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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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* Hocsemius , oder Hoxemius , (Johannes) Can?-nicus zu LÜtklch , und Scholalticus oder Theologalis von öt.Lambert, im XIV. feculo , kam auf die >vell zu Hoesem in derLuttichcr Dioeces , und ward in geschafften seiner Arche sehr oftweggeschicket, und ihre angclcgenheit sowol bey dem Papst alsbey dem Könige und bey dein Hertzoge von Brabant ihm anver-trauet. Er hinterließ eine Historie der Bischöffe von Lüttich vonan. 1247. bis an. 1*48- Joh. de Chapeauville, Canonicus dernenilichen Arche, hat sie nebst einigen andern dergleichen stückenan. 1612. zusammen drucken lassen. Johannes von Hocftmschrieb noch einige andere wercke, als: Digicam klomm mrius-que Juris; Flores AuÄorum & Philosophorum, &c. Er starban. i? 48. und ward in der capelle zu Wingacrden beerdiget, wonoch in der Cathedral - kirche seine grabschrift zu sehen ist. Va-tern Andrem biblioth. Belg.

Hodal, ein siuß tu der Schwedischen provintz Helsingen, dereinen doppelten ursprmig hat, der obere und niedere Hobal ge-nannt , welche oberhalb Linsdal sich vereinbaren, und mit ein-ander dem Bothnischen meer - busen zufliessen. *

Hoden, ein bekannter ort in dem wüsten Libyen , allwo sichdie kaufleuthe zu erfrischen pflegen. Er lieget 6. tag - reisen vondem Atlantischen meere, ist mit keiner mauer umgeben, und ineiniger herum schweifender Araber Händen, welche der Chri-sten tod - feinde sind. Es giebt allhier viel datteln und gersten.Der leuthe nahrung bestehet darum, daß sie gold, kupfer undsilber in der Barbarey und nach Tombut herum führen ; ihrerviel pflegen sich auch in den benachbarten wüstencyen vom rau-ben und stehlen zu erhalten.

Hodrnberg, eine alte adeliche familie in Nieder - Sachsen,weiche anfangs in der Grafschafft Hoya an der Weser ihren sitzgehabt; nachdem sie aber von den Grafen daraus vertriebenworden , hat sie sich in dem Lüneburgischen niedergelassen, undbey Ahlden das schloß Hodenberg erbauet. Als sie dasselbegleichfalls einqedüsset, hat sie das schloß und flecken Hudenmüh-lcn zwischen Zelle und Verben angelegt. Marquard von Ho­ denberg auf Hudenmühlen florirte um das jähr i;;o. alsHauptmann aufHarburg , und Fürstlich -Zepischer Hof- undLand - Rath. Sein söhn gleiches nahmens ist an selbigem HofeMarschall und Land - Rath worden ; von welchem hcrstammetBoclo von Hodcnberg, der an. Fürstlich - Lüneburgischergeheimer Rath und Abgesandter an unterschiedene Höfe gewe-

fetl. Zeileri topogr. Sax. infer.

Hoditz, eine Gräfliche familie in Schlesien, welche in den

S " 'irstenlh'ümmern Troppau und Ncisse unterschiedene güther be-et, und nach anfange des XVII. sxculi zur zeit der Böhmi-schen unruhe aus Mähren dahin gekommen. Carolus, Schwe-discher Oberster, blieb an. 1641. in der schlachl bey Wolffendnt-tel. Georg, Graf von Hoditz, Herr auf Hennersdorff, Jo-hansthal, Roßwald und Hertzogswald, war Kayserlicher wieauch des Printzen in Polen und Schweden Rath, Cämmerer,und der Fürstcnthümmer Ovveln und Ratibor Lands - Haupt-mann , an. i 6<>4. Ludwig Maximilian war an. 1660. Kayser-licher Cammer-Herr, Lehn-Rechts - Beysitzerin Böhmen , undRath bey dem Bischöffe zu Olmütz . Maximilian Georg, Lands-Hauptmann des Fürstenthums Misse, hinterließ bey seinem an.1689. erfolgten tobe Franciscum Antonium, Kayserlichen Läm-mer - Herrn , so an. 166;. gebohren. Marimiliani bruder starban. 169z. und hinterließ seine dritte gemahlin Polyrenam Su-sannam, Gräsin von Mannsfeid, als wittid. Mit seiner erstengemahlin Barbara Catharina, Ottonis , Freyherr» von No-stitz, Lands - Hauptmanns an Schweidnitz und Jauer tochter,hat er gezeuget Antonium, so ledig gestorben, Franciscum Jo-sephum,so sich an. 1691.mil Anna Magdalena , Freyin vonOdersky ; und Carolum Josephum , Grafen von Hoditz undWolgranitz, Bischöfflich - Olmützischen Rath und Lehn-Rechts-Beysitzer, so sich mit Eleonora Barbara, Gräfin von Tentzin,vermählet , welche ihm verschiedene Ander gebohren. LucäSchlesische chronick, p. 1724. Lehmanns jetzt - herrschendesEuropa . Weingartens Fürstenfp. p. z;r.

Hodu, ist der nähme, welcher dem Persianischen meer - bu-sen gegeben wird.

Hohy , (Humvhred) ein hochgelehrter Engellander, florirtezuTnöeoes X VII. sxculi. Er studirte zu Oxford , allwo er Fel-low oder Socius in dem Collegio Wadhamensi , hernach an.168a. Magister Artium , ferner an. 1689. Baccalaureus Theo-logiac und endlich Königlicher Professor der Griechischen sprächeund Archidiaconus war. Wegen seiner qeschicklichkeit wurde erauch zu einem «sacellan zweyer Ertz - Bischöffe von Eantelberg,Johann Dllotsons und Tbomä Tenison, nach einander ange-nommen. Noch in seinen iüngern jähren gab er seine Disserta-tionem contra Hiitoriam Aristex an. .1684. heraus , welche ihmzwar bey den Gelehrten durchgehends grossen rühm erworben ,aber doch If Voßii zorn wider ihn erregt, welcher ihn inseinem AppendiceObscrv. in P. Melam spottswcise nur juve-NSM Oxonienkem genennet, und mit grossem Hochmuth em-pfangen ; Hody aber blieb ihm nichts schuldig, und behaupteteseine meynung von der supvvsitivn des falschen Aristea in sei-nem grossem wercke de ßiblior. Textibus Origin. Vers Grxc.& Lat. infol. 1705. tapfer und mit solchem Nachdruck, daß we-nig Gelehrte forchin Voßio beypflichteten. Man hat über dasvon ihm: Hissen, de Joh. Malala ; Redargut. Schismat. novi

AngUcani ; The Cafe of Sees vacant bv unjust or uncanoni-cal deprivation gegen einem tractat H. Dodwels, in welchemderselbe das recht der entsetzten Bischöffe verfochten ; The Re-iurrection of the tarne body afferted. Er hatte auch vor einSyntagma Historico - Chronologicum de Ptolemaeis lEgypti Re-gibus und anders heraus zu geben, daran er durch den an. 1707^erfolgten tod verhindert worden. Ex ejus frript. Cata/, libr _Novell. Litter. *

Hoe von Hoencga, (Matthias) war von adelichen eiternin der Kayserlichen reydentz - stadl Wien den 24. febr. an. i;8°.gebohren. Zum vatter halte er Leonhardum Hoe von Hoeneck,damaligen Rath bey dem Ertz - Hertzoge von Oesterreich . Seineeitern liessen ihn in der gottesfurchtwie auch in den adelichenund ritterlichen ubungen unterrichten, und schickten ihn auf dieUniversität Wittenbcrg. An. 1601. den 2;. oct. wurde er Li-centiatus Theologie, und in dem folgenden jähre darauf Chur »Sächsischer Hof - Prediger. In dem dritten jähre wurde erüber die gantze Plauische Superintendur im Voigtlande gesetzt,und kurtz hernach in Wittenberg zum voctore Theolog!® ernen-net. Nachgehends wurde er nach Prag zum Directorio derTeutschen Archen beruffen , welches er zwar annahm, abernach zwey jähren wieder nach Dreßden als Ober - Hof- Predi-ger und Kirchen - Rath kam. An. 1604. reisete er mit seinemChurfürsten auf den zu Naumburg angestellten Land - tag, unddas jähr darauf muste er den Visitationen der Universitäten zuWittenberg und Leipzig , an. 1617. aber der in gaytz Sachsenangestellten general - Visitation mit beywohnen. Über dieses,daß er mit dem Churfürsten zu selbe gehen müssen, ist er auchzu vielen andern wichtigen affairen gezogen worden. Mit Eli.sadetha Heidelbergerin, aus dem adelichen stamme der Heidel-berger in Ruhdorff und Voigtstadt, zeugte er 6. söhne und 4.töchter. Die söhne, so viel derselben lebend blieben, sind zuhohen ehren - stellen gelanget, die töchter aber an vornehmeadeliche geschlechter vermählt worden. Er starb den 4. wart.an. 1645. Pufendorff wiü ihm schuld geben, als habe er sichvon dem Kayser mit gelde bestechen lassen, um den Churfürstenvon Sachsen zu dem Pragerischen friedens - schlusse zu bereden.Auch schiene er vorher» nicht wenig beygetragen zu haben, sei«nen Fürsten wider den unglücklichen Pfaltzgrafen Fridericumund die Böhmen auszubringen; wie dann seine sehr heftige feind.seligkeit wider die Reformirke nicht zu läugnen ist. Und wie ersich der Vereinigung mit den Reformirten auf das heftigste wi-dersetzte , also zeigte er nicht mindere schärfe gegen das Papst-thum , und war sich nicht wenig zu verwundern, daß er an.1628. da eben des Kaysers Ferdinandi II. und der CatholischenGigue macht in Teutschland am grösten war, sein sechstes buchüber die Offenbarung Johannis, unter dem titul: Judicium& Excidium Meretricis Babylonise Romanx , heraus gab;wie dann die Catholische in ihren streit - schriften Wider die Pro-testirende sich hierüber nur zu viel zu beschweren wissen, undimmer, wiewol nicht mit bestem recht, daraus beweisen wol-len , daß man auch von dieser seilen gerne gemalt brauchte, woman nur die Mittel darzu an der Hand hätte. Wenigst hatHoe dadurch die Verleumdung, welche anfangs von einigen wi-der ihn war ausgestreuet worden, als wäre er im hertzen Papi«stisch, mit Nachdruck widerlegt und zernichtet. Seine schriftensind folgende: Solida Detestatio Papx & Calvinistarum; veraCalviniltarum Descriptio; Labyrinthus Papisticus contra nugasJacobi Gretseri ; Commentarius in Ep ist. Pauli ad Galatas ;Commentarius in Apocalypsin &c. Einige wollen, er habeauch die Vertheidigung des Evangelischen Aug - Apfels verferti-get , andere aber versichern, daß er nur die präfation beygefügt,Gerhardus aber das gantze werck ausgearbeitet, witten. me-iner. Theol. Pipping. in epist. ad Thom. Crenium de defsnsio-ne pupillx Evangelic®, p. 8. Mayer, in elog. Hapfner, quodprxmiilt isagog. ad usum Coenx Dominicx. Epist. Ecclef. UTheo!. Remonßr. ep. 6)8- Bojfuet, explic. de lApoc. danslavertissem. p. 2. Bayle. *

höchst, eine zu dem Ertz - Stift Mayntz gehörige und zwi-schen den städten Mayntz und Francksiirt, nur eine meile vondieser letztern, gelegene kleine stadt, dabey der ffuß Nidda sichmit dem Mayn vereiniget. Sie ist an. 1^2. dem Ertz - Biß-thum von dem Kayser geschencket, das schloß aber von dem Ertz-BischoffJohanne, einem Grafen von Nassau, an. 1404. mitsolchem eifer gebauet worden, daß er selbst , um seine Vasallendesto besser anzufrischen, kalck, steine, und andere Materialien,zugetragen. An. 1612. erlitte Christian von Braunfchweig beydiesem orte eine grosse Niederlage. Tromsd. winckelmannsbefchreidung Hessen . P. II. c. w. von der Wetterau. Lebender Churfürsten zu Mayntz, p. 7? < 5 · seq·

Hocken, ein altes geschlecht im Holsteinischen , daraus an.1,90. und 1397. Dietrich gelebt, und Moritz an. 1566. HertzogJohannis des altern Marschall zu Hadersleben gewesen. Jonasab Elverveld , de Holfat. in descript. Elzevir. p. 142. Danck-werths befchreidung von Schleßw. und Holstein, P.I. c. j. p. 17.

Höfingen , (Truchfeß von) siehe Truchseß.

Hoeicheu, eine stadt in Nanquin, einer provintz in China ,welche z. andere städte unter sich hat. Sie liegt siidwärts gegenChequiam zu, in einer gebürgichten landschafft. Baudrami.

Hoeicheum, eine Chinesische stadt in der provintz Kintung,welche neun kleinere städte unter sich hat, und am meer lieget.

Buudrund.

* Hoelda,