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T , o0 in einem treffen in Brabant als Preußischer Oberster,ttlsshAharae Friedrich Wilhelm noch an. 1712. bekleidete.An?7i6. war E von Luderitz Fürstltch-Hessen-CasselischerMinister am Preußischen Hofe. Enzelt, thron. Angth Marck.,hron. Europ. Fama, rom. VHI.
Luea, Crainer. Iamma, ist i.) in berg -schloß , welchesin dem innern theil deS Hertzogthums Crmn, so man Poicknennet / gelegen, und 3. weilen von Laybach entfernet ist. Esführet den titui einer Herrschafft, und ist nach abgang der Her-ren und Burggrafen dieses nahmens , in unterschiedliche Hän-de , letztlich aber an die Grafen Cobentzel gekommen, 2.) Einin Unter-Crain , eine weile von Rudolphswerth , gelegenesschloß, welches gleichfalls eine Herrschafft ist , und den BaronenBrenner zustehet. An beyden orten soll eine curiose grottezu sehen seyn. vawasors ehre des Hertzogth. Crain, Iib. IV.& X.
Lucger, oder von Lueg , (Erasmus) ein berühmter räu-ber. Er war aus einem allen adelichcn qeschlechte in dem Fur-stenthum Crain entsprossen, und setzte sich anfangs an demHofe des Kaysers Friderici III. durch seine tapferfeit in gros-ses ansehen. Nachdem er aber daselbst das Unglück gehabt,den damaligen Erd-Marschall von Pappenheim an. 148;. zuentleiben , retirirte er sich auf sein stamm-haus Lueg, welchesin dem gedachten Fürstcnthum Crain auf einem so hohen undjähen felsen lag, daß ein einziger mensch gegen eine sehr grossemenge sich mit leichter mühe darinnen wehren konnte, wor-zu noch dieses kam , daß es wegen der umliegenden Wildnis fastkeinem menschen bekannt war. An statt daß Lueger hätte zu-frieden seyn sollen , an diesem orte verborgen und sicher zu le-ben , trieb er nicht nur vor stine eigene person strassen-raud dar-aus , sondern gab auch den feindseligen Ungarn allerhand an-schläge zu grossem Nachtheil des landes. Der Hauptmann zuTriest , Caspar Räuber, empfieng deswegen von dem Kaystrl.Hofe befehl, ihn lebendig oder todt zu liefern. Da nun end-lich derselbe fein raub-nest ausgespürt, und die Unmöglichkeitgesehen, mit gewalt ihm beyzükommen, bloquirte er das schloßmit einiger mannschafft. Doch da er schon eine geraume zeitdavor gelegen , verlohr er alle Hoffnung , ihn auszuhungern,weil Lueger durch einen heimlichen unterirdischen gang so vielProviant bekam, daß er öfters zur bravabc die in dem lager da-mit regalirte. Endlich aber verrieth ihn sein cammcr-diener,auf dessen anzeigung der Hauplmann Räuber die bey sich ha-bende stücke nach dem heimlichen gemach mit solchem succeßrichten ließ , daß er durch zwey abgeschossene felsen - stückedarinnen zerschmettert ward ; worauf gedachter cammer-die-ner das veste berg -schloß übergab. Es geschahe dieses zu aus-gange des jahrs 1484. und durch diesen fall soll das geschlechtderer von Lueg gäntzlich erloschen seyn, indem Erasmus vonBarbara von Tschernemdl, die er allbereit an. 1441. gcheura-thet hattr, keine leibes-erben hinterließ. Vawasors ehre desHertzogth. Crain, lib. IV. c.7. fol 52s. Buutscber. annal. lib.I.adan. 1483. Spailgenb. Adelsp. P.II. lib.XIII. c. 70.fol.440.
Lüneburg , die haupt-stadt des von ihr benannten Her«tzoglhums im Nieder-Sächsischen kreis an dem fluß Ilmenau ,7. weilen von Hamburg , und io. von Lübeck , hat in der längevhngefehr 1450. und in der breite 900. schritte. Die, so den nah-men dieser stadt von der Römischen göttin Lima oder dem mondherführen, welcher zu ehren Julius Cäsar eine bürg hier ge-bauet, finden zwar einigen schein darin», daß die stadt zu zei-ten einen halben mond mit in ihren wapen und müntze geführt,bedencken aber nicht, daß Julius Cäsar niemals hieher gekom-men. Eben so unscheinbar ist die meynnng derer, die den nah-men von dem lein oder flachs, der in der gegend wächst, odervon dem löwen , den die alten Hertzoge im wapen geführet,herleiten. Will man ja etwas von dem Ursprung des nah.mens glauben, so ist am wenigsten absurd, solchen mit Kran-tzio und Eccarden, von dem fluß, der sonsten Lüne, nun El-menau helfftzt, oder mit Sagittario von der Slavischen nattonLinones herzuleiten , wider welche sich die Francken zu CaroliJtt. zeiten dieser bürg (so vermuthlich von den Sachsen erbauetworden') bedienet. Doch dieses mag wol von der bürg oderschloß seine richtigkeil haben; gleichwie auch das kloster St.Michaelis sehr alt, und um das jähr 906. von Hertzog Otten,Kayser Heinrich des Voglers vatter, erbauet worden. Diestadt stlbsten aber ist jünger, und wird derselben nicht ehe alsbald nach den zeite» erstgedachtcn Kaysers Heinrich des Vog-lers gedacht, welchem allem ansehen nach diese sowol , alsdie übrigen ältesten städte des disseit Rheins befindlichenTeutschlanbs, ihren Ursprung zu dancken hat. Der erste,dessen gedacht wird, daß er , diese stadt besessen, ist HertzogBernhard, Bennonis söhn, Hermann Billings enckel, un-ter dem an. loi;. eine grosse andcrung der luft und ein erden-fall nch allhier zugetragen haben soll. Dieses Bernhardt söhn,Ordulphus, und enckel, Magnus , haben gleichfalls die stadtbesessen, der letztere auch vermuthlich einen pallast hier gehabt.Dieiem Hertzog Magno hat der Kayser Heinrich IV. die stadtentrissen, ist aber von Magni velter, Hermanne, gezwungenworden , selbige damals schon ziemlich grosse stadt wieder her-zugeben. Nachdem dieser Hertzog Magnus ohne erden gestor-ben , kam Luneburg mit dem gantzcn Hertzogthum Sachsen anLuderum oder den bekannten Kayser Lotharium , welcher esseinem eydam Heinrich dem ,folgen abtrat, von welcher zeitan dir stadt gleiche fata mit dem Hertzogthum Braunschweig -
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Lüneburg gehabt. Hier führen wir nur das,eisige an,derselben ins besondere begegnet. Als Kayser Friedrich hm.rieh den Löwen aller seiner länder beraubete, blieb ibrn DodiLüneburg, weil er diese stadt seiner gemahlin zum leiMijnige gegeben halte. Als an. 1189. dieser Hertzog Heinrichsalte und damals «nächtige stadt Bardewick zerstört, bot f.jches sehr viel zur aufnähme der stadt Lüneburg bee-^gen, welches gelegenheit gegeben, daß einige gar die «■bauung dieser stadt Heinrich dem Löwen zugeschrieben. ^nigstens aber ist die sogenannte neue stadt von den rüder ;.,des zerstörten Bardewicks erbauet worden. Dieses eMOtto das Rind , der erste Hertzog zu Braunschweig und am-bürg, hat die stadt erweitert, devestigct und mit mehr „ichlegien versehen. Nachdem die stadt zu einiger machthen, hat sie sich nach und nach dem gehorsam ihrer Hertzw,,'entziehen gesucht, z. e. an. 1371. zerfiel sie mit Hertzog M«Torquato , nahm den Kalckberg, von dem sofort, ein, NMvestung sie damals ruinirt, und den platz bis an. 16,0. HMAuch mit gedachten Hertzogs Magni söhnen bekam die (labt du:zu thun, weil sie den Sächsischen Hertzogen Alberto und Äai-ceslao anhieng, ja nach des letzter» lobe sich weigerte, wehtunter Braunschweigische botmaßigkeit sich zu begeben. IchHertzog Friedrich, der darauf Kayser worden , zwang die sichdurch eine schlacht bey Winsen an der Aller, daß sie seinen da-mals gefangenen bruder, Hertzog Bernhard, mit 7000.silbers lösen, und für ihren Lands-Herrn erkennen müsse;«wol es auch nachgehends nicht an Unruhe gefehler, wonibabiibürger meistens zu kurtz gekommen. Jetztgedachien Bmilmibisöhne, Otto und Friedrich, bestätigten an. 1439. den dürzeniihre freyheiten. An. 144«. wurde die stadt mit guten lhürncnversehe». An. 1447. entstund eine gefährliche weiiläuWnizwischen der stadt und Clerisey wegen abtrags der gerne«schulden. Die letztern brachten es durch hülffe einiger aimh-rischen bürger ziemlich weit, bis sich der Kayser darein gelegl,und an. 1436. Hertzog Friedrich den abgesetzten Rath wiedereingesetzt. Doch die unruhe gieng bald aufs neue an, undwie es die stadt auch mit den Brauuschweigischen HerM,Wilhelms und Henrico, verderbet hatte, so kam sie an. 1468.gar in Kayserliche oder-acht, welche aber nach bald erfolgt««vergleich wieder aufgehoben worden. Doch unlerstund sick an.148z. die stadt, denen zu Hildesheim , wider ihrenwelchem der Braunschweigische Hertzog Heinrich der Luadebeystund , zu hülffe zu kommen; welche fache durch vcrnnl,telnng Marggraf Iohannis von Brandenburg , der bald dar.auf Churfürst worden, und den die stadt an. 1484* in ihremSchutz-Herrn erwehlt, beygelegt worden. Dieses Branden-burgifche fchutz-recht soll, wie Cernitius nnll, bis aus dessenzeiten gedauret haben. Im ansang des XVI. sec. wäre diestadt bey nahe um ihre Privilegien gekommen, indernhertzogHeinrich der altere zu Braunschrvcig, und Hertzog Hannch dajüngere zu Lüneburg gewisse vergleiche aufgerichtet hatten, ocr.möge welcher sie einander beystehen wollten, beyde haumadteihrer lande mit beraubung der bisherigen freyheit sich Mtzlchllnterwürfig zu wachen. Doch beyde Hertzoge wurden dar-über uneins , und also kam die fache zu ihrem ziemlichenm-druß heraus; nach der zeit hat nichts destoweniger die Msich immer mehr accommodiren müssen, sonderlich nach dkm30. jährigen kriege, indem sie nicht öfter als einmal, n«an. 1636. von den Schweden mit accord eingenommen, da»m>gende jähr aber wieder an ihren Hertzog Friedrich abgcirklcnworden. Denn an. iszo. leistete der Rath und dscstadt HMChristian Ludwigen den eyd der treue. Dieser ließ das iahr tauauf die mauren zwischen der stadt und dem Kalekbcrg niamreissen, und diesen desto besser bevestigen. Nach dieses tobe kamdie stadt an Hertzog Georg Wilhelmen zu Zelle, und von wicman. 1703. an das Churfürsrliche Haus Hannover. Die reMund studien dieser stadt betresscnd, ist vor allen dingen maa-würdig das kloster Gt. Michaelis. Dieses hat »einen wsprung an. 780. oder 799. und also 200. iahr ehe als die P»genommen, da St. Svibertus, der erste Bischoff w Verben,«Jungfer Maria zu ehren eine capelle auf dem Kalckberg0»"lassen. Hermann Billtng soll um das iahr 969. odereigentliche kloster dem ertz-engel Michael zu ehren gestiftet, Mzum ersten Abt Ludericum oder Lindericum gesetzt haben, cman. 1371. da der Kalckberg zerstört worden, ist dasklo>mM>den corpern Hertzogs Hermanni Billingi, Hertzog Bew^s'und anderer, die daielbst begraben, in die stadt hsrunms'bracht worden. In diesein kloster ist die berühmte Luncbura 'sche güldene tafel, welche von dem Kayser Otto lL «I» 1 ®« ’stiftet worden seyn soll,nachgehends aber durch der BlllwM"Hertzoge geschenckc mit vielen kvsrdarkcitcn vermehrt wem ldaß dieselbe wegen des vielen goldes, iuwcken, pcrlm, isderlich aber der religmen fast unschätzbar worden. D?« ese tafel ist an. 1664. von Matkhia Rciniken ziemlich benoM,an. 1698. aber von einer verwegenen diebs-rottc, dcrcn c ^der verschreyte und hernach zu Zoll Hingerichtetewar, des grössten theils ihrer zierde beraubt worden. ‘£lere diebstal hat gelegenheit zu einer ausführlichcn belwrao. - ssowol der tafel, als des an derstlbcn begangenen raubeS M'ben. Das kloster ist auch sonsten von ansang her mit «eeinkünsten von der sultze, zehendcn und meyer-gntheril ocg«worden. In diesem adelichcn Stifte hat der Abl Heroovon Holle die Lutherische religion eilige,ührcl; gleiMwicder stadt Friedrich Hennings und Urdatrus Regius sich