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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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leickte ruaeben, daß diese völcker ehemals, wo nicht auf ein-mal, Bch nach und nach, diese landschafft besessen, daß sieaber hernach eben die sogenannten Torben gewesen sehn sollen,wird niemand glauben; man müste denn wollen, es sey nuralso zu verstehen, daß die überbliedenen von diesen volckern beyder überhandnehmenden macht der Sorben ihren nahmen vol-lends verlohren halten, und diesen beygezehlet worden. Wasaber den nahmen Libonothiens anlanget, so wollen ihn einigevon einem Fürsten Libonotho, andere von den Libomcis , nochandere aber von a<4 und n»t« , oder dem süd-und west-vdervielmehr süd-ssid-west-winde herholen. Garzo, 1 . c. II. §. 6.SteUa , 1 . c. p. 204z. Eccard. & Manlius , 11 . cc. Aber ZU ge-schweigen, daß man nicht weiß, was von Libanotho und denLibonicis zu halten sey, auch der Lidanothus sich, wie Al-bmus , I. L. p. i8°· selbst angemercket, nicht allerdings auf die-ses landes gelegenheit schicket, zumal wenn es den nahmen vonden Thüringern haben sollte; so thut man wol nicht unrecht,wenn man mit Hofmannen not. u. ad Manlium, I. c. ?.p. 194. davor hält, es habe von Leipzig , so von Lipa oder Lind»benannt worden, den nahmen, sintemal dieses, wie man ein-stimmig davor hält, der haupt-ort dieses landes gewesen. Da-her lassen sich auch vielleicht die meynungen derjenigen vereini-gen, welche ihm bald weite, bald enge grentzen setzen, wenn manbedencket, daß einige den begriff nur so weit erstrecket haben,als kein anderer ansehnlicher ort ausser Leipzig darinn vorgekom,men, andere aber das gantze land, worunter dieses der Haupt-ort gewesen, in betrachtung gezogen haben; zu geschwetgen,daß dieses landes grentzen wegen der kriege bald weitlaufttg,bald enge gewesen seyn sönnen. Daß die Rudoses darinn ge-wöhnet haben, will Stella mit dem dorfe Euderitsch bey Leip-zig beweisen , welches noch daher den nahmen haben soll. Essoll auch nach Stella, I. c. p. 2052. der ort Lodenitz von den Ll-bonothen den nahmen haben. Liboncurn ad Molpii ripam wirdbey Erasmo Stella, I. c. p. 205 2. gleichfalls unter den orterndieser landschafft erwehnet, und ist ohne zweifel Lippen im An-Halt-Dessauischen. Umversal-Lexicon.

* Libonothus , soll nach einiger meynung ein alter Fürstseyn , dessen mutter Liba geheissen, welcher nicht allein Lewzigin Meissen angeleget, und nach seiner mutter genannt, sondernauch eine gantze landschafft Libonothia von sich benannt haben

soll. Erasmus Stella , apud Mencken. script. rer. Germ. tom. III.p. 2092. Garzo , de bell. Frid. Admorii, I. 2. §. 6 . apud Hof.man. script. rer. Lusat. tom. I. P. I. p. 57. & ap. Mencken.script. rer. Germ. tom. II. p. 1020. Einige machen ihn zu ei-nem Feldherrn unter dem Teutschen Heerführer oder FürstenArminio, der die Hermundurer aus dieser gegend vertrieben, undihn dieser landschafft vorgesetzet haben soll; welches aber, wiebillich,ebenfalls vor ein getichte gehalten wird. Albinus, Meißn.land-chron. 14. p. 180. Paulllni ann. Isenac. in syntagm. rer.Germ. p. q6. Vermuthlich ist am wahrscheinlichsten , daß erein Heerführer der Wenden in der landschafft Libonothien , un-ter welchem sich diese weiter ausgebreitet, und die benachbartenvölcker unter sich gebracht haben, gewesen sey.

Libourne, eine wohl-gelegene stadt in Guienne an dem zu-sammen - flnsse der flüsse Dordögne und Isle. Sie ist an. 1286.vom Könige Eduardo I. in Engelland auf den platz gebauetworden , da vor altem der vom Poeten Ansonius so oft angezo-gene Portos Condates gelegen ist. Allhier wird der saltz-handelstarck getrieben, welches auf der Dvrdvgne in Quercy und Pe-rigord versendet wird. Piganiol de ta Force, nouv. descr. de laFrance, tom. IV. p. 54;. *

LIBRARII, so hiessen zu Rom die knechte, welche ihrenHerren bucher abschreiben musten; ingleichen die schreiber oderNotarii, welche in den Gerichten die acten schrieben. In denklöstern und Cachedral-kirchen war auch ein Librarius,der die bi-bliotheck besorgen, und bücher abschreiben lassen muste. Manfindet auch frauenzimmer, die eben dergleichen arbeit verrichtet

haben. Pignorius , de servis p. 228. Pitifcus. Scbtetgenius, diff.delibrariis & bibliopolis ant. Gips. 1710.

LIBRATORES, waren zu Rom gewisse männer, derenarbeit darinn bestund, daß sie die örter, durch welche die aqute-dudus geführet wurden, ausmessen, und erkundigen musten,wie hoch oder tief das Wasser gehen könne, und auf welchen wegman den aquteductum führen müsse. Turnebus, adv. XXIV. 3.Pitifcus.

Liburnia, ein theil vom alten Illyrien, so jetzt ein theilvon Croatien, oder vielmehr das land Morlachien und Bada-nego ist. Die besten städte darinn waren vor zelten, und sindzum theil noch, Filanona, Tersatz, Zegn, Lopur, Stari-grad, Pescha, Nona, Zara, Vecchia und Scardona, wel-che letztere noch bis dato ihren alten nahmen behält. Die Li-burnier erfanden eine art von leichten schiffen, worauf sie see-rauberey trieben, und die insuln von Dalmatien , wie auch Epi-rum osters plünderten. Weil sich Auqustus bey denselbessin derschlff-schlacht bey Actium wegen ihrer schnelligkeil wider die gros-sen schiffe Marcl Antonii sehr wohl befunden , haben die Rö-mer nachmals solche sehr viel gebraucht. Sie hatten eigentlichnur zwey ruder-bancke; wiewol hernach in den spätern zeltenauch schiffe von 3. 4. und mehr bäncken den nahmen Liburna:und Liburnica getragen. Appian. dc bell. civ. StL Ital.Kb. XIII. Hörnt. epod. 1. Lucian. in dial. E^an-sc. Nach

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diesen schiffen machten die Römer eine gewisse art von sanften,worinn sie auf ihren reisen studiren, schreiben, essen ein-schlafen konnten , welche daher Liburna gencnnet wurden.

Juven. sät. 3. *

Libuss a, Craci, eines der ersten Böhmischen Fürsten loch,ter, iRTVIII. saeculo, welche, nachdem sie dieses Königreich geer-det , selbiges eine zeitlang im ledigen stande mit grosser klugheitregierte, aber hernach , da ihre Unterthanen einen König vonihr forderten, sich einen gemahl auf folgende art wehlle; in-dem sie ihr weiffes pferd frey in das feld lauffen liesse, mit dembedeuten, daß es vor ihrem künftigen gemahl, der auf ei-nem eisernen tische speisetc, stehen bleiben würde. Auf dieseart ward Primislaus, der auf dem acker war, und sein brodlauf der pflug-schaar äffe, mit ihr vermählet. ( siehe primis-laus.) Sie machte den anfang zu erbaüung der stadt Prag ;regierte sehr löblich, und wird wegen ihrer wahrsager-kunst Si.bylla Bohemica genannt. Die jahr-rechnung ist bey ihr sehr un-gewiß, indem einige ihren todaufdas jähr Christi 30;. andereauf s 88 . und noch andere bis auf 714. setzen. Hagec. Böhmischethron. p. 9. Stransky, Resp. Bohem. c. p. 34 °·

§ibya, ist ein ziemlich stück von Africa , also genannt vonLibya , Epaphi tochter. Vor zeiten wurde es in das äussereund innere Libyen unterschieden; das erste lag über Egvviengegen mittag auf der lincken feite des flusses N»li, und rc.chiebis an Aethiopiam , wo anjetzo die wüsteneyen Elfocat und Gao-ga sind. Wiewol andere das äussere Libyen zwischen Egvvienund Marmorica, längst dem Mittelländischen meere, hinsetzen.Das innere Libyen gieng von dem berge Atlas an bis an densiuß Niger , und begriff die grossen wüsteneyen in sich, weicheanjetzo die wüsten Zaara genennet werden. Dieses ist das ei-gentlich sogenannte Libyen , und wird von Marmolio Beled Ge-neva genennet. Desgleichen wird auch Libyen eingelheiiei indas eigentlich sogenannte Libyen UNd Libyarn Marmoricamun!>Cyrenaicam , so das Königreich und die wüste Barca in sich be-greift^ Die alten benannten gantz Africam mit dem nahmenLibyen . Strabo , lib. XVII. Ptin. Ptolem. Marmol. Jörn. Lee.Jo. de Barros. Gluver. Münster . &c. (siehe Zaara.)

Licentius von Hippon, Romaniani von Tagasia söhn,ein Poet, welcher zu den zelten St. Augustini gelebet, und-gu-te freundschafft mit diesem Prälaten gepflogen. Er hat Hymnosund andere stücke verfertiget. Sein leben ist durch die Benedicii-ner-Mönche beschrieben. S. Augustin. in Acad. Popdm. invita Augustin. Paulin. &c.

* Licetus, (Iostphus) Fortunii Liceti vattcr, ein Medicinzu Genua und Prosestbr , schrieb im Italiänischen Dialogum deGenitalium Usu & Dignitate. Fortunius Licetus , de proprior,lib. bist. I. p. 6 . WelJ'cb, spec. suppl- ad bibl. Gelb. Sind. Iris.Schelbomii amcenitat. litt. tom. VI. p. 504.

Licetus, (Fortunius) war ein berühmter Medien, von Ra-pallo aus dem Genuesischen gebiethe, gedohren den;. oct. an.1377- Sein vatter war obiger Iosephüs LiLetus. Er kam im 7.monate nach seiner empfängnis auf die wett, weil seine mutter,nachdem sie auf der reist zur see von Recco nach Rapalioaüinsehr bewegt und erschüttert worden, dadurch vor der zeit ent-bunden wurde. Dannenhero man ihn eine zeitlang in eine mitbaumwollen belegte wiege that. Sein vatter ließ sich sehrlegen seyn, ihn wohl zu erziehen, und unterwies ihn selbst inden freyen künsten, Nachgehends studirte er zu Bononien vonan. 1393. bis 1599. da er wieder nach Genua kam, allwo stmvatter kurtz vorher dieses zeitliche gesegnet hatte. Hieraufpro-fitirte er die Philosophie zu Pisa, da dann ein gewisses von sei-nem vatter verfertigtes buch ihm anlas gab, ein anders zuschreiben, unter dem titul: Gonopsychanthrqpologia. Weilman aber daran zweifelte, ob diests seine eigene arbeit wäre,so gab er zu Pisa einen andern tractat heraus, unter dem titul:de Ortu Animae humanae. Als sich nun mittlerweile der NihMseiner gelehrsamkeit vermehrt hatte, wurde er an.,so;, michPadua beruffen, allwo er bis an. 1631. profitirte, und sodannwegen einiger mißvergnügung wieder nach Bononien gieng.Allein an. 164;. hielt die Republick Venedig inständig bey ihman, baß er wiederum eine Prosestor-stelle zu Padua annehmenmöchte, welches er auch that, und an. 1636. daselbst starb. Erhat 30. tractate in druck heraus gegeben, unter welchen dievornehmsten folgende sind : de Lucernis antiquis ; de Monltns,de Gemmis ; de novis Astris ; de Immortalitate Anims; aeFulminum Natura ; de Ortu Viventium ; de Cometarum Attri-butis ; de his qui vivunt fine alimentis; de Mundi & H° ml 'nis Analogia; de Annulis antiquis ; de Hydrologia sive FIusuMaris, &c. Liceti meymmg von den degradnis - lampcn derAlten hat ehemals viel disputirens in der wett erregt, w>roaber nicht mehr so sehr behauptet, nachdem Octavius scr-rarius, ein Professor zu Padua , in einer bisscrtaUvn aeVeterum Lucernis sepulcralibus solchen zu wiederlegen !>ch vor-genommen hat. Er giebt vor, daß die Alten durch vine ge»wisse geheime kunst ein unverzehrlich öl verfertigen können, oocrihre lampen also zuzurichten gewußt, daß der davon entilan>dene rauch sich unvermcrckl in öl wiederum verwandelt yaoe.Der dacht sey aus einer gewissen art von flachs geweien < wi -chen sie Asbeston oder unauslöschlich genennet, wobev er roi.gende Historien hinzu setzt: Unter des Papsts Pauli 111 . reaierungan. 1334. sey ju Rom ein grab eröfnet worden, worinn