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welcher jedoch auf ihrer feite dergestalt unglücklich ablief,daß Pfaltzqraf Friedrich an. 14?r. die vestung Lützelsteineroberte, woraus die Grafen mit genauer noth entkamen.Weil nun diefelben durch austreibung der Pfältzifchen Amtleu-the aus dem der Pfaltz zustehenden antheil an der GraffchafftLützelstein, den anfang zur feindfeligkeit gemacht; fo zogendie Pfaltzgrafen, von denen das meiste land zu lehn gieng,wegen begangener felonie dasselbe ein, und haben es bis aufdiese zeit besessen. An. i$6o. wurde es in der theilung zwi-schen Alexandri söhnen, Ludwig und Rupcrt, diesem letztensamt der Graffchafft Veldentz zugeschlagen, der es auf feine li-nie verstammet, bis stlbige an. 1694. mit Leopold Ludwigenausgegangen ist, worauf die sämtlichen Pfältzifchen Häuserwegen der crb-folge in streit gerathen. Die Churfürstliche li-nie, oder die älteste, wollte nach dem rechte der erstgeburterben, und nahm die Graffchafft Veldentz, worinn der Kö-nig in Schweden , als Pfaltzgraf von Zweybrücken, bereitspossessionem civilem ergriffen , mit gewalt in besitz. Diesergründete sich auch auf das testamcnt gedachten Leopold Lud-wigs , worinn er den König zum erden ernennet. Sultzbachaber und Birckenfcld schützten den nähern grad der fipfchafftvor, und brachte Birckcnseld die fache an den Französischen tribuna! zu Colmar , welcher alle Parteyen vor sich lud, und
weil die andern dieses formn incompetens&ecltnitten/fln.i695,vor Birckenfeld sprach. Ob nun wol dieser spruch an. 1697.durch den Ryßwickischen frieden art. 10. wieder aufgehobenund die parteyen an das Reich verwiesen wurden; so hiengsich doch Birckenfeld besonders wegen Lützelstein wieder an denhohen Rath zu Colmar , welcher ihm auch an. 1699. die gan-tzc Graffchafft zuerkannte, und das urtheil in der Graf -schafft publicrrcn liesse, worwider aber fowvl Chur - Pfaltzals Schweden bey dem Reiche protestirten. Endlich woll-wvllte auch der Bischofs von Straßburg nach absterben desletzten Pfaltzgrafen von Veldentz die von dem Stifte zulehn gehende 3. theile an der vestüng Lützelstein, als ein erdf-net mann-lehn, einziehen , vorgebend, es sey nur die abgestor-bene linie damit belehnt worden. Es zeigte aber Chur -Pfaltzin einer deduction, daß das gantze Pfältzische Haus damit be-lehnet sey, weil felbtges, ehe es noch der Veldentzischen linie zu-getheilet worden, dem Haufe zugestände». Fritfib. in not. adinstr. pac. Rifw. art. 10. jfucop. Herold , P. I. pag. 448.Scbreeder. prxtenf üb. II. & üb. IV. HevtzOgS Elfaß. chrvN.Iib. v. Rölitgshof. Elsaß , chron. p. 858.
Ltttzen, lat. Lurena, eine stadt und Amt in Meissen , zwi-schen Leipzig und Weiffcnfels, 2. weilen von dem ersten ortegelegen, und dem Hertzoge von Sgchsen - Merftburg gehörig.Den s. nov. an. ie>zr. erhielten in dieser gegend die Schwe den einen denckwürdigen sieg wider die Kayferlichen, verloh-ren aber dabey ihren König Gnstavum Adolphum. Vor derschlachk, die Kayfcr Heinrich I. mit den Ungarn bey Merse-burg gehalten , schlugen die Ungarn ihr läget, unweit vonhier bey dem dorfe Skolen, neben dem Walde, der Skolziggenennet, auf, davon man noch die aufgeworffenen gräbenfindet. Zei/eri topogr. Sax. sup. p. i; 1.
* Luft, (Friedrich Matthäus) Archidiaconus der Evangeli schen gemeinde in dem Hvfmarckt Fürch bey Nürnberg, warden ;. aug. an. 170;. zu Kirchrüsseldach, Nürnbergischen ge-bieths, allwo sein vatter damals Pfarrer war, aebohren. Erwurde anfänglich in die stadt-fchule zu Gräfenberq geschickt,anbey auch von seinem vatter zu Hause fleißig unterwiesen. An.172;. kam er auf die Universität Altvrf , und hörete da-selbst insonderheit seiner mutier bruder, Dr. Gustav GeorgSeltnem , bey dem er auch wohnetc. Vier lahr hernach gienger nach Helmstädt, und hörete Moshezmen. An. 1729. rei.sete er nach Braunfchweig, Wolffenbüttel, Hannover , und an-dere orte. Nach diesem auf Berlin , Wittenberg und Leipzig .Von dar that er noch eine reife nach Franckfurt am Mayn,darauf nach Nürnberg , und langte endlich zu Altorf wiederan. Er ward hierauf unter die Candidatos Miniiterii aufge-nommen , und an. i?;2. besagtem Dr. Seltner, welcher nachniederlegung seiner academifcheu ämter die Pfarre zu Pop-penreuth angenommen hatte, zum Vicario beygefüget. Erward aber sogleich in dem folgenden jähre zur vördersten Ca-plan-stelle in dem volckreichen marckt Fürth beruffen. Hierhat er fein amt fleißig versehen, die übrigen stunden aber dazuangewendet, daß er sich in dem verstände der H. Schrift im-mer vester fetzete, dazu er auch die Orientalischen altcrthüm-mer wohl erlernet. Er hat an. r?;;. in 8. zu Nürnberg her-aus gegeben : Biblische Erläuterungen aus den Morgenländi-schen und andern reife-beschreibungen rc. Er hat ferner mehrals iooo, artickul zu einer fortfctzung dieses wercks geschriebenhinterlassen. Er arbeitete auch an einer erläuteruiig derHo-männischen lanv-charten de Regno Davidis, Salomonis & Se-leucidarum ; wendete ferner nicht wenig mühe an in dem vonDr. Seltner zum druck fertig hinterlassenen, und seiner besor-gnng übergedencn Bibel-werck. Er starb den 24. may an. 1740.
Art* H. E. tom. V. p. 77.
* Lufti-Ali-Chan, war ein General des Schach Hussem,und in allen stücken ein vortreflicher mann, klug, behertzt, ge.schickt und erfahren, der sowol im Staats - cadinet, als aucheine armee zu commandiren, konnte gebraucht werden. Er war
lug 895
deS Premier-Ministers Athemat Daulet eydam, welcher ihn inVorschlag brachte, daß man ihm das commando über die neuenach Candahar bestimmte armee anvertrauen sollte, welchesauch geschahe, ob er gleich viel heimliche feinde hatte ,die ihm diese ehre, und das damit vermischte hohe vertrauendes Königs mißgönneten. Im jähr 1720. erhielte er einenherrlichen sieg über die Aghuaner, und verjagte den Magh-mud aus der gantzen provintz Kirman < verfolgte ihn auchbis nach Candahar, in welche vestung sich auch der Magh-mud einschlieffen muste; dieser tapfere Held würde auch seinvorhaben weiter ausgeführet haben, wenn nicht seine grossenfeinde, die er bey Hose hatte, alle seine anschlage zernichtethatten. Der Lufti-Ali-Chan beschlösse derohalden sich selbergerechtigkeit zu verschaffen , und ließ feine armee wieder nachdem Persischen Golfo zu marschiren, wo die Grossen bey Ho-fe, feine feinde, sehr schöne land-güther befassen, auf welche erseine trouppen in die quartiere verlegte, unter dem vorwand,als ob solches in ermangelung des soldes geschehen müste, undschrieb daselbst starcke contributioncn aus. Hierauf waren sieihm noch weit mehr gehäßiger, und suchten ihn bannenherosamt dem Athemat Daulet zu stürtzen, welches sie auch werck-stellig machten. Seinen zustgnd unter dem Maghmud, sieheMaghmud, welcher ihn viertheilen ließ. Siehe von ihm nochweitläuftlger und umständlicher pithandcrs von der CLueUeleben und thaten Schach-Nadyrs , p. ;6g. seqq. und p. 451.scqq.
LUGANO , Teutsch Lauts , eine von den vier Mayländi-fchen Landvogteyen und zwar die gröste, Massen in selbigerbis 100. Pfarr-kirchen befindlich. Sie ist an. 1512. vondem Hertzoge von Mayland, Maximiliano Sfortia, an diezwölf ersten Orte der Schweitzer, wegen der von denselben ge-leisteten hülffe, überlassen worden, welche alle 2. jähr alter-native einen Landvogt dahin schicken. Der beste orl in sol-cher Präfectnr, welcher gleichfalls Lugano heißt, liegt an ei-nem grossen see, welcher daher II Lago di Lugano genennetwird. Er hat feine fituation zwischen dem Lago Maggiore und dem Lago di Como . Etliche meynen, er sey vor alters mitdem erstem vereiniget, und nur eine pfütze oder iacune davonewesen, daher auch nachgehends durch Verwechselung deruchstaben die jetzige benennung soll entstanden seyn. I» derlänge hat er ungefehr anderthalb Teutsche meilen, und wo eram breitesten ist, etwa» 3. viertel meilen; es gehen aber un-terschiedene Anus , sowol oben als unten, von ihm in dasland hinein. Schauplatz des kriegs in Italien , p. 270.392. Simler, ibique Jac. Löw. in not. *
Lugatz, oder Lugos, ein ort in Ober-Ungarn , an denSiebenbürgifchen grentzen, bey dem flusse Temes, zwischen Te-meswar und Karanfedes , allwo an. 1695. den 21. sept. zwi-schen einem Kayserl. corpo, unter dem General Veterani undder Türckischen armee eine sehr blutige action vorgegangen.(Siehe Raransebes.)
Lugdus, einer von den alten Königen der Gallier, wel-cher seinem vatter Narboni nachfolgete. Man halt davor,daß er die stadt Lyon gebauet habe, welche daher von ihmLugdunum genennet worden. Duip/eix, liv. II. memoires desGaules c. 13.
Lugo , lat. Lucus Augufti . Turris Augufti und Arae Se-ptianae, ist eine stadt und Bifchöffl. sitz in der Spanischen pro-vintz Gallicia, unter dem Ertz-Bsschoff von Compostell am flusseMinho. Es ist eine alle stadt, deren schon Plinius und das soge-nannte ItinerariumAntonini gebenden. Die daselbst befindlichenbäder sind noch bis dato sehr berühmt. Das erste Gonciliumzu Lugo wurde an. 569. gehalten , dessen zweck war, die gren-tzen der Bischöfflichen Diöcescn in ordnung zu bringen. An.572. wurde ein anderes daselbst gehalten, auf welches St.Martinus von Braga 84. aus den Griechischen 8ynodis ge-nommene und ins Lateilüsche übersetzte capitel oder canones,gleichwie auch viele, so er aus den Gondliis der Lateini-schen Archen gezogen, überschickte. Einige sagen noch voneinem dritten Goncilio , welches an. 6io. daselbst soll ge-halten worden seyn. Garsias, de prim. eccles. Tötet, col-lect. Concil.
Lugo , (Franciscus von) war der ältere bruder des Car-nals dieses nahmens, (von welchem gleich hernach ei» mch-rers,) und wurde zu Madrid an. 158°. gedohren. An. 1600.begab er sich zu Salamanca in die Societät JEsu, und leh-rete die Philosophie. Nachgehends verlangte er von seinenSuperioren, daß man ihm die jugend in dem ersten anfange derGrammatic zu unterrichten erlauben möchte. Dieses verrich-tete er auch mit grossem fleisse, doch muste er nachgehendsdie Theologie vorzutragen übernehmen. Hierauf nahm er sichvor, den Catechifmum und Grammatic in Indien zu lehren.Allein, als er in dieses land gekommen, trug man ihm die Pro-felüonem Theologi® zu Mexico und Santa-Fe allf. Well eraber niedrigere bedienungen haben wollte , entschloß er sichwieder nach Spanien zu gehen. Allein es wurde die flotte,worauf er sich befand, von den Holländern angegriffen undzerstreuet, darbey er einen grossen theil von feinen Commenta-riis über die Summam Theologicam des Thomä von Aquinoverlohren. Er wurde von der provintz Castilien nach Rom ge-F f ff 4 schickt,