88 h e n
sie ihn vollkommen gestürtzt, war n gesonnen, um die erlas-suna seiner dienste nochmals anzusuchen, als ihm an. 1699.durch einen Königlichen befehl die stadt zu räumen geboten wor-den welchem befehl er auch, nach vorher erhaltener audicntzbey dem Könige, der ihn seiner beständigen gnade versicherte,nachkam. Er hielt sich anfangs eine zcitlang zu Aranjuez auf,und der König, der ihn schon zu vermissen angefangen , hattebeschlossen, ihn wieder zurück zu beruffen, ward aber von demCardinal und dessen anhängern daran gehindert, wiewol esdiesen nicht gelung, ihn, wie sie wünschten, auch um die Ober-Staümeister-würde zu dringen. Inzwischen unterliessen diesel-ben nicht, ihm mancherley verdrieslichkeiten zu erwecken, hetz-ten den obgedachten Marquis von neuem wider ihn auf, daßer ihn abermal ausfordern muste, worüber der Admirante, alser sich gegen ihn stellen wollte, in vcrhafft gerieth, und brach-ten es nach des Königs tode dahin, daß ihm die bedienung ei-nes Königlichen Ober-Stallmeisters unter der neuen regterungwürcklich genommen ward. Wiewol er nun, seit dem er vomHofe entfernet gewesen , sich aller Staats-geschäffte begeben zuhaben schien , so setzte er doch mit der Oesterreichisch - gesinntenpartey in Svanien, ingleichen mit seinen freunden in Londen ,Lisabon , Wien und im Haag, einen beständigen drief-wechsel,und geheime Handlungen fort, war auch ursach, daß an. 1702.dem Könige Philivpo nach Italien zu gehen gerathen ward,wobey man die absicht halte, in dessen abwesenheit etwas zumbesten des Königs Caroli zu unternehmen. Weil ihn demnachder Hof zu Madrid , als einen gefährlichen mann ansähe, undihn gern mit ehren aus dem Reiche entfernt wissen wollte,ward ihm in jetzt-gcdachtem jähre die Gesandtschafft nach Franck-rcich aufgetragen. Er trat auch, nachdem er bey der Königin,so viel er gekonnt, von den geheimnissen der damaligen umständeerfahren, auf seine güther grosse geld-summen aufgenommen,und seine kostbarsten meublen voran gesendet hatte, die reisewürcklich an, nahm aber von Zamvra aus, wo er den Gouver-neur beredete, daß ihm durch einen erpressen befohlen worden,schleunigst nach Portuqall zu gehen, seinen weg nach diesemReiche, langte glücklich zu Lisabon an, und ward als ein Herrvom Königlichen geblüte mit sonderbaren vorzeigen empfangen.Gleich nach seiner ankunft meldete er in einem schreiben an dieKönigin von Spanien , als damalige Regentin, daß er durchdie unabläßigen Verfolgungen seiner feinde sich genothiget ge-sehen , vor seine sicherheit zu sorgen. Seine hauptsächlichste be-mühung in Portugall gieng nunmehr» dahin, daß er diesenHof vollkommen auf die Oesterreichische feite lencken , und zuaufnehmung des Königs Caroli sowol in diesem Reiche, alsauch nachgehends in Spanien alle anstalten vorkehren möchte,welches ihm auch mehrentheils, bis auf verschiedene anschlage,so er dieses Königs wegen in Spanien gemacht hatte, wohl ge-lung, und grosses ansehen zuwege brachte. An. 170;. warder, weil man anfangs kein verbrechen der beleidigten Majestätauf ihn bringen konnte, von dem Rath von Castilien ewig ausdem Reiche verbannt, alfo, daß er auch seine güther verlieren,und dieselben erst seinen erben wieder zu theil werden sollten;hernach aber, als man deutlichere anzeigen seines Verbrechens ge-sunden zu haben meynte, ward er noch in diesem jähre des to-dcs schuldig, und seiner güther dergestalt verlustig erklärt, daßdieselben, wie es auch hernach würcklich geschahe, der Cronehcimfallen sollten. Im ansang des jahrs 170;. gerieth er miteinigen Generalen des Königs Caroli und der AUiirtcn überdie bevorstehenden kriegs-operationcn in streit, und war zwar,ungeachtet man seinem Rath nicht folgen wollen, erbietig, demfeldzug mit beyzuwohnen, hielt auch bey dem Könige Caroloauf das inständigste um erlaubnis hierzu an, konnte aber die-selbe nicht erhalten, sondern muste sich vielmehr in einem Kö-niglichen Handschreiben vorwerffen lassen, daß man ursachhätte, nicht wohl mit ihm zufrieden zu seyn, welches ihn der-gestalt schmertzte, daß er in eine kranckheit verfiel, zu welcherhernach ein schlag-fluß kam, an dem er im junio an. 170;. vcr-) starb. Sein cörpcr ward in dein begräbnis der Hertzoge vonBraganza beygesetzt. Er war ein mann von überaus grosseneigenschassten, vieler geschicklichkeit, durchdringendem verstände,und grosser lebhafftigkeit; dabey aber soll er stoltz und trotzig,und bey vielen hauptsächlichen qclcgenheiten allzu nachläßtggewesen seyn. Die Oesterreichischen Minister haben ihn einezeitlang in verdacht gehalten , als ob er von Franckreich geldbekommen, und in geheim dieser Crone angelegenhciten beför,dert, ihn aber auch selbst dieser bcschuldigung halber wiedergerechtfcrtjget. Sein vermögen soll er den Jesuiten vermachthaben. Mein. de Harrach , P. I. II. dc la Torre , P. I-IV.de Lamberti , P. II. III. Hiß. de la Cour de Madrit. Lettresd’un Suiße d un Franko» , P. IV. Vayrac , etat de I’EIpa-gne P. III.
Henriquez, (Chrysostomus ) war zu Madrid an. 1594. ge-bohrcn, und gieng in dem 13. jähre seines alters in den Ci-stcreienser-orden. Nachmals wurde er in die Niederlande ge-schickt, da er zuLöve» den 2,. dec. an. 1632. starb. Er hatmehr als 40. bucher geschrieben, worunter die vornehmstensind Lilia Cistercn, darinnen er das leben der berühmten Ci-stcrcicnser beschreibet, und Menologium Cisterciense. Fafiicu-li ord. elftere. Fifih. bild. Llftere. Antonii bild.
Henrique;, (Henricus) war an. 15 36. in Portuqall geboh,ren, und lehrte zu Cvrduba und Salamanca die Theologie,
h e n
nachdem er an. 1952. in die Societät IEsu getreten. Er hatSummam Theolog. Moral, in drey tom. heraus gegeben, und<m. 1608. zu Tibure das zeitliche gesegnet. Es ist von ihm merck-würdig , da er es in dem bekannten streit von der gnade GOt-tes, wie solche dem menschen zu seiner bekehrung nöthig sey,wider seinen orden mit den Dominicanern gehalten; wiewolauch gewiß ist, daß eben das, was er da neben den Do-minicanern behauptet, die alte und erste meynung seiner or-dens-brüder gewesen, welche nemlich in diesem stücke des Tho-mä Aquinatis lehre gefolgel hatten , worzu sie auch von ihremstifter, Ignatio Lojola, waren ermähnet worden. Um ebendiese zeit war ein anderer Jesuit dieses nahmens, aus VillaViciosa gebürtig, in dem Asiatischen Königreiche TutocvrinMislionarius, welcher unterschiedliche theologische schriftcn inMalabarischer spräche aufgesetzt, und an. isog. in dem z°.jähre seines alters sein leben beschlossen. Aleg. bibi. S. J. Si-mon , biblioth. Critic. tom. IV. *
* Henry, (Match.) ein Prediger zu Hackney in Engelland,war a». 1661. gebohren , und starb an. 1714. den 22. jun. zuNantwich gantz unvermnthet. Man hat von ihm : An Expo.fttkm of the Old and New Testament; Directions for Dailycommunion with God, in 12. Self-Consideration necessaryto Seif - Preservation ; the Pleasantness of a religious lise.Sein leben hat an. 1715. Wilhelm Pongne zu Londen druckenlassen. Neuer Lücher-Saal, Augspurg P. LVI 11 . p. 764.Gelehrte Zeitungen, 1716. p. 599.
* Henry, lat. Henrycus, (FranciscuS) ein gelehrter Parle-mcnts-Advocat zu Paris , war zu Lyon den 31. aug. an. rSiz.aus einer alten adelichen familie gebohren. Nachdem er erst-lich bey den Jesuiten in seiner vatter. stadt den gründ seiner stu-dien gelegt, begab er sich nach Orleans , studirte allda dieRechtsgelehrsinnkeit, und nahm darinnen den titul eines Do-ctoris an. Als er aber nach der Hand vor dem Parlemente zupracticiren angefangen, verspürte er, daß solche lebens-art sei.ner gesundheit schaden bringe, und ergab sich dannenhcro völligdem studiren, womit er auch so lange fortfuhr, bis er endlichden 7. octob. an. 1686. in dem 72. jähre seines alters starb. Erwar nicht nur in den Rechten, sondern auch in der Algebra,Astronomie und übrigen mathematischen wissenschafflcn, des-gleichen in der Physica Experimentali und Historia Naturali ,sehr bewandert, und hat sich um die Gelehrten auf verfchiedeneweise, besonders aber durch die Herausgabe der Operum GaC-scndi in 6. foliant. die er zugleich mit Lud. Hab. de Montmorbesorgte; ingleichen der gesamten wercke Theophrasti Paracclß,die er zu Genf an. i6;8. m 3. foliant. mit vielen Vermehrungenans licht gestellt, verdient gemacht. Sortiere , vie de Gaslendi.Frafat. ad. opp. GaJJendi.
* Hensbergius, (Vincentius) ein Niederländischer Domi-nicaner-Mönch aus Judoigne, trat zu Antwerpen in den orden,und starb daselbst als Praedicator Generalis , den 4. jul. an.iö?4. Er schrieb im Lateinischen : Rosarium V. AI.. Antwer-pen 1619. in 12. Viridarium Marianam , ibid. 1614. in 12.und ib. 1626. in 8. im Niederländischen aber: Regiam Gel-lam vinariam seu Tractatum , quo introducitur sponsa Chri-sti in cellam vinariam coelestis Regis, ibid. 1621. in 12. Apo.thecam spiritualium Pharmacorum Rosarii efficacitatem acfructus complectentem, ibid. j6j2. 1118 . Rosetum spirituale,ibid. eod. in 8. Rectum Floridum Sponsi seu de Pastione Do-mini sprituale dormitorium , ib. 1627. in 8. Ecbard , bibi.Domin. tom. II. p. 480.
* Henscheniuo, (Gottfr.) ein Niederländischer Jesuit , ge«bohren zu Venrade in Geldern, den 21. jan. an. 1601. Er warin Humanioribus und der Kirchcn-historie wohl erfahren, wardauch an den Actis Sanctorum zu arbeiten verordnet, welche ar-beit er auch nebst Bollando und Papebrochio bis in den monakmay fortgesetzt. Er starb den 12. sept. an. 1682. zu Antwer pen . Ausser demeldten Actis hat er Diatribam de EpiscopatuTrajectenii ad Mosam , Antwerpen i6z;. in 8. de tribus Da-gobertis, ibid. i6;z. in 4. MobshciM i6rz. in 4. Notitias bre-ves Italiae , Hifpanite, Galliae , Belgiae , Germaniae , ib. i6;8>jn 8- Notitias breves triplicis Status Ecclesiastici , Monastici& Saecularis, ibid. 1668. in 8. das Lebe» St. Petri Thoma-sii, ibid. 1659. in 8. heraus gegeben. Sein leben hat Pape-brochius dem VII. tomo maji von den Adh's SS. vorgesetzet.Aiegambe. Gtüphorsts Hamburg , kirchen-gefchichte, theil!,band I.
* Henshaw, (Joseph) ein Engelländer, gebohren zu Lon-den um das jähr iso;. war zur zeit der innerlichen nnruhen un-ter Carolo I. Doctor Theologiae, und Prediger in seiner geburls-stadt. Weil er des Königs vartey hielt, muste er alles verlas-sen , welches aber Carolus II. reichlich ersetzte, indem er ihnzum Bischoff von Peterborough machte. Er starb an. 1679.den 9. mertz, und hinterließ in Englischer spräche: Horas suc-cisivas, oder Gedancken von der Pflicht gegen GOlt, demMenschen, und uns selbst, Londen 1. i» 8. Wood.
' Hensing, (Thom.) war gebohren zu Frauckfurt am Maynan. 168?. den 30, aug. Sein vatter war Matthias, ein Ghi-rurgus in besagter stadt, die Mutter aber Susanna Dietrichin.In seiner iugend lernte er erstlich bey seinem varter die Chirur.gie, weil er aber sonderliche lust zum Studio Theologico be-zeigte, so that ihn sein vatter wieder auf das Gymnasium be-sagter