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einiges .Vieh sey, und er solches zu seiner selb«arbeit unum-gänglich vonnöthen hätte. Allein Hercules kehrte sich darannicht , nahm dem bauer den ochsen mit gemalt , schlachteteihn , und speisete ihn auf, da währender zeit ihm der bauerlausend scheltworte versetzte , die er mit grossem gelächter an-hörte. Als aber nachgehcnds die einwohner des landes , nem-lich zu Lindus , einer stadt auf der inful Rhodus , dem Her,cules göttliche ehre anthaten, und einen altar baueten, nennteer ihn ßn(uyot , oder das loch ochsen, setzte den bauer dar,über zu seinem Priester , und befahl ihm , daß er bey demopfcr sich der ihm vorgesagten scheltworte bedienen sollte, zumandencken, daß es ihm niemals besser als damals bey seinemschmähen und schelten geschmecket habe. Sonst ist so bekanntnicht, daß er 3. tage und 3. nächte im bauch eines meer- Wun-ders gestecket habe. Die götter hatten willens , den Jupitergefangen zu nehmen , allein das complot ward durch die The-mis verrathen, da denn Jupiter von den schuldigen diesen mitdieser, jenen mit jener strafe belegte. Apollo und Neptunusmusten als handlanger bey dem bau der mauer zu Jlimn ar,betten , davor ihnen der König Laomcdon ein gewissen tag-lohn ausmachte. Apollo ward bezahlt, aber Neptunus nicht,der davor ein schreckliches meer - wunder an den strand vonTroia schickte , welches qantze ströme meer - wasser auf dasland ausgoß, und alles überzchweinmte; und das Ocacul ließdem Laomedon wissen , daß diese plage nicht aufhören würde,wenn er nicht die Printzeßin Hejione, in Königlichem schmuckdiesem monltro zur speise Übergabe. Dazu kam Hercules, derüber sich nahm, das ungeheuer zu überwältigen , und sichdavor die unsterblichen pferde ausdung , welche Jupiter demLaomedon vor den Verlust seines sohns Ganymedis gegebenhatte. Nach geschlossenem Handel sprang Hercules gantz ge-harnischt in den rächen des Ungeheuers, drängte sich in denbauch , und arbeitete darinnen ;. tage und 3. nächte, eheer das monstrum todten konnte, nahm aber doch keinen scha-den , als daß er darüber seine haare verlohr. Als die gefahrvorbey war, wollte Laomedon sein Wort nicht halten; alleinHercules nahm einen zug wider Troja vor, eroberte die stadt,todtete den Laomedon , nahm die Heffone gefangen , undschenckte sie dem Telamon , des Ajax vatter, der zuerst dieMauren erstiegen hatte. Viel haben sich bemühet, aus die-sen fabeln eine Wahrheit zu ziehen, und wollen, es hätten dieAlten durch des Hcrculis Historie die kräfften des menschlichenVerstandes vorstellen wollen. Andere verstehen darunter diegenerosität. Hingegen hat ein neuer scribent darrhun wollen,daß die geschichte von dem Hercule von den avanturen eini-ger Phönicischen kauffeurhe genommen worden , welche ihreHandlungen an verschiedenen orten geführel , und viel colo-nien gestiftet haben, indem Harokel bey den Phöniciern einenkaufmann bedeute. Cicero , de nat. Deorum üb. JII. Dia-
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dorus Siculus. Plutarcbus , in Theseo. Pausanias . Hyginus.ApoBodorus. dem. Alexandrinus. Atbenaus. Nonnius , Hi-span. c. 54. Natalis Comes , mythol. üb. VII. Bibliotbequcuniverselle , tom. II. Bayle. *
Hercules I. Hertzog von Ferrara , war Nicolai III. sohn ,und succedirte an. 1471· fernem bruder Borso. Er wurde derVenetianer und Florentiner General, starb an. 15«;. und hin-terließ von Eleonora, Königs Ferdinand, von Neapolis toch-ter, 4. söhne und 2. tochter. Giraldi . Albem Italia.
Hercules II. Hertzog von Ferrara , Alphonsi söhn. Erwar General über die Päpstlichen trouppen , und wurde an.1557. zum General-Lieutenant über des Königs Henrici II.armee, so er wider Phtlippum II. König von Spanten führe-te< bestellet, und starb an. 1559. Er hatte zur gemahlin Re-natam, Königs Ludovici Xll. tochter , welche an. 1575. zuMontargis starb. Giraldi. Alberti Italia.*
HERCYNIA , HERCINIA, HERGINIUM, hieß ehemals eingrosser wald , welcher sich von der Schweitz an durch gantzTeutfchland bis in Cassuben , oder nach anderer meynung,bis in Polen , Preussen und Mofcan, erstreckte, und allerhandgrobes wild, vornemlich auer - ochsen, elend - thicre, büffel, rc.zeugte. Man meynet, er habe den nahmen von dem Griechi,scheu wort bekommen, welches einen zäun oder um-fang bedeutet, weil er Teutfchland gleichsam wie ein waldumgeben. Die reliquien davon sollen seyn der Schwartzwaldzwischen der Donau und dem Ober - Rhein, der Anspacher-oder Nürnberger-wald zwischen dem fluß Tauber »nd demNürnbergischen gebiethe ; der Steiger - wald bey Bamdergund Würtzburg; der Odenwald zwischen Franckfurt und Hei delberg ; der Opeshard zwischen Franckfurt und der Adtey Ful-da ; der Westerwald , so an Ober - Hessen und an die Wet-terau stösset; der Hartz in dem Braunfchweigischen; der Thü ringer-wald in Thüringen , und der Böhmer - wald, welcherdas Königreich Böhmen umgiebct. Cluter. Germ. antiq. pag.708. seq.
Herda, eine alte adeliche familie in Thüringen , von wel-cher Heinrich an. 1360. gelebet. Wilhelm war an. 14,7.Amts - Haummann zu Saltzungen. Sebastian ist an. 1562.mit Churfürst Augusto zu Sachsen , als dessen Rath, auf demKayserlichen wähl - tage zu Franckfurt am Mayn gewesen.Reinhard' und Wilhelm haben sich an. 158°. am Gräflich,.Heimebergischen Hofe befunden. Edmund Paul und Otto Ba-Histor. Lexicon iv. Theil.
(Uan waren au. 1614. Fürstlich * Sachsen - Eistnachifche Cam-mer- Junckern. An. 1714. fiorirte an diesem Hofe einer vonHerda , als Oder - Hof - Marschall, um welche zeU auch Frie-drich Wilhelm Landes - Hauptmann zu Eisenach gewesen, üo.
tba diplom. Beyeri geogr. p. 330. Malleri annal. Sax.
Herdegen, eine uralte adeliche familie in Thüringen undselbiger gegend, welche auch in dem Braunschweigiichen flori-ren, und sich Jagemanne von Heerdegen nennen soll. Alsan. 1250. Bischvff Hiringus zu Würtzburg die mit seinemAdel gehabte streiligkeiten durch eine amnestie abgethan hat,te , lud er einsten 12. der vornehmsten zu gaste, worunter auchein Ritter von Herdegcn war; nach der tafel gienq er in einzimmer , und ließ einen nach dem andern zu sich ruffen,gleich als wenn er mit ihnen im vertrauen was zu reden hät-te ; so bald aber einer in das zimmer trat, ward er gleich mas«sacriret; als der Ritter von Herdeaen solches mcrckte, ersäheer die gelegenheit und hieb dem Bisthoff die nase ab, ehe erhingerichtet ward. George Wilhelm auf Pienschwitz, starb an.1662. als Chur - Sächsischer Land-Jägermeister. JohannSigmund florirke an. 1716. als Chur - Sächsischer Cammer,Juncker und Ober - Forst-und Wildmeister. Knaut. prodr,Misii . Mulieri annal. Sax.
t HerdMamis, (Christoph.) ein berühmter Jurist und -PolygrapKusljeSi 6 . jahrhunderts , wurde aus der adeliche»familie von Hardesheim , so zu Halberstadt vor drey feeulisfloriret , an. 152z. zu Halberstadt gebohren. Sein vatter war —Bertholdus von Hardesheim. Von seiner rügend ist nichtsmehr bekannt, als daß er ein Canonicat in Halberstadt ge-habt , welches er aber nach diesem , da er sich zur Evangeli»scheu lehre bekennet, wieder aufgegeben. An. 1540. begab eesich auf die Universität Wittenberg , da er nicht allein die Rech.te ftudirte , sondern auch Luthernm und Melanchrhonem ho-rete, und die fundamenta der Christlichen religion von ihneneriernete. Nach diesem gieng er nach vollbrachten »endemischenstudien als Hofmeister mit etlichen vom Adel nach denNiederlanden , Italien und Franckreich, und tracttrce die Rech-te mit allem ernste, brachte es auch darinnen so weit, daßihn Duarenus mit Bartolo vergliche, und als er ,h>, eins-mals zu Bourges sehr wohl difputiren hörte , zu den Zuhö-rern sagte: Si talia plura Germania habet ingenia , actumest de nobis Gallis & Italis. Freber. in theatr. p. 898- Ia erhatte die ehre auf feinen reisen zwey wichttge processe , einenvor dem Parlement zu Paris , und den andern zu Brüssel , alSAdvocat zu führen. AIS er nun von feine» reifen wiederkom-men war, machte ihn der Magistrat der stadt Nürnberg an.1565. zu feinem Confulenken, welcher station er rühmlich vor- —gestanden, auch zu wichtigen Gefandtschafften gebrauchet wor-den, wie er denn auch nebst andern an. 158;. nach Donau-werth geschickt ward , die streiligkeiten zwischen dem Ertz - Her-tzoge Ferdinand und den Land - Ständen des MarggrafthumsBurgau beyzulegen. Ungeachtet er nun bey seiner Consulen-ten - stelle genug zu thun hatte, so wendete er doch alle übrigezeit auf Verfertigung theologischer bücher, von welchen über-haupt ;u mercken , baß er in den meisten die Reformirte lehrevom heiligen Abendmahl vertheidiget, ingleichen, daß er sel-bige meistentheils ohne seinen , oder doch unter den ertichtete»nähmen Ambrosii Wolfii, Christiani Hesiandri, Hermanni Pa-cifici , Germani Bayer,, und Euftbii Altkircheri heraus gege-ben. Vlaceius , theatr. Anonym. & Pseudonym. Er hat sichdreymal in alte adeliche familien verheurathct. Das erste malmit einer Pfintzingin , das andere mal mit einer von Till ,und endlich mit einer Reinhardin von Augsvurg, von welcherer 6 . söhne und 3. töchter lebendig hinterlassen. Er starb end- ~lich den 23, dcc. an. 1585. «m 63. jähre seines altcrs , nach-dem er 18. tage zuvor in der ktrche unter der predigt von ei-ner hcmiplexie war überfallen worden. Seine schriften sind fol-gende : Consilia, in beyden , zu Paris und Brüssel, von ihmgeführten Processen , so in Lateinischer, Teutscher nnd Nieder-ländischer spräche gedruckt sind ; Consilium in ControversiaIlonoldiana , an in fratrum liberis , facta substitutione , sub-intelligatur tacita conditio : si line liberis ? Nürnberg 1567»ili 4. Tiber Responsorum Juris, 1571. Refutatio Dogmatisde fictitia Carnis Christi Omnipraesentia , ©ens 1571. in 4.Neustadt 1576. in 8. unter dem nahmen Christiani Hesiandri ;Acta Concordi», d. i. was sich in dem tractat und Handel derConcordien, zwischen Luthero und den Evangelischen stadtenin der vchweitz von an. 1536. bis 1538. verlossen, Heidelberg 1572. in 4. 1575. ohne seinen nahmen ; de Communications& vivifica Virtute Carnis Christi ex Cyrillo & Ephesino Conci-lio , Heidelberg 1574. in 8 . unter dem nahmen ChrlstophoriHesiandri ; Consensus Orthodoxus S. S. & veteris Ecclesi» deSententia & Veritate Verborum Cam» Dominic* , Heidelberg 1574. in 4. Zürich 1578. in fol. 1585. tu foi. ohne feinennahmen ; Simplex & dilucida Expositio , qua ratione Contro-versia de Coena Domini facile componi postit, Franckmthal1578. in 8. unter dem nahmen Hermanni Pacifici; Eundamen-ta Lutherans Doctrin» de Ubiquitate , 1579.1114. linter demnahmen Ambrosii Wolfii ; Histone der Angfpurgifchen Confef-sion und Acta Concordi» . Neustadt au der Hardt 1580. und1581. m 4. unter dem nahmen Ambrosii Wolfii ; SynodusEphelina eunt adjunctis Thesibus de Coena Domini , Neustadt1581.1114. unter dein nahmen Hermann, Pacifici; Doctrina
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