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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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über liegt, und hatten solchen ort belagert. Als HerakliuSzum andern mal um frieden bat, wollte Chosroes solchen nichteingehen, als mit dieser bedingung, wofern Heraclius und sei-ne Unterthanen vom Christenthum abfallen, und die sonne anba-ten würden. Dieses erbitterte die Christen dermaffen, daß nunlederman mit ernst den krieg fortsetzen wollte, wie dann der frie-de mit den Avaren, so auf der andern fette in Thracien eingefal-len waren, wie man immer konnte, geschlossen ward, damitden Persern desto stärckcrer widerstand könnte gethan werden;auch gab die Clerisey einen theil der geistlichen einkünfte zu fork-setzung des krieges her, worauf der Kayser die ungläubigen inverschiedenen schlachten erlegte, neinlich von an. 624. bis 027.und f,e wieder zurück in ihr Königreich trieb , auch solches mitfeiner armer durch und durch streifte. Wie nun deswegen Chos-roes an seinen fachen fast verzweifelte, und feinen iüngsteasöhn Merdasan zum Könige machen wollte, verstünde der alte-re Siroes sich heimlich mit Heraclio, ließ alle seine bcüder vordes vatters äugen todt schlagen,und ihn selbst mit p/eilen erschies-sen. Nach diesem machte Heraclius mit Siroe öffentlich frie-de, und zwar mit diestr bedingung, daß das creutz Christi unddie Christlichen gefangenen wiederum ausgeantwvrtct und losgegeben werden sollten, welches auch an. 628. geschahe, daman denn das creutz im triumph wiederum nach Jerusalem brachte, wobey sich der Kayser selbst aller seiner kostbaren kleiderund jubelen entblößte, um es in die stadt hinein zu tragen, wel-ches nachmals zu dem fest des Crentz-erhöhung anlas gegeben.Als hernach Heraclius wiederum zurück nach Constantinopel kam , ließ er sich in theologische fachen ein, fiel aber, als er denAnastasium bereden wollte, der Eutychianer irrthum zu verlas-sen, in den irrthum der Monotheliten, ließ auch, auf einredendes Eergii, Patriarchen von Constantinopel, und Cyri, Bi-schoffs von Alerandrien, eineRäkesin oderalaubens-bckenntnisan. 6 zy. ausgehen, so aber von dem Papst Johanna IV. ver-worffen wurde. Unterdessen da sich die Christe» in religions-sa-chen mit einander zanckten , nahmen Mahomets Nachfolger vielMorgenländische provintzen hinweg. Endlich starb dieser Kayseram schlage, welchem nach einigen die Wassersucht vorher gegan-gen war, an. 64,. und hinterließ zwey söhne gleiches nahmensmit ihm. Der älteste hieß Heraclius , mit dcnr zunahmen Con-stantinus, auch noch ferner Pogonatus, regierte nach des vatterstobe neben seinem bruder und ihrer beyder stief-mutter, Marti-na , starb aber den hundert und dritten tag hernach an einerlangwierigen kranckheit, oder, wie Theophanes will, an bey-gebrachtem gift; woran Martina selbst schuld gewesen seyn soll.Von ferner gemahlin, Nicekä, des karricii tochter , halte erzwey söhne, Heraclium Constantem und Theodosuun. (SieheConstantinus IV.) Des alten Hcraclii anderer söhn und bru-der des vorhergehenden, ebenfalls Heraclius , jedoch noch mehrHeracleonas genannt, wurde von diesem seinem bruder nachdes vatters letzten willen zum Collega in der regicrung angenom-men , besaß aber dieselbe kaum sechs monate nach dessen tobe,und wurde erstlich durch eines gewissen Valentini empörung indie enge getrieben, daß er sich gezwungen sahe, den obgemeld-ten söhn feines brnders Heraclium Constantem neben sich zumKayser zu ernennen ; doch hat dieser das Reich behauptet, undmuste hingegen Heracleonas durch die widerwärtige faction sichmit abgeschnittener nase in das elend verschicken lassen. Evagr.Üb. VI. Cedrettus. Theophanes, üb, XVIII. Nicephoras, Zo-naras. Ssädas. *

Heraclius , Patriarch zu Jerusalem in dem XII. feculo.Er war von geringer ankunft aus der Französischen provintz Au-verqne, brachte sich aber durch seine geschicklichkeil m grossesansehen, daß er anfänglich Ertz - Bischoss von Cäsarien undhierauf Patriarch von Jerusalem wurde, ohngeachtet sich derErtz'Bischoff von Tvro gewaltig darwider setzte. Selbiger giengauch selbst deshalben nach Rom zu dem Papste, um Heracliumwieder herunter zu bringen , welches auch wol geschehen wäre,wofern nicht Heraclius selbigen Drtz-Bischoff mtt gift hinrichtenlassen. Dieser Ertz-Bisthoff von Tyro, der sich seiner wähl wi-dersetzet , ist der berühmte Wilhelmus Tyrieniis gewesen, bestsen Historie Bongarsius in seinen gestis Dei perFrancos edirethat. Er addreßrrte sich an die Canonicos des heiligen grabs, be-rufte sich auf gewisse prophezeyungen, daß das creutz, wie esunter Heraclio dem Kayser erhalten worden, unter einem an-dern Heraclio werde verlohren gehen, und damit er die gerech,tigkcit seines eifers darlegen möchte, bat er inständigst, daß sieweder ihn, noch den Heraclium wehlen möchten, allein es ge-schahe just das gegenspiel; er und Heraclius wurden vorge-schlagen , und der König conferirte das Patriarchat Heraclio ,wie er feiner mutter versprochen hatte. Sonsten auch wird die-ser Heraclius beschuldiget, daß er mit einer kaufmanns-frauvon Neapoli di Soria, Pasque di Rivcri, verschiedene Linder ge-zeuget. Das ist auch der Patriarch Heraclius gewesen, derals Gesandter an Henricum II. König in Engcüand, nach demOccident gegangen, um diesen König zu einem creutz-zuge zu: bewegen, den er ohnedem trafst seines gethanen Versprechens zuverrichten schuldig war, müssen ihm der Papst dieses unter an-dern» zur busse, wegen des an dem Ertz-Bischvffe zu Cantelberg,Thomas, begangenen mords auferlegt hatte. Allein Heinrichrief seine Geistlichkeit zusammen, die ihm riethe, in dem Kö-nigreiche zu bleiben, worüber aber Heraclius dermassen in eifergeriethr, daß er dem Könige die empfindlichsten werte ins ange-

ficht sagte. Allein der König moderirte sich, und brachte ihnauf seinem eigenen schiffe nach Rouen , und denn an die grentzenseines Reichs, davor aber Heraclius nicht nur die hülffe des Kö-nigs , sondern auch die anfangs angebotene 50000. marck silbersentbehren muste. Marinas Sanutus, üb. 11 t. p. 4. c. 24. Pau-lus JEmilius , de gest. Franc. üb. V. Bayle.

HEIv/EA, von Juno, ein fest der Juno zu Argos,

an welchem ein wagen von zwey weiffen ochsen unter einer gros-sen vroceßion geführet ward. Die Priesterin der Juno selbst,welche jeweiten von vornehmem geschlechte war , muste da denwagen führen, selbigem folgten die zünglinge der stadt in denwassen; hernach wurden hundert vchstn geschlachtet, ( siehe HE-CATOiYIBiEA.) Endlich war ein grosser eherner schild an ei-nem gewissen orte in der stadt vrst angemacht, und wer densel-ben los riß , der bekam einen ehernen schild, und myrten-krantzzu lohn. Ein ander fest gleiches nahmens ward in Elide allefünf jähr gehalten, da die vornehmsten weiber an der zahl sech-zehn» der Junoni ein xeplum verfertigen musten. Licrnächstexcrcirte sich das frauenzimmer im wettlauffen, und bekam die,jenige, so gewonnen hatte, einen krantz von öl-zweigen, einstück von dem geopferten ochsen , und dorfte ihr bild an össentli-chen orten aufhängen. Der ansang dieser rcnn-spiele des Argi-vifchen frauenzimmers wird von der Hippodamia her geholet.Sonsten wie die Juno eine der vornehmsten gottheiten der al-len Heydnischen Griechen gewesen ist, also finden wir, daß ihrzu ehren noch an mehrern orten unter dem nahmen Hera:a,feste seyen angestellt gewesen, als zu Corincho, in der insul Cos,und anderswo. Meurfiu », Grsecia feriata. CaßeUanus & ta-J'ohlus , de festis Grsec. *

Heraldus , (Desiderius ) ein gelehrter Jurist und ÄdvocatdeöParlements zu Paris , hat sich durch seine schriften, die erwider Claudium Salmasium geschrieben, sehr berühmt ge-macht. Als er aber im begriffe war, mehr dinge zu schreiben,starb er im jun. an. 1649. siebenzig jähr alt. Seine schriftensind : Adversaria ; Not* in Arnobium ; Observationes ad JusÄtticum & Romanum ; de Rerum judicatarum Auctoritate.Er wollte auch Observationum & Consiliorum Juris Sylvamschreiben, starb aber darüber. Ferner hat er unter DavidLeidhresseri nahmen wenige zeit nach Königs Henri« IV. tobeeinen tractat von der Kömge gewalt geschrieben. Patini epist.

Sarrawas, ep. 10;. Biiyii·.

Heraldus, ein söhn Desiderii Heraldi, ein Prediger in derNvrmandie, von dar man ihn unter Caroli I. regierüng zu derWallonischen kirche nach Londen berufte. Weil er es allzusehrmit dem Könige hielt, auch in einer besondern schrifc das ihmangethane unrecht erwies , muste er wieder nach Franckrcich ge-hen, wiewvl er doch nach Caroli II. ankunft in das Reich, auchwieder nach Engelland kam , und daselbst sein vormals verwal-tetes amt wieder antrat, auch ein Canonicat zu Canterbury er-hielte. Bayle.

Herat , eine der vier Königlichen Usbeckischen Haupt - stadke,an dem flusse Thus, in der Persischen provintz Choraian gele-gen , allwv die besten tapezereyen in gantz Persten gemacht wer-ben sollen.

* Herda, (Benedictus) ein Dominicaner aus Mantua ,war em berühmter Prediger, und wurde, nachdem er verschie-dene ansehnliche chargen seines ordens bekleidet, Inquisitor inseiner vatter-stadt, wora»»f ihn Pius V. den is. jnn. an. 1*70.zum Bischoss von Casale machte. Ob er gleich diese würde sehrungern annahm, verrichtete er doch sein amt, wie er sich dem-selben einmal unterzogen sahe, nach aller erfvrderung. Es ver-gienge kein jähr, daß er nicht einen 8ynodum hielte, er pre-digte alle fest-rage, unterrichtete die einfältigen selbst durch rate-chistren, richtete kirchcn und einen Montem Pietatis auf, wur-de vom H. Car. Borromao sehr lieb gehalten, und starb zumänniglichem leydwesen an. 1576, den 28. dec. rmneun undsünfzigsten jähre seines alters. Er hat verschiedenes de Fide,de Operibus fidem comitantibus ; de Jultificatione ; de Gra Ttia ; de lndulgentiis & aliis adverlus Lutheranos Controveriiisim manuscript hinterlassen. Ugheüus , Ital. script. tom. IV.p. ^74. Echard·, bibl. Domin. tom. II. p. 24}.

Herbemy, (Nicolaus von) ein Edelmann aus der Picar-die, Herr von Essars, lebte in dem XVI, feculo. Er war zuseiner zeit sehr wohl gelitten, und ist aus seiner Übersetzung desJosephi bekannt. La Croix du Muine.

Herbelot, (Bartholomäus von) Französischer Dolmet-scher der Morgenländischen sprachen. Er wurde den 4. dec.an. 162;. zu Paris aus einem ansehnlichen geschlechte aebohren,auch bald anfänglich zum studiren wohl angehalten. AIs er diePhilosophie nebst den Ftumamoribus absolviret, legte er sichauf die Morgenländischen sprachen, und vornemlich auf dieHebräische, damit er den arund-text des Alten Testaments destobesser verstehen möchte. Nachdem er viel jähre hierinnen gros-sen steiß angewendet, that er eine reise in Italien , damit erdaselbst qelegenheit haben möchte, mit den Armenianern undandern Morgenländern zu conversire». Als er nun nach Rom kam , wurde er von dem Cardinal Barberini und Grimaldi be-sonders hoch gehalten, richtete auch daselbst mit dem Luca Hol-stenio und Leone Allatio eine genaue ftcundschafft auf. An.,656. schickte der Cardinal Grimaldi. Ertz-Bischoff von Air,selbigen der Königin Christtnä nach Marseille entgegen, welche

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