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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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des Spanischen succeßions - kriegs und der St. Gallischen unsruhe in der Grafschaffk Toqgenburg, darüber cS zwischen denCatholischen und Protestantischen Cantons endlich gar zu ei-nem offenbaren kriege gekommen , sehr verwirrt ausgesehen,recht wohl gefunden. Ein zeugnis davon legt das mit denCatholischen Cantons an. 171;. getroffene particular-bundnisab, welches er in geheim mit denselben zu Solothurn geschlos-sen, nachdem er deshalbeu viele mühe und kosten aufgewen-det. Das jähr vorher hatte er die ehre, als zweyter König-licher Gevollmächtigter den 7. stpt. an. 1714. den friedenmit dem Teutschen Reiche zu schlieffen. Au. 171;. nahm er vonden Schweitzern abschied, und gieng als ausserordentlicherAmbassador nach Wien , allwo er den 19. apr.an. 1716. mitgrossem pracht feinen öffentlichen einzug hielte. Den 16. mertz<m. 1717. reisete er wieder von darnach Hause, nachdem erden 12. fedr. vorher feine abschieds - audicntz erhalten. Ernahm sodann besitz von dem Gouvernement der Porquerolli-schen insuln, zu welchem er bereits im may an. 1712. er-nennet worden; wie auch von der stelle eines ordentlichenSlaats-Raths, die er an. 1714. erhalten. An. 1722. wohnteer zu Rheims der crönung des Königs bey, worauf er den 2.febr. an. 1724. zum Ritter des H. Geistes erkläret, und den3. jun. gewöhnlicher müssen darzu installiret wurde. Seinegemahlin war Louise Maria Charlotte de Fourbin , eine koch-tet des Marquis Francisci von la Marthe, seiner mutter bru.ders, die bereits an. 1700. gestorben ist, mit der er sich den13, jun. an. 1674. vermählet. Sie hat ihm unter andern ei-nen söhn, nahmens Caspar Magdalon Hubert, gebohren, derbisher den titul eines Marquis von Luc ««führet, und alsGeneral -Lieutenant der armem in Königlichen dicnsten stehet.Der söhn desselben heißt der Graf von Vintimille, und hatvor weniger zeit die bekannte Marquisin von Mailly aeheura-Ihet. Er starb endlich den 19. jul. an. 174°. auf seinemschlösse Savigny in dem 88. jähre seines alters. AUa su-hlten.

Huc, ( Gottofridus du) ein Edelmann aus Provence, wel.cher des Griechischen und Lateinischen wohl mächtig war.Er verfertigte gar artige wercke in Provencialifchen verfen, undstiftete auch eine Academie, allwo gewisse Gelehrte zusammenkamen, um sich in den wissenschafften zu unterreden. Er starb1340. Noflradamm, hist. des Poet. Prov. Du Maine &Vauprivas , bibl. Franq.

* Lucä, (Friedrich ) ein söhn Iohannis, Rectoris zu Brieg,war daselbst im jähre 1644. den 2. aug. gebohren. Nachdemer sich zu Hause und auf Akademien in der Historie und Theo-logie veste gesetzt, ward er Decanus der Cathedral-kirche in Ro-tenburg an der Fulde, auch ein Mitglied des historischen Rcichs-Collegii, und starb den 14. may an. 1708. Seine schristenstnd : Geistlicher Welt-schlüssel; Schlesische Fürsten-crone, un-ter dem nahmen Friedrich Lichtsterns; Schlesiens Denckwür-digkeiten oder vollkommene Chronick; die Verabgötterte Fon-tange, unter dem nahmen Florentin Leonhards von Hvhenuf«fcr; Abdalla Hesin, oder der vom Heyden - zum Christenthumbekehrte Arabische Jüngling rc. unter gleichem nahmen; Kir-chen-Comvaß vor den Geistlichen Pilgrim ; der AufrichtigePietist; Oraniens Triumph - und Ehren-fahne; des H. Röm.Reich uralter Grafen-saal; Fürsten -faal; Europäischer Heli-kon, welches sein söhn, Carl Lucä, nach des Verfassers tode aus-gegeben. Univ. Lexicon.

Lucanja, eine alte provintz in Italien , so ein stück vonGroß-Griechenland war. Die cinwohner stammeten von denBruttiis, oder wie Plinius sagt, von den Samnitibus her, welcheunter anführung eines gewissen Generals, von dem das land die-sen nahmen bekommen, sich längst den küsten von beyden meerenunter den Apuliern, Calabriern, Hirpinern und Picentinern nie-derliessen. Ihr land gieng auf einer feite bis an den fluß Laus,welcher in das Mittel-meer sich ergeußt, und begriff denjenigentheil in sich, so jetzo Basiltcata geneunet wird, nebst einem gros-sen stücke von dem sogenannten Principatu citeriori. Der ande-re theil von Lucania war ein stück von dem heutigen Cala-drien. Als die Römer mit ihren Waffen bis in diese gcgenddurchdrungen, machten die Lucanier, so vorhin noch keinen zwistWider sie gehabt, mit selbigen A. ü. 427. einen, obwol unglei-chen, bund, vermöge welches die Lucanier jenen zu ihren vorfal-lenden kriegen hülffe von Waffen und volck versprechen musten.Doch brachen sie den bund noch in selbigem jähre, da eben dieRömer mit den Apuliern zu thun hatten. Allein als diese Über-wunden, fielen jene in Lucanien ein, und thaten diesem volckein verschiedenen jähren so grossen abbrach, daß sie sonderlichnach der durch den Bürgermeister Q. Aemilium bcfchehenen«roderung der stadt Nerulum für ein gluck halten musten, stchohne andere bestrafung den Römern zu unterwerffen.Nachmalsblieben sie diesen einige zeit getreu. Und als sie deswegen A. U.455. von den Sammlern angefallen wurden, erhielten ,,e schützwider seidige, und ward der vorige, obwol ungleiche bunderneuert, A. U. 46;. hingegen nahmen sie wieder antheil ander gemeinsamlichen empörung, so die Samniter, Tarentiner,Brutcicr und andere wider die Römer untersiengen. Es schlugihnen aber allen übel genug aus,und finden wir in denRömifchenttlumph-verzeichnissen, daß M. Curius A. U. 46;. C. Fabri-cius A. U. 47;. C-Junius Brutus A. II. 476. und wiederum imfolgenden Q. Fabius Gurges, ferner auch L. Lentutus undHistop, laxiern IV . Theil»

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C. Claudius Canina, und endlich A. U. 481. Sp. Carvilius und"L. Papirins über diese sämtliche zusammen-verschwvrnen völ-cker triumphiret haben; womit sie auch völlig unter das jochgebracht worden sind. Die vornehmsten städte darin» sind,Piesto , Pifciota, Policastro, Torre di Mave, Pelicore, Eiba-ris, Potenz«, rc. da es zu den Römischen zetten Pästum oderPosidoma, Velia, Palinurus und Buxentumam meer, land-wärts aber Compfa, Volsci, Blarrda, Grumentum, Potentia,und sonderlich die Haupt - stadt Petelia gewesen sind. Tit. Lw.

Just. OroJ. &c. Cluver. descr. Ital. Cel'ar. not. otbis antiq.*

^5 u cantsci)t5 von Hertenfels, eine adeliche familie inOber-Cram, von welcher Lucas Lucantfchitz um das jähr -471.sich wider die Turcken an den Croatifchen grentzen tapfer ver-halten. Sein enckel, Petrus,diente lange zeit indem kriege,ward endlich an. Anitmann zu Stain, kaufte eisen-bergwercke und andere güther in Oder-Crain, welche seinenachkommen annoch besitzen. Sei» söhn Gregorius war an-fangs des Kaysers Ferdinandi Kriegs-Lvmmillarius , und eingroß-valter Gabriels Lucantfchitz in Alten-Lack, welcher zuerstden beynahmen von Hertenfels angenommen. Er starb an.1683. als Kayserlicher Rath, Lomes Palatinus , der Landes-und Hof-Rechte im Hertzogthum Crain Beysitzer und Land-jchreiber, im 6;. jähre seines alters, und hinterließ JohannGottharden Lncantschitz von Hertenfels, Herrn zu Alten - undKlein-Lack, Kayferlichen Rath, Vizdvm des HertzogthumsCrain, wie auch der Landes- und Hof-Rechte Beysitzer, welcherseinen stamm mit unterschiedenen söhnen fortgesetzet. Ser-ferts ahnen-tafel.

^ucanuo, war einer der vornehmsten schüler und anhän-ger des berühmten ketzers Marcionis, der aber in gewissen stü-cken von den andern anhangcrn des Marcionis soll abgegan-gen seyn. Epiphanius und Damascenus nennen ihn Lucia-num, wiewol Ludovicus de la Ccrda diese beyde von einanderunterscheidet. Unter andern soll Lucanus gelehrt haben, daßweder das fleisch noch die seele, sondern etwas anders auferste-hen werde. Tertuüianus , in lib. de resurrect. c. 2. AuttorAppendices ad Tertull. de praescription. c. ;i. Philaßrius. Epi -phanius. Damascenus , de haeresib. La Cerda , in not. adTertull. t. II. p. 128. Ittigius , de haeresiarch. stec. Apost.sect. II. c.

Lucanus , (Marcus Annäns ) ein berühmter LateinischerPoet, gebohren zu Cordova in Spanien , an. 39. Sein vatterwar Marcus Annaus Mela, einer von Adel, Senecä und Gal.iionis des Proconfulis in Achaja bruder, und die mutter Acilia,Lucani eines berühmten Redners lochter. Er war noch nicht8. jähr alt, als man ihn nach Rom brachte und der Unterwei-sung des Palämon, Virginius und Cornutus, unter welchender erste ein berühmter Lrammaticus, die andern 2. aber we-gen ihrer gelehrsamkeit in der Philosophie berühmt waren,anvertrauete. Dieser männer Unterweisung wußte er sich wohlzu nutze zu machen, wie er denn noch bey geringem alter mitgrossem rühm in Griechischer und Lateinischer spräche öffentlichereden hielt. Seine sonderbare gaaben und klugheit machtenihn gar bald in gantz Rom bekannt. Selbsten Nero bekam einesonderbare Hochachtung von ihm, wegen seines grossen Verstan-des und klugheit, und machte ihn dannenhero zum Augursund Quaistore, ehe er noch die hierzu erforderte jähre hatte, er-wies ihm auch bey verschiedenen gelcgenhciten grosse gnade.Er vermählte sich mit Polla Argentaria, einer sowol wegen ih-rer gelehrsamkeit und hohen geburt, als wegen ihrer schönheitansehnlichen Dame. Bis hieher war Lucanus sehr glücklich;allein weil er sich durch sei'..e ungemeine gaabe in der Ticht-kunst bey dem volck so gar beliebt machte, daß er vor Nerone,der doch so wie in dem Reich, also in den wissenschafften deroberste seyn wollte, mit lorbeer-zweigen gecrönet wurde, benei-dete ihn Nerv so gar, daß er ihm verse zu machen und process»zu führen verbot. Dieses erregte in dem Lucano eine solcheerbircerung, daß er sich mit andern in die sogenannte Pisonia-nische conspiration wider Neronem verwickeln ließ. Da sol-ches an den tag gekommen, zeigte er eben nicht die gröste be-ständigkcit, indem er nach einiger verläugnung, daß er damitverhaffret, sich bald schrecken oder durch die sich machende Hoff-nung der gnade bethörcn ließ, nicht nur andere der zusammen»geschworenen, sondern auch seine eigene mutter anzugeben.Doch mochte es ihm wenig helffen, und muste er sich, gleichwiesein vetter Seueca, die ädern öfnen lassen, und sich zu tode blu-ten, so an. 6;. geschehen. Sein vatter überlebte ihn, und er.hielte auch nach Eusebii bericht des sohns güther, ward aber balddarauf durch eine falsche anklage, ob wäre er auch des zu«sammen-schwurs theilhafftiq gewesen, zu gleicher todes-art ge-zwungen ; wiewol in der that seine besitzende grosse reichthümmeedie vornehmste ursach davon gewesen zu seyn scheinen. LucanuShat unterschiedliche schristen verfertige:, davon aber die meistenverlohren gegangen. Seine 10. bücher von dem einheimischenkriege des Cäsaris und des Pompeji hat er unter dem titulPharsaüa verfertiget, welche Hugo Grotius so hoch gehalten,daß er sie stets bey sich getragen, und mit seinen anmerckungcnerläutert. Doch ist der letztere theil des 10. buchs verlohren ge,gangen. Cornelius Schrevelius hat die Pharsälia mit des Tho- Maji supplemento an. 16 s 8 . heraus gegeben, dabey auchGrotii, Farnabii und andere anmerckungcn hinzu gethan wor-den. Der Herr von Seckendorff hat sie Teutsche übersetzet.

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