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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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rnals seine kunst ausgeleget , zu Rom aber zu verschiedenen ma-len vergeblich , um fteyheit solches zu thun, angehalten, wag-te er es noch einmal nach Aftica zu reisen ; allein er wurdezu Bugia gesteiniget, und in das gesängnis geschmissen, auchkaum auf vorbitte einiger Genuesischen kaufleuthe wieder losge-lassen. Also kam er wieder in Europa an, ermähnte das volckzu Unternehmung eines kriegs-zugs in das gelobte land, undbrachte unter diesem vorwande etnen ziemlichen sschatz durchdie milde der Italiänischen frauens-personen an sich. Dochweil der Papst Clemens V. nur seinen spott mit ihm hatte, ließer sich an ausbreitung seiner kunst begnügen bis auf das jährr;it. da er aus dem Concilio Viennenli vorstellte, wie nütz-lich es seyn würde, wenn man die fremden sprachen treiben ,aus allen Ritter-ordenIinen einigen machen , und bann einencreutz-zug wider die Laraccnen vornehmen würde. Weil eraber hur gar wenig gehör fand, hoffte er in Spanien undFranckreich seinen endzweck zu erhalten; endlich soll er auchnach Engellaud gekonunen seyn, und daselbst dem KönigeEduarde zum kriege wider die ungläubigen 6. Millionen gvldes,so er durch dir Chymie zubereitet, überliefert haben ; wie.volWaddlngus nicht allein diese Englische reise mit guten grün-den widerleget, sondern auch die kunst gold zu machen sowolals alle chymische wissenschafften dein Lnüio aüerdinge» ab-spricht ; vielmehr aller die von dieser letzten handelnde bücher,welche unter seinem nahmen herumgetragen werben , einemgantz andern Ravmuiido, des zunahmeus de Terraga, zu.schreibet, welcher auch Neophytus soll genennet, und vomJüdenthum zum Christlichen glauben bekehret worden seyn.Lullius verließ endlich an. 1)14. seine ehefrau , und trat m denzu selbiger zeit sehr eingerissenen drillen Franeiscancr-orden»schiffte darauf abermals aus Majorca nach Aftica , da er we-gen ausbreitung der Christlichen religion auf das grausamstegemartert worden. Endlich nahmen ihn die Genuesischenkausieuthe halb todt mit sich hinweg , da er denn aufdemstyls-fe ohnwetl Maiorca an. i;iz. im Zosten jähre seines altersseinen geist aufgegeben. Einige rüsten ihn für einen Heiligenaus, andere wollen ihn gar zu einem ketzer machen, undgeben an, daß der Papst Gregorius XI. in die ,00. irrthüm-mer aus seine» bücher» gezogen , und ihn darauf in den danngethan habe. Andere, und unter denen vvrnemlich Bzooius,vcrwcrffen ihn wegen feiner chymischcn betrügereyen, dochfinden sich auch etliche, die ihn deSfalls entschuldigen, und an-mercken , daß nicht nur die ihm zugeschriebene chymische.chcr von einem gantz andern Ranniundo verfertiget seyn,wovon schon oben, sondern Lullius im gegentheil in denschristcn, die unstreitig von ihm sind, die lhorheilen der Alchy-misten mehr als kaum ein anderer an den tag gelegt, und ver-lachet habe. Seine lehre wird in Majorca hoch gehalten, unddie Universität, welche von ihm den nahmen hat, ist nul gros-sen freyheitcn versehen. Die Profeilbres derselben folgen derlehre des Lullii, ohne daran gebunden zu seyn. Im übrigenrechnet man, daß er über 4000. bücher verfertiget, unter wel-chen : Probatio Articulorum Fidei & Legis Christiana: ; deLaudibus ß. Virginis Maria; seu Ars Inventionum ; Phantasti-cus , darin» er diesen verächtlichen nahmen von sich ablehnet:Philosophia Amoris ; Commentaria in Primordinale Evangel.Johannis; de Demonstratione per iEquiparantiam über; deSubstantia & Accidente; Disputatio cum Homerio Saraceno;de Anima rationali liber ; Ars brevis; Practica compendio-sa Artis; Ars generalis ultima ; Ars inventiva Veritatis;Tabula generalis ad omnes Scientias adplicabilis; Ars ex-posttiva ; Testamentum , darin» er die Chymie tractirt; deSecretis Natura: cum Epistola de Lapide Philosophorum ; Se-creta Secretorum Lullii; Clavicula & Apertorium Alchymiae ,it. Magia naturalis ; Transmutatio Anims; de ConservationeVitae, und viel andere. Boutüus , in ipsius vita. Wa^dng.annal. Minoritar. ad an. 127;. 1287· I2 9 0 · 12 91 · I2 9 ?· H 1 !·Schottus & Anton. bibl. Hispan. Bellarmin. de script. eccl.Bzovius & Spondan. in annal . Imperial. in Musteo hiltor.p. 1;. Rainald, in annal. eccles. Vincent. Mut. bist. delReyno de Mallorca. Buüarl , Academie des Sciences. Cave,histor. litten p. 4. Borrich. in conspectu scriptor, chymicor.p. 16. seq. Morbof. in Polyhist. &c. *

Eullus, Ertz-B>fchoffzu Mayntz , war aus Engelland ge-bürtig, und ein naher aiiverwandter Bonifacii, ersten Bischoffszu Mayntz. Diestm zu liebe übernahm er eine reise nachTeutschland , und wurde daselbst Diaconus und Priester, auchzwey iaht vor des Bvnifacii tobe um das jähr 712. Ertz-Bischoffzu Mayntz. Zu seiner zeit war Sturm, em Abt zu Fulba, we-gen seiner gelchrsamkcit in grossem ansehen , weswegen ihn Lul»lus sehr beneidete, und nicht eher nachließ , als bis ihn der Kö-nig Ptpinus ins elend geschickt. Lullus befand sich an. 769. aufdem Concilio zu Rom unter dem Papst Stephano 111 . Erstarb an. 787. oder 786. und wurde in dem kloster Hirsch,seid, welches er ausgebauet, begraben. Er hat gleich nachempfangenem bericht von der Hinrichtung des Bonifacii i» Friesi-land eine grosse versammlung von geist-und weltlichen angestellt,darinnen berathschlaget worden, wie man des Bonifacii cdrpervon Utrecht bekommen könnte. Hermann. Contrad, Marion.Scotui , annal. Fulciens. Lambert. Scbafnab. Ait.il. in vitaSturmionis, &c. Serrar. leb. Mogunt. Rrovoer. antiq. F'ul-dens. Sagittar. antiq. Ducat . Thür. Ich. II. c. a. z. it. in an»tiq. Christ. Thuring. Ich. III. c. 35. 26.

Eulmas, (Paulus) ein Augustiner-Mönch von Bergamo ,welcher sich durch seine schriften, als : Spirituale ViridariumSponsarum Christi ; Vitarn ac ftliracula II. Marine de Genua ,B. Moniere &c. bekannt gemacht, und an. 1484. zu Cremen«gestorben. Jac. Bergim. Ich. XV. chron. Tritkem, incatal. Voffius, de Hilt. Lat . Ich. III. c. 8-Aulow , die Haupt-stadt eines eben also genannten ziemlichgrossen districts in der Klein - Polnischen Woywodschafft Lud«ltn. Sie liegt in einer ebene, Hat höltzerne Häuser, und isttheils mit einem tiefen sumpf, theils aber mit morast umgeben.

Lumey, üumatn, ein schloß, flecken und Herrfchafft imStifte Lüllich an den Brabantijchm grentzen, welche nach Im,Hofs bericht an. 8 o. von dem Stifte Lüttich , nach begangenerfelonie des Grasen von der Marck, soll eingezogen,und dem Gra-fen von Lvwenstein Catholifchcr linie gegeben worden seyn,wie denn auch Tromsdorff diese Herrschafft dciiistlden zuschreibt.Von dieser Herrschafft, welche Maria , Graf Ludovici vonLoos , Herrn zu Ncufchatel im Ardennerwald lochlcr, demGrafen Eberharde, aus dem Hause der Grafen von derMarck, zugebracht, führet eine besondere linie eben dieses Hau.fts ihren nahmen. Es hat solche Wilhelmus, der dritte söhn

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Johannis, Herrn zu Äremberg , Lumai» und Sedan, auf-gerichtet. Er wurde nur der Ardenische Eber, oder le San-glier dArdennes zugenannt, weil er ein sehr blut-begierigerund stürmischer Herr war. Eine probe davon kan wohl dermord geben , weichen er an. 148a. an dem Bifchoffe zu Lür-tich, Ludovico von Bourbvn , bey einem erregten auflauf be-gangen. Er war auch mit dem blossen tod-schlage noch nichtvergnügt, sondern schmisse den entseelten leichnam in die Maa-se. Jedoch blieb die straft bey ihm mcht aus , sondern er mustean. 1481. zu Utrecht mit dem köpfe bezahlen, weil er dem Ertz-Hertzoge Maximiliano von Oesterreich Unruhe» in den Nieder-landen zu erregen.gesucht. Er hatte sich mit Johanna vonSchönhoftn vermahlt, die ihm unter andern kindcrn Wilhel-mum und Johannem gedohren. Dieser letztere psiantzte dasgeschlecht mit Margarekha , Thevdorici Herrn von Runckeltochtcr, fort, und starb an. 1536. von gedachter seiner gemah,lin , Wilhelmum, Johannem und Ottiiiam hinterlassend»Wtlhelmus wurde Archidiaconus zu Lüttich ; Oltilta bekamPhilipp»,n, Grafen von Virnenburg zum aemaht; Johannesaber, so an. i;;;. gestorben, erbauete mit Margarekha vonWassenaer , des Burggrafen Johannis zu Leiben lochter, seinHaus. Denn diese gebahr ihm drey söhne, und eben so vieltöchler. Von den letztern wurde Rosina an Johannem Theo«doricum, Grafen von Löwenstein, an. iSn. vermahlt. Un-ter den söhnen starb Wilhelmus, Graf des H. Röm. Reichs,an. »578. den r. may, ohne sich verhcurathet zu haben. Seinbruder Philippus aber hatte zur gemahiin Catharinam, desGrafen Thevdorici von Manderfchcid tochter. Dieser gemah-lt» brüder Theodoricus und Joachimus starben beyderseitsohne männliche erben zu hinterlassen; dahero^GrafPhilippusvon der Marck im nahmen feiner gemahlin Sleiden und Ker«pen, als hinterlassene gükher gedachter Grafen von Mander«scheid , mit gewafnerer Hand eingenommeli. Ob er auch gleichhierüber von den mit-erben verklagt worden , behielt er dochSleiden ; Kerpen aber muste er an. 1647. vermöge eines Cam-mer-urrheils wiederum abtreten. Mit gedachter seiner gemah,lin zeugte er Catharinam und Ernestum. . Catharimr wurdean Pctrum Ernestum von Gavre, Grafen von Fresin, ver«mahlet. Ihr brnder Ernestus führte den titul eines Grafenvon der Marck und Sleiden, wie auch Herrn in Lmnain,und starb an. 16;;. Er hatte zwey gemahlinnen. Die erstedavon war Sibylla, gedohrne Gräfin von Hohenzollern , dieihn zum vattcr Johannis Fridcriei gemacht. 8>ie andere warungleichen standes, und gebahr ihm Franciscum Antvnium rweicher an. 1680. den 21. iun. verstorben, nachdem ihm vonseiner gemahlin Catharina Charlotta, Grafen Johannis Erne-sti von Wallcnrod tochtcr, söhne gebohren worden. Derälteste davon, Johannes Bertholdus Francifcus, Graf vonder Marck und Sleiden, kam an. 167;. aufdie weit. Er warOberster bey der infanterie des Königs in Franckreich, undstarb an. 1697. den 19. jan. Sein bruder Ludovicus Petrus,Graf von der Marck und Sleiden, Baron zu Lumain , Herrzu Serain, Kerpen und Saffendurq, wurde an. 1674. gcdoh-ren. Der drttle bruder, Julius Augustus, so an. 1S80. daSlicht dieser welk erblicket, wurde Oberster des Fürstenbergischenregimcnts zu fuß in Franckreich. Sammartb. hist. geneal.Franc. üb. XXIII. c. 6. Rittersbus. tab. geneal. Imhof, N. P.üb. IX. c. ;. Souveränen von Europa , p. 1; 84·Aumello , lat. Laumellinum Territorium , eine landfchafflin dem Hertzogthum Mayland , welche gegen morgen an dasgebiethe von Paota, gegen mittag an das Tortonesifche undAlessandrinifche, gegen abend an Montftrrat, und insonder-heit an das gebiethe von Cafal, ingleichen an die Herrschafft Ver«celli, gegen Mitternacht aber theils an dre Grafschafft Vigevano ,und theils an daö territonum von Mayland stößt. Die Haupt-stadt darinnen ist Valenz«. Hiernächst sind vornemllch zu mer-üenMvrkara, Brcmme, Borgoftanco, Frcscaruolo, Pieve del Cairo und Lumello. Dieser letzte ort, von dem die gantzelandfchafft ihren nahmen bekommen, ist ein geringer stecken andem stusse Gogna, allwo ehemals die Longobardischcn Königebisweilen resibiret. Von den Herren von Lagnafco, bey deren

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