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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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weise, die er von dem Desargries gelernet hatte. Eben diesesthat er auch in seinen figuren , von welchen allezeit die entfern-ten sich gleichsam in einem nedel verbargen. Er war auch ei-ner von den ir. Professoren der Academie, und starb den 28.dec. an. 1656. da er ;i. jähr alt war. De Files , vie desPeintres.

Airnheim, eines der ältesten adelichen geschlechter inSchwaben / dessen stamm-reihe Bucelinus mit Alberto, ei-nem Ritter, an. 114°. andere aber mit Rudolpho (der dasim Fürstenthum Oettingen gelegene kloster Zimmern gestiftet)an. 11 $0, angefangen. Von des erstern nachkommen, davonsich einige von Ratzenstein (von einem Ritter-sitze dieses nah-mens) zugenemiet, war Walther zu anfang des'XV. sixci-liHauptmann der Gesellschafft St. Georgen-schildes, und Dice-Dom zu Amberg . Von feinen enckeln starb Conrad an. 1517.als Dom-Dechant zu Augspurg; Bero aber hatte 3. söhne:Eberhardum, der an. 1560. als Bischoff zu Aichstätt gestor-ben ; Hieronymum, Fürstlich - Würtembergischen Hof-Mar-schall ; und Johannem Sebastianum, Ritter, und J. U. D.von dessen nachkommen Hieronymus II. Abt zu Strahoff undMühlhausen gewesen, hucelm. stemm. P. I. Burgemeister,vom Schwäd. Reichs-Adel.

MR?I , waren alte geschlechter in Italien , in der land -schafft der Faliscer, so anietzo zum Kirchen-Staate gehöret, un-weit von Rom . Sie waren sonderlich deswegen berühmt,weil sie bey den jährlichen opfern, so man dem Äpollini, oder,wie andere wollen, Fcroniä, der göttin der wälder, auf demberge Socrate , anietzo il Monte di S. Oreste genannt, zuthun pflegte, aufdem feuer giengen , und doch dadurch nichtbeschädigt wurden, weswegen sie der Rath von der Pflicht inden krieg zu ziehen und von allen auflagen frey machte. Dochhat sthon der alte Römer Varro der fache nicht glauben wollen,und eine gewisse salbe angezeiget, durch welcher anschmierungsich diese leuthe vor dem schaden des feuers bewahrten. Vh.gi/ius, iEn. Hb. XL & ibi Serv. ex Varrone. Plinius , bist. natur.lib. VII. c. 2. Strabo , lib. V. Bayle. *

HIRPINI , ein volck unter den Samnitern, deren Haupt-stadt Hirpinum war, so anjctzo, nach Leandri bericht, nur eindorf ist, Arpaia genannt. Der Hirpiner landschafft ist heutzu tage basjenige, was wir II Principato oltra nennen , so eineprovintz in dem Königreiche Neapoü ist, deren beste stadte sindBenevento , Conza , Avellino , rc. Strabo , lib. V.

Hirsau , Hirschau , zu St. Aurelio, eine ehemalige be-rühmte Benedictiner-Abtey , in dem Hertzogthum Würtembergunter Calw , an dem flusse Nagolt, welche um die mitte desXVI. feculi mit einem Lutherischen Abt besetzt worden. Siehat um das jähr 64;. von Helezina, einer verwittibten Grä-fin von Calw , den ersten anfang genommen. Crußi annal.Suev. Bucetini Germ. sacra, P. I.

t Dieses kloster liegt seit an. 1692. in der asche. Es ist zudrey unterschiedenen zelten gleichsam von neuem gestiftet wor-den. Neben vielen andern, von welchen Crnsius in dexSchwäbischen chronick P. II. lib. X. c. 15. ein besonder registererzehlet, soll auch Graf Conrad II. von Würtemberg selbigesgegen dem ende des XI. steeuli reichlich beschencket haben. An.1519. wurde es von dem Schwäbischen bund erobert, und an.152;. von den aufrührischen bauren verwüstet. An. 1*42. ent-wich die philosophische Facultät von Tübingen , und an. 1394.der Würtembergische Printz, Joh. Friedrich, von Tübingen wegen der pest nach Hirsau . An. 1677. den 2;. jun. starb derWürtembergische Hertzog, Wilhelm Ludwig , gantz unverse-hens in diesem kloster. Unter der ersten stiftung waren nochkeine Aebte in diesem kloster ; von der zweyten aber bis ausdie dritte hat selbiges 12. von der dritten bis auf die Refor-mation 32. von dieser aber bis auf gegenwärtige zeiten 22.Evangelische Aebte gehabt. Von den Catholischen ist Geb,hard an. 1103. Bischoff zu Speyer worden. Unter ihm leb-te der gelehrte Mönch Conrad, welcher unter dem nahmenPeregrini vieles geschrieben. Unter den Evangelischen war 0 .Joh. Parsimoniüs ober Karg , welcher die Formulam Concor-di* unterschrieben, und an. 1588. den 16. dec. gestorben.Ferner v. Joh. Brenlius , Johann Osiander, zugleich vire.itor Consistorii , und vornehmer Staats-Minister am Wür-tembergischen Hofe; Eberh. Friedrich Hiemer, Philipp Hein-rich Weissensee, und v. Christian Hagmayer seit an. 1740.Unter den Mönchen war insonderheit berühmt, Adelhard,welcher an. 92;. oder 924. gestorben, nachdem er 2;. jähr blinbgewesen, und den tag nebst der stunde seines todes drey jährvorher gesagt, nebst verschiedenen Heiligen. Acht von diesenMönchen sind hin und wieder Bischöffe worden. Nach derReformation wurde das kloster mit Fürstlichen Alumnis besetzt,und darnach zur vierten land-schule gemacht, welche an. 171;.in das kloster Denckendorff übertragen worden. Don dem klo-ster Hirsau hat übrigens der berühmte anfangs Spanheimi,sche, nachgchends Würtzburgische Abt zu St. Jacob, Johan-nes TrUhcmius, welcher vorhin selbst darinn gewesen, einebekannte chronick geschrieben, welche von an. 830, 1370. ge-het. Crvsii annales , paslim. wM'temb. Ephemeridet. Pre.gitnert Suev. & \C ürtcmb. sacr. FiJ'cblmi supplementa admemor. Theol. Würtepib. p. 129. [ M. Steinveecg. ma-

nuscripta. ]

-Airschau, ist eine kleine stadt in der Ober-Pfaltz, r. bis;. meilen von Suitzbach und von Pfreimbt, nordwärts ge.legen. Von den einwohnern daselbst werden allerhand lächer-liche begcbenheiten» fast auf die art wie von den Schildbürgernin Sachsen , oder von den Schepenstädtern in dem Bräun-schweigischen gebieth, erzehlet.

Airfchberg, ist eine feine und wohlbewohnte stadt indemSchlesischen Fürstenthum Jauer, nicht weit von den Böh-mifch-und Nieder-Laußnitzischen grentzen, in der gegend, woder kleine fluß Jaick in den fluß Boder fället. Vermöge derAlt - Ranstädlifchen convention ist vor dieser stadt an. 1709.eine Lutherische klrche und schule angelegt worden. Die einswohner treiben starcken Handel tritt leinwand. Eine weile da-von , in dem gebiethe des Grafen von Schafgotsch, befin-det sich ein gesund-bad, welches auch von entlegenen orten herbesucht wird.

t Airfchberg, oder Hirschperch, Hirschperg, Hirsberg,Hirsperg, Hiryberch, Hiryperg, Hiersperg, lar. Hier.Iperga . eine Graffchafft und schloß lm Stifte Aichstätt inFrancken am flusse Altmühl nahe bey Berngricß, ist jetzo einBischöfflich Altmühl -Amt. Von den ehemaligen mächtigenGrafen dieses nahmens, die sich auch von ihren schlösscrnDolenstein und Kreglingen genennet, hat Swigerus das Biß-thum Aichstätt gestiftet. Gebhardus ist an. 104». daselbst Bi-schoff worden, und hat nachgchends unter dem nahmen Vi­ ctor II. den Päpstlichen stuhl besessen. Gebhardus U. ist vonan. 1125. bis an. 1149. gleichfalls Bischoff zu Aichstätt gewe-sen. Gebhardus IV. der letzte seines geschlechts, starb an. 1305.und vermachte seine güther dem jetzl-gedachten Stifte, daSLand - Gericht aber überließ er an dre Hertzoge zu Bayern ,weil Hirsperg ehemals zu Bayern gerechnet worden. Zeilentopographia Franciee , p. 6. £licä Grafen - saal, p. 268.Spangenbergs Adels - spiegel, P. I.lib. X. c. 1;. p. 28;.

Meißeniai bist. rer. Norimb. 6. §. 3. ap. de sMdemig. reliqq,manuscr. diplom. tom. VII. p. 76. Von FalckmsteiNÜ Nvrdg.alterth. I. ;8. i- 2. p. 163. Junckers anlest, zur mittlern geogr.p. ; 87 - feg. Hunds Bayerischer stamb. I. p. 90. Zeil. itine-rar. Germ. contin. 1 . c. 25. p. 131. Pfiffim. ad Vitr. J. publ.

lib. IV. tit. 8. §. x. p. 662. Von FalSenfteins Nvrdg. al-terth. 1.39. §. 2. p. x68. IL 3. abf. 2. p. 419.

Airfchfeld, siehe Hcrsfeld.

Airfchfeld, eine von den ältesten und ansehnlichsten adeli-chen familien in Meiffen. Gerhard ist an. 1231. Landmeistcrin Preussen gewesen. Agnes wird an. 1487- unter die Aed.tißinnen zu Hoffgezehlet. Bernhard war um das jähr 1333.Chur-Sächsischer Rath, und befand sich unter den Vistcarori.bus der streben und schule» in Sachsen . David auf Otterwischfiorirte um das jähr 1381. als Chur-Sächsischer geheimer

Räch. Muüeri annal. Sax. Knaut. prodr. Misii. bueeaniGerm. sacr.

Airfchfeld, ein fleckew in der Ober-Lausitz an dem WasserNeisse , eine meile unterhalb Zittau , welcher stadt es jetzo auchgehöret; ehemals aber hat es adeliche befitzer gehabt, wie dennan. 1420. Heinrich von Kyau solches besessen; an. 1306. brach-te es der Rath zu Zittau völlig, indem vorher schon einigestücke an ihn gekommen, durch kauf an sich. Im Hußiten»und dem 30. jährigen kriege hat der ort viel erlitten, hinge,gen auch durch die dahin sich retirirende Böhmische exulantenziemlich zugenommen. Grossers Lauf. merckw.

Airfchhorn, eine kleine stadt, nebst einem vesten schlösse,an dem Necker, in der Unter-Pfaltz, eine meile von Heidelberg ,gelegen, welche nach abgang des gleichsolgenden adelichen ge,schlechts an Chur-Mayntz gelanget. Tromsd.

Airschhorn, eine adeliche familie, welche man von Lud,wig, der von den Römischen Rittern Cervicorno entspros-sen seyn soll, herzuführen pfleget. Es bekleidete aber dersel,be die charae eines Königlich - Französischen Statthalters zuLyon lind Maßilien,, und gicng an. 734. mit tode ab. Ot-.to war an. 1432. König des Ritterlichen Esels-orden, unddessen bruder Melchior ein mitglied desselben. Hans , ein be-rühmter Jurist, starb an. 143«-.. nachdem er, Chur-PfältzischcrHof-Richter, und des Engcllandischen Königs Hennci V.Rath gewesen. An. 1632. ist Friedrich, Chur - PfältzischerErb-Truchseß, der letzte seines geschlechts, ohne männliche er-ben verstorben. Humdracht, vom Rheinisch. Adel rab.2.;. L«>cel. ftemmat. P. II. p. 121. seq.

Hirsperg, siehe Hirschberg.

Hirschtdal, ein Nonnen-kloster Dvminioaner-ordens, ober»halb der stadt Bregentz, an dem wasser Bregrntz gelegen, ist an-fangs auf dem Hirschderg an. 1422. von den Grafen Hugound Stessan von Brcgentz gestiftet und erbauet worden; dieerste Aebtißin war Elisabeth Simlerin von Pfullcndorff. Eswar dieses kloster st> unglücklich, daß es von dem strahl zu mchr-malen getroffen, und endlich gar eingeäschert worden, dero-wegen es auch an. 1464. hinunter in das that versetzt wurde.Guter. Rha?t. lib. X. p. 137. b. *

* Airschvogel, (Augustin) ein licbhaber der mathematischenwissenschafften, war auch sonst ein giasmahler. Er that sich

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