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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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bruder Hermannüs aber wurde zum Römischen Kayser widerHenricum IV. an. io8>. aufgeworffen, und starb an. 1088.Man will darthun , daß dessen nachkommen bey Eisaß-Zabern noch ein altes schloß, nahmens Luxemburg , besitzen. Conra-dus aber hinterließ oon seiner gemahlin Dementia, Gräfin vonLonguy , Wilhclmum, der ihm an. »c> 86 . in der regierunggefolget, und sich sowol durch gütigkeit bey seinen Unterthanen,als durch tapferkeit bey dem Kayser Henrico IV sehr beliebt ge-macht. «Lein söhn Conradus lll. starb an. u;8. ohne kinder,und die hinterlassene Grafschafft kam an Henricum den blin-den , Grafen zu Namur , so wegen seiner mutrer mit ihm ver-wandt war, allein nur eine tochter Ermesindam zeugte, welchedem Grafen Theobaldo von Bar vermählet worden. DieserGraf bekam hierdurch Luxemburg , ohngeachtct es der Kavsereinem Ottoni von Burgund zuerkannt, mit welchem sich aberTheobaldus gegen erlegung einer summe gelbes abgefunden.Als er aber in dem gelobten lande wider die Saracenen das le.den cingebüsset, und gleichwol von dieser andern gemahlin kei-ne erben halte, hinterließ er zu seinem Nachfolger seinen aus derersten ehe gezeugten söhn Henricum in der Grafschafft Bar.Hingegen vermählte sich Ermesinda auf einrathen der Stände,zum andern mal mit Valerano von Limburg, Marqgrafen vonArlon , dem sie Henricum I. Grafen zu Luxemburg , geboh-rcn, welcher alsossür den stamm-vatter des nachgehends zu dergrösten Hoheit gekommenen Lützelburgischen geschlechts mag an-gesehen werben. Er starb an. 1280. nachdem er mit seiner gx-mahlin Margaretha, eines Grafen von Bar tochter, nebstValerano von Luxemburg , von welchem die Herren und Gra-fen von Lignes, St. Paul und Brienne entjprossen, Henri-cum II. seinen Nachfolger, gezeuget. Dieser wurde von Bea-trix von Avesnes ein vatter Kaysers Henrici VII. und Balduini,Ertz-Bischoffs zu Trier . Der Kayser halte zur gemahlin Mar-garetham, Hertzogs Iohannis in Brabant tochter, und zeugtemit ihr Johann, Grafen zu Luxemburg und König in Böh­ men . Dessen auS der ersten ehe mit Elisabeths, Königs Wen«ceslai in Böhmen tochter, erzeugter söhn Carolus, zuvor Wen-ceslaus genannt, folgte ihm in der Cron Böhmen, und erhieltnoch dazu die Kayserliche würde in Teutschland. Sein ande-rer söhn , Johannes Henricus, der in seinen söhnen, Jodocodem bärtigten, so zum Römischen König an. 1410. crwchltworden, und Procopio wiederum ausgestorben, wiewol demletzter» von einigen zum söhne Georgius gegeben wird, wurdeMarggraf in Mähren , und Wenceslaus, welchen ihm seineandere gemahlin Beatrix, Hertzogs Ludovici von Bourdontochter, gebohren , bekam Luxemburg zu seinem anthcil, undwurde von seinem bruder dem Kayser an. i;? 4 . zum Hertzoa ge-macht, starb aber an. i;8;. ohne kinder von Johanna, Hertzo-gin zu Brabant und Limburg , zu hinterlassen. Der Kavser Ca-rolus aber pflantzte das geschlecht fort; wie ihm dann seine drittegemahlin Anna, Heryogs Henrici in Schlesien zu Schweidnitz tochter, Wenceslaum; die vierte gemahlin aber Elisabeth«, Her-tzogs Bogislai in Pommern tochter, Sigismundnm und Jo-hannem gebohren. Wenceslaus und Sigismundus, so beyde zuber Kayserl. würde gelanget, bekamen Böhmen , Johannes aberdas Hcrtzogthnm Luremburg und die Marggrafschaffk Laußnitz .Seine gemahlin Richard, Hertzogs Alberti II. von Mecklenburg tochter, gebahr ihm Elisabecham, die Luremburg ihrem gemahlAntonio von Burgund, Hertzoge in Brabant, an. 1409. zuge-bracht ; bey welchem Hause es auch bis an. '477- geblieben, daes durch die heurath Ertz-Hertzogs Maximiliani mit Maria,Hertzogs Caroli zu Burgund erb-tochter, an Oesterreich gekom-men. (siehe Carolus, Johannes, Sickismunduo, wcn-ceslaus, an seinem orte.

Der äst der Herren und Grafen von Luxemburg , Ligni,Lignei oder Lignes stammet, wie vorher gedacht, von Valcra-no l. von Luxemburg ab. Dieser kam in einem treffen widerden Hertzog von Brabant an. ir88. obnweit Cöln um, undhinterließ unter andern söhnen Valeranum II. Herrn von Ligni,Roußi und Beaurevoir, welchem seine gemahlin , IohannisBurgvoqts von Lille erb-tochter, Johannem gebohren. Die-ser legte sich an. i;;c>. Alix von Flandern , Frau von Riche-bourg, bey, und zeugte mit ihr unter andern Guidoncm,Grafen von Ligni und St. Paul, welchem zu gefallen der Kö-nig Carolus V. in Franckreich an. 1367. Ligni zu einer Graf-schafft gemacht, da er z. lahr hernach in der schlacht bev Bast-villiers das leben verlvhren. Von seiner gemahlin Mathildisvon Castillon, einer schwestcr und erbin des Grafen Guidonisvon St. Paul, ist er ein vatter worden Valerani lll. und Jo-hannis, des stamm-vatrcrs der Grafen von Brienne, von wel-chen beyden hernach; ferner Petri, so den Cardinals-Hut er-halten ; und endlich einiger anderer kinder beyderley geschlechts.Valeranus lll. Graf von St. Paul, rc. Connetable von Franck-reich und Gouverneur von Genua , war in Franckreich in gros-sem ansehen, und stund den wichtigsten bedienungen vor. Erstarb zu Pvoy den 19. april an. 141;. in dem 60. jähre seines ai-ters, von einer seiner maitressen, Agnes von Brie, Johannem,genannt Hennequin, so an. 1466. gestorben, hinterlassend.

Der äst der Grafen von Luxemburg -Brienne, St. Paul undDinei fieng sich mit Johanne von Luxemburg , dem jüngstensöhne Guidvnis, Grafen von Ligni, an. Dieser vermähltesich mit Margaretha von Anginen,die ihm dieGrafschafft Brien-ne, die Herrschafft Auguien, ingleichen daS recht auf das

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Hertzogthum Athen zugebracht, und nebst Lndovico, so Car-dinal und Ertz-Bischoff zu Rouen worden, Pelrum I. gedoh«ren. Dieser wurde von dem Hertzoge von Burgund an. 14-30.zum Ritter des goldenen Vliesses gemacht, und von seinemtochter-manne, dem Hertzoge von Bedford, zu dem Haupte ei,niger trvuppen vorgestellt, St. Valeri den Franzosen hinwegzu nehmen ; allein er starb an der Pest an. 14;;. von seiner ge,niahltn Ludovicum, Connetable von Franckreich, von welchemhernach ; Theobaldum, Herrn von Fiennes, von welchem dieHerren von Fiennes und Vice-Grafen von Martigues ihren ur,svrung haben ; Jacobinam, des Hertzogs von Bedford ge,mahlin, und verschiedene andere kinder hinterlassend. Ludovi,cus von Luxemburg , Connetable von Franckreich, welchemder köpf zu Paris an. 147;. vor die füffe gelegt wurde, vermähl«tc sich an. 14;;. zum erstenmal mit Johanna von Bar, Grä,sin von Marie und Soissons , rc. und nach deren tobe an. 14^6.mit Maria, Hertzogs Ludovici von Savoyen tochter. Ausder ersten ehe wurden ihm gebohren Johannes, Graf vonMarlc und Soissons , Ritter des göldenc» Vliesses, so an. 1476.in dem treffen bey Moral oder Murtcn von den Schweitzern er,schlagen worden ; ferner Petrus II. und Antonius, Graf vonBrienne, die hernach mit mehrern sollen ausgeführet werden;Carolus, Bischoffund Hertzog von Laon , wie auch j. töcb,ter. Die andere gemahlin machte ihn zum vatter Ludovicr,Fürsten von Altamura , Hertzogs von Andria und Venosa , rc.von dem ein besonderer artickul. Ausser diesen hatte er verschie-dene natürliche kinder, darunter Johannes, Bischoff zu An«gouleme worden. Petrus von Luxemburg II. Graf von St.Paul, Marie, rc. starb zu Anguien an. 148». nachdem ihmseine gemahlin Margaretha von Savoyen, verwitlwetc Mar-quisin von Monlferrat, verschiedene kinder gebohren, unter de-nen Maria und Francifca zu erwachsenen lahren gediehen, wel-che der König Carolus VIII. in ihren güthern des Hauses Lu­ xemburg bestätiget. Da denn Maria ihren anthcil Franciscovon Bourdon, Grafen von Vendome, ihrem andern gemahl,an. 1487. zugebracht. Antonius von Luxemburg war, wiegedacht, der jüngere söhn des Connetables Ludovicr, und wur-de von dem Könige Ludovico XII. zu verschiedenen wichtigenbedienungen gebraucht, zum Cammer-Herrn gemacht, auchin seinen güthern bestätiget. Er hatte;. gemahlinnen, Anto-niam von Beaufremont, Gräfin von Charni und Montfort,Petri von Beaufremont erb-tochter; ferner Franciscam vonCroy , eine tochter des Printzen Caroli von Chimay; und end,lich Egidiam von Coetivi, des Seneschaüs von Guienne tochter.Er starb an. i;io, nachdem ihm seine erste gemahlin gebohrenPhilibertam, Gräfin von Charni, welche Johanni von Chalon,Printzen von Orange, beygelegt worden; die andere aber Caro»lum von Luxemburg . Dieser wurde Ritter des ordens von St.Michael, wie auch Capitain über;o, mann. Und weil er gargrossen eifer vor den König Franciscum I. erwies, machte ihndieser zu seinem General-Lieutenant in der Picardie, in demGouvernement zu Paris und in Isle de France . Er starb an.rs;o. nebst Ludovico, so gleichfalls Ritter von St. Michaelworden, und Johanne, Bischoff zu Pamiers , welcher das lebendes Connetables, Annä von Montmorency,in Versen und sonsteneinen tractat von Unterweisung eines Printzen nebst andern fa-chen geschrieben, Antonium II. von Luxemburg hinterlassend.Dieser erwies seine tapferkeit an. 1544. in Vertheidigung der ve-stung Ligni wider den Kayser Carolum V. und starb an. 1;57.Unter seinen söhnen haben Johannes und Franciscus das ge-schlecht fortgepflantzet. Johannes von Luxemburg, Graf vonBrienne, rc. Ritter des Königl. ordens und Capitain über ;o.mann, zeugte mit Wilhelmina von der Marck, einer tochter Her-tzogs Roberti von Bouillon, rc. Marschalls von Franckreich,Carolum II. von Luxemburg , so an. r;?y. Ritter der Königl.orden worden, und an. 1608. gestorben. Franciscus von Luxem-burg, Hertzog von Pinei, Pair von Franckreich, Printz vonTin«gri, rc. war der jüngste söhn Antonii U. von Luxemburg . Manwiedmete ihn anfangs zu dem geistlichen stände,darzu er aber garschlechte tust bey sich befand. Hingegen gieng er in den krieg,und wurde nachmals zu gar wichtigen Verrichtungen gebraucht,wie unten mit mehrern soll gedacht werden. Sein söhn Hen-ricus von Luxemburg,Hertzog von Pinei,vermählte sich an. 1597.mit Magdalena von Montmorency, die ihm unter andern rin-dern gebohren Mariam Charlottam, Hertzogin von Pinei, diesich erstlich mit Leone von Albert, Hertzoge von Luxemburg , rc.Ritter der Königl. orden > und nach dessen an. 1630. erfolgten»tobe mit Carolo Henrico von Clermont, Tonnere vermählet.Ihre kinder erster ehe, Henricus Leo und Maria, haben dengeistlichen stand crwehlet. Die aus der ander» ehe erzeugte toch-tcr aber, Magdalena Charlotta Bonna Theresia von Clermont,Hertzogin von Luxemburg,vermählte sich an. 1661. den 17. mark.mit Francisco Henrico von Montmorency-Hertzoge von Lurem-burg, Pair und Marschall von Franckreich, Grafen von Bou-teville, rc. Capitain über die Königliche garde, rc. Er erwiesstme tapferkeit bey verschiedenen gelegenheiten, absonderlich aberbey dem entsatze der vestung Woerden , und bey eroberung vonBodegrave an. 167z. wie nicht weniger in dem treffen bey St. Denis an. -678. rc. Er wurde an. 1662. in dem Parlementeals Hertzog und Pair aufgenommen, und der König machte ihnan. 167;. zum Marschall von Franckreich. Sie gebahr ihmCarolum Franciscum Fridericum, Printzen von Tingri, welcher

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