Buch 
Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
JPEG-Download
 

h c n

h e n 81

zösische armee, welche unter dein Marschall äe Breze den Hol-ländern zu hülsse «geschickt wurde, auf eine elende art crepirmlassen. An. iSry. den i. may ficng er an, Hertzogcnbufch zubelagern, und eroberte es »ach unglaublicher mühe den 14. tzpt.nachdem in währender dieser belagerung den -y. aug. auch We­ sel durch einen unvermutheten Überfall den Spaniern >var ent-rissen worden. An. i6;i. den 13. sept. schlug er, nebst demGrafen Ernesto Casiiniro von Nassau, zwischen den dörfernSkavenisse und Dianen , ein starckcs Spanisches detaschement,welches einen anschlug auf Willcmstadt gemacht hatte. Ineben diesem jähre gaben die General-Staaten seinem fünfjäh-rigen söhne, nachmals Wilhelms II. die anwartfchafft aufalle vätterliche chargen. An. 16;-. zu ansang des junii ero-berte er Venlv nach einer viertägigen belagerung, und Rure-mond fast ohne gegeuwehr. Den ro.jun. rückte er vor Mastricht.Die Svanier unter dem Marggrafen von Santa Croce, unddie Kayserlichen unter dem Grafen von Pappenheim , ver-suchte» den i8. aug. mit gemalt den entfatz, allem sie wurdenzurück geschlagen, und die stadt muste sich den 22. aug. erge-ben. An. 1633. den letzten may eroberte er die stadt Rhein -bergen , nach einer zwanzigtägigen belagerung. An. 16,4.den 10. jul. fiengen die Spanier an, Mastricht zu belagern;der Printz, damit er sie davon abziehen möchte, ließ dagegenden 3. sept. die vestung Breda investircn, .von bannen er sichaber wenig tage hernach zurück zog, ilachdem er seinen end-zweck erreichet, und den Marquis cl'Aykona genöthiget hatte,die belagerung vor Mastricht aufzuheben. An. 1633. den 28.jul. hatten die Svanier durch einen unvermutheten Überfall dieSchenckenschantz eingenommen. Weil nun an diesem ort denHolländern überaus viel gelegen war, so rückte der Printz oh-ne Verzug wieder davor. Die belagerten wehrten sich auf eineverzweifelte art, und die Spanier thaten alles, was sie konn-ten , um den ort zu entsetzen. Endlich aber, nach einer fastneunmonatlichen belagerung , muste er den 30. apr. an. 16;6.capitnliren. An. 1637. empsicng der Printz, an statt des bis-her üblich gewesenen tituls Ercellentz, von dem Könige vonFranckreich den titul Alteile oder Hoheit. Den 21. jun. desjetztgedachtcn jahrs wurde Breda von ihm bekennet, und den 6.oct. erobert; da indessen die Spanier, weil sie den versuchtenentfatz nicht bewerckstclligen können, Ruremond und Venlohinweg nahmen. An. 1038. den 17. aug. legte er sich vor Gel-dern , muste aber 6. tage hernach , bey annähernng der Kay-serlich-und Spanischen armee, mit vertust wiederum abziehen.An. 1640. den 31. jul. legte er sich übermal vor diese stadt; al-lein er wurde theils durch den anmarsch des feindlichen succur-scs, theils aber durch die anaelauffene wasscr, gleich den fol-genden monat wieder genöthiget, die belagerung aufzuheben.An. 1641. den 27. jul. eroberte er, nach einer fast zwey monat-lichen gegenwehr, die in dem Hertzogthum Eleve gelegene stadtGennep , vorher aber den 12. may hatte er feinen einzigensöhn, den oberwehnten Printz Wilhelm, mit des Königs vonEngelland Caroli I. ältester Printzeßin, Maria Sluart, ver-mahlt. An. 1643. that dieser Printz, als commandireuder Ge-neral von der cavalerie, seine erste campagne, und schlug den4. sept. den Spanischen General Canlelmo in seinem lager beyAntwerpen . An. 1644. den 7. sept. eroberte sein vatter dievestung Sas von Gent. An. 1643. den 3. nov. bemächtigteer sich , nach einer belagerung von einem Monate, der vestungHülst. An. 1646. den 7. dec. vermählte er seine älteste Prin-tzeßin, Lonise Henriette, an Fridericum Wilhelmum, Chur-fürsten von Brandenburg . An. 1647. den 14. wart. starb erin dem Haag, nach einer ziemlich langen kranckheit, welchezuletzt in eine wasserecht ausfchlug, und wurde zu Delft mitgrossem pracht begraben. Ausser den oberzehlten thaten, wel-che grvstentheils unter seinem unmittelbaren cvmmando gesche-hen, sind durch seine kluge Veranstaltungen und unter seinerStatthalterschafft noch viel andere merckwürdige , und denvereinigten Niederlanden sowoi nützliche als rühmliche din-ge vorgegangen; als z. e. an. 162g. die eroberung der Spa­ nischen silder-flokte durch Petrum Hayn, und die neunjährigealliantz mit Franckreich; an. 1630. und in den folgendenjähren die progressen der West-Jndianischen Compagnie in Ame-rica, sonderlich aber in Brasilien ; an. 1632. die alliantz mitdem Könige von Schweden ; an. 1636. die verneuerung desbündnisses mit Franckreich ; an. 1639. zwey wichtige victorienunter dem Admiral Tromp, wider die Spanische flotte; an.1641. eine zebenjährige off-und defensiv-alliantz mit Johanne IV.Könige von Portugall, u. a. m. Durchgehendo hatte dieser PrintzHeinrich Friedrich den rühm eines grossen Feldherrn und ei-nes trcffichen Staats-manns. In seiner privat - aufführungwar er freundlich, großmüthig, beständig , und bey den Un-einigkeiten , so sich hier und da, sonderlich in religions-puncten,ereigneten, sehr glimpflich. Die letzten zwey jähre vor seinemtobe hat man ihm schuld gegeben , daß er gegen seinen eigenensöhn mißgünstig, und gegen seine gemahlin allzu complaisantworden wäre. Diese letztere war Ämalia, eine tochter Iohan-n«s Albcrti, Grafen von Solms in Braunfels , eine sehr fchö,ne Dame, welche mit der vertriebenen Königin von Böhmen m Holland gekommen; da er denn an. 1623. den 4. april sichnnt ihr vermählte, und zwar auf einrathen seines brudersMauritti, welcher ihr (gleichwie hernach auch die General-Staaten gethan ) jährlich 23000. Holländische gülden ausge-macht. Mit dieser gemahlin hat er, ausser dem ofterwehnten

söhn Wilhelmo, und der mit dem Churfürsten von Branden­ burg vermählten tochter, nachfolgende;. töchter gezeuget: i.)Albcrlinam Agnes, gebohren an. 2634. vermählt an. 1632. anWilhelmum Fridericum, Fürsten von Nassau-Dietz, gestorbenan. 1696. -.) Henriettam Catharinam, gebohren an. 1637.vermählt an. 1S38. an Johann Georgen, Fürsten von Anhalt- Dessau , gestorben an. 1708. 3.)Mar«am, gebohren an.1638. vermählt an. iüo6. an Ludvvicum Henricum, Pfaltzgra«fen von Simmern, gestorben an. 1688. Er hinterließ mich ei-nen natürlichen söhn, nahmens Fridericum, Grafen von Zuy«lenstein, welcher an. 16^2. bey der attaque von Woerden , als Ge«neral-Colonel der Holländischen Infanterie , sein leben verlohr,einen söhn gleiches nahmens nach sich lassend. Aubery du Mau -rier, memoir. Neusvt/le, bist. de Holland. tom.II. Bizot, hist. Me-tall. de Holl. Spanb. inlaud. funebri hujus Princip, hanvei. istorat. in obitum ejus. Arnold. Mont. Domus Auriaco-Nassovica»

* Henricus Lafimirus, Fürst von Nassau, ein söhn Wil-helm» Frlderici, und Albertina Agnetis, Fürstin von Oranien ,war an. 1637. gebohren , und verlohr seinen vatter, da er nur7. jähr alt war, daher seine Mutter die vormundschafft überihn führte. An. 1664. ward er zum Statthalter und Gene-ral-Capilam der provlntzen Frießland und Gröningen erkläret,welche würde er an. 1672. wurcklich antrat, und auch an. «>74.erhielt, baß dieselbe «hm und seinen nachkommen erblich verlie-hen ward. An. 1689. ward er Feld-Marschall, und an. 1693.Groß-Cvmthur der Valley Utrecht. Seinen ersten feldzug thater in seinem 13. jähre unter dem Freyherr» von Aylva, befandsich hierauf in den schlachten bey Senef, bey Neerwinden,bey Fleury und Steenkerken, und verschiedenen andern gele«genheiten, in welchen er allezeit grossen muth erwiesen, undunter andern an. 1674. da er mit dem degen in der faust aufden feint» losgegangen , und vom pferde gestürtzet war, seitwelcher zeit er von vftern blut-stürtzungen beschwert gewesen.An. 1677. gerieth er mit dem Printzen Wilhelms von Ora.nien, der sich in einige Händel, so die Statthaltcrschasst vonFrießland angiengen, gemenget, und die cmwarischasit aufdiese würbe gesucht, auch von einem theil der Stände erhal-ten hatte, in schwere streitigkeiten. Er starb an. 1696. Vonseiner gemahlin und kindern siehe den artickul Dietz. Basnage ,ann. tom. II.

Hcnricus von Savoyen , Hertzog von Nemours, Gene-vois, Chartres und Anmale, Marquis von St. «Lorlin, warHertzogs Jacobi von Savoyen und Annä von Este jüngstersöhn, gebohren zu Paris den 2. nov. an. 1372. Er führte dentitul eines Marquis von St. Sorlin bis nach dem tode seinesbruders Caroli Emanuclis, welcher im jul. an. 1393. erfolgte.Der Hertzog von Savoyen machte ihn an. 138t- zum ordens-Nitter de I'Annonciade , und drey jähr darauf übergab er ihmseine armee, mit welcher er Carmagnole, Saluzzo und ande-re örter eroberte. Die Hertzvge von Gusse zogen ihn mit in dieLigue , und führte er an. 1391. den krieg in Dauphine , wor-über er nachdem das Gouvernement erhielte. Er accommodir,te sich hierauf mit dein Könige Henrico IV. welchem er hernachin der belagerung Amiens folgte. Einige zeit hierauf erhielter erlaudnis, sich nach Annecy zu wenden, damit er an demkriege, so damals in Savoyen geführt wurde, theil nehmenmöchte. Er lebte inner solcher zeit fünf jähr an dem Mantua -nischen Hofe, verließ aber denselben aus Verdruß , weil ihm derHertzog eine von seinen Printzeßinnen , um die er sich bemühet ,versagt. Einiges Mißvergnügen, so er an dem Savoyischen Ho«fe hatte, und so vornemlich daher gerühret, weil ihm derHertzog nach dem leben gestanden, ihm auch sein recht auf dasFürstenthnm Genevvis streitig gemacht, und die heurath mitder Lothringischen Printzeßin gehindert, brachte ihn an. 1613.dahin,daß er der Spanier propositiones anhörte, vor sie die Waf-fen zu ergreiffen. Allein es schlug ihm nicht wohl aus, weil ihndiejenigen , so ihm diesen schädlichen anschlug ertheilet, hernachverliessen; der Französische Hof aber söhnte ihn an. 1616. mitdem Hertzvge wieder aus. Er starb zu Paris den io. jul. an.1632. und sein leichnam wurde nach Annecy gebracht. Erhatte sich an. ,618. mit Anna von Lothringen, Hertzogs Caro-li von Aumale einziger tochter, von der Maria aus dem HauieLothringen Elbeufifcher linie, vermählt, und mit selbiger ge»zeuget Franciscum, der jung verstorben ; Ludovicum, so an.1641. verstorben; Carolum Amadeum, Hertzog von Ne-mours , so an. 1632. gelobtet wurde; und Henricum,!!. vonSavoyen, von welchem jetzo soll gesagt werden. Gukbemn ,histoire de Savoye.

H evricus II. von Savoyen, Hertzog von Nemours, Ge»nevoisund Aumale, Marquis von St. Sorlin und St. Rany.bcrt. Er war des obgemeldten Henrici I. söhn, und weil erzum geistlichen stände gewiedmet war, brachte man ihm verschie-dene geistliche Beneficien zuwege, wie ihn denn auch der Königzum Ertz-Bsschoff von Rheims ernennte. Er wurde auch an.1631. ehe er noch die Päpstliche bulle erhalten, zum Hertzvgeund Pair ernennet, und präsidirte bey der Versammlung derGeistlichkeit in Franckreich. Allein als sein bruder verstorben,nöthigte man ihn , den geistlichen stand zu verlassen, woraufer sich den 22. may an. 1637. mit Maria von Orleans, Hcr-tzogs Henrici ll. von Orleans tochter, vermählte. Er starb aberohne erben zu Paris den 14. jan. an. 1639. Uuicbenun , hiit.de Savoye. Sammartb.

* Henri-