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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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tun, oliven , häuten , wolle, fruchten, rc. Von den übrigenstädten dieses nahmens liegt eine m Synen, an dem fusse desberges Taurus; ingleichen an den grentzm von Cilicien m Ca-rien, Syrien , Meden , Bithymen, Siechen, Pontus, rc.Diodor. Sicu'us, lib. XVI. c. 77. CeUaru not. orb. ant. hb. II.c. i*. Greht, voi'age de Constantinople. *

Heracleon , ein bekannter ketzer der ersten kirche, und schü.ler Balenlini im II. feculo. Er statuirke aller dinge zwey an-sänge , jedoch daß einer von dem andern herrühre, und ausdiesen beyden all das übrige stresse. Den Bython hielt er vorden vornehmsten Gott, woraus die 8ige oder das stillschweigenherkomme, von diesen beyden aber kämen alle übrige drnge her.Er verordnete, daß seine Geistlichen die todten mit einem gewis-sen öle und dalsam schmieren sollten, wovon er versicherte, da«es ihnen ihre pem linderte. Tertuihan. de prascr. c. 49. l re -naus, lib.I. c.4. Epiphanias, hier. VI. CLm. AI x. lib.IV. ström,p. 502. Grahius, spici). tom. II. p. 81. differt. de hier.Valentin,f. 18. p. 49 i.

Heracleonas, siehe Lonstantinus IV.

HER ACLKOPOLITiE, wurden die Könige von Egyptengenennet, die zu Sethron, einer stadt in dem untern Egypten,residirten, welcher ort durch die Griechen nachmals Heracleo.polis genennet wurde. Es haben selbiges land zwey familicn be-sessen ; die erste hat in die hundert iahr gedauret, aus welchervier Könige entsprossen; die andere hat in i8v fahren neunze-hen Könige gegeben. Jedoch scheinet dieses alleralteste stuck derEgyptischen Historie am meisten fadelhafft, und kan Afticanusnur eines einigen aus allen diesen Königen nahmen anziehen.Die aber, so von Vyncello beygebracht werden, sind offenbarfalsch ertichtet. Marshamus, canon. chron. iEgypt. Ikc. I. Fe-xrm, antiquite des tems. *

Heracleotes, (Dionysius) stehe Dionysius.

Heraclianus , Bifchoff von Chalcedonien, ist aus seinenzwanzig büchern bekannt, so er wider die Manichaer geschrie-ben. Fhotius, cod. 8c- & J2i. Cave, bist. littet.

Heraclianus, des Kaysers Honorii Capitain , wurde, weiler Stiliconem zu Raveuna aetödtet, an. 408. zum Gouverneurvon Africa gemacht, woselbst er die rebellen samt ihrem HauptAttalo schlug, dem Kayser auch, welcher dessen in selbiger zeitwohl bedürftig war, nahmhaffle geld-summen nach Rom schick-te , und dannenhero das Bürgermeister-amt erhielt. Diese eh-ren-stelle machte ihn so aufgeblasen, daß er nach nichts mehrverlangte, als Herr über die gantze Welt zu seyn, worzu ihnsonderlich Sabinus auftischte, welches ehemals sein knecht ge-wesen , und nun sein schwieger-sohn worden war. Um dem,nach sein vorhaben zu bewercksteüigen, hielt er die schiffe zu-rück, welche getreyde in Italien zu bringen pflegten , und se-gelte dahin mit einer flotte von n°°· schiffen; allein Marinuskam ihm gleich, da er sein volck an das land setzte, bey der stadtOtriculum entgegen, und schlug denselben so, baß er mit einemeinzigen schiffe, welches ihm von seiner gantzen flotte noch übrigwar, davon fliehen muste, und sollen wurcklich in selbigem ge-fechte auf die fünfzig tausend mann aus dieses Heracliani leu.then umkommen seyn; wiewol andere melden, er habe nichteinmal die schlacht für feine Person gewagt, sondern sey vor der,selben weg geflohen, und in einem einigen schiffe nach Africaentronnen. Als er nun mit selbigem zu Carthago angekom-men , wurde er daselbst an. 4> 4 - von den svldaten erschlagen.Zosimus. Orosius , lib. VII. c. 42. Marcellinus , in chron. adan. 413. Jemandes, de Regn. succ. lib. I. c. 96. Paul. Diaco-nus, lib. XIII. Hieran, ep. 8- Mat. in chron. *

Heraclides, ein Mönch aus Cypern , welcher an. 4°2. vondem heiligen Chrysostomo zum Bischoff von Epheso gemachtwurde. Theophilus , der Patriarch zu Antiochien , beschuldigteihn an. 40z. des Origenismi so scharf, daß er auch auf einemSynodo verdammt wurde. Als Chryfostomus aus seinem elen,de wieder zurück deruffen worden, hatte Heraclides eine zeitlangfriede; allein da Chrysostomuö zum andern mal verjagt wor-den , so gieng auch die Verfolgung wider seine freunde aufsneue an, und Heraclides wurde an. 404. abgesetzt, und zuNicomedien in ein aefängnis geworffen, in welchem er über vierjähr aushalten muste. Er hat ein buch hinterlassen, unter demtitul Paradiius , oder die Leben der heiligen Vätter, welchesein stück von der Historia Lausiaca ist, die an. 1504. zu PariS gedruckt worden. Secrates , Üb. VI. Photius, in act. Syn. adQuercum. Cave, bist. litter.

Heraclides , ein Philosophus , welcher Ponticus zugenanntwurde, weil er zu Heraclea in Ponto gebohren war, desglei-chen auch Pompicus, wegen seines stattlichen und gravitäti-schen ansehens. Er war des Euthyphronis söhn, sammeltegrossen reichthum, und gieng nach Athen , woselbst er sichgleich anfangs der informativ» des Speusippi untergab, nach-mals aber den Aristotclem hörte. Er hat viel schriften hinter-lassen , deren Diogenes Laertius gedencket; welche aber alle-samt verlohren worden , biS auf die allegorien über den Home»rum. Jedoch hält Doßius davor, daß auch nicht einmal diesesbuch sein sey , weil nemlich einige anderes darinnen angeführtwerden , die erst nach ihm gelebt haben. Als er sterben wollte,steß er sich aus Hochmuth durch einen guten freund eine schlängeins bethe setzen , um das volck zu bereden, daß er hinauf zu dengöttern gegangen wäre; allein die schlänge degunte zuvor her.

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aus zu kriechen, wodurch denn der betrug offenbar, und feineeitelkett verlacht wurde. Laertius , in vit. Philosoph. Cic. lib.lll.ep. ad Q. fratrem. Flinius, lib. VII. C. Suidas. Geßterus.Vojjius, lib. 1 . Rist. Gr.

HERACLIDES, dieser nähme bedeutet insgemein des Her-culis nachkommen, jedoch sonderlich in der Griechizchen Historiediejenigen, welche in Peloponneso wohnten; wie denn die zeit,da sie in diese landschafft wieder zurück gekommen, woraus siedurch Eurystheum, den König von Mycene, vertrieben wor-den , eine der vornehmsten zahr-rechnungen bey den Griechen

ist. Fetav. ration. temp. üb. 1 . c. 12.

Heraclitus , der finstere zugenannt, ein Philosophus, desBlysonts , oder wie andere sagen, Heraclionis söhn. Er warvon Epheso gebürtig , und lebte in der LX 1 X. Olymp, ohnge»sehr S04. iahr vor Christi geburt, A. M. 3480. U. C. 250. Eswird von ihm berichtet, daß er kernen lehrer gehabt, sondernalle seine Weisheit durch stätrges medrtiren und nachsinnen erlan.get habe. Das grosse elend und die thorheilen deS menschlichengeschlechts machten ihn so verdrieslich, daß er allezeit, wenn erunter den leurhen war, wcinete, und dahero der weinendeHeraclitus genennet wurde; gleichwie man ihn wegen seinerrätzel Obfcurum oder den dunckeln zu nennen pflegte. Seinbuch von der natur, welches die gantze summe seiner Weltweis,heil in sich begreift , wurde von dem Könige in Persien , Dario,Hystaspis söhn, sehr hoch gehalten, und fleißig gelesen, wel-cher ihn auch deswegen an seinen Hof beruffen ließ, aber eineunhöfliche antwort von ihm bekam. Er wurde endlich so ver-drieslich , mit den leuthen umzugehen, weil er an allenmenschen, ausgenommen sich selbst, einen eckel hatte, daß er zuden Ephestern , ( welche ihn mit kleinen kindern spielen sahen,und sich darüber zum höchsten verwunderten) sagte: Er hieltees vor weit besser, dieses zu thun, als sich in ihre Staats - fa-chen zu mengen. Dannenhero begab er sich letztlich gar auf ei.nen berg , um daselbst unter den wilden thieren von kräutern zuleben, welches ihm die Wassersucht zuzog. Darauf gieng er indie stadt, und fragte die Aertzte, ob sie wol ein trübes regen-wek-ter in einen hellen sonnenschein verwandeln könnten; allein dasie ihn nicht verstunden, was er damit haben wollte, gieng erhin, und verbarg sich unter einen mist-hauffen , in meynung,seine übermäßige feuchtigkeit durch eine gemachte Hitze zu verzeh-ren. Allein es half nichts, und er muste sterben, nachdem ersein alter auf sechzig jähr gebracht hatte. Andere crzehlcn die artseines todes mit andern umständen , daß er nemlich , nachdemer sich mit ochsen-koth beschmieret, hingegangen sey, und sichdamit in die sonne gesetzt habe, um selbigen zu trocknen; in sol-cher beschaffenheit aber hätte ihn der tod überfallen; oder er wä-re gar von den Hunden, die ihn also beschmiert für ein thier an-gesehen , zerrissen worden. Seine lehre war < daß alle dinge zu-falls-weise geschähen ; daß widerwärtige dinge durch die bewe-gung mit einander vereiniget würden, auch deswegen die bcwe-gung, vermittelst deren alle dinge vielfältig aufeinander stiessen,gleichsam die Mutter oder Urheberin der meisten dinge sey ; daßalle dinge mit geistern angefüllet wären; daß alles, was ge-schicht, durch verschiedene abwechselungen geschähe; daß diegantze well ihre grentzen hätte; desgleichen, daß nur eine weitsey , durchs feuer gemacht, und daß alle dinge endlich wieder-um in feuer verwandelt werden mästen. Hesiodus, Pythago-ras , Tenophon und Hecateus waren seine schüler. Als seinbuch von der natur dem Socrati zugeschickt wurde, fällete der-selbige dieses urtheil davon, daß er dasjenige, was er davon ver-stünde , vortreflich befände, und daher nicht zweifelte, das an-dere , was er nicht recht verstünde, würde eben so beschaffenseyn, gestalt man seine redens-arten wegen der vielen rätzel sehrschwerlich verstehen könnte. Cicero. Plutarchus. Lucianw.Clemens Alexandrinus . Diogenes Laertius , lib. IX. Stanley,bist. Philos. *

Heraclitus , der Sicyonier, hat einen tractak von stemmgeschrieben. Leo Allatius hat an. 1641. ein buch de Incredi-bilibus unter Heraclili nahmen an das licht gegeben, welches erin der Vaticanischen bidliotheck zu Rom fand. Voßius halt da-vor, daß dieses buch Heraclidä , dem anthori der allegorienüber den Homerum, zuzueignen sey. Siehe Heraclides.

Heraclius, ein Griechischer Kayser. Er war Hcraclii, ei-nes Gouverneurs in Africa söhn, aus Cappadocicn gebürtig.Man berichtet von ihm, daß, nachdem er sich durch das ge-schrey des volcks, wozu gar die ansiiftung Crispi, der Phocätochler zur ehe hatte, aber mit diesem seinem schwäher sehr zer-fallen war, nicht wenig geholffen, wider Phocä lyranney auf-bringen lassen , er mit einer flotte bey Constantinopel angelan-det , so dann den tyrannen geschlagen, und enthaupten lassen,und wäre folgenbs an. 610. nebst seiner gemahlin Eudozia vondem Patriarchen Sergio gecrönet worden. Nach dieser seinergemahlin tode vermählte er sich an. 612. mit Martina, die seinerfchwester Maria tochter war. Chosroes II . König in Persien ,führte einen grausamen krieg wider ihn; und ungeachtet sichHeraclius zu einem jährlichen tribnt erbot, so fragte er dochnichts darnach, sondern nahm Palästinam oder das gelobte landnebst Cappadocien, Armenien und Jerusalem ein, und führteden Patriarchen Zachariam nebst vielen Christen und dem ver»meynlen wahrhafftigcn crcutze Christi mit sich hinweg, welcl-eSum das jahr si4. oder ü,;. geschahe. Dw Perser waren sogar bis gen Chalcedon angerückt, welches gegen Constantinopel