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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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äs Coena Domini , Teutsch, Neustadt l? 8 r. in 4. HeidelbergI? 8 ;. ohne seinen nahmen; Provocatio ad Nie. Selneccerum,Teutsch, Neustadt i; 83 > in 4. unter dem nahmen Germ.Bayer, kundamenra Argumenwrnm , quibus convincitur SeLneccerus mal* conscientiie & injuite caufe , Teutsch , Neu-stadt 1583. in 4. 8 upplemenwm , d. i. der Augspurgtschen Con-feßions - Historie ergantzung wider Selneccerum und Magei-rum , Neustadt 1584. in 4. de Mystico & incruento Eccleli*Saerificio, i;84> unter dem nahmen Eusebii Altkircheri ; Disto.riola Lolloquii (Juedleburgensis, Teutsch, Neustadt 1585. in 4.Rudigeri vita Herdesiani in monumentis Palat . P. II. p. 6i. seq.Freher. vita Herdesiani. Freber. theatr . Nützliche und aus-erlesene arbeiten der Gelehrten im Reiche, I. stück, n. a.p. 11. seq.

herdonius oder Ardonius, stehe?Ippius Herdonius.

heredia , (Petrus Michael von) war Philippi IV. vonSpanien Leib - Medicus , lehrte lange seit zu Alcala, und starban. 1ÖS9. Man hat verschiedene wercke von ihm , welche invier bänden in fol. an. iS6?. zusammen gedruckt worden.

Jviercklin. Linden, renov. p. 899.

heredia, (Ferdinandus von) Großmeister der Johanniter-Ritter von Jerusalem , deren Convent damals zu Rhodis war.Der geburt nach war er ein Spanier, und anfänglich verheu-rathet, hatte auch kinder ; als er aber ein wittwer wurde,ließ er sich zum Ritter schlagen, und bekam eine Commende-rie. Weil der orden damals keine sonderliche feinde hatte, thater indessen eine reife in das gelobte land, und besuchte dasheilige grad, nebst andern heiligen örtern. Einige iahre dar-auferhielt er durch Päpstliche Vermittelung die Balley Caspe ,die Castellaney von Emvoste, und das Groß - Prioral von Ca-talonien. JnnocentiuS VI. gab ihm das General - Gouverne-ment über die stadt und Grafschasst Avignon , welchen ort erauch mit schönen mauren und guten wercken versehen ließ. Dar-auf wurde er Groß - Prior von St. Aeqidii, und erhielt eini-ge jähre darnach das Groß-Priorat von Castilien . Grego-rius XI. schickte ihn als einen Abgesandten in Franckrcich, umzwischen dem Könige Carolo V. von Franckrcich, und dem Kö-nige in Engeüand, Ednardo III. welche eben mit einander schla-gen wollten, mittler zu seyn , nebst habender gemalt widerdiejenigen, so sich zu keinem frieden verstehen würden, die Waf-fen zu ' ergreiffen. Als nun der König in Engelland seinen vor-schlag nicht annehmen wollte, schlug sich Hcredia zu der CronFranckreich, und da die Franzosen geschlagen , auch ihres Kö-nigs pferd sehr verletzt worden, gab ihm dieser Päpstliche Ab-gesandte das feinige, sammelte die infanterie wieder zusammen >und retirirte sich damit , nachdem er selbst heftig verwundetworden. Wenige tage he ch schickte er einen trompeter indas Engelländische lager, und ließ denjenigen heraus fodern,der sich unterstanden, übel von ihm zu reden, weil er für ei-ne partey gestritten, da er doch ein mittler zwischen beyden hät-te seyn sollen. Allein weil Eduardus wohl wußte, daß er be-ordert war, sich also zu verhalten, verstattete er niemand, dieausforderung anzunehmen, sondern gebrauchte sich seiner Ver-mittelung zu aufrichtung eines jährigen stiüstandes. Eben sotapfer erwies er sich auch gegen die Türcken in Morea; dennals er nach Rhodis gieng, um die stelle eines Großmeisters da-selbst zu verwalten, begegnete ihm die Venetianische flotte, de-ren General ihm inständigst anlag, sich mit ihm zu conjungi-ren, ihm auch das commando über seine armee übergab. Hier-auf eroberte er Patras in Morea mit stürm , und tödtete denGouverneur daselbst mit eigener Hand ; weshalben er auch al-so abgemahlet wird , daß er in der lincken Hand einen Tür-cken-köpf hält, auf seinen schultern aber ein schloß. Als ereinstens mit wenigen seiner leuthe zu recognostiren ausritte,um Corintho zu belagern, verfiel er unversehens in einen Hin-terhalt, und wurde von den Türcken gefangen. Weil er nundie conditionen, so dieselben vorschlugen , nicht eingehen woll-te , blieb er;. gantze jähr in der sciaverey, und kam nicht eherlos, als an. i;8i. nachdem er den Türcken die städte, so derJohannitter - orden in Morea besaß, einräumen müssen. Alser hernach Clementis VII. zu Avignon partey annahm, ent-setzte ihn Nrbanus VI. seines amts; allein die Rhodiser woll-ten keinen andern vor ihren Großmeister erkennen , so langedieser lebte, welcher endlich an. 1396. dieses zeitliche gesegnete.lioßus , hift. de lordre de S. Jean de Jerusalem. Naberat ,privileges de lordre.

hereford , tat. Herefordia , die Haupt - stadt in der Enqel-ländischcn landschafft Heresordshire, und ein Bischöfflicher sitzunter Canterbury . Sie liegt sehr lustig zwischen schonen wie-sen und fruchtbaren feldern, an dem ufer des flusses Wye,und ist ohngefehr 100. weilen west - nordwärts von Londen entfernet. Diese stadt ist aus den ruincn Ariconii , eines zuder Römer zeilen sehr berühmten ortcs , entstanden, welcherdaselbst lag, wo anietzo Kenchester stehet, ohngefehr 3. weilenvon Hereford westwärts, und ist durch das begrädnis des Kö-nigs der Ost - Angeln, Ethelberti, sehr berühmt worden, wel-cher zu Sutton,' 4. weilen nordwärts von Hereford durch sei-ne schwieger - mutter, die Königin von Mercia , verrätheri-scher weise erschlagen, nachgehends canonisiret, und aus sei-nem grabe zu Marden in diese stadt gebracht worden ; allwoMilfrid, ein Edelmann aus dieser Grafschasst, ihm zu ehrendie Dom - kirche erbaucte, welche Grifflth, der Fürst von Sud-

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Walles, in der wider Eduarbum Confessorem erregten cmpö-rung in die asche legte. Die Dom - kirche, so anjctzv daselbststehet , wurde von dem Bischoffe Reinelmo zu ansang desXII. feculi aufgeführet, und was selbiger nicht zu stände brin-gen konnte, von dessen Nachfolgern vollendet. Um eben die-sclbige zeit umgab man die stadt mit mauren, welche nebst 6.thoren und 6. wach-thürnen stets in gutem stände erhaltenworden. Hierselbst führeten auch die Normanner ein vest undvortrefliches castell auf, so hernach zu gründe gegangen. DieBischöfflichc Dioeces begreift Hereford und einen theil vonShropshire , in allem aber uz. kirch - spiele in sich. Zweyjähr nach der Normannischen eroberung wurde diese stadt zueiner Grafschasst gemacht, nachgehends aber in ein Hertzog-thum verwandelt. Zu ansang des XVIII. seculi führte seinentilul davon Eduard Devcreux, Viscount von Hereford, sodurch die Bourchiers von den Bohuns, Grafen von Esser, her-stammet. Beda, hist. Angl. lib. IV. cap. Malmesbur, üb. IV.Camdenus , deicr. Angl. BeevereO , delices de la Grande-Bre-tagne.

t hereford , Bißthum. Schon in dem siebenden jahr-hunderl liefet man von Bifthöffen zu Hereford , wie denn an.68«. Putta, an. 69i.Drktell , an. 718. Walstod , an. 736.Cutbert und so weiters in alten chronicken vorkommen; einevöllige Verzeichnis der Nachfolger findet sich in le Neue fast. Angl.Von Henrici VIII. zeilen bis jetzund ist die series der Bischvgenachfolgende:

1516. Charles Booth, Leg. Doct.

19 ? Edward Fox, 8 . T.P.

1538. Edmond Bonner, Leg. Doct. kam aber noch vor sei-ner consecration nach Londen .

1519 - John Skyp , Theol. Pros.

1553. John Harley, starb bald darauf, und folgte

1554. Robert Warton, sonst auch genannt Parfeiv oder Pur-

foy, Bischoff von St. Asaph . Hernach ward zwarvon Maria Thomas Reynolds ernennet, aber we-gen seinem plötzlichen tode folgte

1559. JohnScory, Bischoffvon Chichester.

1585. Hardert Westfaling, Th. P. starb an. 1601.

160a. Robert Bennet, i?h. P.

1617. Franciscus Godwin, zuvor Bischoff von Landaf, starban. 1633. und ist der autW des berühmten wercksde Pr^sulibur Anglic. so zu Londen 1S16. in 4. ge,druckt, und vorher in Englischer spräche heraus ge-geben worden, dessen man sich in Verzeichnung derEnglischen Bischösse so oft bedient hat. Auf diesenward zwar William Juxon erwehlet; weil er abergleich darauf nach Londen transferirt wurde, so wardGodsrey Goodman, Bischoff von Glocester, darzuernennet, welcher aber solches ausschlug; folgte de-rowegen

1633. Augustin Lindsell, Bischoff von Peterdorough.

1634. Mathew Wren , TK. P. hernach Bischoff zu Norwich .

1635. Theophilus Field, Bischoff von St. David .

1636. George Coke, Bischoff zu Bristol , starb an. 164s. und

war eine vacantz von 14. jähren.

r66c>. Nicolas Monck, TB. P.

1661. Herbert Croft, Th. P.

1691. Gilbert Jronside, Bischoff von Bristol , starb an. 1701.seines altcrs 69. jähr.

1701. Humphrey Humphreys, Bischoffvon Bangor, starban. 1712. seines allers 6z. jähr.

1712. Philipp Bisse, Bischoff von St. David .

Benjamin Hondley, zuvor Bischoff von Bangor.

1723. Henry Egerton. Dugdale. Godvcin. Ifacson. LtNeve. Hsood. Registr. anmtat.

, heresordshire: tat. Ileresordiensis Lomitatus, eine inn-ländische Grafschasst, so vor zeilen zu Wallis gerechnet wurde,ehe sie an die Crone Engelland kam. Sie stösset nordwärts anWorcester und Shropshire, südwärts an Monmouthshire ,ostwärts an Glocestershire, und westwärts an Radnor - undBrecknockshire in Wallis . In der länge von norden gegen lü-den zu erstrecket sie sich auf 35. Meilen, und in der breite vonosten gegen Westen auf 20. Das gantze land wird in n. Hun-dreds eingetheilet, worinn 176. kirch-spiele und 8. marckt-städ-te sind, deren einwohner sowol als die in dem angrentzendenMonmouthshire von den Römern Siluree genennet wurden.Zur zeit der Heptarchie war diese landschafft ein stück des Kö-nigreichs Mercia , und anietzo machet sie nebst einem theile vonShropshire die Dioeees von Hereford. Diolust ist allhicr tem-perirl und gesund, auch der erdboden überaus fruchtbar, fin-tcmal er von vielen schönen flüssen , und sonderlich von derWye bewässert wird. Daß die luft fthr gesund seyn müsse, be-zeuget das lange leben der einwohner, und insonderheit die Hi-storie von Hoskins, welcher , als er den König Jacobum I.rractirte, 10. alte leuthe vor ihm tanken ließ, welche 1000. jährzusammen brachten. Die allhier befindliche wolle, und zwarsonderlich die, welche man lemsterore nennet, ist die feinstein gantz Engelland , und gleichet der Apulischen in der lüdlichenaegend von Italien , wo sie anders selbige nicht gar ubertrist.Der fluß Wye giebt sehr fette und gesunde wintcr - lachst, daan andern orten dergleichen fische um diesclbige zeit entwederkranck und ungesund, oder ziemlich mager, matt und ausge«