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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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livres zu bezahlen, welches er auch bis an ihr tm aug. an. nzo.rrfolates ende gehalten. An. 1728. vermahlte er flch das zweytemal mit der Printzeßin Caroltna von ^essen-Rothenburg,welche ihm den 9. aug. an. 1756. einen söhn gebohren, dem dertitul eines Printzen von Conde ist beygelegt worden. An. i?;o.kaufte er seinem bruder, dem Grafen von Charolois, das Her-tzvgthnm Bourbon wieder ab, und fiel bald darauf, wegeneiner mit verschiedenen Grossen wider den Cardinal von Fleurygemachten cabale, abermal in des Königs Ungnade, und mustesich nach Chantilly retiriren. Doch hat er nicht lange hernachdie erlaubnis erhalten, zurücke zu kommen. An. 17,6. den 4.jun. hatte er die ehre, den aus Polen nach Franckreich zurückkommenden König Stanislaum zu Scnlis in des Königs fowvlals seinem eigenen nahmen zu bewillkommen. Er muste auchden 27. april an. 17*7. bey der solennen taufe der ältesten Kö-niglichen kmder, und zwar besonders bey der zweyten Printzes-fin, Anna Henriette, pathen-steüe vertreten. Nach der zeit hater fich immer unpäßlich befunden, und taugte sein magen nichtsmehr, bis er endlich den 27. jan.an. 1740. zu Chantilly todesverblichen. Zwey tage vor seinem tobe hatte er an den Königgeschrieben, und Sr. Mai. seinen einigen Printzen bestens em-pfohlen. Seine verlassenschafft soll die reichste im gantzen Kö-nigreiche gewesen seyn. Sein Hertz ist zu den Jesuiten des Pro-feß-hauses zu Paris , die eingeweyde in die kirche von St. Sul-pice, und der leib zu den kk. Orawrü zu EnghiewMontmoren-cy bey Paris gebracht worden. Der König hat der verwittib--ten Hertzogin durch ein schreiben angezeigt, daß die Oberst,Hofmeister-stelle dem Printzen von Conde vorbehalten bleiben,und bis in sein 18. iahr durch den Grafen von Cbarolvis ver-waltet werden sollte. So hat auch der Hertzog von St. Aignandas Gouvernement von Bourgogne bis in das 18. jähr desselbenaufgetragen bekommen. Der verstorbene Hertzog war im übri-gen ein sehr magnifiquer Herr, in Staats-sachen sehr wohl er-fahren, und gegen jeberman leuthselig. Bey Hofe machte er einegrosse figur, und ward insgemein Nonlleur le Luc geheissen.Aus seinen rang und ehre hielt er sehr genau , und konnte esdenjenigen nicht wohl vergessen, die ihn daran beleidiget hat-ten. AHa publica.

*Ludovicus Augustus von Bourbon, Hertzog von Maineund Aumale, Graf von Eu, Pair von Franckreich, Souve-rain von Dombes, Ritter der Königlichen orden, General-Lieu-tenant der armeen, Golonel-General der Schweitzer und Grau-bündtner, Gouverneur und Gieuvenanr-General in Languedoc ,Grand-Maitre und Capitaine-General von der artillerie, war einnatürlicher söhn Ludovici XIV. Königs in Franckreich. Erwurde an. 1670. den 31. mertz von Francista Athanasia vonRochechouarl, Ludovici, Marguis von Montefpan, gewesenergemahlin, zur weit gebracht, und an. 167 z. im deceiinber legi-timiret, wobey zugleich die Verordnung ergieng, daß er derHertzog von Maine sollte geheissen werden. An. 1674. den i.fedrüar. erhielt er die bedienung eines Golonel - General derSchweitzer und Graubündtner, und an. 1680. befahl der König,daß er sowol als sein geschwister den zunahmen von Bourbonführen sollte. An. 1681. den 2. febr. bekam er von Anna Ma-ria von Orleans , Hertzogin von Montpenster, das Fürsten -thum Dombes geschenckt, und an eben dem tage brachte ervon dieser Hertzogin die Grafschafft Eu käuflich an fich. An.1682. ward er zum Gouverneur von Languedoc , an. 1686.den 2. tun. zum Ritter der Königlichen orden, und an. 1688.im sept. zum General der galeeren ernennet. In diesem letzt-ge-dachten jähre that er mit dem Dauphin seinen ersten feldzug,und half Philippsburg und Manheim einnehmen. An. 1689.befand er fich, als General von der cavalerie, in Flandern , undan. 1690. legte er in der schlacht bey Fleury seine hertzhafftig-keit an den tag. An. 1691. wohnte er der belagerung von Monsbey, und an. 1692. da er zum General-Lieutenant erkläret wor-den , scheuere er so wenig vor Namur , als in der schlacht beySteenkerken einige gefahr, war auch an. 169;. und 1694.bey der armee in Flandern gegenwärtig. In diesem letzter»jähre hatte er die ehre, daß der König die ihm zugehörige Graf-fchafft Eu zu einer Pairie machte, und nahm auf dessen besehtam 8. may in dem Parlemente, unmittelbar nach den Prin-tzen vom Königlichen geblüte, seinen fitz. Hiernächst ward eram 10. sept. zum Grand-Maitre von der artillerie bestellet; diecharge eines Generals der galeeren aber legte er nieder. An.169;. im jun. wurde ihm die Herrschafft Aumale , welche eran. 1686. des Hertzogs Jaroli Emanuelis II. von SavoyenWittwe, Mariä Johanna Baptistä, Hertzogin von Nemours ,abgekauft, zu einem Hertzogthum und Paine bestätiget. An.1702. den 9. mertz bekam er ordre, bey der armee in Flandern unter dem Hertzoge von Burgund , als General - Lieutenant,dienstr zu thun, da er sich dann dahin begeben, nach der zeitaber nicht weiter im selbe erschienen. An. 1711. wurde er undsein bruder, der Graf von Toulouse , durch zwey Königlichedrevets vom 20. und 21. may, nicht nur aller der vorzüge, sodie Printzen vom geblüte haben, theilhafftiq gemacht, sondernauch an. 1714. im jul. vor Cron-fähig erkläret^ im fall diemännliche und rechtmäßige linie der Printzen vom geblüte ab-sterben sollte; wobey zugleich vest gestellet ward , daß sie undihre aus rechter ehe gezeugte mäi.nliche nachkommen, eingangund fitz in dem Parlemente haben sollten, in eben dem alter, alsdie Prlntzen des geblüts, wann sie auch gleich keine Packten be.

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fassen, ohne daß sie schuldig, den eyd allda abzulegen : mis-chen baß sie daselbst eben die ehre, so den Printzen deserwiesen wird, empfangen, auch an allen orten und bey <fagelegenheiten als Printzen des geblüts angesehen und iracwcwerden sollten rc. Dieses edict wurde an. 171z. deurz.Wyvon dem Könige bestätiget, und mit Nachdruck anbefohlen, Mniemand sich unterstehen sollte, einige schwierigkeilen da««zu machen. Allein da der König an. 1715. den i. sept. tau,gen zugethan, stieß das Parlement vors erste dessen lest««gröstentheils um, und verordnete dagegen, daß der HertzvamMaine zwar Oder-Aufseher der erziehung des jungen Mtzund ein mitglied des Regierungs-Raths seyn, keineswegs «bttdas ober-commando über die trouppen des Königlichenhaben sollte. Sodann kam an. 1717. im jul. eine KöniMcVerordnung heraus, darin« man alles, was der vorige Kmgden legitinurten Printzen zugestanden, widerrief,nd ihWnur auf lebens-zeil die bisherigen Vorrechte zugestund, anktbefahl, daß sie fich künftig des tituls der Printzen vvmKöchli-chen geblüte enthalten sollten; ja an. 1718. im aug. wurde» Stgar nach dem alter ihrer aufnehmung unter die Pairs gestp.Zu eben dieser zeit büssete der Hertzog von Maine die Ober-Ai».ficht über die erziehung des jungen Königs ein , und wurde tot29. dec. auf Königlichen befehl gefangen auf das schloß Dm-lens gebracht, woselbst er bis zu anfange des 1720. jähre aukhalten muste. Nach diesem erlangte er sowol als sein bratean. 172z. den 26. april alle vorzüge der Printzen vom gkdwe,wiewol unter gewissen bedingungen, wieder, wurde an. 1726.ein mitglied des neu-aufgerichteten Königlichen StaalLM-.und gieng an. 1736. den 14. may nach einer langwierigen kac-helt auf stinem schlösse zu Sceaux mit tobe ab. Er halle ichan. 1692. den 19. mertz mir Anna Louise Benedicta von M-bon , einer rochier Henrici Julii von Bourbon, Primus mConde, vermählet, und mit ihr vier söhne und drey lbchlrr gl.zeuget, davon folgende drey erwachsen: 1.) Lndovicus AMstus von Bourbon, Priutz von Dombes, welcher an. 17»den 4. mertz zu Versailles gebohren , an. 1710. den 16. maMutdie würde eines Golonel-General der Schweitzer und W»,bündtner, ingleichen an. 1712. im may aufdas Gouvernementin Languedoc die anwartung erhalten, an. 1717. dem fest«in Ungarn beygcwohnet, und an. 1728. den 2. febr. die Än-lichen Ritter-orden empfangen. 2.) Ludovicns Carolus mBourbon, welcher an. 17o1.de» 14. oct. zu Sceaux gedoW,an. 1710. die anwartung aufdie charge eines Orans-Mm«Gapitaine-Gsneral von der artillerie erhalten, an. I7>r. deinL.dec. zum Gouverneur von Guienne ernennet, und an. >'&den 2. febr. mit den Königlichen Ritter -orden beehret werkn.3.) Louise Francista von Bourbvn, Demoiselle äu M«,welche an. 1707. in der nacht zwischen dem z. und 4. dec. aMWelt gekommen. Anselme , hilt. gen. tora. I. p. 192. leg'

*§udovicus Alexander von Bourbon,Grafvon Teustust,Hertzog von Damviste, Penthievre, Chateauvillain und Slam,bourllet, Pair, Admiral und Ober-Jägermeister von Frnnck-reich, General-Lieutenant der Königlichen armeen, Mcr drsH. Geistes und des göldenen Vliesscs , Gouverneur von Breta­ gne , war des vorherstchenden Hertzogs von Maine inngcrcr drü-ber, und an. 1678. den 6 . jun. von Francista Alhaima vonRochechouart, Marquifin von Montefpan, gebohren. Erwnr-de an. 1681. im nov. legitimirt, und an. issz. nach Ludovicivon Bourbon , Grasens von Vcrmandois, adsterbr», zum Äv-miral von Franckreich , ingleichen an. 1689. im m. zum Gou-verneur von Guienne erkläret. An. 1691. war er mit beyderbelagerung von Mons zugegen, und an. 1692. wagte er Bvor Namur so weit, daß er eine wiewol geringe wunde ve-kam. In eben diesem jähre am 2. febr. empfieng er dierlmz-

liehen orden , und an. 1694. den 27. nov. nahm er in dem M-

lemenle fitz , nachdem der König die ihm zugehörige HomMkDamville zu einem Hertzogthum und Pairie gemacht yaac.A». 1694. erlangte er das Gouvernement von Bretagne , >mlegte das von Guienne nieder. An. 1702. da er flch mit cinaestadre auf dem Mittelländischen meere befand, stieg er zn m-vita-Vecchia ans land, und wurde zu Rom von dem CardMJanson dem Papste vorgestellet, welcher ihm den Avvstolnst "fegen mittheilte, worauf er sich nach den Siciliamichcn »0wendete, eine zeitlang in dem canal von Maltha kreutzle, Mim october wieder zu Toulon ankam. An. 17°?· halle er wnur die ehre, daß seine Herrschafft Penthievre im may zitzemmHertzogthum und Pairie erhoben wurde, sondern der >0^Philippus V. ertheilte ihm auch den orden des goldenen

und sein vatter, der König Ludovicus XIV. crnrnnelc

General-Lieutenant der armeen , da er dann zu lande a>i^Maas , als General der cavalerie, dem feldzuge beywoha.An. 1704. fand er sich wieder mit einer starckcn flotte aul ' *Mittelländischen meere ein, und ließ i» der schlacht bey W,die er am 24. aug. den Engelländern und Holländern llttc ^seine tapferkeit sehen. A». 1706. schloß er die stadlwelche der König Philippus V. zu lande belagerte, zur w c -muste aber, bev annäherung der viel stärckcrn ftindliwen vunverrichteter fache nach Toulon zurück segeln., > 7 ''-er aller der vorzüge, so die^Prinize» vom Königlichen g - rzu genicssen haben , lbeilhatttig gemacht, und an. > 7 > 4 -' -'gar vor Cron-fähig erkläret. Er vermehrte auch kadurw 1ansehen bey Hofe nicht wenig, daß er die bedienung cllu Vv·*^.