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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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zukam , daher, als der Plebs mit in die Judicia zu sitzen kam,konnten sie auch beysitzer werden. Sigonius , de ant. jure civ.Rom. II. 14. Pitijcus. *

Abertiner , von welchen in der Apostel-Geschichte VI. 9.gedacht wird, daß sie zu Jerusalem eine synagoge oder schule ge»habt, werden vor solche Personen gehalten, welche sich zu demJüdischen glayden bekennet, nachdem sie vorher aus der leibei-grnschafft in die freyheit gesetzt worden, oder welche freygelas-sener leuthe kinder gewesen.' Denn daß viel von dergleichenPersonen Jüden worden, erhellet aus dem Philvne; und istferner nicht unglaublich, daß zu einer zeit, da so viel synagoge»zu Jerusalem gewesen , auch einige Jüden-genoffen von frey-gelassenem geschlechte, um ihren eifer zu bezeugen , eine der,gleichen auf ihre kosten bauen, und von ihrem stände her nen-nen können. Andere meynen, es komme dieses wort her vondem Hebräischen lubar, d. i. erhaben, weil nemltch die ober«wehnte synagoge an einem hohen orte gestanden. An. -52;. ha-ben sich in Holland und in Brabant gewisse Fanatici hervorgethan, welchen man gleichfalls den nahmen Libertiner beygelegt. Derselben Urheber waren Quintus, ein schneideraus der Picarbie, und einer, nahmens Cvpin. Ihre lehr-sätzewaren, baß alles in uns durch den H. Geist geschehe; daß diefünde eine blosse embildung sevz daß die Hussein einer blossen Ver-neinung oder verläuguug der fünde bestehe; Christus sey aus demGeist GOttcs und aus der einbildung gleichsam zusammen ge-setzt; was man die H. Schrift nenne,seh zu verwerten; unter wasvor glaubens-genossen man sich befinde, denselben könne mansich gleich stellen ; u. s. w. Libertiner pflegt man auch in demgemeinen leben alle diejenigen zu nennen, welche in g/aubens-sachen , oder in andern dingen, sich an keine ordentliche richt-schnur binden lassen, sondern alles »ach ihrem eigenen gutdün-cken thun oder statuiren wollen. Tbom. Godsvin. de rit. Hebr.civil. & eccles. lib. 11 . c. 2. Tremell. not. in Act. VI. 9. Forbes.instruct. hist. Theol. lib. I. c. 34. §.. c. 37. §. 11. lib. XII.C. 9. §. 6. *

Eibeten,ist die siebende und letzte berg-stadtin Ober-Ungarn ,zwischen Mura und Zips gelegen. Nahe dabey liegt ein grosserberg, welcher wegen der häufigen ungewllter teufels-hochzeitgenennet wird. Onel. rediv, p. 23.

* LIBICI, oDec LEBICI, IEBECTI, LIBICII, LEBYCI,LIBETll, LYBICI, ehemals ein Gallisches volck, welches sei-nen sitz mit den Laevis zwischen den Taurinern und Jnsu-briern gehabt haben soll, mit welchen letztern völckcrn es infreundschafft und bündnisse gestanden. Zmer. itin. ltal. p. 32.Die Haupt-stadt derselben soll das heutige Vercelli gewesen seyn.

Leander, defcr. ltal. Cluter;u< , ltal. antiq. 1 . 23. J. G. D.T.

gelcgenh. Savvy. und Piemonts, 11 . 1. p. 144. Schauplatzhes kriegs in Italien , 1702. ablh. II. p^ 194. ZeUer. 1. c.p. ,2. 42. Nächst dem Lomeüo und Cozo, oder wie diese dreybey den Alten heiffen, Vercellä, Laumellum und Cutiä. t to.

lemaui. Fiimu· , hist. nat. 111 . 17. i tuiinger. tab. ap. Polyb.

II. 17. heissen sie Eebecii. Cluverius, 1 .c. ziehet auchhieher des Livii XXI. 38. Libui, oder, wie andere haben, Le-buis; dieser meynung scheinet eben derLivms, V. 33. zu wider-sprechen , allwo er saget, daß die Libui diejenige gegend innegehabt , wo hernach Brixia und Verona gestanden haben.Ceüarius, not. orb. antiq. II. 9. §. 93.

LIBITINA , eine Heydnische göltin, welche zu Rom einentemvel halte, worinnen alle dinge, die zu einem leich-begängnisgehörten, aufbehalten wurden, die hernach den Libitinariis,so wie es ein jeder haben wollte» entweder abgekauft oder abge-dorget wurden. Plutarchus meldet, daß diese göttin von eini-gen vor die Proserpina oder Königin der höllen , von andernaber vor die Venus gehalten ivorden, welche dahero ihren nah-men von dem Worte libitnm oder Iibido, so Wollust Heister,hergeleitet haben. Plutarchus scheinet selber dieser meynungzu seyn, wie er denn sagt, daß die Ursache, warum die Rö-mer alles leicheri-geräthe in der Veneris tempel verwahret, die-se sey, um den menschen ihre sterblichkeit zu gemüthe zu fuhren,und anzuzeigen, daß, so bald ein mensch gebohren, er auchgleich reif zum sterben sey; dannenhero sie die qottin , so überdie Ursache oder den Ursprung des menschlichen lebens herrschet,auch zur ober-anfseherrn der leich-begängnis gemacht. Plutarcb.in Numa & problemat. Uvius , lib. IV. Sueton. in Neron.Valer. Maxim.

LIBITINARII, waren zu Rom gewisse Männer, welchesich in der Libitin* tempel aufhielten, bey denen die verstorbe-nen angegeben, von ihnen aber in die todte» - register eingetra-gen wurden. Sie hatten auch alles zu verkauffen , was zu ei-ner leiche gehörte, und halfen die todten mit anputzen, undrnrechte machen» daher sie von andern leuthen nicht eben son-derlich ästlMirt wurden. Meursius & Pitifcus. Kircbmanaus ,de tun. Rom . I. 9.

* Etbna, oder Labana, Lebn», Lobana, Lomna,ehemals eine Königliche stadt zwischen Eglon und Makeda,die Josua gewann, den König samt allem volcke darin« todt-fchlug, und sie folgends den kindern Juda übergab. Jos. X.29. seqq. XII. 13· XV. 4». Diese räuinlen sie ferner den Levi-ten ein. Jos. XXI. i;. l. buch der Chron. VI. 37. Zur zelt desKönigs Joram fiel Lidna von dem Reiche Juda ab. 2. buchder Könige« VIII. 22. 2. buch der Chron. XXI. io. Joßpkus ,

Histor. Lexitm IV. Theil-

'AgycuiXo?. IX. 3. n. 1. Zur zeit des Königs His,kiä ward diese stadt von Sanherib , dem Könige von Assyrien ,belagert. 2. buch der Könige, XlX. 31. Es. 8- Zur

zeit Hieronymi war Lobna ein dorf , im gebiethe der stadt Eleu-Iheropo^A gelegen. Hieronymus , de loc. Ebr. Dappers derschreib. Palast, p. 246. Ceüarius , notit. orb. antiq. 111 . 13·§·

Eibo, ein vortrefflicher Baumeister zu Elis in Peloponneso ,lebte in der LXXX. Olymp, oder 438. jähr vor Christi geburt,und bauete den berühmten tempel des Jovis Olympii nahe beyPisa in Griechenland , allwo die Olympische spiele gehaltenwurden. Dieses gebäude wird von Pausania beschrieben,lib. V. Eliac.

Etbochowitz, eine in dem Leutmeritzer-kreise in Böhmen ,2. messen von Slan, an dem ffuß Eger, gelegene stadt, wobeydas wüste berg-schlvß Hasenburg befindlich, welches an. 734.erbauet worden, und einer Freyherrlicheu familie, so a». 1663.erloschen, den nahmen gegeben. Es hat dieselbe nicht allein daSErb-Truchsessen-amt in Böhmen,sondern auch die höchsten geist-und weltliche dignstäten besessen, wie sie denn einen Ertz-Bi-schoff zu Prag , viele oberste Burggrafen, Appellalions-Präsi-denten, Statthalter, rc. hervor gebracht. Baibin. tab. stemm.P. IV. Weingartens Fürsten -fpiegel, P. I.

* Eibolo, eine landfchafft in Nieder-Aethiopien, der land»schafft Quisana gegen mittag gelegen , stössct gegen morgen anMonvmotapa , gegen mittag aber an das Bengalische gebiethe,und ist in verschiedene land-striche , deren nahmen aber unbe-kannt find , getheilet, wiewol die Portugiesen sthon vor vielenjähren mehr als 30. davon unter sich gebracht haben. Es befin-det sich eine grosse menge Viehes , auch wilder thiere und«gel, sonderlich aber viel dienen darin«. Dappers beschreib.Afticä, p. 398.

* LIBONOTHANI, ober LIBANOTHI, LIBONOTHI,ein gewisses volck, so ehemals Libonothien bewohnet. Nach Eras-mo Stelln, de ox\g. Tubant.&c. ap. M>.nckm. script. rer.Germ.tom. III. p. 2032. ist es ein theil der Cheruscen. Doch ist gleich,wol nicht wenig dabey zu bedencken, da eben derselbe will , eShabe von einem Fürsten Libanotho , der zu Arminii zeikcn gele-bet, und unter selbigem gestanden haben soll , dur nahmen.Was aber bey Libonothien erinnert wird, daß es vielmehr vonLipa oder Leipzig der Haupt-stadt den nahmen haben möge,mag wohl auch hier statt finden. Gäbe man auch gleich zu,daß dieses volck ehemals einen Fürsten , nahmens Llbanothnm,gehabt hätte, so würde doch deswegen nicht folgen, daß dasvolck eben daher seinen nahmen angenommen haben sollte.Daß es aber ehedeffen einen engern begriff in ansehung derlanbschafften gehabt, und sich unter einem Fürsten dieses nah-mens, wie Erannus Stell«, 1 . c. p. 2043. will , weiter aus-gebreitet , auch bis an die Elbe und Saale die benachbartenvölcker unter den fuß gebracht habe, kan man um soviel ehereingestehen, da theils die Nachrichten von den mittlern zeitennoch sehr mangelhaffr sind, theils auch dieser völcker »ahmemehr vor Wendisch als Teutsch zu halten ist. Will man dennahmen von einem Cherufcischen volcke, Eiboniei genannt, wieErasmns Stella , l. c. p. 2043. und Garzo, de bell. Frid. Ad-morsi I. 2. §. 6. bey Hofmannen script. rer. Lusat. tom. I. P. I.p. 37. und bey Mencken, l. c. p. 1020. wollen, herleiten, sohält Minus in der Meißnischen land-chron. 14. p. iogo. diesennahmen billig bis auf wettern beweis vor ertichtet. Univers.

LtXcon.

* Abonothia, oder Libonotria, Libanothia, Liba-nothria , war ehemals ein gewisser land. strich ,n dem heutigenMeissen , dessen einwohner Libonothani u. f. w. genannt wur,den. Einige belegen das gesamte Osterland mit dem nahmenLibonotria. Albinus, Mcißn. land-chron. 14. p. - 8 ; Eccard.hist. geneal. Feine. Sax. sup. p. 231. Einige nenne» nur einentheil desselben oder das land Pleissen also, worunter jedoch Bro-tuff, chron. Hlerseb. I. 3. Anhalt. II. 9. das gesamte Oster-land , dem er aber zu enge grengen setzet, verstehet. Man/ius ,comment. Lusat. 111 . §. 2. apud Hofman. script. rer. Lusat.tom. 1 . P. 1 . p. 194. A:binus, 1 . c. 4. p. 45. Iunckers anleit.zur mittlern aevgr. ?. 11 . c. 3. p. 268. Einige iinterfcheipengar vvmOsterlande, wovon Juncker, 1 . c. nachzusehen. Eskan also auch nicht fehlen, daß nicht die grentzen verschiede»angesetzet werden sollten. Also setzen einige dieselben zwischender Saale und Mulde uvb über die Elster. Laxgius , chron.Citiz. apud Pijhr. script. ter. Germ. tom. I. p. 1239. Garzo ,de bell. Frid. Admorsi 1 . 2 apud Hofman. ]. c. tom. I. P. I.

f . 27. & ap. Mencken. script. rer. Germ. tom. 11 . p. 1022. Al-inut , 1 . c. 14. p. 18 0 · Manlius , 1 . c. apud Hofman. ). c. An-dere geben diesem lande die Mulde, Pleisse und Elster zu gren»tzen , und wollen, daß sie sich erst unter ihrem Heerführer Libo,notho bis an die Saale und Elbe zwischen der Elster und Muldeausgebreitet haben. EraJ'm/ts steßa , de orig. Tubantin. &c.apud Mencken. 1 . c. tom. III. p. 2043. 2031. Manlius & Pro-tujs. II. cc. Albinus , I. c. 14. p. ,83- Sonst rechnet man zuden ältern einwohnern dieses Lidonothiens die Herdano8, Eu-dases, Varinos und Suardones, die hernach init dem gemeine»»ahmen der Sorben beleget worden seyn sollen. Erasinus Steüa ,1 . c. p. 2043. Garzo & Langiut , 11 . cc. Man kan auch wol^ Ppp 2 leichte