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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Roxas, HertzogS von Uzeda tochter, ehelich versprochen, daober selbige noch in ihrer jugcnd und vor dem beylager ver-storben, ehelichte er an. iöi*. Loyfam von Sandoval undPadilla, seiner vorigen braut schwester, mit welcher er zeug-te Ioh. Caspar Henriquez von Cadrera, Admiranien von Ca-stilien, obersten Slallincister und Staats-Rakh, gebohren deni. jun. an. 1616. Dessen kinder sind Ioh. Thomas Henriquezvon Cabrera,Hertzvg von Medina de Rio-Seco, Graf von Mel-gar, Admiranle von Castilien , der unten in einem besondernartickul beschrieben wird. Dieser hatte 2. gemahlinnen, An-nam Catharinam de la Cerda , Anionii Johannes , Hertzvgsvon Medina Ccli tochter, welche sich an. -66;. mit ihm ver-mählt, aber im merk an. 1697. verstorben, und nach derentvde aus eben dem Hanse eine andere Annam Catharinam,Johannis Francisci de la Cerda, Hertzvgs von Medina Celitochter, Petri von Aragonicn, Marquis von Povar wittwe,so gleich in folgendem jähre den 10. dec. an. 1698. verstorben.Er hat von beyden keine erben hinterlassen. Dessen bruder warLudwig Henriquez von Cadrera , Marquis von Alcanizes, dermit seiner gemahlin Theresia Henriquez von Almansa , Jo-hannis , Marquis von Alcanrzes tochter, erzeugte Ludovi-cum Henriquez von Cadrera, Marquis von Alcanizes; Jo-hannem Simon Henriquez von Cadrera, ehemals Gouverneurvon Alexandrien , welcher an. 1702. nach Mayland und vondar nach Angers in arrest gebracht wurde; Theresia Henri-qucz, welche zuerst an Caspar von Haro , Marquis de! Car-pio y de Liehe, zum andern mal an Manuel Ponce von Leon,Hertzog von Arcos, vermählt worden; Caspar Henriquez, De-canus zu Cucnza , welcher an. 168;. verstorben, und noch einanderer Henriquez, welcher den ig. jan. an. 1696. im Kay-serlichen Lollegio der Jesuiten zu Madrid verstarb. Des vatlersnatürlicher söhn war Friedrich Henriquez. Speneri op. Herald.pars spec. lib. I. c. 56. Souverainen von Europa , p. 86.

Henriquez, (Alphonsus von) Admirante von Castilien ,Hertzog zu Medina von Rio-Seco, Graf von Melgar, kamden 21. scbr. an. 1^97. zu Medina auf die weit. Weil sein vat,ter bald verstorben, wurde er unter seiner mutier vormund-schafft erzogen. Zehen tage nach seines vatters tobe wurdeer den ;i. jul. an. 1600 . in seinen trauer-kleidern vor den Kö-nig Philippum III. und dessen gemahlin von seinen verwandten

B estellet, und wie ihn die Königin als ein dreyiähriges kindüssete, auch mit einem kleinod von zooo. cronen werth be,schenckte, sagte der dabey stehende Cardinal von Sandoval, daßdieses der erste Admirant von Castilien wäre, den eine Königinvon Spanien geküsset hätte. In solcher seiner kindheit ertheil-te ihm damals gedachter König die lehen über das HeryogthumMedina von Rio-Seco, die Grafschafften Modica, Melgar,Colle und Osona, die Vicomtes Cadrera und Bas; er erhieltauch bald den titul eines Admiranten von Castilien . An. 1615.befand er sich zu Burgos bey des damaligen Printzcn Philipp!IV. beylager, erlangte den Ritter-orden von Alcantara, undwar Commendakor zu Pietra-Buena, auch machte ihn derKönig zu seinem Cammer-Herrn. An. 1624. zog er mit demKönige in Andalusien nach Gibraltar , Malaga und Granada ,begleitete auch selbigen an. 1626. in die Königreiche Aragonien und Catalonien ; befand sich aber auf solcher reise disgustiret,und retirirte sich von dem Königlichen Hofe. Denn als Her-tzog Henricus von Corbona dem Könige von Barcellona auf;. viertel meilen zu fusse entgegen gegangen war, befahl derKönig, daß sich selbiger Hertzog in die Königliche kutsche zu ihmsetzen , dieser Admirant hingegen aussteigen sollte, da doch demMargarafen zu Carpio und Liche in solcher Königlichen kutschesein platz gelassen ward. Weil er auch eine empfindliche minespüren ließ, und unter dem vorwande, als wenn der Königihn wieder mit nahmen geruffen hätte, sich in den schlag derKöniglichen carvffe setzte, empfand er mehr unlust darüber.Gleichwol gebrauchte sich seiner der König in verschiedenenkriegs-verrichtungen. An. i6j6. rückte er vor St. Jean de Luz , nahm es ein, zog auch hierauf mit einer ihm unterge-benen armee vor Bayonne in Gasconien, muste aber , als esder Graf von Grammont mit Königlich - Französischer machtentsetzet, wieder davor abziehen, hingegen machte er sich ei-nen grossen nahmen, als er Printz Heinrichen von Conde,-er an. >6; 8. mit der Französischen armer die stabt Fuenta«rabien belagert hatte, in das lager einfiel, solches aufschlug ,die stadt entsetzte, und die feinde abzuziehen nöthigte. Erwurde hierauf an. 1641. Vice-König in Sicilien, und an.1645. Dice-König zu Ncapolis, woselbst er aber das sonstgewöhnliche donativ nicht annehmen wollte, noch auch beydiesem amte sich schätze zu machen suchte. Weil aber die Spa-nischen Minister dieses ihm übe! auslegten, suchte er bald sei-ne dimißion wieder. An. 1646. wurde er als ausserordentli-cher Gesandter nach Rom geschickt, um dem neuen PapstJnnocenlio X. die obedientz zu leisten, worzu er denn, um sichbey solcher Ambassade ansehnlicher zu halten, seine HerrschasstCacamo in Sicilien an den Fürsten von Galati verkaufte.Er hatte daselbst viel unruhe, weil erden Cardinal Rainaldumvon Este, daß er ihm, der gewohnheit nach, seine carosse ent-gegen senden möchte, nicht begrüssen wollte, auch sich aller-hand droh-worte wider ihn verlauten ließ, indem er die Fran­ zösische protection angenommen. Weil auch der Cardinal vonEste, daß der Admiranle wol die andern Cardinäie, aber ihnHtstor. Ltxican IV. Theil»

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nicht besuchen wollte, hoch urgirte, sendete das CardinalS,Kollegium den Cardinal Cappvni an ihn, und verlangte, daßer ihrer keinen besuchen möchte, indem sie dennoch seine Visi-ten alS gethan achten wollten. Er nahm hierauf unter be-glcttung vieler Fürsten die audientz bey dem Papste. Bey derruckkehr, und als er dem Cardinal Marcello Lanlis die visi,te geben wollte, geschahe es, daß einer aus prival-feindschasstauf einen andern einen schuß that, welches die Spanier aufsich zogen, und unter das Römische volck feuer gaben, wo-bey mtt lauter stimme des Cardinals von Este nahmen geruf-sen ward, und ein grosser tumult entstund. Gedachter Car-dinal ließ sich auch mit seinen adharenlen sehen, darüber sich desAdmiranten comilat retirirte, und er durch den Printz vonRoccella , Priorn des Matlheser-ordenö, mit gewehrter Hand insein Haus, und zwar nur mit seiner eigenen kutsche, da ihn sonstmehr als 20. begleitet hatten, gebracht ward. Diese acrion hielter vor einen grossen affront, begehrte von dem Dice-Könige zuNcapolis, dem Hertzoge von Arcos, würckliche hülffe und mann-schafft, der ihm aber kallsinnig begegnete, und der Papst so wolihm als dem gedachten Cardinal innerhalb ihren dehausunqenzu bleiben befehlen ließ. Der Cardinal Capponi aber und derPrintz zu Gallicano , Pompejuö Colonna, schlugen sich endlichin die fache, und vermittelten, daß beyde Personen einanderin gegenwart des Papsts zum ersten mal sahen, und sich ein-ander zu visitiren versprachen, welches denn auch so fort erfolg,te. Denn indem sie von dem Papste weggicngen, trat der Ad-mirante in des Cardinals carosse, und führ darinnen bis in fei-ne Wohnung; also wurde durch die visite und reoisite alles bey-gelegt. Von Rom reisete er nach Loretto und Venedig , kamauch nach Mayland, allwo er dem an. 1646. verstorbenen Kö-niglichen Jnfantcn, Don Ballhasar Carolo, ein prächtigesleich-begängnis halten ließ. Als er zu Genua anlangte, undwie er von seinem Könige zu seinem Ober-Hofmeister wäreerkläret worden, vernahm, ließ er seine gemahlin und seinensöhn hinter sich, und begab sich in Spanien , da ihm feineWohnung in dem Königlichen pallaste zu Madrid angewiesenworden. Er stund aber solchem amte nicht gar lange vor,sondern fiel in ein fieber, bey welcher kranckheit ihn'der Kö-nig selbst besuchte, und starb den 2;. jan. an. 1647. fast im^0. jähre seines alters. Seine epequien wurden in der Ca-puciner-kirche zu Madrid gehalten, sein leichnam aber nachMedina de Rio-Seco gefuhret, und daselbst in der Franci«scaner - kirche begraben. Es wird von ihm gesagt, er habe190000. cronen an jährlichen einkünften gehabt, wovon erviel zu seines Königs diensten angewendet, inmassen er beydem entsatze von Fuentaradien 120000. ducaten, und bey sei-ner Ambassade zu Rom 2;0000. ducaten von seinen eigenen Mit-teln , auch sonsten viel aufgewendet, daß es 400000. ducatenbetragen haben soll , wovor er aber nichts wieder erhalten.

De Avila. Siri mein. Bertareilt. A.

* Henriquez de Labrera, (Johan. Thom.) Hertzog vonMedina de Rio-Seco, Graf von Melgar, und Adinirante vonCastilien , ein söhn Johannis Caspari Henriquez, ward, da ernoch gar jung war, unter Carvli II. regierung Gouverneur vonMayland , wo er sich bey den Unterthanen sehr beliebt machte,ferner Oder-Stallmeister, und nach seines vatters tode Admiran-te von Castilien . Die Königin, Maria Anna , aus dem HausePfaltz-Neuburg, in die er verliebt gewesen seyn soll, setzte ihnbey dem Könige ihrem gemäht in solche Hochachtung , daß ihnderselbe als seinen vornehmsten Minister oder krivado, welchebcnennung er doch niemals annehmen wollen, gebrauchte; da-durch er dann sehr bequeme gelegenheit bekam, dem HauseOesterreich wegen der ansprüche, so dasselbe auf die Svanifcheerb-folge führte, gute dienste zu leisten, welches er auch würck,lich that, und nicht allein den Oesterrcichischen Ministern diß-falls sehr heilsame rathschläge gab, sondern auch im Reicheselbst auf verschiedene weise die hierzu dienlichen Verfügungenzu treffen wußte. Allein das hohe ansehen, worinnen er stund,und die allzu genaue freunbschafft mit der Gräfin von Berlepschund den übrigen Teutschen, denen man die Unterdrückung derUnterthanen, und viele andere Ungerechtigkeiten beymaß , er-weckten ihm bey den übrigen Ministern grossen »eid , undbey dem volck einen unbeschreiblichen haß, welcher sich bey vie-len gclegenheiten, und sonderlich bey demjenigen streit auf eineausnehmende weise äusserte, in welchen er mit dem Marquisvon Alcvnchel aus dem Hause Sylva verfiel, der ihn als einenhinderet seines glücks zum duell ausforderte, und deswegen,jedoch ohne daß der Admirante einigen theil daran hatte, insexllium gehen muste. Des letzter» feinde brachten es dahin,daß der Cardinal Portocarero, der ehedem sein freund gewe-sen, mit ihm zerfiel , dem König schlimme einbildung vonihm beyzubringen suchte, und auf seine entfernung vom Hofe,wiewol vergeblich drang, indem der König ihm die öfters ge-suchte dimlyivn keineswegs geben wollte, sondern vielmehr im-mer neue gunst-bezergungen erwies, und um mehrerer sicherheitwillen in dem Königlichen pallast zu wohnen anbefahl. Weilaber der Admirante, nachdem der Cardinal und verschiedeneandere die Oesterreichische yartey verlassen hatten, auch die Kö-nigin selbst nach des Französischen Gesandten ankunft laulich zuwerden anfieng , wohl sahe, daß aus diesen und vielen andernumständen seine bcmühungen vor das Haus Oesterreich frucht-los seyn, und seine ftinde doch nicht eher ruhen würden, bis

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