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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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dem triefe, welchen der König an den Cardinal von Joyeusenach Rom geschrieben, daß der Cardinal von Guise sich öftersverlauten lassen, er wollte nicht eher sterben, als bis er den Kö-nig beschoren, und in ein kloster geflossen haben würde. Miron ,telacion de la mort de M. de Guise. Aubery , hiit. des Cardi-naux. Thun », üb. XCI 1 I. &c.

* Eudovtcus von Lothringen , Cardinal von Guise, Ertz,Bischoff von Gens, Abt von St. Victor, Moissac , Bour-gueil, St. Germain d'Auxerre rc. war ein söhn Claubii I.Hertzogs von Guise, und im iai>v 1527. gebohren. Er warvon mgenb auf zum geistlichen stände bestimmt, und erhielt da-her nach und nach die Bißkhümmer Troyes und Alby, undan. 1160. das Ertz-Bißthum Vens. Diese letzte würde trat ernachmals Nicolao von Pelleve ab, und ward an. i;üz. Car,dinal. Im iahr 1568. erhielt er das Bißthum Metz , und starban. 1378. Es ivird ihm schuld gegeben , daß er sehr eigen-nützig , und dem trunck ergeben gewesen. Petrameiiarius. Au.bery. Pr'non. Palatins , tom. 111 . Etoile, memoir. tom. I.

Ludovicus - Hertzog von Vendome und Cardinal, ein söhnCäsaris, Hertzogs von Vendome, welcher Henrici IV. natür,licher söhn war, den er mit Francisca von Lothringen, Her-tzogin von Mercöur, gczcuget hatte, geb. an. 1612. An. 1630.gieng er mit dem Könige Ludovico XIII. in Savoyen , und dientenach seiner zurückkunft als Volontair in Holland , allwo er an.i6;i. der schlacht bey Ryssel beywohnte. An. 1633. war er inder schlacht bey Avein, an. 1636. in der belagerung der stadtCorbie , an. 1639. vor Hesdin , und an. 1640. vorArras, inwelcher letzten belagerung er verwundet wurde, da er die Untenforciren wollte. An. ;6$o. schickte ihn der König als Vice--nig in Catalvnien. An. 16; 6 . nahm er, nebst dem Hertzoge vonModena , Valenziaam Po ein. An. 1631. vermählte er sich mitLaura Mancini , des Cardinals Mazarini base, mit welcher erLudovicum Iosephum, Hertzog von Vendome, und Philippum,Groß-Prlvr von Franckreich des Maltheser-ordens, zeugte. An.1637. den 8. febr. starb diese seine gemahlin, worauf er in dengeistlichen stand trat > und von dem Papst Alerandro VII. den7. mark. an. 1667. zum Cardinal gemacht wurde. Woraufernach a.jahren zu Air in Provence den s.aug.an. i66y.gestorben.

Ludovicus, Bisthoffzu Lüttig, war ein söhn Hertzogs Ca,roli l. von Bourbon. Seine wähl geschahe an. 1433. und fander bey den Lüttigern eine unerträgliche begierde zu herrschen.Anfangs gieng er einen gelinden weg, nachdem es aber dadurchimmer arger ward, sollte der König Ludovicus XI. in Franck»reich an. 1463. schiedsmann seyn; er bezeigte sich aber so par-teyisch , daß der Bischoff nicht damit zufrieden war, sondernfeinen sitz nach Mastricht verlegte, und das gantze Stift in denbann that, welchen bann sowol Papst Pius II. als Paulus II. bekräfftiget. Es kehrten sich aber die Lüttigcr daran nicht, son.dern erwehlten an. i464.Marcum, Maragrafen von Baden,zum Bischoff. Bey dessen einzug war die sreude der Lüttiger sogroß, daß sie allenthalben Ludvvici wapen herab rissen, undwer demselben nur den titul eines Bischoffs beylegte, der hattegleich das leben verwürcket. Es stunde aber dem neuen BischoffeMarco das verfahren der Lüttiger in vielen dingen nicht an ,und weil er leichte den schlimmen ausgang voraus sehen konnte,so machte er sich an. 1463. bey belagerung des städtleins Falckenburg aus dem staube, ließ auch so gar feinen grossen fchwim stiche, damit seine flucht desto verborgener blieb. Unterdejsen hatte Ludovicus bey dem Hertzoge P,hilippo Bono in Bur,gundien und dessen söhne Carola dem kühnen, hülfs-völckererhalten, welche an. 1466. vor Lüttig qiengen; es kam aberbald darauf zu einem verqkich, welcher hauptsächlich darinnenbestund, daß die Lüttiger sich ihrem Bischoffe Ludovico uiiter,werffen, an Burgundien 300000. an den Bischoff aber 100000.gülden bezahlen, und alle versagte restituiren sollten. Es hattenaber die Burgundier nur den rucken gewendet, so traten die Lüt-liger aus die hinter-beine, und begehrten den Bischoff nicht indie stadt zu lassen; weil auch viele wohlhabende bürger bey die-sen troudlen aus der stadt gewichen waren, so entstund eine rot-te , welche sich die alliirten vom grünen gezelte nennelen; derenabsehen war, der ausgetretenen samilien ihr haab und guth ansich zu bringen. Hierauf kam der Burgundifche Printz Caro-lus noch in vorgedachtem jähre zum andern male in das Stift,und machte zuerst die veste stadt Dinant dem erdboden gleich,nachdem die einwvhner theils niedergestossen» theils aber in dieMaasc geworffen waren, bis auf wenige, die sich mit der fluchtgerettet hatten. Die Lüttiger versahen sich hieraus nichts gu-tes , und wurden deswegen in einem auflauffe etliche von denrädelsführem niedergemacht; aber der vornehmste Raso deHeer war entwischt. Die Burgundier rückten auch vor die stadtLüttig, durch Vermittelung des Grafen von St. Pol aber irntr»de der andere vergleich mit derselben aufaerichtet.Es stiftete gleichdarauf vorgedachter Haupt - rebelle Rajo eine neue unruhe an ,und wurde die stadt Huy, darinnen der Bischoff sich aufhielte,durch verräthercy erobert und erbärmlich darinnen gehaustt,wiewel der Bischoff sich mit der flucht gerettet hatte. Hieraufzog Carolus von Burgundien an. 1467. zum dritten mal vorLüttig, vhngeachtet der König in Franckreich heftig darwiderxrotejurte, und nachdem die Lüttiger in einem treffen den kür-fe-ra gezogen, so musten sie folgende Puncte eingehen : 1.) daßsie dem Hertzoge alle ihre privilegia im original aushändige»;2.) das geschütze und gewehr in der gantzen stadt den Burgun-dicrn überliefern, und nichts als ihre brodt-meffer, aber doch oh»

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sie spitzen, behalten; 3. ) aufihre Unkosten alle mauren und thür-ne nicht nur in Lüttig, sondern im gantzen Stifte niederreissen,und die stakt-graben ausfüllen; 4.) dem Hertzoge von stund an100000. gülden, künftig alle jähr zoooo. gülden bezahlen; 3.)die vvrnehnlsten aus dem Rathe und der bürgerschafft, die sichwider den Bischoff empöret, mit weid und lindern aus der stadtverbannen, und 6.) dem Bischoffe aufs neue huldigen, und ihmallen erlittenen schaden ersetzen sollten. Die neue regiments-ver-fassung wollte nun den Lüttigern nicht allerdings recht anstehen;es begaben sich deswegen in kurtzer zeit bey die 30000. cinwohncranders wohin, darunter auch gedachter Raso gewesen, und weitmittlerweile der König in Franckreich mit dem Hertzoge Caroloin Burgundien in Unwillen gerathen war, so fanden sich an.1468. etliche escadronen verlauffener Franzosen in Lüttich ein,die schrien auf allen gaffen: Es lebe der Röntg in Franck-reich ! damit kamen die verjagten wieder in die stadt, die Bur-gundische besatzungward herausgejagt, die mauren mit gros-ser geschwindigkeit wieder gebauet, und mit einem Worte diestadt in den stand gesetzet sich zu wehren. So bald Hertzog Ca-rolus von diesem tumulte Nachricht erhielt, schloß er zu Peron-ne in aller stille mit dem Könige in Franckreich einen frieden, undnahm sich vor, die rebellische stadt endlich unter das joch zu brin-gen. Weil auch der König in Franckreich beschuldigt ward, alswenn er Lüttich aufs neue aufgehetzet hatte, so behielt er den-selben als einen gefangenen bey sich, und nöthigte ihn, baß ermrl ihm in person vor gedachte stadt ziehen musie. Der BischossLudovicus lebte unterdessen mit seinen adharenten zu Tongern in freuden; in einer nacht aber ward er von einer partey der Lüt-tiger unvermuthet überfallen, und nebst dem Päpstl. Xunciogefangen nach Lüttich gebracht. Als nun Carolus zum letzten'mal mit looooo. mann vor die stadt rückte, ward Ludovicuslosgelassen , welcher hierauf zu dem Hertzog , mit welchem er ge-schwister-kind war, ins lager zog, und eine vvrbitte vor die stadteinlegte; allein weil Carolus einen schwur bey dem H. Andreagethan, daß in Lüttich kein stein auf dem andern blechen sollte,so ward der ort bestürmet, und aufs erbärmlichste darinnen ge-hausct. Diejenige, so sich auf gnade und Ungnade ergeben hat,ten, wurden auf schiffen nach Mastricht geschickt, es waren überdie schiffe mit fleiß durchlöchert, daß sie alle ersauffen musten.Ludovicus regierte nach tiefem noch 14. jähr, und ward an.1482. von Wilhelme, Grafen von der Marck, in einem schar-mützel erschlagen. Chapeauville , script. rer. Leod. Raußnus , inlib. II. rer. Leod. JEgid. hist. Episc. Leod.

Zudovicus von Granada , ein Dominicaner, war an. 1304.zu Granada gebohren, sein vatter aber war auS Soria gebür,tig. Tr war in dem Hause des Grafen von Tendilla auftrzvgen,bey dem er durch eine gar sonderbare begebenheit bekannt wor-den. Nach diesem nahm er den orden des heil. Dominici an, daihn seine Verdienste zu den höchsten bedienungen erhuben. DieKönige von Portugall und Svanien bezeigten durch ihr ver-trauen zur gnüge, was sie vor estim von ihm machten. Seineberedtfamkeit wird als gründlich undChristlich heraus gestrichen.Er erhielt zu Granada sowol wegen seiner predigten als schriftenvor allen den preis, inmassen die Gelehrten die letztern bewun-dern , und andächtige seelen sich damit trösten sollen. Der PapstGregorius XIII . unter dessen regierung seine bücher bekanntworden, hat dem authori selbst das lob ertheilet, daß er durchedirung derselben den menschen mehr genutzet, als wenn er tod,te aufgewecket, und blinde sehend gemacht hätte. Er hat diegeistlichen ehren-stellen allezeit ausgeschlagen, und hingegen sii-nem berühmten freunde, Don Bartholomäo de Murryribus,das Ertz-Bißthum Braga in Portugall anzunehmen befohlen.Er starb an. 1388. den 31. dec. Seine ordens-brüder erwehnenseiner in ihren schriften gar oft. Wir haben auch sein leben,welches bey seinen in unterschiedene sprachen übersetzten wer-cken voran gesetzt ist.

Ludovist, eine ansehnliche familie, welche aus den vor-nehmsten gcschlechtern zu Bologna seinen Ursprung gehabt, undvon Johanna, Königin in Neapolis, unter den Adel ihres Kö-nigreichs aufgenommen worden. Alexander Ludovist bestiegan. 1621. unter dem nahmen Gregor« XV. den Päpstl. stuhl.Sein bruder, Don Horatio, hatte nachfolgende 2. söhne: 1. )Ludovicus war Cardinal-Patron und Cämmerer, letztlich aberVice-Cantzler der Archen, und hinterließ nach seinem an. 1632.erfolgten tobe den Jesuiten ein legatum von 300000. thalrrn, dreArche St. Jgnatii in dem Römijchen Gollegio davor zu bauen.2 .) Mcolaus, Hertzog von Fiano, erbte mit seiner andern qe,mahlin, Polyrena Mendozia. aus dem Hause Apiano, das Für«stenlhum Plvmbino, weil sie aber keine Ander hatte, so bezahl,te er an. 1634. dieses Fürstenthum dem Kavser Ferdinands II. mit baarem geld, halte aber das Unglück, daß ihm die Franzo,sen in dem damaligen Italiänischen kriege selbiges wegnahmen.Nun trugen sie es ihm zwar als ein Französisches lehn wiederuman, er aber erklärte sich, viel lieber ein armer Spanischer Cava»her, als ein reicher.Französischer Fürst zu seyn. Nachgehendsward er von dem Konig in Spanien wiederum eingesetzt, dar»aufzum Vice-Könige in Aragonien und General über die galee.ren von Sardinien, endlich aber zum V>ce - König über die ge-dachte insul bestellet. Er starb an. >663. und hinterließ Iohan-nem Bapkistam, welcher an. 1698. mit tobe abgieng, nachdemer einen einzigenPrintzengezeugt, der ihm an. 1700. indemandern jähre seines alters in die ewigkeil nachgefolget, mithindieses geschlecht beschlossen , da denn das Fürstenthum Pivmdi,

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