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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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von gantz Franckreich, und verließ doch einen sehr grossen reich-thnm. Seine dcvden gemahlinnen sind merckwürdig. Die er-ste war Jacodina von Longwic, welche theils an den Franzö­ sischen Staats-gefchäfftm viel theil hatte, theils seine Privat-angelegenheiten in guten stand brachte, und von der ist tljtttnebst töchtern ein söhn Franciscus gebohren worden. Vonden töchtern ward Francisca an Henricum Rodertum, Hertzogvon Bouillon, vermählet, Charlotta aber, weiche nur et-liche monate vor ihm verstorben, ward Aebtißin zu Iouarre,ist aber an. r?72. wegen der Protestirenden religion aus demkloster nach Heidelberg entflohen, und nachgehends an Wil-helmum I. Printzen von Oranien , vermählet worden, (sieheCharlotta von Bourbon.) Seine andere gemahlin, Calha-rina von Guise, ist in den Ltgistischcn Händeln bekannt. Thuanus.

Mezeray.P, Daniel. Rrantoyne, Capitaines Francois tom. III, *

Eudovicus von Bourbon, GrafvonSoissons, rc. Caro-li von Bourbon und Annä von Montasie söhn , gedohre» pParis den u. may an. 1604. ließ seine tapferkeit in dem kriegewider die Protestanten, und sonderlich in dem treffen bey Rie inPoitou sehen , und war unterdessen, da der König in Bretagne ressete, General-Lieutenant über die Kömglichen trouppen undVireÄor des Staats-Raths. Nachgehends an. 1628. gieng ermit dem Könige vor Rochelle , und solgends in Italien . An.i<5}6. cvmmandirte er die armer in Champagne, woselbst er inder schlacht bey Jvoy 2000, Croaten schlug, und die stadl Cor-dte mit accord eroberte. Nicht lange hernach kam er in ver-dacht , dannenhero ihnr erlaubt wurde, sich nach Sedan zu be-geben, aüwo er 4. gantzer jähre blieb; allein, endlich wurde erdieser einsamkeit übcrdri'ißig, schlug sich zu den Spaniern unterdem Grafen von Lamboy, und half den Marschall von Chatil-lvn unweit Sedan den 6. jul. an. 1641. erlegen, wurde aber,da er den sieg allzu hrtzig versolgen wollte, mit eineni Pistolen-schuß ebener Massen getödlet; wiewol andere behaupten, derihn erschossen, wäre aus seinen eigenen keuchen, und diesenstreich ui thun bestellet gewesen. Er blieb unverheurathet. undhinterließ einen natürlichen söhn, mit nahmen Ludvvtcus Hen-ricus, Ritter von Soissons , Abt von Coussure, gebohren zuSedan an. 2640. und legitimiret an. 164}. welcher sich auch ei-nen Printzen von Neufchatel genennet hat, dieweil er von derHertzogin von Nemours , letzter Fürstin von Neufchatel, zu ei-nem erden dieses Fürstenthums war eingesetzet worden , daherauch seine einzige hinterlassene tochter, Louise Leontine Iaqueli-ne, so nachgehends an Carolum Philivpum, Hertzog vonLnynes, vermählet worden, und an. 1721. todes verblichen,an. 1707. nach demtode gedachter Hertzogin mitunter den Prä-tendenten auf Neufchatel gewesen. *

Ludovicus von Bourbon, der erste dieses nahmens, Grafzu Clermonr und zu Sancerre, Dauphin von Auvergne, rc.genannt der gute, war der dritte söhn Ivhannis I. Hertzvgsvon Bourbon. Er starb um das iahr 1486. und ward zu Aigüe-perse beerdiget. Er heiwathete zuerst Iohannam, die einzigetochter Beraldi des III. Grafen von Clermvnt und Dauphin vonAuvergne, von welcher er keine kindcr bekommen. An. 1441.verband er sich zum andern mal mit Gabrielle, einer tochterBertrands V. äsla Tour, Grafen von Boulogne und Auver-gne , von welcher fein Nachfolger Gilbert von Bourbon; Jo-hannes, der jung verstarb; Gabrielle, Ludwigs äe la Trcmouil-le, der an. iw. vor Davia blieb, erste gemahlin; und Charlot-te, welche nachmals an Wvlffaud äe Bvrselle, Herrn äe la Vere,Grafen von Boucau in Schottland vermahlt ward, gebohrenworden. Gilbert wurde ein vatter Ludwigs, Grafen von Mont-xensier, rc. der an. izm. den 14. auq. im 18. jähre seines alterszu Neapolis unverheurathet starb. Er halte feinen helden-muthin eroberung von Capua undNeavolis sehen lassen. Philippe de Co-tnints. Pierre Matthieu , &c. histoire de la Maison äe Bourbon.

Ludovicus von Bourbon, jüngster fohn Ivhannis, Gra-fen äe la Marche, und Catharinä von Vendome, war Herr aufMondoudleau, Graf von Vendome, Chartres , rc. Ober-Cäm-merer von Franckreich, Gouverneur von Picardie, Champagneund Brie. Er wurde bey eroberung der inful Salmutk zumRitter gemacht, und war an. 141?. mit in derschlachtbcy Azm-court, da er gefangen wurde. Man führte ihn also gefangennach Engelland, und forderte 100000. thaler ranzion, an welchesumme er zwar etwas über die helfte bezahlet, aber in ausblei-bung des rests dennoch gefangen behalten wurde. Er soll abernachgehends aus eine besondere arr, so er für ein wundrrwerckausgab, erlöset worden seyn; wie er dann zu dessen angedcnckenin der stadt Vendome eine jährliche proceßivn angeordnet, beywelcher ein gefangener,so das leben verwürckt,losgelassen werden] solle, welches bis auf den heutigen tag noch geschiehet. Nach fei-ner zurückkunft war er mit bey der belagerung von Orleans und; Gergeau, und an. 1429. bey der crönunq Carvli VII. Das jährI darauf lies; er die belagerung von Comviegne aufheben, und an.

l 14}^. wohnte er den tractaten bey Arras bey. Man brauchte

' ihn in vielen andern wichtigen angelegenheiten, nachdem er aber\ ohngefehr 70. jähr alt war, starb er den 20. oder 21. dec. an.

1447. Er hatte an. 1414. Blancam, die tochter Hugouis, Gra-

: fen von Roncy, so a». ,42,. ohne kinder verschieden , und her-

nach an. 1424. Iohannam von Laval, älteste tochter Ivhannis' von Monlfort, genannt Guido Xlll. Herrn von Laval, zur ge-K inahlin genommen, davon Johannes, sein Nachfolger, und Ca-iharma, so unvermählt geblieben, «nsprossen sind. Dieser

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Johannes hinterließ Fraticiftum Carolum vött Bourbon,ersten Hertzog von Vendome. Dieses ist eben derjenige,welcher mit Francisca von Aleiiqon, Antonium von Bourrdon, den vatter König Heinrichs des grossen gezeugek. Lud-wig , Graf von Vendome, hatte auch einen söhn, nah-mens Johann, Herrn von Preaux, rc. der ihm in Engel-land von Sibylla von Bvtrun gebohren worden. Mc»-Jire/e !, histoir. des Charles VI. & de Charles VIII . Samte*Martbe, &c. *

*Ludovicus Henricuo, Hertzog von Bourbon, stammetein gerader linie von Ludovico von Bourbon , Printzen vonLonde, der ein leiblicher druder Antonii, Königs von Na-varra, gewesen, von welchem das letzt - blühende KönialrcheHaus abstammet. Sein vatter Ludvvicus ist der erste gewesen,der mit Unterlassung des bisher bey seinen vorfahren üblichentituls der printzen von Conde, den titul eines Hertzoqo vonBourbon gerüvrel. Seine an. 1740. noch lebende mutier,

Louise Francisca von Bourbon, war eine mit der Madame vonMontespan erzeugte natürliche tochter Königs Ludomci XIV.und gebahr ihn zu Versailles den 18. aug. an. 1692. da ihm dannder titul eines Hertzvgs von Enghien zugelegt worden, den erbis an den tod seines vatters, der sich den 4. mertz an. 1710. zu-getragen , gcführet, nachwärts aber hieß er auch der Hertzog von Bourbon, und war andey Gouverneur von dem Hernog-thum Burgund , und Oberst-Hofmeister des Königi. Hauses.

An. 1710. und 1711. wohnte er schon den feldzüqen i» Flan­ dern bey. An. 1712. den 4- febr. ward er auf der jagb unverse-hens vvm Hertzoge von Berry in ein äuge geschossen, daß erauf dieser feite olmb geworden. Den 9. jul. an. 171z. ver-mählte er sich zum ersten male mit Maria Anna von Bour-bon, Printzeßin von Conty, welche aber an. 1720. ohne erbennach sich zu lassen , mit lode abgegangen ist. Ludvvicus XIV.hat ihn zu einem mitgliede des Regiernngs-Raths während derminderiährigkeit Ludovici XV. ernennet. An. 1716 half er dienatürlichen söhne des alten Königs von dem ihnen ertheiltenrecht der Cromfvlge entfernen, und solches ihnen nehmen. Den8. mertz an. 1718. ward er zum General-Lieutenant erkläret,und ihm die aufsicht über des inngen Königs erziehung auf-getragen. Da den lo.^aug. an. 172}. der Cardinal du BoiSund den 2. dec. eben desselbigcn iahres der Hertzog von OrleanS mit tobe abgegangen, ist der Hertzog von Bourbon von dem Kö-nige zum oberste» iLtaats-Minister ernennet worden. Er em-pfienge hierüber die glückwunschs-complimenten, und erwiesesich in dieser neuen stelle so unermüdet, daß jederman höchst-vergnüget mit ihm war. Nur der junge Hertzog von OrleanShegete einen heimlichen haß wider ihn, weil er selbst die stelleeines Dremier-Ministers zu bekleiden gewünschet halte. Eineder ersten adänderungen, so er vorAenommen, war die herunter-setzung der damals ungemern erhoheten müntz-sortcn, dadurcher dann dem grossen verfall der Handlung nicht wenig soll auf«geholffen haben. Die zurücksendung der Spanischen Infantin,die als Königliche braut seit einigen jähren an dem FranzösischenHofe gelebt, ward von der Königin in Spanien dem bösen wil-len des Hertzvgs von Bourbon zugeschrieben, dahero sie sich ingegenwarl vieler Hof-Damen mit den attergrösten fchimpf-redettwider ihn heraus ließ, und drohete, nicht ehender p ruhen, bisihm die stelle eines Premier-MinisterS genommen wäre. In-zwischen hatte sich der König Ludovicns XV. mit Maria LeS,zinska, der tochter des Polnischen Königs Stanislai, vermahlet,und soll der Hertzog Premier-Minister vieles hiezu beygetragenhaben. Es hatte auch seither das ansehen, als ob der Königmit diesem Printzen und desselben verwaltunq der Staats-undregierungs-geschaffte allezeit vollkommen zufrieden wäre. Al-lein ehe man sichs versähe, ward der Hertzog vom Hofe ent-fernt. An. 1726. den 11. jun. als am dritten Pfingst-feyertage,kriegte er ein versiegeltes schreiben vom Könige, sich unverzüg,lich nach Chanlilly zu begeben, und daselbst bis auf weiter» beefehl zu verbleiben, welches er auch vollzog. Es behaupten ei-nige , daß der damals sogenannte Bifchoff von Freius, undnachmalige Cardinal von Fleury, der Urheber seines falls gewe-sen sey. Andere aber geben vor, es hätten die neuen auflagenauf die einkünfte der geist - und weltlichen güther und andersmehr einen allgemeinen haß w,der ihn erwecket: doch bleibetwahr, daß der König keine andere urfach dieser Veränderungöffentlich bekannt gemacht, als ^ er den entfchluß gefaßt, selbstzu regieren , und den titul nebst den bedienungen eines Premier-Ministers aufzuheben. Unter des Hertzvgs freunden , die mi!ihm vom Hofe entfernt, und zu niederiegung ihrer bedienungengenöthiget wurden,befand sich sonderlich der Herr Dodun,Gene-ral-Controleur der Finanzen,der Marquis von Brcteuil, Kriegs-Minister, und die gcbrüdere Paris , die sämtlich an entlegeneorte verwiesen wurden ; ingleichen die bekannte Marquisin vonPrie, bisherige Staats-Damr der Königin. An. ,727. er-hielte der Hertzog wiederum erlaubnis bey Hofe zu erscheinen.In eben diesem jähre theilte er die vätkerlichen güther mit sei-nen brüdern. Er selbst behielte das Hertzoqthum Chateau»Rour, dem Grafen von Charolois überließ er das HertzogthumBourbon, und den jüngsten druder, den Grasen von Clermvnt,der den geistlichen stand erwehlet, fand er mit gelde ab. Ekkaufte auch der verwittibten Hertzogin von Hannover , feinertante, das Hertzoqthum Guise ab. Die helfte bezahlte er baar,auf die andere helfte aber versprach er derselbe« monatlich ioqqö.

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