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schickt, daselbst der achten general - Versammlung der ^esutenbeyuiwohnen, allwo er auch emige zeit verblieb, und sowoleinen Censorem der von den Jesuiten heraus gegebenen bu,chcr, als einen Theologum des Generals abgab. Well eraber sahe, daß er dadurch, absonderlich da sein bruder Cardi-nal worden, nur mehr und mehr in schädliche unruhe geietzetwurde, gieng er wieder nach Dpanien, und bekleidete die stelleeine«! Rectoris bey zweyen Gymnasiis. Er starb an. IÜ;2. denI?. dec. verschiedene schriften hinterlassend, als da sind : Com-mentarii in prirnarn partem 8. ThomiL de Deo, Trinitate «Angelis in II. vol. in fol. ; de Sacramentis in genere, Baptis mo , Confirmatione & S. Eucharistia in 4.; Difcurius prseviusad Theologiam Moralem sive de Principiis Moralibus Actuumhumanorum in 4.; Questiones xMorales de Sacramentis ili 4 »Sotvoe /, bibi. S. J. p. 255. Bayle.
j£usto, (Johannes von) ein Spanischer Jesuit und Cardi-nal, war zu Madrid gebohren. Sein valter hielt sich meistenszu Sevjlien auf, daher sich auch der Cardinal von diesem orteschrieb. Als er nur 3. jähr alt war, konnte er bereits ge-druckte und geschriebene bücher lesen , und in dem 14. iahreseines alters einen lehr-satz im disputiren behaupten. Gleichdarauf wurde er nach «Lalamanca geschickt, daselbst die Rech-te zu erlernen, da er dann, seines vatters abmahnungen un-geachtet, an. 160;. den 6. julii in die Societät JEsu trat.Die Philosophie erlernte er zu Pampelona, und die Theologiezu Salainanca, und als sein vatler gestorben, theilclc er, mitvewilligung seines bruders, die hmterlassenschafft unter die Je suiten zu Sevilien und Salamanca . Hierauf lchrete er diePhilosophie 9. jähr, nach welcher zeit ihm die Theologie zuValladolid zu lehren aufgetragen worden. Hierdurch nunerwarb er sich grossen rühm, so baß er nach Rom zu gleicherbedienung vocation erhielt, welche er auch, nachdem er aufsei-ner dahin-reise, welche er durch Franckreich genommen, ver-schiedene gefahren soll ausgestanden haben, an. 1621. antrat,und 20. jähr rühmlich verwaltete,weil er die Theologiam Scho-lasticam von gründ aus verstünde, und also kurtz und deut-lich vorstellen konnte. Er gab auch auf befehl 7. grosse volu-mina in folio von seinen schriften heraus, darin» er de In.carnatione Dominica, de Sacramentis in genere & de Eucha-ristia , de Virtute & Sacramento Poenitentue , de Justitia &Jure , de Virtute Divinae Eidei und andern , handelt. DasVierte volumen darunter schrieb er dem Papst Urdano VIII.zu, welcher sich hierauf seiner in verschiedenen angelcgenheitennützlich bedienet, und ihn an. 1643. den 14. dec. zum Cardinalgemacht, da er dann den armen gar viel gutes erwiesen, undsonderlich durch freygebige austheilung des zu selbiger zeitnoch sehr raren und kostbaren Pulvers von Chinchina, so diePP. Jesuiten erst ums jähr ιόςο. aus Peru nach Europa undnach Rom gebracht hatten , viele krancke am fieber geheilet,gleichwie er auch bey seinem tobe, so an. 1660. erfolget, seinegüther dem Profeß-Hause der Jesuiten zu Rom vermacht. Erwurde, wie er es felbsten verlanget, zu den füssen des Jgna-tü Lojola begraben. Alton. bibl. Hispan. tom. I. p. 556. Sot·tp ei, bibl. script. Soc. Jes. p. 471. seq. Bayle. *
Luithbertus, ein Lombardifcher König, Cuniberti söhn,welchem er um das jähr Christi 701. succedirte, aber weil er nochein jung kind war, ward er wieder von dem throne gestür«tzet, nachdem er vhngefehr 8. monate regieret halte. Paul.
biacon. bist. Long.
Luitprattdus, ein Lombardifcher König, succedirte seinemvatter Ansprando oder Arisvrando um das jähr Christi 713.und regierte 31. jähr und 7. monate. Er war ein stillerundmilder Herr, und hielt mit Carolo Martcllo freundschafft, wel-cher grosse Hochachtung vor ihn hatte. Nachdem ihn derHertzog von Spoleto , Thrasimundus, dadurch , daß er mitGodeschalco, welcher in das Hertzogthum Bencvento eingefal-len war, in bündnis getreten, aufgebracht, ergriff er wider bey-de die Waffen, und nöthigte sie, daß sie ihre zustucht in dcöPapsts Gregorii III. gebiethe nehmen musten. Als nun die-ser ein bündnis mit ihm aufrichtete, nahm Luitprandus ei-nige platze in dem Kirchen-Staat weg, und rückte mit seinerarmee bis nach Rom . Dieses jagte dem Papste ein solchesschrecken ein, daß er alsofort zu Carolo Martello schickte, undihn um hülffe ansprechen ließ ; weil aber selbiger die mitLuirprando gemachte freundschafft nicht gern brechen wollte,verglich er sie beyderseits in der güte. Hierauf trat Luilpran.dus mit G.regorio in ein bündnis, und gab ihm einige abge-nommene orter wieder, nachdem er Thrasimundum bezwun-gen hatte. An. 742. belagerte er Ravenna , doch der Papst Za-charias legte den streit bey , den er mit dem Exarchen hatte;er starb an. 74 S. Paul. Diacon. bist. Lomb. Anaß. in vit.Font. Baron, in annaL
Luitprandus , ein Subdiaconus zu Toledo , so he!Diaconus zu Pavia und endlich Bischofs zu Cremona mlVctt Berengaru II. des Königs in Italien Secretarius wi
Klstlnon. n 1 T r ^efandtAaffl nach ConstantinopConstanlmo Porpbyrogeneta schickte. Einige zeit nach 'zuruckkunft zerfiel er mit Berengario, so daß ihn selbigerseinem ihm vorher gegebenen Bißthum Cremona verwider welchen dieser hernach seine Antapodofm, welchedritte buch ,einer Historie ist, schrieb, darin,» er absond
luk lul
die tyranney des Berengarii mit lebendigen färben abmahlstAn. 968. reisete er auf des Kaysers Ottonis befehl;„m anbmimal nach Constantinopel zu Nicephoro Phvca, baoon er tieGesandtschafft beschrieben. Seine schriften sind an. 1640Antwerpen in foliv mit des P. Hieronymi Higvera, cineä %suiten, und Laurentii Ramires de Prado anmerckungen ha«;gegeben worden. Was die ihm zugeschriebene öitione tonden Päpsten anlanget, welche sich bey Formvso enbiget, sjurtheilen die Gelehrten, daß es seine arbeit nicht sey, m«auch keines von den stücken, welche zu ende seiner rorrifemabeygefüget sind, noch die fabelhaffte Gothische chronicke, iwi,che die Spanier vor sein werck ausgeben, sieben. c . ^27. ds
script. eccles. Trithem. in catal. & in chron. an. 892. tt:i.tel. in annal . Cremon. Beilarmin. Baron. Polfevin. kc. Vsllwde Histor. Lat. lib. II. c. 40.
j£uFm, (Henrrcus) ein Puritanischer Englischer Prediger,so nach der mitte des XVII. feculi florirel, als die Prcsdyi!-rianische Ministri an. 1662. ihrer ämter entsetzt worden, insihn auch big Unglück, ob er gleich damals sich in Franckmchaufhielte, allda er bis 3. jähr verblieben. Nach seiner tiii<kunft in Engelland, lebte er bey M. Masham, und prcdMin der nachbarschafft bey einer kleinen Versammlung; tim>mochte ihn nichts, zu der Conformität überzugehen. Lmihm hat mam Introduction to the H. Scripturesin 8. Discoursof Religion in 12. The Life of Faith. ist 8. Practice of Godli-neff. The interest oftheSpirit in Prayer . A Remediiagainstspiritual Trouble, und anders, so von dem publico votyiuif:genommen worden. Calamy, of ejected Minist.
Eulli, (Johannes Bavtista von) Capellmeister des Knigjin Franckreich, war von Florentz gebürtig, und sonnte vvmcs.lich auf der violm streichen, dadurch er sich denn in solche hold.achtung setzte, daß ihm nicht allein sein König, sondern auchandere grosse Herren ansehnliche Verehrungen reichen liessen.Im übrigen ist er sowol wegen seiner musicalischcn misst,als absonderlich deswegen merckwürdig, daß er die cpetn inFranckreich durch seine erfindungen zuerst recht in stand «i<bracht. Er starb an. 1687. Mimoires du tems.
Lullius, (Raymundus) einer der berühmtesten mönnersti,ner zeit, wurde auf der inful Maiorca an. irzz. gcbohrrn.Einige wollen, daß er sich in seiner jugenp auf die kausmün«-schafft gelegt; andere aber, daß er an dem Hofe Iacvdi, disKönigs dieser insul, das amt eines SenefchallS venvallki,dabey aber der unreinigkeil und andern lästern sich ergibt».Absonderlich soll er eine gewisse schöne Dame, welche ataden krebs verborgen an der brüst gehabt, so unmäßig gclictahaben, daß, als er einsmals ausgelitten, und sie untenrchnach der kirche angetroffen, er selbiger zu Pferde auf dem smnachgeeilet, und dadurch jedermans gelachter worden. DieDame, welche hierüber mitleiden mit ihm hatte, ließ ih»,damit sie ihn von solcher thörichten liebe abbringen mM,zu sich in ihr schlaf-gemach erbitten, zeigte ihm wider Mvermuthen die halb abgefressene brüst, und vcrwiejc ihmseine heftige degierde so nachdrücklich, daß er von stund ansich entschloß, sein leben zu ändern. Hieraufsoll ihm zu ver-schiedenen malen der gecreutzigte Christus erschienen stvn, undihn zu seiner nachfolge ermähnet haben. Weswegen auchLullius seine güther verkauft, und den armen ausgetheilet, zu-gleich aber GOtt eifrig angeruffen , daß er ihm kMe verlei-hen wollte, die <2aracenischen irrthümmer zu wldcrlraen.Da dann sein gebat so wohl erhöret worden seyn jvll, da? er,vhngeachtet er vorher gantz unwissend gewesen, uunmeyr»grosse erkantnnis in den wissenschafften ertangel. Damit erauch seinen endzweck desto besser hinaus führen konntt, reimeer >n dem vierzigsten jähre seines alters nach Paris , aim»er die Lateinische und Arabische spräche, und d>e letztere Mvon einem erkauften sclavcn und sehr schlimmen tm, mihn hernach tödtlich soll verwundet haben, erlernet, und da <auf eine ungläubliche menge von schriften, jowol in ern»>ten als seiner mutter-sprache heraus gegeben. Na« diemmachte er sich auf einen berg, und ergab sich ba,eM caugebare und betrachtungcn 7. qantze mouat, wodurch eruwissenschafften erlanget zu haben bekannte. Von bar mamer sich nach Rom , und hielt daselbst um aufrichlungftr schulen für die Morgenländische sprachen an, um «-jähr 1287. Eben dieses that er nachmals zu Pans,pcllier und Genua , suchte auch an bieten letzter» onm.ne sogenannte Altern inventivani , die noch heut zu Wysannt, der jugend beyzubringen. Endlich M'ttt , 'seinen, schon langst vorgehabten wercke, die bckchruvssSaracenen zu befördern, und schiffte nach Asrica uv r,lein nachdem er zu Tunis mit den ungläubigen M»scharfe disputalio» eingelassen, wurde ihm kaum durch wnes Arabischen Priesters das leben geschencket, w"»befohlen, so bald er wieder nach Aftica kommen wurdc, nalle gnade hinzurichten. Diesem nun zu folge naym u >-retirade nach Neapvlis, und lehrte allda seine kunlt 01» -
1290. in welchem jähre er sich nach Rom und von rar r1 u cnua begab, allwo er viel schriften ausarbeitete. Arrmr r >nach Franckreich, und hierauf zu zweyen malen naw 2 ^
allwo er mit den Juden und Saracenen in streit kam, !.> /er in Cypcrn beynahe der Jacobiten und Nestorianer g t .sogen hatte. Ais er nach diesem zu Genua und ' 4 > strt8 m>l | ä