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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Icn , und also desto unverbotencr feiner liebe gemessen könnte.Sie gab ihm endlich den anfchlag, er sollte in ihres Herrn wild-dahn jagen , und wenn dieser ihm solches zu verwehren hinauskommen würde, selbigen, gleich als in einem tumult umbrin-gen , und sie darauf heurathen. Der GrafLudwig that dieses,als sich eben der PfaltzgrafFriedrich in dem bade befände. Dielistige Adelheld gicng sofort zu ihm, und verwies ihm seinezaghafftigkeit mit zornigen gederdcn, so, daß er sich sofort auf-machte , und ohne Harnisch zu pferde stieg. Als er hierauf mitetlichen dienern und -agd-hunden begleitet, auf Graf Ludwi-gen stieß , kam es von werten zu schlügen, dabey der unglück-liche Pfaltzgraf mit einer fchwcins-fedcr durchrennet wurde, daßer todt von dem pferde siel. Der mord geschahe an. ioSz. undbald darauf vermählte sich der Graf Ludwig mit feiner gelieb-ten Adelheid, und zeugte mit ihr 7. kinder, unter welchen Lu-dovicus zum ersten Landgrafen in Thüringen und Hessen , undUdo zum Bischoff zu Naumburg gemacht worden. Die facheblieb einige jähre ungestraft; allein des ermordeten brudcr,Ertz-BischoffAdelbcrt zu Bremen , ruhcte nicht, als bis derKayser Henricus IV. Graf Ludwigen, zumal er zur Verantwor-tung vor dem Kayscrlichcn gerichte nicht erscheinen wollte, indie acht erklärte, und darauf an. 1070. auf das schloß Giebi-chenstein gefangen setzte. Allein Ludwig, welcher eher das äus-serste wagen, als sein leben in einem gefängnisse zubringen woll-te , sprang von dem auf einem hohen seifen gedauclen thuen indie Saale hinab, und erhielt dadurch den nahmen eines sprin-gers, aber nicht die völlige freyhcit, indem er nirgends sicherwar, und noch zwevmal hernach gefangen wurde. Doch ließsich der Kayser endlich wiederum versöhnen , und der Graf Lud-wig muste;. klöster, eines zu S-angerhaufen < das andere zuReinhardsdrunn, und das dritte zu Weisscndurg, so Zfcheiv-litz hiesse, seine gemahstn aber das kloster Oldeschleben beyEachfenburg bauen. E^onst haben auch die beyden schlösscrWartburg und Freyburg von ihm ihren Ursprung. Er gicngendlich ftlbst in das kloster Reinhardsdrunn, und starb daselbstals ein Bencdictiner-Mönch an. 112z. Sffrid. in cbron. lib. t.Pfefferkorn, geschichte der Landgrafschafft Thüringen z »g.1;;. leg.

Landgrafen von Dessen:

Ludovtcus der ältere , Landgraf zu Hessen , war ein söhnLandgraf Philipps des großmüthigen, von dessen gcmahlinChristinn, Hertzog Georgs zu Sachsen tochter, die ihn an.r 5z7.de» 27. may gebohren. Durch seines vatters absterben,so an. 1567. erfolget, bekam er, vermöge des von ihm aufge-richteten tcstament, einen Fürstlichen anthcil nebst der rcsidentzzu Marpurg , und zwar an landes-portion weniger als fein äl-terer brudcr Wilhelmus, aber hingegen mehr, als seine zweyjüngere brüder, die Landgrafen Philipp und Georg, davondem ersten zu Rheinsels, dem andern aber zu Darmstadl dieresidentz angewiesen wurde. Gleichwie er aber der Lutherischenreligion sehr eifrig zugethan war, also richtete er auch sein re-stament bey entstehung leiblicher erben dergestalt ein , daß zwarseines ältern bruders söhn, Landgraf Moritz , die helfte seinerlande, und seines jüngern bruders Georgii söhne, deren dreywaren, die übrige helfte bekommen sollten, jedoch mit dem be-dmae, daß unter andern die Lutherische religion unverrückt er-halten werden sollte. Allein dieses testament hat nachgchendsviel streitigkeit in dem Hause Hessen erwecket, intern Landgraf Moritz , welcher sich zu der Reformirtcn lehre bekennete, eineänderung in religions-sachen sürgcnommcn, darüber Landgraf Ludwig aus der Darmstädtischen linie, der ohne das nicht denhalben theil bey dieser succeßwn, sondern vor sich und seine 2.brüder z. viertel prätendirte, mit ihm an dem Äayserlichen Ho-se schwere Processe geführet, wobey er so glücklich gewesen, daßder Darmstädtischen linie das gantze Fürstenthum Marpurg zu-erkannt worden, welches bey währenden Tcutjchcr. kriegen gargrosse Uneinigkeit verursachet hat, bis endlich an. 1647. durch

S og Ernsten zu Sachsen ein Haupt-vergleich vermittelt wor-.Der LandgrafLudwig starb an. 1604. den 9. oct. ohne kin-drr von seinen 2. gemahlinnen , Hedwig, Hcrtzogin zu Wür-temberg, und Maria, Gräfin von Mannsfew zu hinterlassen.Dillichs Heßlfche thron. Vultejus , de vita & obitu LudoviciSenioris.

Ludovicuo der getreue, Landgraf zu Hessen-Darmstadt ,war ein söhn Landgraf Georgcns des frommen, des urheberSder Darmstädtischen linie, und Magdalenen, Graf Bernhardsvon der Lippe tochter, die ihn an. 1577. den 24. sept. gebohren.Er halte bereits in dem io. jähre seines alters die Bibel durchgc-lescn, und unter guter anführung gar feinen gründ in demChristenthum gelegt. Hiernedst erlcrnete er die Griechische,Lateinische , Italiänische und Französische sprachen, wie auchdie Rechisgelehrsamkeit, welche ihm bey nachgchends über-nommener regierung nicht wenig gemitzet. Indem 17. jähreseines alters gieng er mit auf die Cantzeley, um die daselbst vor-kommende falle mit anzuhören. An. >595. trat er seine reisenach Italien an ; allein als im vierten monat hernach, an.1596. den 7. fcbr. sein vatter gestorben , wurde er wiederum zu-rück beruffen, die landes-regierung zu übernehmen. An. 1604.kam er, wie bereits in dem vorhergehenden artickul erwehnunggeschehen, mit seinem vetter Landgraf Moritzen zu Hessen -Htstor. Lcxictn IV. Theil.

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Cassel in streitigkeiten, darbey Landgraf Ludwigen an. 162;.in dem end-urtheil das Fürstenthum Marpurg zuerkennet wor-den ; ia Landgraf Moritzen, welcher von an. 1604. die nüizun«gen aus besagtem Fürstenthnme genossen, wurde auch die Gras-schafft Niedcr-Catzenelnbogcn abgesprochen. An. 1607. rich-tete er die Universität zu Giessen auf, darzu er die privilegia ineigener Person von dem Kayser Rudolpho II. erhallen. Er cr-baucle auch an diesem orte das Fürstliche Collegium, wicwoler nachgchends an. 1625. die Universität zu Marpurg , welchestadt ihm, wie gedacht, zuerkannt worden , wieder in den vo,rigcn stand gesetzet, und sie mit 60000. gülden aufs neue begä-bet. Mit bewilligung feiner brüder und der Kayser RudolphtII. Matthlä und Ferdinand! II. ist unter ihm das recht der erstengeburt auf vesten fuß gestcllet worden. Hierauf wurde er wegender ihm beywohnenden klugheit von den besagten Kaysern zuden wichtigsten Verrichtungen gebraucht, dadurch er sich in sol-che Hochachtung gesetzet, daß ihn der Kayser Ferdinandus U.selbst an. 1619. zu Darmstadt besuchet, nachdem er das jährvorhero eine reise nach Franckreich und Epanieu, Italien undMaltha verrichtet hatte. An. 1622. wurde er von Graf Ern-sten von Mannsfeld plötzlich zu Darmstadt überfallen, und nebstseinem söhne Johanne gcfänglich weggeführt, da er erstlich sichmit verwechselten kleidern los zu machen vergeblich gefuchet,»achgehends aber mit gar schweren bedingungen losgelassenwurde. Worauf er in dem gedachten jähre auf den Churfürst-Ilchen Collcgial-tag nach Rcgenfpurg, und von dar das folgen-de jähr mit dem Kayser Ferdinando II. nach Prag und Dreß-dcn gcreifet. Nach diesem wohnte er dem Convcnl zu Schleu«singen bey , und ließ nach seiner zurückkunft in feinem lande einneu begräbnis zu Darmstadt aufrichten, befahl auch, daß manihm nach feinem rode ein kleinod mit der Umschrift Deo & CiEsa-ri ftdclis, das ist , GOtl und dem Kayser getreu, anhängensollte, daher er auch nachgchends der getreue beygenannrworden. Worauf er an. 1626. den 27. julii gestorben, als ereben mit occupirung der vesiung Rheinfels und anderer ihm zu-gesprochenen Plätze befchäfftigel gewesen. Er hatte sich an. 1598.mit Magdalena, Churfürst Johann Georgens zu Brandenburg tochter, vermählet, die ihm 5. söhne und 7. tochter gebohren.Unter den söhnen war Gevrgius Johannes, welcher zu Breu«dach rcsidiret, und Fridecicus, so zu der Catholifchen religiongetreten und Cardinal worden. Unter den töchtern aber wurdeElisabetha Magdalena an Hertzog Ludwig Friedrichen zu Wür «tcmderg; Anna Elconora an Hertzog Georgium zu Braun-schweig und Lüneburg ; Sophia Agnes an Psaltzgraf JohannFriedrichen zu Sultzbach, und Iuliana an Graf Ulrichen zuOst-Frießland vermählet. Wmckelmann. de Principibus Has-siae ; Acta in Sachen die Fürstliche Marpurgjfche succeßionbelangend, spenirtts, in sylloge.

Ludovicus, Landgraf zu Hcssen-Darmstadt, worein söhnLandgrafen Georgii, welchen ihm seine gemahlin Sophia Eleo«nora, Churfürst Iohannis Georgii I. zu Sachsen tochter, an.i6zo. den 25. ja», gebohren. In seiner jugend erlernte er dieeinem Regenten denöthigte wijjenschafflen , wiewol er auch inneben-stücken sich umzusehen nicht vergaß, wie er denn abson-derlich an der Teutschen Ticht-kunst ein groß vergnügen hatte,davon das von ihm in Teutsche verfe übersetzte Psalter-buch eingenügsames zeugnis ablegen kan. An. 1662. verfiel er mitChur -Pfaltz wegen des Condominats und Epifcopal-rechts ,zuUmbstadt in einige streitigkeit, welche aber die benachbarte Für-sten glücklich wiederum vermitteln helffen. Er starb an. 1678.den 24. april. Seine erste gemahlin Maria Elisabeth, Her«tzog Friedrichs zu Schlcßwig-Holstcin tochter, hat ihm unterandern gebohren Magdalcnam Sibyllam, Hertzog WilhelmLudwigs zu Würtemberg, Mariam Elisabetham, HertzogHeinrichs zu Sachsen - Römhild , und Sophiam Mariam,Hertzog Christians zu Sachsen-Eiscnberg gemahlin , davon dieerstere und dritte an. 1712. die andere aber an. 1715. verstor-den. Von den söhnen aber ist Ludovicus bald nach dem vatterin währender zurüstung zu dem beylager mit Erdmuth Doro,lhea, Hertzog Moritzens zu Sachsen-Zeitz tochter, an. 1678.den ;o. ang. verstorben. Nach dem tode der ersten gemahlinlegte er sich an. 1666. Elisabetham Dvrotheam, HertzogErnstens zu Sachsen . Gotha tochter bey , die ihm geboh-ren Ernestum Ludovicnm, welcher ihm in der regierung ge«folget; Georgium , Vice-König von Catalonien , Grand vonSpanien , Ritter des göldenen Vliesses, Kayftrlich - General-Feld - Marfchall - Lieutenant, wie auch Königlichen Spam.schen Oberst - Stallmeister und Cammer - Herrn, welcher an.1705. in der belagerung vor Barcellona geblieben; Philipvumund Hmricum, welche beyde Kayserliche General - Feld-Mar«schalle worden ; Fridericum, welcher, nachdem er gleich seinenzween vorgemeldten brüdern, Georg und Philipp, Catholischworden, einige zeit als Dom-Herr zu Cöln und Breßlau imgeistlichen stände lebte, hernach aber denselben verließ, undan. 1707. bey der Rußifchen cavalerie General - Feld - Mar-schall - Lieutenant ward, und an. 1708. an denen in derschlacht bey Lezno empfangenen wunden starb; SophiamLouisam, Fürst Albrecht Ernsts zu Oettingen , und EUsa«belham Dvrotheam, Landgraf Friedrich Jacobs zu Hessen- Homburg gemahlinnen. speuer. syllog. Imhof. N. P. &c.

Ee ee - marg.