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sonderlich durch den considerablen sieg bekannt wordett/ welchenan. 1626. den 27. aug. der Kayserliche General Tilly wider dieDänischen trouppcn in dieser gcgend erfochten; wie sich denn da-mals etliche tausend Dänen in dieses Haus reririrt, aber sich aufdiscrerion ergeben müssen. Dieser ort muß nicht mit Rönigs-lutter vermischt werden, wovon an seinem orte. Zeilen to-pogr. ßrunsuic. p. 130.
Eutterberg, eine alte Graffchafft in dem Ch»r - Braun-schweigischen Fürstenthume Grudeiihagen. Die Grafen habenunter andern Osteroda von den alten Hertzogen zu Sachsen zulehrn gehabt. Der letzte, Hermann, starb an. 1143. undkam dessen gebiethe guten theils an Heinrich den Löwen, wel-cher damals noch unter der vormundschafft stund, von welcherzeit an es auch unter dessen nachkommen, den Hertzogenvon Braunschweig , geblieben. Zeileri topogr. Brunsuicens.pag. 167.
* Lutterell, (Johann) ein gelehrter Engelländer, war inder Philosophie, Mathcmatic und Theologie sehr geübt, undwußte alle fachen in ein grosses licht zu fetzen. Er blühete umdas jähr 1340. und war erst ein Praebendarlua zu Salisbury ,hernach Cantzler der Oxfordischen Universität. Seine schriftensind: Pradcctiones Oxonienses ; Determinationes adversusOckamum; in Vesperiis Magistrorum üb. I. ad quendamRomae disputantem , so Joh. Bacvnthorpius gewesen seyn soll,der damals zu Rom , dahin er beruffen worden, über dem ge-schäffke der Priester-heurath viel disputirens hatte, nebst a. m.
Baleus , de script. Ängl. ccnt. V. p. 419.
Lutterloh, ein Chur - Braunschweigisch dorf, nicht weitvon der Haupt-stadt Zelle, welches merckwürdig, weil HertzogLuther oder Lolharius, der hernach Kayser worden, allhieräebohren seyn soll. Bünting sagt, daß um dieser Ursache wil,Jen der ort von ihm befreyt, und aller beschwerung entnommenworden; und als bey der regierung Hertzog Ernsten zu Lüne«bürg ein Amtmann diese freyheit aufheben wollen, habe einbauer sich darüber bey gedachtem Hertzoge beschweret, und nichtallein die bestätigung der freyheit, sondern auch ein ansehnli.ches geschenck erhalten. Büntings Braunfchw. und Lüneb.chron. p. 38;.
St. Lutwinus 1 Ertz-Bifchoff zu Trier , war ein geb'ohr.uer Hertzog von Brabant oder Lothringen , und des vorgehen-den Ertz - Bischosss Basini schwester-sohn. Nach ansang desVIII. feculi , als seine gemahlin mit tobe abgegangen, baueteer das kloster Mitlach, und ward anfangs em Mönch, nach-gehends aber Abt darin». Endlich erhielt er die Ertz-Bischöss.liche würde zu Rhetms und an. 71g. zu Trier . Er starb an.721. und ward wegen seiner wunderwercke unter die Heiligen ge-fetzet. Sein söhn Milo soll sich zu den jetzterwehnten beydenErtz-Bißthümmern gedrungen, und meistens dem kriege undjagen obgelegen haben, wie er denn auch um die mitte desVIll. steculi auf der jagd von einem wilden schweine getödtetworden. Er wird aber von wenig scribenten unter die Trieri-schen Ertz-Bischöffe gesetzet. Von demselben hat der Wald, wel.cher 4. meilen von Trier lieget, den nahmen Milowald be-kommen. Trithem. de vir. illust. ord. Bened. lib. III. c. 188.Bros*. annal . Trev. Bucelin. Germ. sacr. in catal. Archiep.Trev.
Euwinerthal, ist ein thalgelend in der Graubündtneri-schen Herrschafft Worms, zwischen hohen bergen gelegen, durchwelche es einer seits vom Münsterthal, anderer seits vom obernEngadin abgeschieden wird. Es erstreckt sich dem dadurchrinnenden und sich bey Cernetz mit dem Jnn vereinigenden fo-rellen-reichen wasser nach, 6. Italiänische meilen läng. DieHäuser seynd nicht an einem orte beysammen, sondern hin undwieder zerstreuet. Es hat etwas kornwachs , aber die meisteNahrung kommt ihnen vom viche und melcken; das thal hatdrey kirchen. Guter. Rhatt. lib. XI. pag. 71. Bucelin. Rhaet.topogr. *
fiwemboutg , lat. Luciburgum, Lützelburg , die Hauptstadt des Hertzoglhums dieses nahmens, an dem stufte AlsitzAltzet, Eltz oder Alizonte, welcher hindurch siiessel, 8 . meilervon Metz . Sie ist groß, und eine berühmte vestung. Degröste therl der stadt liegt auf einem hohen felsen, der übrig!theil aber gehet den bcrg herunter bis an das thal. Zu den zeiten des Kaysers Ottonis bl. war sie nur ein kleines ton, welches von Siffredo einem bruder Gottfrieds , Grafens von Ardennes, durch Vergünstigung Brunonis, besagten Kaysers bruders, erweitert. Die gegend hat er vonWickern, Abt von StMaximin zu Trier durch tausch erworben, und wird die landschafft, darin» es gelegen, in der deswegen verfertigten urkundivom jähre 963. das Meckingöw genennet. Es ist ein Franciscaner-kloster an diesem orte, wo der König in Böhmen Jahannes, des KayserS Caroli IV. vatter, so an. 1346. vorden Engelländern in der schlacht bey Creßy erschlagen wurde, begraben gelegen, und darauf in das neue Münster,so der Kayser Carolus V. den Mönchen angewiesen, versetzet worden. Sonst siehet man auch an geistlichen ge
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bänden das Jesuiter. GoIIegium und verschiedene schöne kl-eben , gleichwie an weltlichen der Fürstliche pallasi und dosprächtige Rathhaus merckwürdig sind. Der ehemalige fcbernator dieses landes, Graf Peter Ernst von McmnM,hat ausserhalb der stadt gegen morgen über dem wasser um foijähr i;7o. einen prächtigen pallast bauen lassev. Diese siadthat in den zwischen dem Könige in Franckreich und den Nieda-landen geführten kriegen viel erlitten. Der König Franciscus I.ließ sie an. 1542. durch seinen söhn, den Hertzog von Orkans,einnehmen und plündern, dem sie aber Kayser Carolus V.ttiicder entrissen , doch im folgenden jähre wurde sie von den Fran-zosen aufs neue erobert, welche sie auf gleiche weise wie vormalstractiret, aber an. 1344. den Spaniern wiederum übergebenmüssen. Der König in Franckreich nahm diesen ort an. 1%.nach einer kurtzen belagerung den 4. jun. weg, und Hai «zwar nach dem Rvßwickischen frieden an die Spanier tratstresiituiret, aber bey letzterm Spanischen suLLchvns-.kriege mstens mit Franzosen besetzet, damit von selbiger seile kein ein-bruch von den'hohen AUiirten nach Franckreich geschehe, bssie endlich im friedcns-schlusse dem Kayser zugetheilet worden.Allhier hat das Gericht der gantzen provintz seinen sitz, von ei-chen, man aber nach Mecheln appellircn kan. Ui-dam.descr. Belg. p. 317. edit. Amstelod. i6;r. Grammajt, in Rep.Namur. & Luxemburg . Joü. Bertei. in bist. Luxemburg ,pag. 11 3. seq. pag. 14;. seq. Langaus, lib. X. commentar. derebus Gall. foi. 382. Topogr. circul. Burgund , pag. 235.seq. '
Eupembourg, (Hertzogthum) ist eine von den 17. Min.tzen der Niederlande , welche gegen osten an das Ertz-Slist Irttr,gegensuden an Lothringen , gegen Westen an Champagne unddas Stift Luttig, gegen norden aber gleichfalls an letztgetach,res Stift und das Hertzogthum Limburg grcntzet. EölMmdem Ardenner-walde, jedoch ist es fruchtbar an wein, gcimi-be, und vielen eisen-gruben, und begreift 23. stadte, und 1-08.dorfer unter sich. Man theilet es in 2. quartiere oder gebiethe,nemlich in das Teutsche und in das Wallonische quartier.Die Franzosen besassen sonst Montmedy , Ivoir und Thimii-le, Marviües, Danvillers und Chevancy le Chatel, als soviele Prevutes oder Landvogteyen nebst ihrem zugehör, wel-ches dannenhero das Französische Luxembourg genennet wirb;das übrige aber hat sonst der Ccon Spanien gehöret, mictRodenmachern, welches dem Marggrafen von Baden tusub.t,und ist dieses gantze Hertzogthum sowol von dem Kömqe aiFranckreich, als auch von Philippo V. in Spanien nebst tcrGraffchafft Namur , dem damals in der acht lebenden Chur-fürsten von Bayern eingeräumet, bis es endlich an. 1713· >»dem Utrechtifchen frieden in favor des Hauses Ocsimeub andie General-Staaten abgetreten worden, doch mit der bcdin-gung, daß der Churfürst von Bayern solche bis zu seiner rssntu-tron besitzen sollte, und im Badischen frieden au. 1714-fes Hertzogthum auch dem Kayser zugetheilet worden. D>rvornehmsten stadte ausser der haupt-stadl sind Basiognr, Dam-villers, Montmedy , Arlon , Diedenhofen , Virlon, Iooff,Marville , Echternach , Rodenmachern und andere mehr. Hicr-nachst werden zu diesem Hertzogthume gerechnet die MaWrar-schafft Arlon und Grafschafften Chinv, Vianden , Salm undde la Röche, verschiedene Herrschassten und PrMeuen, wieauch die Abtey St. Hubert. Die vornehmsten ßüsse davon tinddie Mosel , die Saue, Alzet, Senois, Prum, 0 uc, Omund <2iere. Im übrigen findet man in dem gantzen lande nochviele reliquien von den alten Heydnischen und Römischen leiten,dgvon der Spanische Gouverneur zu Luxemburg , Pelcr Erng,Graf von Mannsfeld, eine grosse menge gesammelt, und hatteder Pater Wiltheim vor, alles ausführlich zu beschreiben, wlc-wol wegen seines erfolgten todes nichts ans licht gekommen, undametzv von seinem cnckel, dem Herrn von Ballonffcaur, nn»im manufcr. aufbehalten wird.Es war aber dieses land vonnranur eine Graffchafft, und hat Sigfribus oder Gilberlns, nEdem er das schloß Lucisburg, oder wie er es nennet,bürg, wegen seiner bequemen läge von dem kloster St- Marohn weit Trier an fich erhandelt, zu den zcitc» Kanin £‘
koms des grossen zuerst den tirul eines Grafen von LuremM
mif erhaltene crlaubnis von dem Reichs- Vicario, Eetz-VnMBninone zu Coln, angenommen. Nachgehends hat derCarolus IV. seinem bruder Wenccslao zu ehren diese Gratichafteals welche er zu seinem antheil bekommen, an. >334.Hertzogthum verwandelt, wiewol verschiedene hiervon andwmeynung sind. Jenem Sigefrido folgte in der regierungeinziger söhn Giselbertus, der ein vatter worden Frikertc,, 'die Grastchafft Luxemburg , und Conradi, so die GwEArlon zu seinem antheil bekommen. Fridericus vermahlte wmit Gertrud , des Hertzogs Gozclonis Gibberi in LothrM"tochtcr, die ihm Stgfridum, Gistlbcrtum und Hcnneuw^,,bohren. Der letztere davon wurde um das jähr 1046.schoff zu Coln, und starb, gleichtvie auch seine 2. anbett 0der, gar frühzeitig ohne erden. Als ihnen ihr vatter agcus im tobe gefolget, welcher zugleich Hertzog von der wwwar, wurde diefts Hertzogthum Gozeloni von Lvrhrmgenvagdem Kayser verliehen. Hierauf succedirte Conradus II. ein wConradi l. welcher, wie gedacht, Arlon zu scincw anthel»,halten. Dieser starb aufder reise in dem gelobten lante. ^