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liches daraus ins Lateinische übersetzet, und zum theil edirethak ; als : ScUlingfleti Epistolam ad Deistam &c. Er ist an.1717. (nicht 1718.) gestorben. Er hat auch verschiedene aus-wärtige vocationen gehabt. Seine vornehmsten schriften sind:Collegium Pufendorfianum; de Jure Poenarum Liber singularis;Tract. de Festo Expiationis ; Comment, de Ratione concionan-di; Orat. de Utilitate Peregrinationis Anglicänas; SpeciminaCollegii ßiblici; Disp. de Conradino , Ultimo Sueviae Duce ;nebst verschiedenen andern disputativnen. Progr. & Conao fu-nebr. Belehrte Zeitungen, ad an. 1717. Staun hist. littet.P. III. &c.
Hochstrat, (Iacobus) ein Dominicaner von Cöln, wurdealso von seinem geburts-vrte, so in Brabant gelegen, benennet.Er studirte die Philosophie zu Löven , promovirte auch daselbstan. 148;. in Magiitrum. Hierauf wurde er ein Dominicanerund Prior desselbigen ordens zu Cöln , auch Doctor und Profes-sor Theologie , und ihm die Untersuchung der ketzereyen in derdrey geistlichen Churfürsten landen anvertrauet, worzu er sichnach feiner art gar wohl schickte, da er zugleich klüger und Rieh»ter seyn wollte, und sich gar nicht dauren ließ, denen, welcheer zu stürtzen suchte, irrthümmer und ketzereyen ohne den gering-sten gründ anzutichten. Gleichwie er aber den Protestanten sehr
. gram war, also war er der ersten einer, welcher wider Luthe-rum geschrieben, verfolgte auch vorher» den Erasmum und Jo-hannem Reuchlinum, dessen schriften er wollte verbrennen las-sen. Als aber Reuchlinus an den Papst appcllirte, trug selbi-ger dem Bischoffvon Speyer die fache auf, welcher durch gewissse darzu bestellte Richter die fache untersuchen ließ, die den Hoch-strat, als er nicht erschien, zu den Unkosten condemnirten, undReuchlinum los sprachen. Hermannus, Graf von Neuenar,wußte ihn auch zur raifvn zu bringen. Denn als er nicht zum be-sten von ihm geredet, stellte er nicht allein in einer solennen re-de , die er im nahmen aller Teutschen Studiosorum an den zuFranckfurt an. 1519. neu-erwehlten Kayser hielte, vor, daß derHochstrat eine rechte pest vor Teutschland wäre, sondern befahlauch seinen Unterthanen,des Hochstrats Convent nichts mehr vonkäse, eyern und dergleichen , wie sie sonsten jährlich gewohntwaren, zu reichen, welches dann das rechte mittet war , Hoch-straten zu bändigen , Massen er hierauf, ehe ein jähr verflossenwar, dahin gebracht wurde, daß er dem Grafen einen schrift-lichen widerruf zustellen muste. Er that hierauf eine reise nachRom , und meynte, die fache mit dem Renchlino vor sich gutauszumachen, nahm auch viel recommendakionen und grossegeld-summen mit, ja es liessen sich die Cölnischen Theolog, ver-nehmen , daß , wenn der Papst nicht würde vor ihn den aus-spruch thun, sie von ihm abfallen wollten 3 allein er richtete mitallem diesem zu Rom nicht viel aus. Als er nun sahe, daß erdurch die hierzu bestellte Richter kein gut urtheil bekommen börs-te , brachte er es dahin, daß ein jeder von den Richtern seinemcynung schriftlich eingeben muste, und die fache darauflicgenblieb. Bey seiner rückreise passeten ihm unterwegs , als er vonNürnberg nach Cöln reisen wollte, einige von des Reuchlini an-hange auf, welchen er auch nicht würde entgangen seyn , wanner nicht bey zeiten wäre gewarnet worden, und deshalben vondem Marggrafen ein geleit erhalten hätte. Es ist merckwür-dig, daß dieser grosse ketzermacher selbst sehr grober ketzereyenbeschuldiget, auch zum theil überwiesen worden, wie dann Cor nelius Agrippa , wo man ihn nicht in ruhe ließ, deswegen miteinem grossen buch gedrohet hat. Allein seine Heftigkeit gegenandere oft unschuldige erhielte ihn immer in sicherheit. Erstarb endlich zu Cöln den 21. jan. an. 1527. Paulus Joviuswill, er sey aus Verdruß gestorben , weil er mit so vielen siityri-schen schriften durchgezogen worden , so aber nicht statt findet.Er hat viel schriften hinterlassen, als: Margaritam Philoso-phie Moralis ; Destructionem Cabalae; Apologias alicjuot con-tra Reuchlinum; Defensionem Principuni Alemann,e contraPetrum Ravennatem; Justificatorium Principum contra eun-dem ; contra Presbyteros Concubinarios ; de Purgatorio ; deLibertate Christiana; de Fide & Operibus &c. Corn. Asr.epist. lib. VII. cp. 26. Andrea bibl. Belg. Erasmm, Üb. XIX.ep. 29. Jovius, in elog. c. · Majta, in vita Reuchlini. DuPin, bibl. des aut. eccles. hayle. *
* Hochstrat, (Theodor von) ein mahler, war zu Antwer pen an. 1596. gcbohren. Er gieng mit seinem vatter, um denVerfolgungen zu entgehen, in die vereinigte Provintzen, undwurde zu einem gvldschmied gethan, da er lernte mit dem grab-stichel umgehen. Hierauf bekam er lust zu reisen, und begabsich anfänglich in Teutschiand, alllvo er die art daS stlbec zuvergüldcn lernen wollte, deren sich die Teutschen bedienten.Er ward daselbst mit einigen mahlern bekannt, welche in ihm«ine lust zu ihrer kunst erweckten. Da er hernach wieder in dieNiederlande kam, und ihm sein vatter befahl , einen gvld-schmieds-iaden anzurichten, erklärte er sich bey der Mahlerey zu
' bleiben. Er legte sich hierauf gantz allein darauf, und wardeiner der besten mahler. Weyerman.
* Hochstrat, (Samuel von ) ein mahler, ward zu Dor«brecht an. 1627. gebohrcn , lernte die anfängt seiner kunst vonseinem vatter; kam aber darnach weiter unter dem bekanntenRemdrant van Ryn. Er folgte anfänglich der art seines lchr-meisters, gewöhnte sich aber dieselbe nach und nach ab, undfieng an ponrails zu mahlen. Er that eine reise nach Italien ,nicht gllein um sich in seiner kunst zu üben; sondern auch der
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liebe einer weibs-person los zu werden. Er reifttr über Wien ,da der Kayser Ferdinand ihm eine güldene kette, samt einer der.gleichen müntze verehrete. Da er nach Rom kam, cvpirte erdie vornehmsten gemählde, wie auch die antiquiläten daselbst.Nach diesem begab er sich in Engelland, von bannen er nach ei-niger zeit wieder in sein vatterland kam, und den 19. octobr.an. 1678. starb. Weyerman,
* Hochstrat , oder Hoogstraten, (David van) ein ge-lehrter Holländer , war zu Rotterdam den 14. mertz an. i6zg.gebohren, und studirte zu Leiden unter anderm insonderheit diesprachen und Artzney-kunst, in welcher letztem er auch die wür.de eines Doctoris erlangte. Nach diesem lebte er eine weile zuDordrecht , und wurde von dar an dasAmsterdamische Gymna-sium beruffen , allwo er zuletzt die stelle eines Conrectoris er-hielte , an. 1722. aber, weiter sein gehör vertohren , solchesamt wieder aufgeben muste. Als er nachhero den > 3. nvvemdr.an. 1724. des abends nach haust gehen wollte, und wegendeSftarcken nebels nicht wohl sehen konnte, fiel er in einen canal,und gieng wenig tage darauf mit tobe ab. Er hat des berühm-ten Iani Bröekhmzen Carmina an. 17x1. zusammen an daslicht gestellet. Seine eigene schriften sind: Ein Holländisch -Lateinisches Lexicon; Noten über den Phädrum, Terentiumund Cornelium Nepotem , so nach art der editionen in usumDelphini eingerichtet; ingleichen viele Holländische und Lateini-sche getichte, wovon die erster« in einem quart-dande, die letz.ten in zwey octav-bänden heraus gekommen. Groß allge-mein Holländisch Lexicon .
t Höchstwerten, eine in Brabant an dem flusse Merca, sechsMeilen von Antwerpen gelegene stadt, nebst einem schlösse, wel-che den titul einer Grafschafft führet, und achtzehen dörftr un-ter sich begreift. Sie gehörte ehemals, als eine Herrschafft,denen von Buren, von welchen sie durch heurath an die Grafenvon Culendurg, und von denselben auf gleiche weise an Anto-nium Lalain, Herrn von Montigny, gelanget, welcher von Ca»rolo V. zum ersten Grafen von Hochstraten gemacht worden.An. 17)9. belehnte Kayser Carolüs VI. Nicolanm Levvoldum,Fürsten von Salm, mir diestr Grafschafft, und ließ derselbenden titul eines Hertzogthums beylegen. Tromsd. geogr. Spe-neri hist. insign. lib. II. c. 49. Hühners suppl. tom. VIII.
Hocke, Hacke, ein adeliches und zum theil Freyherrlichesgesthlecht in Schlesien, welches sonderlich in den Fürstenthüm-mern Iauer , Lieqnitz und Glogau bekannt ist. Fritsche undLucas Hacke stunden an. 1294. bey Henrico Craflo, Hcrtzogezu Bretzlau, in grossem ansehen. Conrad Hocke war an.1311. ben dem Hertzoge Henrico zu Glogau ein vornehmer Ca-valier. Renczko genannt Hacke, verkaufte an. 1337. das guthPetrowitz in dem Oelsnischen. George Hocke von Thomas-waldau war an. 1463. Bisch off zu Trident. Frantz, KönigSMatthiä Kriegs-Oberster, defendirte an. 147;. die stadt Breß-lau wider die Polen , und blieb an. 1475. in der belagcrungdes schlosses Sabacz. Ein anderer dieses nahmens war an.1480. Hertzog Heinrichs zu Münsterberg Regierungs - Rath.Frantz Hocke von Thomaswaldau auf Iackschenau und Cam-pern m dem Oelsnischen , war an. 138t. des Oelsnischen Für-ftenthums Landes - Hauvtmann. Friedrich von Hock aufThomaswaldau und Mühlgast, war an. 1632. Hauptmanndes Preichauischen haltts. Hans Ernst von Hock auf Glä-sersdorff und Fellendorff , war an. 1653. des KöniglichenLand - Gerichts in dem Glögauifchen Fürstenthum Beysitzer.Hans Asmann von Hock auf Mühlgast und Zeipcrn, florir-te an. 1636. als des Licgnitzischc» Fürstenthums Landes-Ael-tester. Georgius Sigismundus , Freyherr von Hock aufThomaswaldau , war an. 1695. Kayserlicher Cämmerer, undder Fürstenthümmer Schweidnitz und Iauer Landes-Cantzlerund Landes - Aeltester. , An. 1719. florirte aus dem haustMittel - und Nieder - Gläsersdvrff Hans Nicol auf Schüttlau,Fellendorff und Alt - Wolau, als des Glogauischen Fürstcn-thums Gurauischen kreises Landes-Depülirter. Von derMühlgastischen linie aber, die zum theil die Freyhcrrlichewürde führet, lebte Friedrich Alexander, Freyherr von Ho-cke auf Seifferdau, Dilkersbach und Pakußwitz. Smapn Schlc-sische curios.
Hockerland, oder Hockeria, auch pogesania genannt,ist eln theil von Prnissen , am frischen Haff, welches zur helftedem Könige von Preussen untcrworffen ,st , und an das Polni,sche Preussen qrcntzct, wohin auch die andere helfte gehöret.Holland ist die beste stadt darinnen.
Hocora, ein grosser Cham oder Kayser der Tartarn, wel-cher, nachdem er seinen General Gcbesaide ausgesandt, diewestliche gegenden der weit zu erobern, darauf in eigener personnach osten gieng, die Caspische mecr-enge paßirte, und sein win»ter-quarticr unten an dem berge Taurus nahm. Des nächstensrühlings darauf unterwarf er sich alle daselbst herum gelegenenationen, gieng sodann in Ost-Indien, dauere daselbst diestadt Cambalu, und machte sie zur Kayserlichen residentz. Die-ses wardst letzte von seinen conquctcn ; denn ob er wol willenswar, die grentzen seiner Herrschafft von »jnem inecre bis an dasandere auszubreiten , so belustigte er sich doch dermasscn an derOst-Indianische» lust und fruchtbarkeit, daß er es vor das bestehielt, in seinem lande stille zu sitzen, und ruhig zu leben.Andr. Mulhrt disquis. de Chataia.
* äocse.