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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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von üii geben, an. 7 593. nach Rom gesendet. Allein der Papstwollte ihn keineswegs für einen Gesandten erkennen,und bestim-tc ihm nur eine gantz knrtze zeit zu seinem aufenthalt in Rom ,verbot ihm auch die Cardinäle zu besuchen,dahero er, ob er gleichk» allen audientzen, die ihm Clemens ertheilte, demselbenmit viel demuth und grosser standhafftigkeit begegnete, dennochnnverrichteter suchen nach Franckreich zurück kehren mliste.Im jähr 1595. warf er einen succurs in Cambray, und alsdiese stadt dennoch Übergängen war, und der König ihm beysolcher gelegenheit einige empfindliche reden davon gesagt hat-te , so starb er wenig tage hernach aus Verdruß zu Resle inder Picardie. Dieser Herr, so fünf Königen von Franckreichersprießliche dienste geleistet, besaß viel erfahrung , tapferkeit,verstand und redlichkcit, war von allem cigennutz entfernet,auch seiner religion mit grossem eifer zugethan. Äusser einemsehr umständlichen tage-register von der Versammlung zu Blois ,so im manuscripte bewahret wird, hat man memoiren vonihm, die an. 166;. in zwey folianten zu Paris heraus ge-kommen. Daniel, tom. VI, VII. Memoires de YEtoile,tom. J. II. Le Long , biblioth.

* Ludovicus wilhelmus, Titular-Printz von Portugall,war der andere söhn Emanuelis I. Er bekanr in der firme--lung nach dem Könige Ludovico XIII. der sein pathe war, dennahmen Ludovicus, und begab fich an. 1626. mit feinem Wär-ter und ältern bruder aus dem Haag nach Brüssel , da er dennan. 1637. Iohannem Caramuel Lobkowitz dazu vermochte,daß derselbe ein volumen in fol. schrieb, um zu beweisen,daß Philippus IV. der rechtmäßige König von Portugall sey.Hiedurch machte er sich so beliebt, daß besagter König ihn zuseinem Cammer-Herrn, zum Grand von Spanien , und zumMarggrafen von Tramoso erklärte. Er starb an. 1661. undhinterließ von Anna Maria, einer tochter Johannis BaptistäCapece-Galeoti, Fürstens von Monteleone, zwey söhne: i.)Emanuelem Eugenium von Portugall , Marggrafen von Tron-cos und Tramoso, welcher an. 1633. gebühren, und an.rüg?. ZU Rom im ledigen stände gestorben. 2.) FerdinandumAlerandrum von Portugall, Ritter des ordens von St. Jacobund Grafen von Sidin, welcher an. 1656. dem Könige vonSpanien in Flandern kriegs-dienste gethan , nachhero aber inskloster gegangen, und an. 1660. Abt von St. Bernhard zuAntwerpen worden. Anselme , bist. geneal. tom. I. p. 613.

Grafen von Flandern :

* Ludovicus I. von Flandern , Graf von Revers und Re-thel, war der älteste söhn Roberti III. Grafen von Flandern , vondessen anderer gemahlin, Jolanta von Burgund, Gräfin vonRevers, Nachdem er den zu Athies-lur-Orge mit Franckreichgeschlossenen frieden nicht nur an. 1303. sondern auch an. 1307.und 1309. bestätiget hatte, begab er sich in die von seinermutier ererbte Grafschafft Revers , und begieng daselbst vielgewaltthätigkeiten. Wie er nun seine aufführung vor gerichtrechtfertigen sollte, flöhe er nach Flandern , woselbst ihm seinvatter die Versicherung gab , daß seine kinder Flandern habensollten, welches auch der König von Franckreich , Philippus V.in einem an. r;i6. geschlossenen tractate genehm hielt. Erleistete hierauf diesem Könige zu Gisors an. 1,17. den sept.wegen der Grafschafft Revers und seiner andern Herrschassrenden lehns-evd, hielt ihn aber, wie vorher, sehr schlecht, undgieng aus forcht, der König möchte seine begangene untreueaufs schärfste ahnden, abermal nach Flandern , da er dennseinen vatter dahin brachte, daß derselbe seinen Andern die erb-folge bestätigte. Nach diesem ward er mit dem Könige aus-gesöhnet , und bekam alle seine mit arrest beschlagene gütherwieder; muste aber vorher zu Paris , in gegenwart vieler Für­ sten und Herren, eydlich versprechen, sowol den an. 1Z20.als alle andere vorher geschlossene frieden heilig zu halten.Hierauf reisete er nach Flandern zurück, hatte aber das Un-glück, daß ihn sein vatter aus Übeln verdacht zu Bournehamgefangen nehmen, und auf das schloß Rupelmonde führenließ, mit ausdrücklichem befehl an den daselbst befindlichen Ca-stellan, daß er ihn sofort hinrichten sollte, der aber ein sohartes urtheil zu vollstrecken bedencken trug. Endlich erlangteer wiederum seine freyheit, nachdem er unter andern schrift-lich angelobet, daß er fich nach Franckreich begeben, und anseinem bruder Roberto, Herrn von Cassel, der ihn so verun-glimpfet, auf keinerley weise rächen wollte. Er starb hieraufa». 1322. den 22. jul. zu Paris , und wurde daselbst in der Fran-xiscaner-kirche beerdiget. Anselme , bist. geneal. tom. II. p. 737.

* Ludov icus II. G raf von Flandern , beygenannt von Lre-cv, war ein lohn des vorherstehenden Ludovici von Flandern ,Grafen von Revers und Rethel, den derselbe mit Johanna,Gräfin von Rethel, gezeuget hatte. Er nahm nach seines groß-vatters Roberti III. tobe, so an. 1322. den 17. sept. erfolgte,von der Grafschafft Flandern besitz , und leistete im folgendenfebr. Carolo lV. Könige von Franckreich , den lehns-eyd , ver-sprach auch bey einer besondern Handlung, alle zwischen die-ftr Crone und seinen vorfahren geschlossene tractate seycrlichstzu halten. Richt lange hernach gerieth er mit sinnen Unter-thanen in grosse irrnngen , absonderlich aber mit den cinwoh-nern der stadt Brügge , welche ihn an. 1323. den 2. maybev Journav aus dem selbe schlugen, und so gar gefangenbekamen. Nach erlangter frcvbeit begab er sich nach Franck-rcich zu dem Könige Philippo VI. der ihn den tag vor seinercrönung, so an. 1323. den 27. may vor fich gieng, und wo-

bey er als Pair erschiene, zum Ritter schlug, und ihm fischwider seine aufrührische Unterthanen hülfliche Hand (ditetc,die sodann den 22. aug. des besagten jahrs bey Mvnreassldas feld räumen musren. Hierauf brachte er alle «erlahmplätze wieder unter seine botmäßigkeil, und wendete seine raf-fen wider den Hertzog von Brabanr, der ita die statt Mi-cheln , so er von dein Capitul zu Lüttich an sich gebracht -ei-le , streitig machen wollte; allein diese Händel wurden bvridVermittelung des Königs von Franckreich bald beygeleget. Im.mittelst rehellirteu die einwohner von Brügge und ©ent aufsneue, wozu sie ein bierbrauer, Jacobus Arteveldt, hauptsäch-lich ansrischke. Run suchte zwar der Graf die unruhigen k«auf alle nur erfinnliche art zu besänftigen; konnte aber seimzweck nicht erhalten, sondern wurde so gar durch die von 6«itgefangen genommen, und genöthiget, ihre Unternehmungen gutzu heisscn. Jedoch ehe sie fichs versahen , setzte er sich durchlist aus freyen fuß, und gieng nach Franckreich, diente tiefnCrone wider die Engelländer, und blieb an. 1346. den -6. aug.in der schlackst bey Crccy , zu dessen andencken man ihm daranfangs erwehnten beynahmen gegeben. Er lieget zu Brügge in der Collegial-kirche St. Donatiani vor dem grossen aller!begraben. Anselme , bist. geneal. tom. II. p. 738.

Ludovicus, der dritte dieses nahmens, Graf von Flandern .Er war gedohren zu Mecheln (daher man ihm den zunahmenMalanus gab) und ein söhn Ludovici II. Sein land befand ßchin vollkommener ruhe, und wegen der starcken Handlung in grö-stem flor. Dieses verleitete den Grafen, daß er sich dem bamr-tiren, dem spielen und allerley Wollüsten ergab, und seine Un-terthanen folgten seinem exempcl mit so grossen messen,das maninnerhalb 3. Monaten 14. bis 15000. menschen gezehlt, Mich!in spiel - trinck - oder huren-häusern ermordet worden. Um nunden Lands - Herrn durch das volck, und dieses zu gleicher;dtdurch jenen zu strafen, verhängte GOtt, daß die von Gentunidas jähr 1377. einen gefährlichen aufstand erregten, dessen an-sang und fortgang niiter dem artickul Lyons (Johann) zulesen. Diese unriihe bewegte Ludovicum bey dem Könige vonFranckreich, Carolo V. wider welchen er es vorher mit fernHertzoge von Bretagne gehalten hatte, hülffe zu suchen, undenk-lich nach vielen auf beyden theilen vorgegangenen blutigen acne-uen kam es durch den beystand seiner vettern, der andern R>c-derländischcnFürsten, soweit, daß an. 1381. diestadi Gentdurch hungers-noth gezwungen ward, um gnade zu bitten. Al-lein, weil der Graf aus raachbcgierde allzu harte bedingungenvorschlug, wurden die rebellen desperat, thaten unter amh>rung Philippi von Arteveldt einen ausfaü, nahmen Brügge ein,und nöthigten den Grafen die flucht zu ergreiffen, wobey er aufdie elendeste art eine zeitlang sich behelffen, und mit genauernoth den Händen seiner feinde entgehen konnte. Das schenk!jähr kamen seine fachen m eine» bessern stand, indem Mbunds-genossen, die Franzosen , unter ihrem Könige Caroledie rebellische Flandrer beyRosebcck den 27. nov. dergenali M-gen, daß bey goooo.derselben auf dem platze sollen geblieben sen>-Dessen ungeachtet fiengen gleich in dem nächstfolgendeniahred!!von Gent von neuem an sich zu empören , und weil sie von den

Engelländern hülffe bekamen, Franckreich aber wegen innerli-cher unruhe mit sich selbst genug zu thun hatte, je muite wGraf Ludwig stracks in dem ersten treffen bey Dünkirchcn mkürtzern ziehen; da er denn nicht nur von den iroo°. wonach'er gehabt, mehr als die helfte, sondern auch unterschiedan der sie gelegene örter verlohr. Aufdiese nachriÄtkamWder König in Franckreich , nachdem er seine austiihrische nnchthauen gezüchtiget, mit einer überaus grossen armee zu bui«,nöthigte die Engclländer wieder in ihr land zurück zu teMn-und half einen stillstand mit den Flandrischen rebellen auMtcn. Richt lange hernach, da er sich zu St. Omer auf des £jährigen Johannis , HertzogS von Berry , bcylager mu mi2. jährigen tochter des Grafen von Bretagne befand i nnomdiesem brautigam in einen wortwcchsil über die lchn-bemckMvon Boulogne gerieth, die er seines orts fich als Grafen ro»Flandern zuschrieb , da es hingegen der Hertzog laugmic, m -ferte sich dieser letztere dergestalt, daß er seinen kolch na«warf, womit er ihn so sehr verwundete, daß er den iw"tag sterben muste. Seine tochter Margaretha, welche anlippum den kühnen, Hertzog von Burgund, vermab-W"succedirte ihm in Flandern , Mecheln , Revers und Mckchre Golinet , bist. des Seigneurs dEnguien. Meiers »France , tom. II. p. 491. 510. 512.517.^1?^

Kardinäle, Bifchöffe und andere geistliche

Ludovicus von Lothringen , Cardinal von Gusse 1^Bisihoss zu Rheims, war Francisci, des Hcrtzogs voi> wWtso in der belagerung von Orlcans getödtcl würde, und «»von Este söhn, und Henrici I. des Hertzogs von Gu»e eru-"Er succedirte seinem vettcr Carolo, dem Cardinal in dem cBißthum Rheims, war ein sehr ehrgeitziger Herr- umnivon den vornehmsten Ligistcn, welche unter dem fallen v'wand der religion die Französisilw Monarchie »der den i»,zu wcrffen suchten. Als der König HenricuS III, desvon Gusse anschlüge so gar schädlich erkannte, ließ "deulkan. 1588. zu Blois hinrichten. Zu eben dcrsclbigcn w:auch dieser Cardinal sein bruder nebst dem Ertz -Bssch^U^d'Espinac zu Lion, so gleichfalls einer der vornehmsten vt«war, gefangen,und er den tag nach des Hcrtzogs ercculion gtet, der Ertz - Bischoff aber wieder losgelassen. Man und»