in der mit ihm zu Trie ge-haltenen zusammrnkunst, wollte ihm auch nicht beystehen , son-dern brachte feine übrige lebens - zeit meistens zu Rouen inruhe zu, allwo er endlich den i. may an. 166?. verstarb. Seinleichnam ward nach Chasteaudun geführt, und allda in der so-genannten heiligen capelle begraben, das Hertz aber in der Cö-leftiner-kirche zu Paris in der capelle von Orleans eingefencket.Er vermählte sich den »8. apr. an. 1617. zum ersten mal zuParis mit Louise von Bourbon, Carolt von Bourbon, Grafenvon Soissons , eines Printzen vom Königlichen geblüte, tochter,mit welcher er >. Printzen, die aber sofort nach der geburt ver-storben , und eine tochter, Mariam, Hertzog Heinrichs II. zuRevers gemahlin, erzeuget. Als aber selbige den 30. aug. an.lü;?. verstorben, vermählte er sich an. 1642. zu Paris zu»,andern mal mit Anna Genefieva von Bourdon,Heinrichs II. vonBourbon, Printzen von Conde lochtet. Mit dieser seiner ge-mahlin gerieth er in währender feiner gefängnis in grosses miß.Verständnis, so baß beyde sich voneinander separirten. A». 1651.vermittelte es Printz Ludwig von Conde zu einem vergleich,jedoch daß sie in der Normandie verbleiben sollte, wiewol ihrnachmals das Carmelitinnen-kloster zu Bonrges zu bewohnengestartet wurde, welches nachgehends in die stadt Bourdeauxverwechselt, dahin sie sich letztlich zu ihm begab, und in guterrinigkcit mit ihm lebte. Er hatte von selbiger nebst 2. töchtern,so jung verstorben, 2. söhne, nahmentlich Johannem Ludovi-cum Carvlum und Carvlum Parisium, Hertzog von Longuevil-le. Tbuanus. Mezeray. Priolus , hist. Galt. Pufendorf. de reb.Suec. Michael le Vajsor, hist. de Louis Xlll.
Henricus I. von Lothringen , Hertzog von Guist, war einsöhn Francisci, Hertzogs von Guise , den 31. dec. an. icco.gebohren. Bald , nachdem sein vatter vor Orleans erschossenwar, warf ihn nebst seinem bruder die Catholische partey inFranckreich zu ihrem Haupte auf, ungeachtet er noch sehr jungwar. Er war in seiner jugend eine weile nach Ungarn zu ftldegegangen. Nach feiner Wiederkunft versuchte zwar der Königdas Guisische Haus mit dem Admiral Collgni zu versöhnen,der im verdacht war, als wenn er deu Hertzog ermorden lassen.Der junge Printz aber erzeigte sich bey der deswegen angestell-ten Ceremonie also, daß er weder ein zeichen von widei fvcn-stigkeit noch von einwilligung blicken, ließ , daraus jedcrmanschloß, daß er mit der zeit trachten wurde, sich zu rächen. Ererhielt in den bald darauf angehenden Hugonotten - kriegenunter der Königlichen armee auch ein commando, da er sich indem treffen bey Iarnac an. 1569. wohl hielte, und hernach diebelagerung von Poitiers mit taushielt, in welcher er durch fti-nen muth, Wachsamkeit und angenehmen Umgang nut let-anumzuerst anfieng, die hertzen der ieuthe an sich zu ziehen. Es battench dieser Printz um dirstlde zeit m des Kömgs'fchwester Mar-ks ; garethq