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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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sagter stadt, welches er zuvor freqnentiret hakte, und hielt er,ehe er von selbigem weg zog eine disputation de Voto Jepht® ;tngleichen eine feine oration de Long®vitate Patriarcharum.Die Universität, so er bezöge, war Leipzig , woselbst er anfäng-lich collegia Philosophica , Historica und Litteraria hörte,nach diesem aber sich mit allem fleisse auf die Theologie legte,weil er sich aber so starck angriffe, so zog er sich das malum hy-pochondriacum , cachexiam hecticam , ist gar einen star»cken grad der Melancholie zu, wodurch ihm nicht allein allekräfften abgiengen , sondern auch unfähig wurde, einen Predi,qer abzugeben.' Er verliest demnach die Universität, in Hoff-nung zu Hause sich zu erholen , und nachdem es sich auch etwasmir ihm gebeffert, so gienqeran. 1704. wieder nach Leipzig ,und applicirte sich auf die Medicin, trieb auch solche zwey jähr,wobey ihm tresiich zu statten kam, daß er zuvor die Chirurgiegelernet. Als aber an. 1706. die Schweden in Sachsen einge-drungen , gieng er nach Hause, und verrichtete daselbst vieleanatomische operationen mit hülffe seines vatters. Nach dessentobe aber begab er sich an. 1707. zu dem damals berühmtenMüller, um sich in der kraxi Medica bey ihm zu üben. An.1709. wurde er I)o<stor Medicin® in Giessen , und disputirtede Vitriolo . Selbiges jähr verhcurathete er sich auch mit Ma-ria Juliana, Friedr. Nitschens gewesenen Ordinarii der Iuri-tzen-Facultät zu Giessen tochter, mit welcher er nachgchendsneun kinder gezeuget hat, und zog hierauf mit selbiger nachFranckfurt. Daselbst verblieb er aber nicht länger als zweyjähr, und ließ sich wieder in Giessen nieder, wurde auch, weiler verschiedene gute euren that, Land-Phylicus. Als er nunhierauf auch fleißig collegia Medica & Chymica las, so machteihn der Landgraf an. 1717. zum Prosossore Medicin® exrraor.dinario , und an. 172;. zum ordinario Philosophi® NaturalisChymie® , gab ihm auch die freyheit das dasige Laboratoriumnach seinem willen einzurichten. Als er nun solches alles zumstände gebracht, so wurde er nach Wetzlar zu einem Patientenberuffen , und als er daselbst bey tische saß, so überfiel ihn deniz. aug. ein hitziges fluß-fieber, und weil noch andere zufälledarzu kamen, so starb er den 27. ejusdem an. 1726. im dreyund vierzigsten jähre. Seine schriften sind: Differtatio Inau-guralis de Vitriolo , Giessen 1718. in 4. Dissert. de Germina-tione Metallica artificiali , novo invento, ibid. in 4. de Phos-phore ex Cerebro Animalium, ibid. in 4. Disput, altesa de Vi-triolo an fit Materia Lapidis Philosophier, ib. M 4. Dissert. deTinctura Martis volatili, ibid. in 4. Dissert. de Ülcere Cacoe-theo feliciter curando, ib. 1725. in 4. Xractslt von der Alchy­ mie , wvrinnen er alle welk warnet, sich davor zu Hüten, ibid.in 4. unterschiedene Progratnmata. Rüdiger, Programm.Historie der gelahrtheit der Hesse» , trim. III. n. 2.p. 299. scq.

Hentenius / (Johannes) gebürtig aus einem dorfe derDiceces von Luttich , anfänglich ein Mönch des ordens St.Hieronymi in Portugall, hernach aber ein Dominicaner zu-ven und Doctor Theologie, auch Prior und Director der Aca-demie daselbst, wurde auf Caroli V. beseht, die LateinischeBibel in gehörige ordnung zu bringen, von der theologischenFacultät destiniret, welche ietzo die Biblia Lovaniensia genennetwerden. Endlich starb er zu Löven dem;, octobr. an. 1566.und hinterließ aus dem Griechischen übersetzet: EuthymiumZigabenum in IV. Evangelia ; Oecumenium in Acta Apollol.;Aretam in Apocalypsin &c. Andrea bibl. Belg. AlfonsusFcmandez &c.

* Hcntschel, ( Samuel) Senior des Evangelischen Mini.Kerii mGroß-Polen, war den; i. jan. an. 16;;. zu Lissa ge-bohren. Gleichwie er sich gar zeitig auf der Universität Witten-berg, allwo er auch scheinet stlagister worden zu seyn, hervorgethan , und verschiedene disputationen gehalten hat, also wur-de er daselbst Adjunctus Facultatis Philosophie®. An. 1662,kam er als Rector des Gymnasii zu Oedenburg in Ungarn .Weil sich aber die gefahr des Türcken - kriegs sehr ausbreitete,nahm er 011.1664. den beruf zum Rectorat der schule in seinervatker-stadt an, und erhielte in dem folgenden jähre daS Dia-conat daselbst. Endlich wurde er an. 167;. zum Seniore er«weh» , welchem amte er bis an sein ende mit rühm vorgestan-den. Dieses erfolgte den;. febr. an. 1690. Ausser den Di-sputationibus und vielen Le.ichen-Predigten, hat man auch vonihm folgende schriften in dem druck: Einfältiger Krancken-Prediger; Niedriges Chor der Sterblichkeit; VollständigesEvangelien-buch; des Tauben Ohr; das gedeyliche Reich-thum. AMa. bißorico-ccclefiaß. tom. III.

Hephästion, einer von Alexandri des grossen favoriten,wurde nebst «hm erzogen , und derohalben von ihm sehr qelie-bet, so gar, daß er ihm auch die grösten Heimlichkeiten anver-trauete. Dieses machte, daß er viel mehr freyheit zu reden hat-te als ein anderer, wiewol er es dennoch mit grossem bedachtgethan. Er war zwar in gleichem alter mit Alexandro , aberweit grösser und von befferm ansehen; weshalben des KönigsDarii gcmablin und Printzestinnen , als sie von Alexandro ge-fangen worden, ihn vor den König hielten, und als Sisy-gambis deshalben bey dem Könige um Vergebung bat, sagte er:Sie hätte sich gar nicht übersehen, denn er der andere Älcran-dcr wäre. Als Alexander nachmals sich mit des Königs Dariiältester Printzeßin vermählte, gab er die ,ü»qste dem Hevhä-stion, welche von einigen Drypetis genennet wird. Als derHistor. Lexicon IV. Theil.

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König einst einen brief las , und Hcphästion in solchen über deSAlexandri achstl einsähe, wehrte er solches nicht, sondern nahmden ring von seinem finger und drückte ihm solchen auf denmund, anzudeuten, daß er es geheim halten möchte. Ale-xander machte ihn zu einem grossen General, und brauchte sichseiner in vielen wichtigen Verrichtungen, wie er ihn denn inPhönicien, Bactrianen und Lydien schickte, welches land erbezwäng , in der schlacht aber mit Dario wurde er in denarm verwundet. Er starb endlich kurtz vor dem Alexandrozu Ecbalana, welches diesen denn dergestalt betrübte, daß erdrey tage nichts äst. Er ließ ihm als einem gvtt opfern, undsein lcich - degängnis nebst dem grabmahl kostete mehr als12000. taten le. Curtius . Arrianus. Piutarchus , in vita Ale-xandri &c. *

HEPHiESTH , sind gewisse berge in Lycien, welche vorzelten stets brannten, und zwar von einem so heftigen feuer,daß die einmal angezündeten steine dieses berges so gar in demWasser fortfuhren zu brennen. Auch wollte man anmerckeu,daß dieses feuer durchs waffer oder den regen selbst nur mehr au-geflammet würde. Wofern jemand ein stück holy bey diesemfeuer anzündete, und mit demselben furchen zöge, so solltenihm, nach Plinii bericht, ganye feucr-ströme nachfolgen. Pß·

mus , lib'. II. c. 106. Sentca, ep. 79. Serums, in Virgilii iEneid.VI. v. 288. Saimas. in Solin . *

Hepidanus, ein Mönch von St. Gallen , im XI. s®culo,ist der Verfasser einer chrontck, die von an. 709. bis auf dasjähr 1044. gehl, und sich in Goldasti sammlung der Teutschengeschichl-schreider befindet. Er hat atich zwey bücher von demleben und wunderwercken des heilige» Wiboradi verfertigt, undist vhngefehr um das >ahr 1088. gestorben.

* Heppcnhcim, sonst, Hephenheim, tat. Heppenhemium,ein Chur -Mayntzisches städtlein nebst einem Amte an der Berg,straffe in der Unter-Pfaltz am Rhein , samt einem vesten berg«schloß, welches Slarckenburg hcisset. Zeillers Reichs-Geog'r.111 . p. 2;;. 244. Freher. 0 . P. P. I. c. 6. An. 1504. ist esvon den Hessen geplündert, und an. 1621. gäntzlich in die aschegeleget worden. Theatr. Europ. Teiner, histor. Palat. c. 2.pag. 69.

HLPTARCHIE , ist ein Griechisches wort, wodurchinsgemein das sitdliche theil von Britannien ( nachgehcnds En-aell'and genannt) angedeutet wird, welches unter der Sachsenreqierunq im V. feculo tn sieben Königreiche zertheilet war,ehe es unter Egberts , dem ersten Monarchen von Engeüand,an. 8'ax. in ein einziges Königreich gebracht, und dadurch dergründ zu dem Königreiche Engelland gelegt wurde. Diese siebenKönigreiche waren Kenl, South-Saxen, West-Oaxen, Ost-Sa-xen, Ost-Angeln, Mercia und Northumberland . Mutmesbur.JSenwus, de orig. Jkitanni®. Radulfhus de Diceta, de adventuSaxonum. Arturus. Hemicus Huntingtonhnsis. Langborn.chron. de Reg. Angi. Robertos Sheringamius, de Angi, gen-tis bist.

HEPTATEUCHU§, also wird der erste theil der Bibelgenennet, welcher die ducher Josuä und der Richter nebst demPentateucho oder V. büchern Mosis in sich begreift. Wie dennYvo von Chartres meldet, daß besagte bucher gemeiniglich zu-sammen gefetzt und unter diesem nahmen angeführet worden.

Fvo Carnot. ep. 38·

Hera , siehe Heri.

Herac» lat. Petra, eine stadt in dem wüsten Arabien , wel-che vor das Rabdalh gehalten wird , dessen die Schrift geden-cket. Sie war vor zeiten ein Ertz-Bischöfflicher sitz unter demPatriarchen von Jerusalem , in den letzten zeiten aber unter demvon Alexandrien . Sie liegt an den grentzen des gelobten landesam dache Zerelh.

Herachia, lat. Heratia, eine kleine insul auf dem Archipe.lago, ostwärts nach Sinusa zu.

Heraclea , oder Heraclia, eine stadt in Thracien, so vorzeiten PerinthuS und Mygdonias hieß, anjetzo aber öfters Ara-clea genennet wird. Sie ist ein Ertz-Bißthum unter dem Pa,triarchen von Constantinopel, und war die Haupt - stadt inThracien, von der zeit an , da Severns Constantinopel ver,brannte und zerstörte, in welchem zustande sie auch blieb, biszu Constantini Magni zeiten. Es hat selbige zwey gar bequemeHäfen, unter welchen derjenige, so gegen Orient zu liegt, mehrgebraucht wird. Allein weil die Turcken solchen von steinhauftfen alter qebäude, deren man noch gar viele an dem ufer siehet,mehr und mehr lassen einnehmen, können jetzo nur mittelmäßi-ae schiffe daselbst einlauffen, da doch sonst zu des Kaysers Severizeiten, auch noch lange darnach, eine gantze flotte darinnensicher liegen konnte. Die gegend des vvrgeburges , so an derlincken feite des Hafens gelegen, ist sehr angenehm, woselbst auchehemals das Amphitheatrum von Heraclea gestanden, welchesin der antiquität mit vor die grösten wunder gehalten wurde,wo-von man noch heut zu tage einige rudera siehet. Auch fundensich darinnen viel tempel, bäder und andere vffentliche gedäude,auch viele marmorsteinerne ftatuen und inscriptionen. Diehaupt-kirche daselbst ist viel besser ausgezieret, als des Patriar.chen von Constantinopel, die andern kirchen aber sind daselbstnicht in so guter ordnung. Der Englische Abgesandte EduardGuits, so zu Constantinopel verstorben, liegt darinn begraben.Die handelschafft selbiger stadt geschiehet meistcntheils mit cat-

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