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Jägermeisters von Franckreich käuflich an stch brachte, wovoner an. 1714. den 2,. april den eyd der treue ablegte. Nach demtobe Ludovici XIV. wurde er ein Mitglied des grossen Regie-rungs-Ralhs und daS Haupt des See-Raths. Ob nun gleichder König Ludovicus XV. die an. 1711. und 1714. wegen derlegitimirten Printzen ergangene Verordnungen an. 1718. imauq. aufhub, so erklärte er sich dennoch am 26. aug. daß derGraf von Toulouse , wegen seiner persönlichen Verdienste, auflebens-zeit aller bis dahin gehabten vorzüge ferner geniessensollte. Nachdem der Hertzog von Orleans an. 1724. das zeit-liche gesegnet, that ihm der Hertzog von Bourbon , damali-ger Premier-Minister, viel Verdruß an, und wollte insonder-heit in ste-sachen das Oirectorium haben; nach dessen falle aber,der ihn an. 1726. betraf, wurde er zu einem mitgliede desneu - errichteten Königlichen Staats - Raths verordnet. Nachdiesem stund er bey dem Könige in grossem ansehen, ob ersich gleich an. 17,0. auf eine kurtze zeit vom Hofe entferne»muste, und starb endlich an. 17;?. den i. dec. nach ausge-standenen heftigen stein-schmertzen. Von seiner gemahlin, Ma-ria Victoria Sophia von Noailles, einer tochter Annä Iulii,Hertzogs von Noailles, Marschalls von Franckreich, Lndovi-ci von Pardaillan d'Anlin, Marquis von Gondeln , wittwe,die er sich an. 172;. den 22. febr. beygeleget, hinterließ ereinen einzigen söhn, Ludovicum Johannem Mariam vonBourbon, Hertzog von Penthievre, welcher an. 172;. den17. nov. gebohren , und an. i7?4· den 1. jan. die anwartungauf die stelle eines Admirals von Franckreich erhalten. Aus-ser der ehe hat er mit Madame Marlinel, einer schwester deSberühmten vr. Helvctii, den Ritter von Arques äe St. Foy gc-jeuget. Anselme , hist.geneal.toni. I. p. 176.
Hertzog von Mayland.
Ludovicus oder Ludovicus Sforzia Morus zugenannt,Hertzog von Mayland, war Francisti Sforztä söhn, und Ga-leacii Mariä bruder, nach dassen tod er sich der verwaltuyg desreqiments vor den jungen Printzen Johannem Galeacium an-maßte , ihm nur den nahmen eines Hertzogs ließ , und damiter tiefe würde völlig an sich ziehen möchte, den Kayser Maximi-lianum aufdie feite brachte, der ihn mit den Mayländischenlanden belehnte. So rüste er auch Carolum VII l. König inFranckreich, nach Italien , um dem Könige von Neapolis, Jo-Hannis Galeacii schwicger-vatter, etwas zu thun zu geben. Zuansang diefts zugs nun starb dieser sein velter, von dem nie-mand zweifelte, daß er nicht von seinem oncle wäre vergiftetworden ; und da bemächtigte sich Ludovicus alsofort des Her-tzogthums Mayland , und muste der ;. jährige söhn seines Vet-ters das nachsehen haben. Als die Franzosen in Italien zumächtig wurden, trat er wider sie mit in bünbnis, undschloß hernach an. 1495. mit Carolo Vlll. frieden. Allein Lu-dovicus XII. machte, da er den thron bestiegen , anspruch aufMayland, und bemächtigte sich durch hülffe des Papsis undder Venetianer solches Hertzogthums. In dieser noth hetzteLudovicus Morus den Venetianer» die Türcken auf den hals.Er suchte zwar auch bey dem Kayser Maxiiniliano hülffe, mitder es aber sehr langsam zugieng. Daher nahm er endlich diegelegenheit in acht, da die Maylander der Franzosen überdrüßigwaren, zog einige Schweitzerische völcker an sich, und gieng mitdenselben wieder in sein Hertzogthum, da er dann überall mitfreuden aufgenommen ward. Allein da er in belagerung derschlöffer zu Mayland und Novara begriffen war, kamen ihmdie Franzosen auf den hals, und seine Schweitzer, denen er dochvorher, als sie ihren sold sehr ungestüm gefordert, sein silber-geschirr ausgetheilet, begehrten nicht zu fechten. Ja sie wei-gerten sich gar, ihn an einen sichern ort zu begleiten, und er-laubten ihm blos unter ihrem Haussen in kleidung eines gemeinenSchwcitzerischen soldaten bey vorhabendem adzug mitzugehen.Allein er wurde gleichwol erkannt, und von den Franzosen inarrest genommen, die ihn nach Franckreich führten, allwo ernach iö. jähren zu Loches im gcfängnis sein leben beschlossen.Er war ein verständiger, beredter, freundlicher Herr, abersehr ehrgeitzig und treulos. Von seinen söhnen Maxiinilianound Francesco, die er mit seiner gemahlin Beatrix von Este gc-zeugel, und die beyde hernach Hertzoge worden, siehe an gehö-rigem ort. Sonst hat er auch einen natürlichen söhn, nah-mens Joh. Paul, gehabt, von dem die Marggrafen von Cara-vagglv herstammen. Cominaui , üb. VII. Guicciardinus , üb.I. 1!. IV. Ripamontius , hist. Mediol. Imhos. histor. geneal. Ital.& Ilispan. *
Hertzoge und printzen von Savoyen nebst andernprintzen:
Ludovicus von Savoyen, Fürst von Achaja und Mo-rea, rc. war Jacobi von Savoyen und Margarethä vonBcaujeu desselben dritter gemahlin söhn, und Amadei, desGrafen von Piemont, bruder, welchem er an. 1402. als ernoch in der wiege lag, in der Piemontesischen regierungffolgte,worüber er die bestätigung samt dem titul eines Reichs-surstcnvon dem Kayser Sigismundo erhalten. Amadeus VI. der grünezugenannt, Graf von Savoyen » war sein Vormund, mit wel-chem er an. i; 8 z. den Printzen des Hauses Anjou zu gefallen,eine reise nach Neapolis that, und Amadeo VII . dem rothen,Grafen von Savoyen, diencte. Er stiftete an. 140;. zu Tu rin eine Universität, war wegen seiner tugend bey allen Fürstenbeliebt, und wohnete dem Costnitzer-Loncilio bey. Er starb zuPignervl den n. febr. an.1418. Seine gemahlt» war Bvna von
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Savoyen, Amadei VM. schwester, mit welcher er keine erbenhatte. Jedoch hatte er von einer gewissen Neapolitanischen Da-me einen natürlichen söhn, mit nahmen Ludovicus, Herrn vonRancvme, dessen nachkommen zu ende des XVI. soculi abgeffair-Guicbenon , hist. de Savoye«
SufcßSi£US -4 Hertzog von Savoyen, war der andere söhnAmader VIII. welchem er hernach succedirte, und ein bruderAmade», des Printzen von Piemont, so »och vor dem vatterstarb,gebohren zu Genf den 14.feb.an. 1402. und ließ von jugendaufprotzen seiner tapferkeit und klughcit sehe». Amadeus VIII ,machte ihn zum General-Statthalter von Savoyen , und erwar eben zu Basel , als sein vatter, nachdem er unter dein nah-men ^clicis V. zum Papst erwehlt worden, auch dafelbst an.1440. ftmen cinzug hielte, bediente solchen an der, bey der crö-i'.ung angestellten prächtigen Mahlzeit, neben seinem bruderPhilippo, dem Grafen von Genevois, als Mund - Schenck, unverzeigte durchaus einen ungemeinen pracht. Nach Philippi Ma-ria,des Hertzogs von Mayland,tobe «».1447. nahm er der May-lander partey an, allein seine armee wurde dabey geschlagen. Ineinem andern treffen waren sie etwas glücklicher, worauf dennein friede geschlossen wurde. Nachdem sich Ludwig , Dauphinvon Franckreich, nachgehends Ludovicus Xl. in Dauphine re»tirirt hatte,machte er mit diesem Hertzoge Ludovico ein bünbnis,und heurathete desselben tochter Charlottam, dazu aber sein vat-ter die einwilligung nicht geben wollte. Allein der Hertzog vonSavoyen kam den unglücklichen folgen,so daraus hätten erwach-sen können, zuvor, indem er die mit des Dauphins vatler, Ca«rolo VII. geschlossene tractaten treulich hielt, und dem Dauphin,welcher init seinem vatter in Uneinigkeit lebte, keinen beystandleisten wollte. Als er nachgehends unter Ludovici Xl. seinesschwieger-sohns regierung in Franckreich gekommen, starb er zuLion den 29. jan. an. 146;. von wannen sein leichnam nachGenf gebracht und daselbst beygesetzt wurde. Diestr Herr warein grosser liebhaber der gerechtigkeit, wie er denn seinen Cantz,ler, Wilhelmum de Balomiercs, wegen Ungerechtigkeit undgeitzes in dem Genfer -see ersäuffen lassen, und ein sonderbaresParlement zu Turin den i;. wart. an. i4;9- angeordnet. Sei-ne gemahlin war Anna von Lusiqnan, Jant des Königs in Cy-pern und Charlotcä von Bourbon tochter, welche erst an seinenbruder Amapenm versprochen war, der aber noch vor vollzoge-ner Heurath starb. Sie war eine der schönsten und verständig-sten Printzeßinnen ihrer zeit, starb an. 1462. und ward in die vonihr gestiftete Barfüsser-kirche zu Genf im Franciscaner - Habitbegraben. Ludovicus hat mit ihr iü. kindcr, nemlich 9. söhneund 7. töchter gezeuget. Unter den söhnen folgte ihm AmadeuS IX. in dem Hertzogthum Savoyen , Ludovicus wurde Königin Cypern , Petrus, Ludovicus und Franciscus wurden Bischössezu Genf , die zwey ersten auch nachmals Ertz-Bischöffe zu Mou-tiers en Tarentaise,und der letztere Ertz - Bi'schosszu Auch. gw-chenon , hist. de Savoye. Lambert. Vmderburcbius , Sabaud.Dnc. Princip, hist. *
Ludovicus II. Ludovici, Hertzogs von Savoyen, anderersöhn, war König in Cypern wegen seiner gemahlin Charlotta,Johannis II.Königs in Cypern,tochter . Allein Jacob des KöniqSJohannis natürlicher söhn, welcher, ungeachtet seines geistli-chen standes, dieses Reichs sich mit gewalt anmassete, und Ca«tharinam Cornaram, so der Rath zu Venedig atoptirtt, gehen«rathet hatte,setzte sich mit hülffe des Egyptischen Sultans in demReich veste. Weil nun Ludovicus seiner feinde macht zu wider-stehen sich nicht getrauete, begab er sich nach Ripaille, und starbdafelbst an. 1482. ohne leibes-erben. Stepb. de Luß^nan. hift.Cypr. Guicbenon, hist. de Savoye, &c.
* Ludovicus Gonzaga, Hertzog von Revers, der drittesöhn Friderici II. Hertzogs von Manlua, war an.i;;8.gcbohreu.Jm iahr i;;?. ward er in der schlacht dey St. Quentin ge-fangen. An. i;;6. vermählte er sich mit Henrietta, der fchwe,ster und crbin Francisci II. von Eleve, Hertzogs von Revers ,von welchem ererbte» Hertzogthum er den titul annahm. An.i^68. commandirte er die volcker, die der Papst Carole IX. zuhülffe gcftndet halte, und crwieSsich hernach beyder Pausteblut-Hochzeit gegen die Hugenotten sehr eiferig. An. i;?;«ward er bey der belagerung von Rochelle verwundet, bekaman. 1574. das Gouvernement von der Normandie , und ver-kaufte an. 157;. einen grossen theil seiner güther, um demKönige Lenricv III. einen vorschuß thun zu können, wohntesodann der Versammlung der Stände von Blois bey, undward an. i;79- von gedachtem Könige zum ersten Ritter vondem orden des H. Geistes gemacht. Bald darauf schlug ersich aus eifcr vor die Catholische religion, und auf zuredenfeiner gemahlin zu der partey der Ligue, wiewol er, als er anderselben rechtmäßigkeit zu zweifeln angefangen, und um fei,ner fache gewiß zu seyn , zweymal selbst nach Rom gereifekwar, dieselbe wieder verließ, auch von dem Könige ohne schwie«rigkeit Verzeihung erhielte, und das Gouvernement von der Pi-cardie bekam. Im jähr i;88. commandirte er in Poitou,ward aber, weil der König seines raths und hülffe nöthighatte, das ,ahr darauf wieder zurück bcruffen. Im jähr 1^90.ward er Gouverneur von Champagne, und ob er gleich denKönig Hcnricum IV. vor feinen rechtmäßigen Herrn erkannte,fo wollte er doch die Waffen nicht für ihn führen, sondernbegab sich in sein Hertzogthum Revers, bis Heinrich anstalkmachte, die Catholische religion anzunehmen. AIS dieses ge-schehen, ward er, um dem Papst Cstmens Vlll. Nachricht da-von