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Eundenberg, ein ländlei» in Schleßwig , in dem AmteHusum an der küste der Nord-see gelegen, und dem Hertzoge vonGottorp gehörig, begreift 3. kwch-spiele, die aber in der an.1634. ergangenen Nordstrandcr waffer-fluth sehr verderbt wor,den. Danckwerths Schleßwig, P. II. c. rr.
* Mundius , (Carolus) ein Schwedischer Rechtsgelehrter,war den 6. april an. r6;8. zu Jencköping in Smaland ge-bohren, wo sein vatlcr Asseilor des höchsten Gerichts in Gorh-land war. Nachdem er zu Upsal, Coppcnhagen, Jena , Straß-burg und Paris studiret, gieng er über Holland wieder nachhause, und ward Adjunctus Juris zu Upsal, erhielt auch an.1678. eine Professionem Juris ordinariam. Er Ward Mit beyder Königlichen Commißion gebraucht, welche man zu verbes,serung der laiides-gesetze bestellet, da ihni die gesetze bey nahenach seinem gutdefinden einzurichten überlassen blieb, da erkenndie arbeit m zwey jähren zu ende brachte. Er starb den 22. fcbr.an. 1715. Seine schrifte» sind : de Modis acquirendi res po-tissimum soli, Upsal 1700. lN 8. de Beneficiis Juris, ib. 1690.tit 8. de Conceptu Juris Naturalis Civilisque patrii, ib. 1688.in 8. de Praeceptorum Noachiticorum Collatione cum JureNatur*, ib. 1689. in 8. Collatio Juris Naturae & Civilis , ib.1699. ili 8. de Sueonum cum Europsis Commerciis , ib. cod.in 8. de Connubio , ib. 1707. in 8· de Gradibus in Conjugiocontrahendo prohibitis , ib. 1704. in4. de Solutione, Mitiga-tione, Relaxationeque Juris communis , ib. 1692. in 8. deFundamentis Juris Nnturse & Gentium eorumque Discrimini-bus , ib. 1700. in 8. de Fide Limitum , ib. 1697. de Origi-ne Majestatis civilis, ib. 1692. de Juribus & Privilegiis adRem in Sueonia metallicam pertinentibus , ib. 1704. in 8. deObligationibus, ib. 1684. ttt 8. de Obligationibus ex Delictis ,ib. 1699. de Jure Parentum & Liberorum Officiisque commu-nibus , ib. 1704. in 8. de Poenarum Irrogatione , ib. 1684. deProscriptionibus, ib. 1686. de Jure Primogeniti, ib. 1702.de Privilegiis Creditorum , ib. 1710. in 8. de Jure Retractus,ib. 1687. Sciagraphia Juris Divini, Naturalis , Civilis & Gen-tium, ib. 1700. de Sententia & Re judicata , ib. 170;. de Suc-cessione ab intestato , ib. 1697. in 8. Zamolxes, ib. 1687. >N4. de Legibus Hyperboreis , ib. 1687. de Justitia & Jure Sueo-num , ib. 170;. de Judiciis in Suecia usitatis, ib. 1687.de solemnibus Reum Jure Judicioque Sueonum convincendiModis, ib. 169;. de Modo in Judiciis per Sueoniam proce-dendi , ib. 1689. de Jure Usucapionis & Proscriptionis , ibid.1698. de Usuris, ib. 1693. de Testibus , ib. 1708. de Te-stamentis, ib. 1686. de Jurisprudentia; Natura & JCti Mune-re, ib. 1679. de Appellationibus, ib. 1684. Gel. Zeit. VVNan. 1724. p. 168.
* Armdius, (Johannes) ein Evangelischer Prediger, warzu Flensdurg im Hertzogthum Schleßwig, woselbst sein vat-1er erstlich das amt emes Cantoris , nachhero aber emes Dia-coni zu St. Johannis bekleidet, den II. sept. an. r6;8. geboh-ren. Nachdem er zu Leipzig in der Hebräischen spräche undTheologie einen genügsamen gründ gelegt, und sodann inDreßden den dem damaligen Ober-Hofmeister von Pflug , in-gleichen zu Apenrade in der familie des dastgen Prodsts eineninformatorem abgegeben , wurde er zu Tundern an. 1664. aksAdjunctus zum Predig-amte befördert, an. 1672. aber zumDiacono bestellt, welches amt er auch Mit sonderbarer treueversähe, bis er endlich an. 1686. den 1;. sept. mit tobe abgiena.Man bat von ihm ein gelehrtes werek, unter dem titul: Jü-dische Heiligthümmer, welches Gerh. Outhof an. 1726. auchin das Holländische übersetzt, zu Amsterdam an das licht ge-stellt, und Joh. Christoph Wolf an. 17)8. zum fünften malin sol. mit seinen anmerckunqe» und einer vorrede von demleben des Verfassers wieder auflegen lassen.
Eundy, eine kleine insul an der küste der Englischen pro-vinö Devonshire , 14. meilen von Hartland entfernet, ist nurzwey meilen lang, und eine breit, aber mit seifen und klipvendermassen verwahret, daß man, ausser an zweyen orten , nichthinein kommen kan. Man sieht allda noch heut zu tage ruderavon einem alten castelle und von der capelle St. Helena. Vordiesem war sie angebauet, anietzo aber ist sie nur eine wohnungder see-vögel. Als der unglückselige König Eduardus II. vonallen seinen Unterthanen verlassen war, und von seiner ergrimm-ten gemahlt» verfolgt wurde, beschloß er, sich nebst seinem fa-voriten Spencer auf dieser elenden insul zu verwahren. Tho-mas Delamere, welcher dieses Königs leben beschrieben, giebtder insul anmuthige vieh-weyden, viel brunn-quellen und einegrosse menge see-vögel, woraus zu erhellen scheinet, daß sie da-mals müsse bewohnt gewesen seyn. Sie liegt bey dem auöflusseder Severne, in dem canal von Bristol .
AuneviUe, ist eine kleine mit wällen umgebene stadt inLothringen , 4. meilen südwärts von Nancy , an dem kleinenflusse Vesouze, nicht weit von dessen Vereinigung mit der Meu.tre gelegen. Die Hertzoge von Lothringen haben ein schönesschloß daselbst , allwo sie zum öfter» residiren, und zu ansangdes XVIII. feculi hat der Hertzog Leopold Joseph eine Ritter-Academie allda angelegt. Es befindet sich auch an dieftm or-te ein ansehnlich Stift vor adelich frauenzimmer, welche darausheurathen können, und deren Aebtißin allezeit von Fürstlicherankunft seyn muß. An. 1719. ist das herrliche, grosse und kost-bare Hertzogliche schloß zu Luneville durch eine unversehenr
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feuers-brunst gantz in die asche gelegt worden , und viel tonnengoldes werth schaden geschehen.
LL’NULAi, war bey den alten Römern eine zierrath, wel-che die Patncii an ihren schuhen halten, der figur nach präsen-tirte es einen halben mond, und war um die knöchel herum ,nicht aber, wie viel Gelehrte wollen, vorne an statt der schnal-le. Rubentus, de re velt. II. 4. Pitijcus.
* Aupatus, ein eben so berühmter Rechtsgelehrter als Por-te , war zu Padua von gutem Adel entsprossen, und daselbst,ja durch gantz Italien in'grosser Hochachtung, wie Petrarchade rebus rnernor. von ihm gcdencket. Er führte die wichtigstenRechts-Händel, und.hatte vor allen andern Gelehrte» seinesordens den rang , war auch in den Gerichten nicht unbekannt,wo ihm allezeit init vieler ehre begegnet wurde. Es geschaheaber einsten, wie Petrarcha 1. c. erzehlet, daß er in seinemschlechte» Haus-Habit, weil die sache seines clienten sehr eilfertigwar, auf das Rathhaus gieng , und von dem Richter, welchernoch etwas neu war, und ihn nicht kannte, sehr verächtlich be.willkommet wurde, deswegen brachte Luvatus seines clientenfache mit fleiß in gantz einfältigen Worten vor , und widerlegte,wiewol bescheiden und gründlich , alle einwürfe des Richters,dergestalt, daß dieser endlich gar darüber unwillig wurde, undaus zweifel, ob er auch stndirt haben mochte, ihn, scis litte,ras ? fragte, mithin auf dessen antwort: Scis paucas ? ein hö.nrsches lächeln zu erkennen gab, weil er davor hielte, Lupatushätte fest, paucas sagen wollen, und es nicht besser gewußt; al-lein es wies der auügang, daß Lupatus feiner mit der gegebenenantwort nur gespottet. Denn als darauf der Richter in'der an-gebrachten fache weiter schritte, führte solche Luvatus mit gros,ser geschicklichkeit und wohlredenheit aus, daß der Richternichts mehr dagegen aufzubringen vermochte, und der aucherstnach Lupati abtritt, mit wem ers zu ilhun gehabt, von denumherstehenden erfuhr. Scnsten will nian von Lupato wissen,daß er seines losen mauls wegen, indem er weder stand nochansehen geschonel, einst aus Padua relegiret worden, doch ha,be man ihn auf anhalten seiner guten freunde bald wiederumzurück beruffen. Ob er gleich übrigens verschiedenes geschrie-ben haben mag, so weiß man doch nicht was, und wo es anzu-treffen , wiewol Salvmonius inscript. Gymn. in miscell. undTomasinus P. II. p. 4. vorgeben , daß es poetische wercke, unddarunter eines von den XII. Tabulis gewesen. Er starb an»1399. nachdem er sich selber diese grabschrist gemacht:
Mors, mortis morti , mortem st morte dedisset:
Hic köret in terris , aut integer astra petisset,
Sed quia dissolvi Gerat sie juncta necesse,
Ossa terient saxum , meliorpars gaudet in esse.
Scardeon. de clar. Patav. p. 232. seq. Pupadopoli , bist. Gymn.Patav. tom. III. p. 11. seq.
LUPERCAL, eine hole zu Rom , woselbst die Wölfin den Ro,mulum und RcMUiN gesäuget hat. Nardinus, Rom. vet. 6 . 12,
LUPERCALIA , ein fest, welches zu Rom den 16. ftbr.dem Pani Lycso zu ehren gefeycrt ward, und in Italien zuerstdurch Evandrum aus Arcadien, allwo man diesen Pan abson-derlich geehret, war gebracht worden. Man erinnerte sich der-jenigen Historie, daß Romulus und Remus sich an dem orte,welcher Lupercal heißt, lustig gemacht, als ihnen ihr groß-vatterNuniitor erlaubt, baß sie dahin eine stadt bauen möchten.Es waren aber die Luperci mehrentheils junge leuthr, welchean diesem feste nackend in der stadt herum liefen, und nichts an-hatten , als das fell von den ziegen, welche sie geopfert hatten,auf welche art auch der vorgemeldte abgott Pan pflegte ab-gebildet zu werden. Sie hatten drey Coüegia, Fabiorum ,Quintiliorum und Juliorum , welche mit unter die Priestergerechnet wurden. Was aber rechte und ernsthaffte leuthewaren, die pflegten sich nicht gern darunter zu begeben; wiedenn klar, daß bey diesem nackenden herum lanffen am hellentage eben wenig gravität oder ehrbarkeit hat können beobach,tet werben , und daher Cicero den M. Antonium so heftigausschiltet, daß er, obschon Bürgermeister, bennoch Luper-cus bleiben wollen , und diese unehrdare ausgelassenheitenunter währendem amte verübet. Diese liefen also in derstadt herum, und schlugen die leuthe mit peitschen, vornemltchaber hielten ihnen die jungen weiber die Hände hin, und. lies-sen sich mit dem ziegen-fell drauf schlagen, weil sie den aber.glauben hatten, sie würden davon fruchtbar werden. Manseyerte diese fest-tage zu Rom bis um das jähr Christi 496.da der Papst Gelasius selbige nach Onuphrii und Baronitzeugnis gäntzlich abgeschaffet. Cic. pro M. Coelio, Phil. 11 ,Val. Max. Üb.II. c. 2. Dionyß Halicarn. üb. I. JuJt. lib.XLIII.c.i. Dio, üb.XL 1 V. Owd.fast. Baron , ad an.496. n.28. seq. Bay/e.Lomeyer. de lustrat. c.13. Girald. synt. Deor. 17. p.495. Piiife.*
J^upffen, eine in Schwaden an dem Schwartzwalde gelege-ne Graffchafft, welche von dem durch die Rothwei.'er vor lan-gen zeiten zerstörten schlösse Lupffenberg den nahmen bekommen.Die Grafen von Luvssc», so mit den Marggrafc» von Mont-ferrat um das jähr 970. einerley Ursprung gehabt, residirten zu-letzt in dem städllcin Engen, zwey meilen von Schaffhausen ,und besassen nebst denselben die Landarafschafft Stültngen, wieauch die Herrschafften und schlösser Hohenhoven und Althoven.Nachdem aber der letzte, nahmens Heinrich, dessen vatterSdruder Johannes um das zahr 1337. Bischoffzu Cosiantz gewe.