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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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»hm an. 1606. den 21. oct. beygeleget worden, gebühr ihm Lu,dovicum und Louiiam Amönam, die aber bereits vor dem vat-ter dieses zeitliche gesegnet, und nachdem diese gemahlin selbstan. 1623. den 8. scpt. gestorben, schritte er des folgenden jahrszur andern ehe, aus welcher ihm nebst Aemilia Louisa, so inzarter kindheit verblichen , an. 1638. den 3. august. WilhelmLudwig gebohren worden, der ihm in der regierung gefolget.Sagittar. histor. Anhaltin. p. 201. seqq. Spmerus, sylloge.Imhitf. N. P.

printzen aus dem -Zause Bourbon:

Ludovicus I. Hertzog von Bourbon lind Pair in Franck-reich, re. war Roderti von Franckreich, Lndovici jüngsten soh-nes, und Beatricis von Burgundten, Frauen von Bourbonsöhn. Er war mit in der schiacht bey Furnes, und an. 1297.wider die Flanverer in der bey Pont-a-Vendin, worauf er an.1302.'sich mit in dem feldzuge bey Courtray befand , und da-selbst die arriere-garde von der armee commandirte, auch nach-gehends zu dem siege bey Mvns en Puelle nicht wenig beytrug.Er begleitete die Königin Jsabella von Franckreich in Engelland»und commandirte, da man den Engellandern einen krieg ange-kündiget, die armee in Guienne, allwo er Agen und Monsegurnebst andern Plätzen einnahm. König Carl der schöne machteihm zu ehren an. 1*27. dieBaronie von Bourbon zu einem Her-tzogthum und Pairschafft. In dem folgenden jähre ließ er sei-ne tapferkeit in der fchlacht bey Montcassel und anderweit mehrsehen. Er starb im jan. an. »342. und wurde zu Paris begra-ben. Von seiner gemahlin Maria, Graf IohanniS II. inHennegau tochter, Petrum I. Hertzog von Bourbon, Iacobum,den stamm-vattcr der Grafen de' la Marche und Vendome,Beatricem, Königs Johannis in Böhmen gemahlin» und an-dere , hinterlassend. Froijfard. Sammartb. &c.

Ludovtcus II. Hertzog von Bourbon, rc. der gütige ;u-genannt, war Petri I. Hertzogs von Bourbon und Jsabella vonValois söhn, gebohren de» 4. ang. an. 1337. Er war einervon den gelsseln, die in Engelland geschickt worden, damit derKönig Johannes wiederum auf freyen fuß gestellet werdenmöchte, allwo er 8. jähr verharrere. Nach seiner Wiederkunfthalf er viel mit zu der eroberung der landschafft Guienne undPoitou , und nahm auch unterschiedliche Plätze in der Norman-die ein. Hieraus gieng er mit Carolo VI. in die Niederlande ,und commandirte die arriere-garde in der fchlacht bey Rosebec;an. 1382. und 83. half er Bourbon belagern, und in dem fol-genden jähre das castell Taillebourg erobern. An. i;88> mar-schirte er mit dem Könige wider den Hertzog in Geldern, giengnach getroffenem frieden hinüber in Africam, belagerte an.

13 90. Tunis , da die ungläubigen den Christen sehr vortheilhass-tige bedinqungen einzugehen genöthiget wurden. Nach seinerzürückkunft trieb er die Engellander vor Belle-Perche weg, allwoseine Mutter dazumal war, und stund Ludovico, dem Könige vonNeapolis, wider Ladtslaum bey. Er war in grossem ansehenbey Hofe, verließ aber doch selbigen, nachdem Ludovicus vonFranckreich getödtet worden, indem er dieses lieber thun, alssich zu einer unanständigen Versöhnung verstehen wollte. Mitt-lerweile erklärte er sich vor die Printzen von Orleans , und be-mühete sich, daß der Hertzog von Burgund zu einem Reichs-feinde declariret werden möchte, wiewol vergeblich, indem derHertzog viel zu mächtig war. Er starb zu Montlugon den 19.ang. an. 1410. An. 1369. stiftete er den sogenannten Ritter:or-den des Schildes, gleichwie er auch zu verschiedenen ansehnli-chen kirchen den gründ gelegt. Seine gemahlin war AnnaDauphine von Auvergne, rc. Bervaldi II. des Grafen vonClermont einige tochter» mit welcher er nebst Johanne Ludovi-cum zeugete, welcher an. 1401. im i6. jähre fernes alters gestor-ben. Jean dOrrnnville, in ipsius vita. Froijj'ard. Monßreiet.hist. de Charles VI. Sammarthan.

Ludovicus Armandus von Bourbon, Printz von Con-ty, und Printz vorn geblüte, >var gebohren den 9. april an.i66r. Er war ein fvhn Armandi von Bourbon, Printzen vonCouty , und Anna Maria Martinozzi , und ein enckel Henricivon Bourbon, Printzen von Conde, von Charlotta Margare-tha von Montmorency. Seine Mutter ließ sich nach dem to-be feines vatters seine anferziehung, sowol was die gottesforcht,als die seinem alter anständige wissenschafften und leibes-übun-gen belanget, sonderlich angelegen seyn. Als sie starb, ließihn der König nach Hofe kommen, da er nebst dem Printzende la Roche-Iur-Aon , seinem bruder, bey dem Dauphin auf-erzogen wurde. Den 16. jan. an. 1680. heurathete er diePrintzeßin Anna Maria > damals Mademoiselle de Blois ge-nannt , Königs Ludovici XIV. natürliche tochter, von der erkein kind gehabt. Im jähr 1683. that er feinen ersten feld-zug, und wohnte der belagerung von Courtray bey, da eranfieng seine capferkert sehen zu lassen. An. 1684. war er beyder belagerung von Luxemburg , da er sein regiment mit gros-ser hertzhafftigkeit commandirte. An. 168;. that er unter derKayserirchen armee einen fcldzug in Ungarn , und war mitbey der belagerung von Neuhäusel, auch in der fchlacht beyGran. Nach ferner zurückkunft bekam er zu Fonrainebleau diepocken, daran er den 9. nov. an. 1683. starb. Er liegt zuValery in dem begräbnis der Printzen von seinem Haufe be-graben.

Histor. Lettern IV. Theil,

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Ludovicus von Bourbon, der I. dieses nahmens, Printz deJa Roche-lur.Ion, Herr von Champigny für Veude , rc. warder jüngste söhn Johannis von Bourbon des II. dieses nahmens,Grafen von Vendome, von Jsabella de Beauveau. Er befandsich an. 1484. bey der crönung König Carls des VIII. den er indas Königreich Neapolis begleitete, da er selbiges zu erobernsuchte. Er folgte auch an. 1309. König Ludwig XII. in Jlalien,der ihn bereits an. 1302. als Abgesandten an Papst AlexandrmttVI. geschickt hatte. Dieser Printz repräsentirte bey der crönungKönigs Francisci I. den Grafen von Toulouse. Er war an.131^. mit in der Marignanischen fchlacht, und starb um dasjähr 13 20. Sein cörper ist in der capelle des H. Ludwigs zuChampigny , so er selbst sundiret, beygesetzet worden. Den21. martii an. 1504. hat er sich mit Ludovica von Bourbon,einer tochter Gilberts, Grafen von Montpensier und Dauphinsvon Auvergne , die zuvor Andream von Chauvigny , Herrnvon Chateauroux , zum gemahl gehabt, vermählet, mit wel-cher er gezeuget Ludovicum, der ihm succediret; Carolum,Printzen de la Röche - lur. Pon, und Susannam, ClaudiiHerrn von Rieur andere gemahlin.

Ludovicus von Bourbon I. Printz von Conde, war Caroli,Hertzogs von Vendome, siedender fohn, gebohren den 7. mayan. 1530. Wiewol er schon dem Könige Henrico II. in einigenfeldzügen gefolget, auch sonderlich an. 1532. die ftavt Metzwider den Kayser Carolum V. beschützen helffen, so fleng erdoch erst nach dessen tobe an, rechte figur zu machen, nachdemer vorher in Piemont als Colonel von der infanlerie gedient,und sonst in unterschiedmen feldzügen für die Cron Franckreichseine tapferkeit erwiesen. Die gelegenheit, in der Historie be-kannt zu werden, gaben ihm meistentheils die innerlichen Un-ruhen in Franckreich, in welchen er das Haupt vereinen parteywar. Denn als er hoffte bey der jugend Francisci II. einen theilan der regierung zu haben, indem er nach dem Könige vonNavarra der andere Printz vom geblüte war, und aber sehenmuste, daß die Guisen alle gemalt an sich zogen, und ihn nichtallein bald anfangs, unter dem vorwand einer Gesimdtschafft,an den König in Spanien , vom Hofe weg und nach Flandern schickten, sondern auch das Gouvernement von der Picardie,welches ihm der verstorbene König zugedacht hatte, einem an-dern gaben, verdroß ihn solches dergestalt, daß er alle klagenanderer mißvergnügten, und insonderheit der Hugenotten , wil-lig annahm, auch deshalben an. 1360. zu la Ferte eine Ver-sammlung anstellte, in welcher beschlossen ward, den Guisendas regiment aus den Händen zu reisten, und sich ihrer Personenzu bemächtigen. Bey dem bald darauf ausbrechendcn soge-nannten anschlage vom Amdoise befand sich der Printz am Hose,und ward auch einiger Massen deswegen verdächtig. Mankonnte aber doch nichts auf ihn bringen, ungeachtet man so garin seinem quartier eine genaue Untersuchung seiner fachen an-gestellet hatte, und begab er sich, so bald er in fteyheit gefetztwar, nach Bearn zum Könige von Navarra , mit welchem erallerhand geheime anschlage machte, die aber dem Hofe beyzei-ten verrathen wurden. Nichts destvweniger ließ er sich bere-den , nach Hofe zu kommen, und den Versammlungen derStände in Orleans beyzuwohnen , ungeachtet er von seinenfreunden gewarnet ward, und seine gemahlin, die ihm selbstentgegen kam, ihn inständig bat, umzukehren. Er ward auchgleich nach seiner ankunft zu Orleans in arrest genommen, undkurtz darauf zum tode verurtheilt, welches jedoch, weil der Kö-nig Franciscus II. gleich starb, an ihm nicht vollzogen ward.Denn bey dem ansang der regierung Caroli IX. entfchlug manihn seines arrests, zog ihn wieder nach Hofe und in den Rath,so wurde er auch in dem Parlement zu Paris völlig unschuldigerklärt. Allein die eifersucht zwischen ihm und den Guisen ver-wickelte ihn bald wieder in neue Unruhen. Denn als diese sichan. 1362. der person des Königes bemächtigt hatten, zog derPrintz die Protestanten an sich, und damit kam es zum kriege,bey welchem der Printz in dem treffen bey Dreux gefangen ward;jedoch kam er nach des Hertzogs von Guise tode an. 1363. wiederlos, und machte friede. Nachdem er einige jähre ruhe gehabt,indessen aber sich allerhand argwohn hervor gethan, daß manetwas gegen die Hugenotten vorhabe, der Printz auch die an-warlschasit auf die Connetabel-würve nicht erhalten konnte, undnoch dazu von dem jungen Hertzoge von Anjou übel angelassenward, kam es an. 1367. abermal zum kriege, in welchem eranfänglich Paris blvquirte, darauf aber das treffen bey St.Denys verlohr, wiewol er und die seinige in ansehung ihrer er-zeigten tapferkeit und der ihnen weit überlegenen menge der fein-de schier die gröste ehre dabey eingelegt, und an. 1368. als ereben Chartres belagerte, einen frieden eingieng. Es gieng abernoch in eben selbigem jähre der krieg von neuen an, weil derHos heimlich beseht gegeben hatte, sich des Printzen, ber ba-mals zu Rovers in Burgund war, zu versichern. Dieses nö-thigte ihn demnach, über hals und köpf nach Rochelle zu flie-hen, und von dar aus zu selbe zu gehen. Nun war er zivar an-fänglich in Poitou und Laintonge ziemlich glücklich, ward aberim martio an. 1369. in dem treffen bey Iarnac, nachdem er, un-geachtet er von einer vorigen wunde den einen arm in der bin-de trug, auch ihm nur wenig augcnbiicke vor der fchlacht durcheinen pferd-schlag ei» fuß war gebrochen worden , dennoch un-vergleichlich gefochten, gefangen,und von desHcrtzogs von AnjouTrabanten-Hauprmann,nahmens Monrefqmou,mu biefts seinerE e e« 3 - schlech-