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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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familie dieser orf eine langest verblieben , F er an die Graftnvon Crivelli gekommen. Schauplatz des knegs m Italien ,

^ ' 5 0 umley, ein vornehmes Englisches geschlecht, welches voneinem^in der Diceces von Durham gelegenen ort Lumley br-ennet worden, und von Liulpho abstammet , der zu reitenEduardi Confessoris in grossem ansehen gewesen. Rogerius vonLumley lebte zu Henrici III. reiten , und besaß viele guther.Sein söhn Robertus zeugte Marinaduke, einen valter Raul-xhi, welcher Iohannem gezeugt. Dessen söhn Thomas wardunter Henrico VI. Gouverneur des schlosscs Scardorough, undzeugte mit Elisabeth , einer natürlichen tochtcr Eduardi IV.Georgium, einen vatter Thomä, Rogcrii und Raulphi. Tho-mas starb vor dem valter, und hinterließ Richardum , dessensöhn Johannes Georgium zeugte, der vor ihm starb, undIohannem verließ, welcher zwey söhne zeugte , die aber beydeohne kinder adgiengen , daher sie Richard Lumley , ihr vetter,erbte. Dieser ward an. 1678. Vicomte Lumley von Water-ford im Königreich Irrland, und zeugte Henricum, der vorihm starb, und zwey söhne verließ. Von denselben ward Ri-chardus an. 1681. Lord Lumley in Engelland, Ober-Hofmeisterder Königin Catharina aus Portugall. Unter Jacobo II. nahmer die Protestantische religion an , commandirte gegen den Her-tzog von Monmouth , beförderte hernach des Printzen Wil-helms von Orauien unternehmen auf Engelland, ward als-denn , da dieser Printz auf den thron gestiegen , geheimer Rathund Graf von Scardorough, und diente als General-Lieute-nant in Jrrland und Flandern . Ferner erlangte er die stelleals Oberster von der ersten garde, und man erklärte ihn zumLord-Lieutenant und Custos Rotulorum der Graschafft Nor-thumberland. Unter der Königin Anna regierung war er ei-ner von den Commissariis zu abhandlung der Schottischen nnivn, auch geheimer Rath. Nach dieser Königin tobe warer einer von den Lords Justices , bis zu ansang Königs Geor-gn I. der ihn in seinen bedienungen bestätigte, und zum Cantz-ler des Hertzogthums Lancaster, auch zum Vice-Schatzmeistervon Jrrland machte. Er starb an. 1721. und hinterließ viertöchter , von denen Maria an Georgium Montague, Grafenvon Halifax , Barbara aber an Carolum Leigh von Leightonvermahlet worden, und fünf söhne. Von selbigen sind zumercken: i.) Richard, Graf von Scardorough, Vicomteund Baron Lumley von Waterford , Lord-Lieutenant und Gu-stos Rotulorum der Grafschafft Northumberland , geheimerRath und Königlicher Ober-Stallmeister, Ritter von dem er-den des Hosenbandes, Oberster des zweyten regiments der an-dern garde zu fuß, welcher bey des vattcrs lebzeiten als LordLumley im Ober-Hause sitz und stimme hatte, und an. 1730.noch »»vermählt gewesen. 2.) Thomas, der trafst einer Par-lements-acte an. 1724. nach absterben Iacobi Saunderson,Grafen von Castleton , den nahmen Saunderson annahm, undin angeregtem jähre als ausserordentlichcr Envöye nach Por-tugall gieng. Er zeugte mit Francisca, einer lochtet GeorgiiHamilton, Grafen von Orkney , einen söhn, und ist an. 1725.Ritter vom Bade worden. ;.) Carolus, des Printzen vonWallis , Friedrich Ludwigs, Caminer-Iuncker. The Britiskeornp. tom. I.

* Lumley, (Marmaducus) ein Englischer Baron, warReichs-Schatzmeister und Cantzler der Universität Cambridge ,als er an. 1430. Bischoff zu Carlile ward. Er saß 20. jähr ,und wurde darauf an. 14?«-. nach Lincoln versetzt, starb aberdas folgende jähr zu Londen . Er hat, als er noch Reichs-Schatzmeister gewesen , zum bau des Collegii Reginas zu Cam­ bridge ein ansehnliches geschencket, auch die bibliotheck dessel-ben mit sehr vielen kostbaren büchern vermehret. God-vem. dePrasul. Angl. P. II. p. i;i. & P. I. p. 558.

Lumnilsch, siehe Loinmatzsch.

* Lumnius, (Ioh. Friedrich) war also genannt von sei-nem geburts-orte Lumen, einem dorfe in dem Stift Lüttich .Er wurde Prediger der Beginen zu Antwerpen , und giengbey den daselbst der religion halben entstandenen unruhen nachLüttich , gelangte doch nach einigen jähren wieder zu seinemamt zu Antwerpen . Daselbst starb er auch im Horn. an. 1602.Er hat neben andern schriften auch ein btwh de extremo DeiJudicio & Indorum Vocatiorte , welches zu Venedig an. 1569.gedruckt worden, hinterlassen. Val. Andrea bibl. Belg. p.502.S-rvertü Ath. Belg. p. 42;. Struvii biblioth. antiq. tom. II.

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Luna, eine gvttin bey den Heyden , hieß auch Lucina,und man glaubte, daß sie den schwängern helffen und beystehenkonnte. Mehr stehet unter Diana. Man findet auch LumimDeutn gen. mal. welcher unter diesem nahmen sonderlich vonden Syrer» und andern Orientalischen völckern geehret wird,aus der Ursache, weil in ihrer mund-art der nähme des Mon-des, eben wie auch in unftrer Teutschen spräche, generisma-sculim tst. Indessen haben sie ihm neben einem halben mondeum das hauvt eben ,owol einen köchcr mit pfeilen an die schul-tern gchanget, als die Griechen und Römer ihrer Diana.

Claflen. Theol. Gent. i. 4. Pitijcus. *

1 Ituol IN jptuutten , so wegen ibrek

mor-drucke berühmt war, deren enrabo, Plinius und TUvrus gedencken. Aus dem ruin dieser alten stadt hat das h

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Sarzana seinen Ursprung genommen. Es ist auch eindieses nahmens in Africa , zwischen Abyßinien und Mviivmv.tapa, desgleichen ein anders in Portugall, welches Pumal!Luna und Capo de Rocca Sintra genennec wird. (siehe Kar.zana.

Luna, (Alvarez von) war an. 1 ;88. zu Canetain %\mnien gebohrcn. Sein valter gleiches nahmens war ein Hm«»stände, der bey Heinrich III. in Castilien wohl stund, die mimaber eine liederliche gemeine weids-person, daher auch dachde Luna diesen Älvarum vor keinen rechtmäßigen söhn nfa,nen wollte, sondern ihn mit einer geringen summe Mckfand. Es brachte es jedoch derselbe durch seine verschlagerh«soweit, daß er JohannisII. in Castilien liebling ward, mddenselben nach seinem gefallen regierte. Allein er erhub sicbdli-ses glucks , mißbrauchte seiner gemalt, erregte einen tritt) mdem Reiche, plagte die Grandes, bereicherte sich durch andmUnterdrückung, und nahm gelb von den Maurern, um duerobcrung der stadt Granada zu verhindern. Die Grandes visi,ftntirten einsmals dem Könige ein buch , bannn alle böse iha-ten des Alvarez de Luna enthalten waren. Er muste (puifeinige zeit den Hof meiden, der König aber ruhete nicht, bis aihn wieder um sich hatte. An. 1441. nahm man den Äqhalb und halb gefangen , baß er endlich bissen Minister «sichlassen sollte; Alvarez aber schlug mit seinen feinden, und de-hielt das selb, da denn viele zum creutze kriechen müßen. Lchi,lich als Alvarez einen neuen tridut auflegte, rwoltirte Mo,und als der Cron-Printz Henricus selbst der Stände meywider den Alvarez annahm, muste endlich der König scldWgefangen nehmen lassen. Es bat Alvarez nur, daß ihn daKönig noch einmal vor sich lassen sollte; es ward ihm aber mantwort: er würde sich besinnen , daß er dem Könige Wdie regul gegeben, daß er keinen gefangenen icmals vor ichlassen sollte. Hierauf ward er an. 14gz> in der residenhWa,dolid auf einem esel in der stadt herum geführel, und««ihm auSgeruffen: So werden die tyrannen auf befehldesRönigs gestraft. Hernach ward ihm der köpf abgeschlaeen,und selbiger viele tage lang in einem decken ausgcstbl, umeine beysteuer zu seinem begräbnis zu sammeln, ohurrachlri rrvorher» fast einen Königlichen schätz vor sich gesammelt. Msagen, er habe auch mit der Königin, die er seinem Herrn vor-her fast aufgedrungen, in heimlicher liebe gelebt. So will manauch seinen fall des KönigS qeitz, der sich seiner schätze gern dr-mächtigen wollen , zuschreiben. Man sagt, daß, als er b!>gierig gewesen zu wissen , wie es in seinem leben gehen, «was vor eines todS er sterben würde, ihm von einem itodeuter gesagt worden, er wurde zu Cabahalso sterben, welmder nähme eines ihm zugehörigen orts war, aber auch MSpanischen so viel heißt als ein blut-geruste, in welch«letzter» bedeutung die Weissagung mehr als zu gewiß ciG'mr-

fen. AZneas Syhius, descr. Europae, c. 47. Mariana , lib. XX.XXI. XXII. Geddes , vita Alvari de Luna in several traos

against Poperi, p. 227. seq.

* Lundel, (Andreas) ein Schwedischer Medicus, war zuSkara den 17. jun. an. 1659. gebohrcn. Nachdem er tintecanführung seines vatters, damaligen Professoris am Gymnaiwdaselbst , in seinen studien einen gltten gründ gelegt, bWv nsich auf die Universität zu Upsal, und ferner nach Lunden inSchonen, wo er nach einiger zeit bey der mebicinischcn ^cultät die stelle eines Xocarii bekam. An. is-z. telaye erTeutschland, und ward hierauf an. 1 69s. Ooäor Aeckcin-zu Leiden. Nach 2. jähren erhielte er die stelle eines Land-rnpc>von Jencköping , wie auch eines Medici orämvw des d»««Land-Gerichts von Gothland, worauf er endlich von dem Mbzu Gothenburg zum Stadt-Medico und Pkyüco oramarm vc-stellet ward. Neben seinen amts-verrichtungcn war « anw rMathematic, und insonderheit der Astronomie, Gnomon«!und Chronologie sehr ergeben, wie er den» von dereine schöne probe in kupfcr, nebst einer Lateinischen und H«dischen beschrcibung zu Amsterdam an. 1697. unter nEWdem titul heraus gegeben: Tabula Runica continenslendaria perpetua, Julianum , Gregorianum, Leopoldinum,manum , Graecum , Hebraeum , & veterura Gothonira M .*cum , Runstast , una cum Computistarum Cyctis, f° rE a 'culari. Seine andern schriften werden noch imgebrnaSchweden aufbehalten. Er starb an. 17*°. den Dtl · 1Gothenburg. Gel. Zeit. an. 17-;.

Lunden , lat. Londinum Scandinorum , die hauPt-sia ^Schonen, nebst einer Universität, welche an. 166$.rüg Carl XI. gestiftet worden. Sie ist sehr alt, aber» itisicirt, jedoch wegen ihrer Handlung berühmt, und v«diesem ein Ertz-Bißthum, welches 6. Bißthümmer umergehabt, aber unter Christiano III. an. i;;6. abgelchafllian dessen statt ein Superintendent dahin gesetzt worden,aber den titul eines Bijchoffs beybehalten. An. l l°K\ L.,sich die Dänischen trouppen nach erfolgtcr landungIielesbemächtiget, aber ihn nachgehends wieder verlasten m iDer König Walbemarus III. hat ihr um das iahr iheil gegeben, daß ihre bürget und einwohnerdurch gan»^nemarck ihr gewerbe ohne zoll treiben dursten. Die e··^ Tkirche ist ein sehr prächtiges gebäude, und jederzeit diekirche gewesen. Ponton, chorogr. Dan. Zeii. delcript·p. 202. seq.

Dan.

funden»