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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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no an des vorgedachten Johannis Baptist « schwester, MnamMariam, «fallen, so als eine Nonne den 27. nov. an. 1700. ge-storben da die andere schwester Olympia es geerdet, und ihremaemabl, Greaorio Buoncompaqno , Hertzoge zu Sora, zuge-kracht. Lehm. »etzherrsch. Eur. P. II.

* Ludtring, (Johann ) war,emes handwercks em zirckel-schmid zu Nürnberg , beflisse sich aber auf die Mechanic, undverfertigte allerhand chirurgische und zur goldschmid-kunst ge-hörige instrnmente. Eimmart, der bekannte NürndergischeAllronomus, bediente sich desselben, um verschiedene astronomi,fche instrumente auf fein angeben zu verfertigen, und zwarum an. 1680. eine meßingene lph-eram armillarem, nach desCopernici welt-gebäude, im diameter bey -.schuh groß mit einemräder-werck. Ferner machte er an. 1687. einen sehr grossenlrienten im radio von. schuhen aus eisen und meßing, undanders dergleichen. Erhard Weigel ließ ihn einsmals unterseiner anführung eine iphasram armillarem aus eisen im dia-merer von y. schuhen nach der allgemeinen art zusammen rich-ten , welche hernach auf das Rürubergifche Observatoriumgekommen. Er starb den 17. iu>. an. 1688. Doppelmayrsnachr. von den Nürnb. Math. und künstlern.

LUDUS, so hieß das Haus, darinn sich die Gladiator zuRom und in andern städten aufhalten und exerciren musten.Sie wohnten jeder in einer absonderlichen zelle, und ihr vorge-setzter hieß Lanista. Sie hatten auch einen Medicum , der sie,wenn ihnen etwas zustieß, curirte. Nardmui , Rom. vet. j. 7.PitiscUS , II. I2J.

Ludwell , (WUHelmus) ein bekannter Rechtsgelehrter,wurde zu Elbingen in Preussen an. i;8y. den 20. nov. von vor-nehmen eitern gebohren. Nachdem er den gründ zu den wissen-schassren auf dem Gy mnalio seiner geburts-stadt geleget, gienger nach Königsberg , und blieb daselbst anderthalb jähr, die. Recbte zu lernen. Nach dieser zeit gieng er wieder nach Hause,und bald darauf nach Zamoscie in Polen , allwo ergantze jährverblieben, um die Rechte gründlich zu fassen, da er dann vonAdrians Romano, einem Dom-Herrn zu Würtzburg, gar vielgutes empfieng. An. 1611. begleitete er die Elbingischxn De-putirten aus den Warschauischen Reichs-tag, allwo dem Chur-fürsten Johanni Sigismundo zu Brandenburg das Hertzog-thum Preussen zu lehen aufgetragen werden sollte. An. 161,.gieng er mit einigen untergebenen Edeüeuthen nach Altorf , all-wo er nebst der Rechtsgelehrsamkett auch die Philosophie getrie-ben. An. 1619. erhielt er erlaubnis, in CollegHs sechsten zu le-sen , da er denn unter andern 18. visputationes über die Insti-tutiones Juris , wie auch einen Commentarium über die Para-titla des Wesenbecii verfertigte. An. i6;i. wurde ihm dieProfession des Juris Feudalis aufgetragen, worauf er noch inbesagtem jähre die voötor-würde annahm, und an. 16*4. dieProfessionem Institutionum Imperialium, auch nach einem jähreber Pandectarum und endlich des Codicis bekam. Inzwischengebrauchten sich viele vornehme Reichs-Fürsten, und absonder-lich die stadt Nürnberg seines raths. Er starb endlich an. i6öz.den i2. sept., verschiedene schriften hinterlassend, als da sind aus-ser oben gedachten: Commentarius in Institutiones Imperiales,& Regnlas Juris antiqui; Commentarius ad tit. de Obligatio-nibus & Actionibus ; Tractatum de ultimis Voluntatibus ;Synopfis Juris Feudalis; Synopsis Processus Judicarii; Tracta«tüs Feudales varii. Felbingerus , in programmate. Freberus ,in theatro.

Ludwig, (Gottfried ) ist an. 1670. den 26. oct. in derLber-Laußnitz in dem darf Baruth , (allwo sein vatter Priesterwar) gebohren worden. Den gründ seiner nach der Hand er-langten grossen gelehrtheit, hat er in der schule zu Bautzen vonan. r68z. gelegt, und hernach sich an. 1689. auf hie Universitätnach Lcipzrg gewendet, allwo er sein ihm von der natur zu-gelegtes talent treflich angewendet, und an. 1691. den gradumÄlagisterii in Philosophia erlanget. An. 1694. lvurde er Con-rector der schule zu St. Nicola , in Leivziq. An. 1696. RecTordes Hennebergischen Cymnassi zu Schleusingen , allwo er bisan. 171;. gestanden, da er zum Dircctorat des Hertzogl. Cobur-gischen Oymnasii beruffen worden, worauf er an. 1714. den gra-dum voökoralem in Theologia auf der Universität zu Altorf an-genommen , nachdem er vorherv eine disputation, de ValoreSanguinis antediluviano gehalten halte. Er hat sich durch vielgelehrte schriften Herfür gethan , welche theils in dem bücher-saal, theils auch von ihm selbst in seiner HistoriaRector. Schleu-fingensium, wie auch in dem gelehrten Coburg , so an. 1718.heraus gekommen, angeführt werden. Über dieses sind nach derHand in der gelehrten weit erschienen: Commentatio in Prophe-tam Ezechielem & Chasmal speciatim Ezechielitium edit. an.* 7 *o. Exercitat. Theolog, hiftorica in Fanaticorum Christus innobis &c. edit. an. 1722. Dissertatio in Memoriam Adami in-tegri edit an. 172?. Es war der ansang von seiner im sinnegehabten kirchcn - Historie. Irene Lutherana ; Historia illustr.Gymnassi Calimir. Coburg . &c. Er hat aber an. 1724. den 21.apr. sein leben beschlossen. Nova litter. Tigur. ad an. 1724.num. 20. pag. 519. *

Ludwigsburg , ist ein kostbarer pallast des Hertzoqs vonWurtemberg, ;. stunden von Stuttgard und eine von Hoben-Awerg. Anfänglich war nur ein kleines lust-gebaude dahin ge-setzt, und ist man nicht willens gewesen, ein so maqnisiques werckauszuführen, bis man endlich daran so viel gebessert gehabt, daßMao vor rathfam befunden, etwas rechtes daraus zu machen.

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Loch setzen alle diejenigen, so den pallast gesehen, daran mdaßer nicht gar zu.wohl gelegen, Indessen ist es eineskostbarsten und prächtigsten gebauden,n Teutschland, denn ,,ist durchaus maßiv. Die zimmer sind künstlich stuMm,davon die grossen bllder kostbar vergüldet und meialliäreicamine sind alle von marmvr. Der kostbaren gemählbeii Mschildereyen zu geschweigen. In der obern etage des bmlgebäudes ist das Miniaturen - zimmer, darinn viel funfe,-che arbeit. Der Hcrtzog Eberhard Ludwig , von weis»auch der ort den nahmen erhalten, hat den ort zu sem«^deutlichen residentz genommen, und nebst dem pallast *kleine gast-höfe, zu bewirlhung derer, so beym Host zu tahaben, anlegen lassen, hat auch den einwohncrn die priviltmzu einer rechten stadt verschaffet. Der fasanen-garten ist ai«;ser streit einer der besten in Teutschland, und liegt vor«vieh sehr wohl.

t Bis auf an. i?N. hin wurde dieser ort immer weiter mgebauet, und nach und nach zu einer völligen statt mtomäßiger grösse, doch ohne mauren und Pflaster,Nachdem aber Hertzog Eberhard Ludwig in ermeldtem ,ahnmit tobe abgegangen, und in die neu-errichtcte Fürstliche Mdaselbst beygesetzt worden, so ist die residentz von dessen im&folget, Hertzog Carl Alexander , wiederum nach Slullzailverlegt, und der fernere bau dieser stadt eingestellt Mtea;ausser daß an. i?;6..jetzt-gedachterHertzog ein öffentliches zuchi.und arbetts-haus allda anlegen lassen. M. Stemvceeg. manusa.

Ludwigsbirrg, ein lust-fchloß und Cammer-guch des her-tzogs von Sachsen -Meinungen, unfern Coburg in Fraackni,bey dem dorf Ober-Lauter und dem wasser Lauter, so tu teJtz fallt, auf einem berge gelegen. Es hat sonsten die Laaler,bürg geheissen, und haben es die Edelleuthe von LiiierbM»,jb aber abgestorben sind. Hertzog Ernst Ludwig von Sachsra.Meinungen hat das alte schloß abgerissen, und dagegen einneues setzen lassen, welches er nach seinem nahmen die stiid-wigsburg genennet. Conf. Hönns Coburgis. chron. pag.

Lübbeke, eine stadt in dem Brandenburgischen Fürsteii-thum Minden, welche merckwürdig, weil viel adeliche ge>schlechter da wohncn.preuß.undBrandenb.Staatr-iScogr.

Lübben , eine stadt in der Nieder-Laußnitz an der 6pt«,von der sie fast rings umflossen , liegt zwey weilen Doni'iiici»und eben so weit von Calau . Sie gehört dem Hertzoge mSachsen - Merseburg . Es wird der Lübbenische kreis, so and)der Krumspreische heisset, von ihr benennet. Der orl ist sehralt; sein Ursprung aber unbekannt. Etliche halten die SuevosLygios vor ihre anbauer; andere aber die Luzizer - Wenden,und deriviren ihren nahmen nach der Wendischen smchemder hohen fltuation. Auf dem schlösse hat die Landes,M-schafft den sitz der regierung von langen jähren her mlega,gestalt auch bre allerersten Kayserl. Verweser, wie auch nach-malige Marggrafen l«nd deren Voigte hier residirl habe« solle».Gedachtes schloß ist an. izz;. durch den damaligenLa°d«G,Bohuslaus Felix von Lobkowitz, gantz abgetragen, nnd vongründ aus neu erbaut worden. An. 1666. ist auf der sanilli-chen Nieder-Laußnitzischen Stände verlangen an statt der ehe-maligen Landvogtey von Hertzog Christian zu SachseEa-seburg eine Ober-Amts-Regierung eingeführet, und solche«!drese stadt verleget worden; es bestehet aber dieselbe aus nnraiPräsidenten, zwey adelichen und zwey gelehrten Rathen , wi-che zahl nachdem mit zwey Personen vermehret worden; so ®auch zwey Secretarii in solchem Collegio. Von dieser Reglnrung wird an das hohe Land-Gericht appeüicet, welches Jmi·cium König Ludovicus an. 1^26. angeordnet, undKavsersa-dtnanduü I. an. izg7. confirmiret hat. So ist auch an .. Mein neues ConOstorium allhier aufgerichtet worden, da sMa>ein Archidiaconat und folgends ein Officialat des Stists W-sen znr direction des kirchen-wesens in Nieder - Laußnitz j>Mgewesen war. Die Land-tage und Land-Gerichte werden tahrlichzwcymal allhier gehalten; so ist auch die LandeschauM»'schafft und Ober-Steuer-Einnahme hiesigen orts, daher« er wRegierungs-stadt insgemein genennt wird. Die stadt i(lwbrwcn*mit rlna-mauren und grüben ziemlich verwahret, auclt du mser meist steinern erbauet. Er hat von fremden gute nade«".^bev auch gelegene vieh-zucht. A»o». richtige beschreib, daund Nieder - Laußnitz p. 64.65. Grossers Laußnitz. mG ^III. p. 29. 8^- conf. Zeileri topogr. Saxon. sup. p'

Lübeck , lat. Lubeca oder Lubecum , ist eine große stea«Reichs-stadt in dem Nieder-Sächsischen kreise, duunter allen Hannsee-städtcn,und liegt an dem fluß Trave e««Holsteinischen. Den Ursprung ihres nahmens kan man l° P:gentlich nicht wiffen, und beruhet derselbe auf blossen nuw^sungen. Sonsten ist sie kaum 2. Teutsche Meilen von wsee abgelegen, an welcher sie einen grossen und sichern hastnDer fluß Travc umqiebt die stadt wie ein teich, geht auch m!thindurch, und tragt grosse schiffe nach Travemundc, l° "Lubeckische Hafen ist. Die stadt ist sehr schön, hat üb'und breite straffen, feine marckt-vlatze und anschnliw«de. Unter den kirche» sind die schönsten und pracbtianeDom zu St.Johannis und St.Nicolai, die Sti'tschrchc iserer lieben Frauen,nebst der St. Jacob und $cKre:tiraK· *ansehnlichen spital samt der kirche zum Heil. Geist haben «tere aus dem geschlechte der Morgenweger und Morrer»grossen einkommen gestiftet. Unter den weltlichenpranget das Rathhaus mit dem Archiv der Hansce.jiadlk. 2