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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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und wurde-, jähr darauf als Abgesandter in Spanien ge-schickt. Nach seiner rückkunft schlug er jich zu den Malcon-tenten , und wurde zu Soissons belagert , accommodirte sichauch nicht eher wiederum, als an. 1617. nach des Marschallsvon Ancre tobe. Hierauf wurde er an. 1620. Ritter der Kö-niglichen orden, und hielte sich in den kriegen wider die Hu-gonottcn wohl, nahm selbigen etliche orter ab, und wurdeden -o. sept. selbigen iahrs bey der belagcrung von Montau-ban umgebracht. Er hinterließ von Maria Gonzaga , Ludovi-ciHernogs von Revers tochter, mit welcher er sich an. 1599.vermahlt, keine kinder. Mezeray. imbos

Henricus, Hertzog von Lothringen und Bar, gebohrenden 8. nov. an. ein söhn Carott II. regierenden Hertzogsvon Lothringen , und Claudiä , einer tochter Henrici II. Kö-nigs von Franckreich. Bey seines vatters lebzeiten wurde erMarggraf von Pont-a - Mousso» genennet, und an. 1603.snccedirte er demselben. Er befand sich an. 1*87. bey Her­ tzog Henrico von Guise, als solcher die unter Fabian von Dohna den Hugonotten in Franckreich zu hülffe gesendete ar-mee bey Vimory geschlagen. Nach des Kömgs Henrici 111 .an. 1 s 89. erfolgten, tode prätendirte sein vatter vor ihn dieCron Franckreich, weil seine mutter des verstorbenen und letz-ten Königs aus dem Valeffschen stamme schwester gewesen.Hierauf begab er sich auch in den Französischen krieg , undföchte für t>ie iiigiiten auf des Hertzogs von Maine feite, waran. 1596. in der action bey Arques, und half das Königlichelager bestürmen , wiewol er keinen sonderbaren rühm darbeyerhielt. Daher» destvweniger zu verwundern, daß in der Ver-sammlung der Stande von Champagne, so zu Chaumont ge,halten wurde, ihm nicht ein emiger sein votum zur Fran­ zösischen Crone geben wollte. Worauf er sich denn mit demKönige Henrico IV. verglich, und an. ,599. mit desselben schwe-ster Catharina von Bourbon , einer Protestantin, welche ihmin dem vierten grad verwandt war, vermählte, und brauchteer also eine doppelte dispensation, eine wegen des Unterschiedsin der religion, die andere wegen der nahen anverwandtschafft;um welcher Ursachen willen er von dem Ertz - Bisthoff vonRouen , so des Königs uuächter bruder war, mit selbiger indem Königlichen cadinel ohne ceremonien getrauet wurde.Nachdem er mit seiner gemahlin langer als ein jähr in ziem-lichem vergnügen zugebracht, ließ er sich durch seinen Beicht,vatter so viel gewissens-scrupel machen, daß er nach Rom gieng, unter dem schein daselbst absolution zu holen, welcheihm Papst Clemens VIII . nach laugen schwierigkeiten erst an.160;. ertheilte; doch soll dieser Fürst in der that bey seinerreise nach Rom , wie es der Cardinal ckOssat entdecket zu ha-ben meynte, vielmehr einen versuch haben thun wollen,ob er nicht durch hülffe des Papsts zur scheibung von Ca,tharina gelangen könnte, welches aber, wo je der Hertzog dergleichen gedanckcn gehabt, das grosse ansehen, worinnender Fürstin bruder damals sowol anderwärts, als auch amRömischen Hofe stund, ohne grosse mühe , und ehe nur diefache deutlich an den tag kommen, gehindert hat. Nachdemsie an. 1604. mit tode abgegangen, vermählte er sich zum an-dern mal mit Margaretha von Gonzaga, Hertzogs Vincentiil.vvu Mantna tochter, mit welcher er 2. töchter, Nicoleamund Claudiam, zeugete. Er verglich an. 1610. den krieg indem Stifte Strafiburg und Elsaß , zwischen dem Ertz-HertzogeLeopold von Oesterreich und der Union armee, so MarggrafJoachim Ernst von Brandenburg führte, und brachte es da-hin , daß beyderseits trouppen Elsaß quiltirten. Es wußte sichaber Ludwig von Guise, Herr zu Ancerville, bey diesem Her-tzvqe dergestalt zu insinuiren, daß, iveil er keine söhne hatte, erihm seine älteste tochter Mcoleam zur ehe geben, und selbi-ger auf seinen erfolgten tod sein Hertzogthum Lothringen zu-wenden wollte, wie er denn auch diesen Herxn von Ancervillebey den Lothringischen Ständen angenehmen machen suchte.Allein weil des Hertzogs bruder , Graf Franciscus von Vau-dcmont, und dessen söhn Carl diesen anschlügen gantz zuwiderwaren, gerieth es an. 1620. zwischen beyden brudern zu öf-fentlicher feindschafft, worüber der Graf von Vaudemont inBayern entwich. Endlich wurde der Herr von Ancerville di,sponirt, von der heurath mit der Printzeßin Nicolea abzustehen,und des gedachten Grasen von Vaudemont tochter Heimeltezu ehelichen. Hingegen wurde mit des Grafen von Baude,mvnt ältestem söhn, Printz Carln , und bemeldter Nicolea,eine heurath gestiftet, und dadurch alle mißhelligkeiten aufge-hoben. Beyde beylagcr geschahen an. iür,. an einem tage,und der Herr von Ancerville wurde zum Printzen von Pfaltz,bürg gemacht. Die jüngste tochter des Hertzogs Henrici wur-de etliche jähr nach dessen tode, welcher an. 1624. den ;o.),il. folget, an des gedachten Grafen von Vaudemont jün-gern söhn, Nicolaum Franciscum vermählt, von dem die je-tzigen Hertzoge von Lothringen herstammen. Mezeray. Lettr.d Oijat. *

Henricus von Lothringen , Graf von Chaligny, war Ni-cvlai von Lothringen , Hertzogs zu Mercöur und Grafen zuVaudemont söhn, und Hertzogs Antonii zu Lothringen enckel.Seine mutter war Claudii von Lothringen , Hertzogs von Au-male tochter, die ihn den r,. ian. an. 1570. gebohren. Erverband sich mit der Französischen Ligue wider Henricum IV.

König von Franckreich, und war einer der vornehmsten, -erdem Hertzoge von Maine und der Spanischen partcy in den in-nerlichen Französischen kriegen anhieng, worzu er sonderlichvon seinem bruder, dem Hertzoge PhUippv Emanuelr vvnMer-cöur, beredet wurde. Der berühmte Hertzog Alexander Farne-sius von Parma urtheilte auch von ihm, daß, so er lebensollte, er ein grosser kriegs-mann werden würde, und hielter sich sonderlich bey Aumale wohl. Er begleitete an. izyi.sicherhett halber den Päpstlichen Legaten und den CardinalHenricum Cajetanum aus Franckreich bis in Lothringen zu-rück, und befand sich seldigeö jähr bey des Hertzogs von Par-ma und des Hertzogs von Manie armee , damit die von demKönige Henrico IV. belagerte stadt Rouen entsetzt wurde, undführte damals die arriere-garde. Er wohnte auch der bey Rouen zwischen beyderseits armem vorgegangenm action bey , undwurde an. 1592. in einem scharmützel von einem Königlichendiener, den Henricus IV. zu seinem kurtzwciligen Rath brach,te, und eigentlich Longorage hieß, insgemein aber nur Chicotgenannt wurde, gefangen, den er aber vorhero tödtlich ver-wundete , so, daß er auch daran starb, und weil er zugleichselbst bleßirl worden, verwilligte Henricus lV. daß er aufdemschlösse Bellecon.be, so seiner gemahlin zuständig war, sich aus.halten und heilen lauen möchte. Er wurde aber nicht langedarnach gegen die Hertzogin von Longueville und ihre tochter,so die Ligue zu AnuenS gefangm genommen hatte, ausgewech.seit. An. i<;9b befand er sich bey der general-zusammenkmistder Ligue zu Paris , wurde aber bey Henrico IV. nachmals aus-gesöhnet. Hieraus begab er sich in den Ungarischen krieg,um dem Kayser Rudolphv II. wider die Türcken zu dienen. ESwurde ihm aber, nachdem er sich in demselbigen kriege eine zeit,lang tapfer erwiesen, in dem lager gift beygebracht, davon ererkranckte, und sich nach Wien führen ließ, allwo er an. iSoi.Mit tode abgieng, da er nur ;i. jähr alt war. Seine gemah,litt war Claudia von Mouy, Caroli, Herrn zu Mouy in Franck-reich tochter, und Georg« von Ioneufe, Herrn zu St. Di-dier wittwe, die anfänglich der Hertzog zu Elpernon ehelichensollen, welche heurath aber rückgängig worden. Es ist durchselbige die Hcrrschafft Mouy auf seine kinder, die er mir ihrerzeuget, gekommen ; welche waren CaroluS, so an. 1x9;. gc,bohren, und an. -610. Btschoss zu Verdun worden, hernachaber restgnirt, und in den Jejuiter-orden getreten, worinnener auch an.;>. zu Toulouse gestorben; Franciscus, Bischoffzu Verdun , Dom-Dechant zu Cöln, und Dom-Probst zu Mag­ deburg , welcher an. 199;. gebohren, und an. ,6üi. gestorben;Henricus, Marggraf zu Mouy, und Louise, Florenlis vonLigny, Marggrafen zu Roudais, gemahlin. Tkuanm^ lifc.CIl. Imbos. p. 82 .

Henricus Fridcricus, Printz von Oranien, ein söhnWilhelmi I. von dessen vierter gemahlin Louise, einer tochterdes berühmten Admirals von Coligni, gebohren den r8. febr.an. 1 584. Er wurde von dieser Mutter» einer sehr verstandi.gen Fürstin, sehr wohl auferzvgen, und lag eine zeitlang zuLeiden den studien ob. An. 159;. machte ihn fein älterer bm-der Mauritius zum Gouverneur von Gertruydenberg. An.1598. begleitete er seine mutter in Franckreich, blieb aber nichtlange daselbst. An. 160°, gaben ihm die General - Staalcnseßiön in ihrem Rath. In eben demselben jähre wohnte er derschlacht bey Nieuport bey. Bald darauf gieng er als Gesand-ter nach Heidelberg , und an. 160;. in solcher qualität nachEngelland. An. 160;. ließ er in einer action mit demSpanischen General, Louis 6c Velasco, eine besondere ta.pferkeit sehen. Nachmals wurde er mit grossem rühm inder Iülichischen succeßions - streitigkelt wider die Svanier ge-braucht. An. 161verrichtete er zwey Gesandtschafften, nem.lich iy Engelland und zu Heidelberg . An. 1615, half er demChurfürsten von Brandenburg Hervorden bezwingen, undführte hernach der belagerten stadt Braunschweig 6000. mannhülfs - völcker zu. An. 1620. und das folgende jähr machte erdem Spanischen General Spinola unterschiedene nachdrückli-che diverfiones. Nachdem odgedachler fein bruder Mauri­ tius den 2;. apr. an. 1625. mit tode abgegangen, fuccedirlker demselben, gleichwie in seinen landen, also auch mit ein-williqung der General-Staaten in der würde eines Statthal-ters , eines General -Capitains, und eines General-Admirals,ingleichen in den absonderlichen Statthalterschafften überHolland , Seeland, Utrecht , Geldern und Ober-Hssel. Gleichanfangs bemühete er sich, die von dem General Spinola be-laqerle vestung Breda zu entsetzen, allein er muste geschehenlassen, daß endlich dieselbe nach einer fast 10. monatlichen ge«gcnwehr sich den jun. ergab. Das folgende jähr wollte es ihmgleichfalls nicht glücken, die von den Spaniern angefangene ver,einigung des Rheins mit der Maase zu verhindern ; so giea.gen ihm auch einige anschlage, so er bey Hülst und bey Lillo wi-der die Spanier gemacht, nicht von statten, welchen letztem esaber bey Sluys eben also ergieng. An. 1607. empfieng er vondemKönige in Engelland, Carolo I. den orden des Hosenbandcs,und eroberte den 20. aug. nach einer monatlichen dclagerung diestadt Groll. An.i ürz. entdeckte er eine verratherey, durch wel-che der Cardinal von Richelieu sich der vestung Orange bemäch-tigen wollen, wovor er nachmals auf alle ersinnliche art sich andemselben zu rächen suchte, so gar, daß auch die meisten da-vor hielten, er habe deswegen an.;;. die schöne Fran.

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