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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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ster zu Naumburg , starb den x6. apr. an. 164?. und hinter-ließ Salfeldographiam, welche noch itt der Raths-bibliotheckzu Saatfeld im manuscripte lieget. Sagittarius , antiq. Gen.til. & Christ. Thuring. in dedic. Scbamelius , Numburg. lit-ter. n. 53. p. 79. seq. Hiliingtri memor. Aquilin. pracf.

* Liebe, (Christian Sigmund) ein berühmter Amiquariur,ward zu Frauenstein in Meissen , allwo sein vatter damals Re-ctor war, an. 1687. den 26. jul. gedohren. Nachdem erzu Freyberg , woselbst seines vatters bruder das amt eines Re-ctoris verwaltet, zu den höher» wissenschafften einen gutenrund geleget, zog er an. 1706. nach Leipzig , horte allda dieerühmten Theologos , Ittigium, Godofr. Olearium, Gunthe,rum und andere mehr, fand aber sein gröstes vergnügen inden Studiis humanioribus, und nahm hiernächst an. 1714.den titul eines Magistri Philosophie an. Als er nun hieraufdurch unterschiedene disputationen sich bekannt gemacht, unddaneben eine zeitlang das amt eines Unter - Bibliorhecarii aufder Raths - dibliotheck verwaltet, kam er an. 1721. nach Go-1 ha, unterrichtete allda etliche von den Printzen in der Histo,rie und andern wissenschafften, und reisete sodann auf besehtseines Fürsten nach Holland , Engelland und Franckreich, daer denn die vortreflichsten müntz - cabinete und dibliorhecken mitdem grösten fleiß besuchte, und daher nach seiner juxückkunftmit dem titul eines MÜNtz-Cabinets-8eererarii und Anriquariidem Gothaischen kostbaren müntz-cabinet vorgesetzet wurde. Erstarb den 7. apr. an. 1736. und hinterließ verschiedene schrif-ien, als da sind: Gotha numaria in fol. ein Track, worinn erdie Französische müntze mit der aufschrift: Perdam BabvlonisNomen , wider Harbuinum zu vertheidigen gesucht; Oiarr. depseudononymia s. Calvini ; Lebens«beschreibungen der vor-nehmsten Theologorum , welche an. 1330. den Reichs-tag zuAugspurg besuchet; Nachlese zu Heinrichs des erleuchtetenLebens - beschreibung , welche letztere I. Gottlob Horn kurtzvorhero an den tag gegeben hatte. Endlich nahm er sich auchvor, Juliani Cadares mit verschiedener Gelehrten anmerckungenvon neuem an das licht zu stellen, weil er aber unter währen-dem druck des wercks mit tode abgieng, ist diese aufläge vonJoh. Mich. Heusingero vollends besorgt, und heraus gegebenworden. Neue Zeit. von gelehrten fachen, 1736.

t Liebeck, ein berg - schloß und Herrschafft in der Graf-schastl Lentzburg, war ein stamm - haus der Edlen von Lie-beck, von welchen Rudolph an. 1309. Scholasticus im StiftMünster , und an. 1333. Probst zu Bischoffszeü gewesen. Hanslebte an. 1415. und Hermann an. 1427. von diesen kam Liebeckdurch hmrath an die Edlen von Lauternau. Von den Edlenvon Lauternau ist diese Herrschafft an die von Russeck, und vondiesen durch heurath an. 1491. an Rudolph Herport von Wil-lisau , und dessen söhn Wilhelm Herport, endlich aber an.1637. an die von Graviset gekommen. Gr. Manuscrii-

ta. *

Liebemühl, ein schloß und städtlein in der Brandenburg-Preußischen provintz Pomesanien, wo die Bisch öffe dieser pro«vintz zuletzt refidiret, soll um sich her bey 70. sten haben, preuß.Staate geogr.

Liebenau, Ltevenov, ist (x) eine kleine stadt, nebst ei»nem Amte, in Nieder-Hessen an dem fluß Dymel, 3. Meilen vonCassel . (2) Ein kleiner dem Churfürsten zu Hannover gehörigervrt in der Grafschafft Hvya, welcher durch den fluß Owe ge-rheilet wird, davon der theil nach norden zu, Liebenau , derandere nach mittag zu, Burgdorff genennet wird. Tromsd.

Liebenau, diese alte adeliche familie in Meissen ist zu un-terscheiden von dem adelichen aeschlecht von Liebenau in derSchweitz , so von den Vögten von Summer und Praßberg ab-gestammet , und von dem Ritter-sitz Liebenow den nahmenangenommen. (siehe Vogt von Summerotv.) Von denenvon Liebenan in Meissen sind 3. brüder, Heinrich, Richardund Bartholvmaus an. 1279. Mönche in dem kloster Alten-zcll gewesen ; die beyden letztem haben auch in gedachtem jährein dipioma, so Bischofs Friedrich zu Merseburg dem klosterAltenzell gegeben, als zeugen unterschrieben. An. 1671. starbJoh. Sigmund , Chur - Sächsischer geheimer Kriegs-Rath ,Artillerie-Oberster, Cammer-Herr und Ober-Commendant derChur-Sächsischen vestungen , wie auch Ober-Inlpeekor der for-tificationen und Amts-Hauptmann zu Pirna . An. 17,3. warJoh. Haubold Polnischer und Chur -Sächsischer Rittmeister derRitter-pferde, seine beyde söhne aber befanden sich in Königl.Polnischen diensten als Hauptleuthe. Knuut. prodr. Misn. Schle-gel. de Cella veteri.

* Liebenau, ein ort im Schlesischen Fürsienthum Schwi-buß, weiches zum Glogauischen gerechnet wird, eine meilevon Schwibnß, an den Polnischen grentzen gelegen, heisset beyTromsdorffen in der accur. neu-und alten geogr. von Teutsch!,ix. p. 762. ein berühmtes kloster und flecken, bey Lucä inSchles. denFw. IV. 13. p. 1396. aber ein kleines städtgen,und ist ohne zweifel das ehemalige schloß Labnau im Glo-gauischen , dessen lM diplom. Bohemo-8iles. bey von Ludewig'reliqq. manufcr. diplom. tom. V. p. 638. bey dem 1329. jähreMeldung geschiehet.

Liebenberg , ein berg -schloß und Herrschafft in Unter-Kärndtcn, nicht weit von dem fluß Glan, zwischen St. Veitund Glaneck.

Histor. Lexicm IV. Theil»

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* Liebenberg, ein schloß und stamm-haus eines adelichengeschlechts , in der Schweitz im Thurgöw an der Töß über Ky-burg gelegen, kam nachgehends an die von Breitcn-Landen-berg, und von diesen kaufs - weise an die von Langenhart.Stumpfens Schweitz. chron. V. 29. p. 103.

".Liebenberg, ein schloß in der Schweitz im Zürchgöwzwischen Gruningen und dem Greiffen-see < im Brand genannt,gelegen, hat vor dem zur Herrschafft Grüningen gehöret, undnach dem die Gielen zu Herren gehabt, welche sich daher Gielenvon Lrebenberg genennt haben. Stumpfens Schweitz. chron.VI. p. 12;.

Liebenburg , ein Amt und schloß in dem Stift Hildesheim,hart am Schladischen, durch welches die Wcrra nach derOcker fleußt.

* Liebenfels , oder Libenfels, ein vestes berg - schloß inNteder-Kärndten nicht weit von St. Veit . Im 1488. jähre hal-te es ein Schencke von Oesterreich , nahmens Hans, der vomKayser damit bestehen warb, einem dürger zu St. Veit verse-tzet , dem es von den Ungarn abgenommen, devestlgel, unddem lande daraus grosser schaden zugefüget ward. Umeßus ,chron. Austr. apud Hahn. collect. monument. vett. & recent.tom. I. p. 139. seq.

* Liebenfels , ein schloß im Thurgöw, auf einem berge un-ter Mammvren gelegen,stund vor dem einem geschlechte gleichesnahmens zu, und kam hernach an die Lantzen. Ungesehr umdas jähr 1480. ward es von den Evdgenvssen, weil LudwigLantz einem gegen sie beygestanden hatte, eingenommen, undgeplündert. Im 1529. jähre aber ward es von den Thur -göwern belagert, und eingenommen. Es gehören iönst emigerechte am dorf Eschentz zu diesem schlösse. GtumpsensSchweitz. chron. V. 13. p. 71.

* Liebenfels , ein adeliches geschlecht im Thurgöw, welchesvorhergehendes schloß zum stamm - hause gehabt, wirb , nach-dem man das Thurgöw zu Schwaben oder Schweitz rechnet,auch den Edelleuthen dieser lande beygezehlek. Tromsdorffsaccur.neue und alte geogr. von Teuljchl.4. p. 189. Grump, ensSchweitz. chron. V. 13. p. 71. Crujü annal. 8uev. P. 111 .üb. VIII. c. 1;. p. 113. Das wapen desselben zeiget nachdem wapen-b. V. p. 18. im rothen schilde, und auf demmit einem rothen küssen belegten Helme einen silbernen flügel,die Helm-decke aber ist silbern und roth. Bey Stumpfen 1. c.findet man ein doppeltes wapen, nemlich von Alt - und Neu- -Liebenfels. Darin» zeigen sich zwey flügel. Auf dem schilderuhen zwey Helme, auf deren erstem ebenfalls ei» flügel, aufdem andern aber ein Hut, und darüber allererst der flügel zusehen. Aus diesem geschlechte wird H.. im 12;2. jähre alszeuge im Stifts-briefe zu Feldbach angeführet. Stumpfe, l. c.Im 1297. jähre war Hermann des Bischoffs zu Costantz Pfle-ger zu Klingenau. Stumpfe, I. c. Jacob Anton war im 1732.jähre Dom - Herr zu Costantz. Mosers fortf. Cnjii annal.

Suev. 3. §. 10. p. ; 78 .

Ltebenstein, eine alte adeliche familie in Schwaben , welchemit der von Gemmingen einerley wapen führet. Sie hat ihrstamm-schloß Liebenstein (wobey ein flecke») in dem Hertzog-thum Würtemberg, zwischen Marbach und Lauffen, so sie nochheut zu tage nebst den guthern Klebern, Schlatt, Holtzheim,Bartendach, Bönigheim, Kaltenwesten, Ottmarsheim ,Eschenbach, Steinbach, Sersheim , Theiningen und Jeben-hausen besitzet. Es erhellet dero alterthum und ansehen schondaraus, daß Jacob von Liebenstein an. x;o;. zur Churfür»iii-chen und Ertz-Bischöfflichen würbe zu Mayntz gelanget, Mo-ritz ist Oberst-Lieutenant über die Schwäbische Reichs-völckecgewesen, welche an. 1344. wider den Türcken m Ungarn uj selbegezogen. Bürgermeister, vom Schwäbisch . Reichs-Adel.

j Liebenthal, oder Libenchal, Lübethal, Lübenchal,Löwenthal, tat. Teovallis, eine kleine Schlesische stacu imFürsienthum Janer im Lemberglschen Wcichbildc, nahe beyGreiffenberg, welche den nahmen von ihrem lreblichen lagererhallen haben, und im 1291. jähre von Hertzog Boicken er-bauet worden seyn soll. Najonis Phoen. red,/. '/.e,ku ropogr.Bohem. p. 157. idn. Germ. 30. p. 63;. TromödorffSaccur. neue und alle geogr. von Teutfchl. 1 x. p. 734. Luca,Schief, denckw. IV. 3. p. 96a. Bey der stadt findet sich einJungfrauen-kloster Benedictiner-ordens, dessen Aevußin die ju-risdiction über die stadt hat, welches im 1221» jähre von ei-ner vom Adel, nahmens Gutta, angeleget worden, nebst derschönen kirche St. Materni. Nächst an dem kloster stehet diekleine capeüe St. Ursulä in der stadt, nächst dem thor aberdie kirche zum H. Geiste, und ausserhalb die St. Anna - kirche.Lucä, >. c. Im 1421. jähre plünderten 23. räuber bey nachtdas kloster, und nahmen den besten kirchen-schmuck mit sich,und im 1426. jähre legten es die Hußiten in die asche, plün-derten es rein aus, und thaten den Nonnen allen verdrnß an.Sonst ist der ort selbst wegen des siarcken Handels mit demgarne, das man loth-garn nennet, berühmt, und im 1640.jähre in Schwedischem besitze gewesen. Z*n. & Luca , 11 . cc.

Liebemverda, oder Liebemverdau, ein städtlein, schloffund Amt in dem Sächsischen Cbnt-krejs, an der jchwarbcnElster zwischen Warenbrück und Elsterwert gelegen, auf derLaußmtzischen grentze. Der Churfürst Rudolphus II. vonSachsen , Manischen stammes, hat an. 1384» denen Rammels-Qflfl * havn