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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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sich an. iszs. mit Maria Theresia von Albert, deS HertzogS Ca-role Honorati von Chevreu,e tochter, vermahlet, die ihm Ma,

riam Henriettam gebohren, so an. 1696. gestorben, nachdem dieMutter ihr an. 1694. in die ewigkeit voran gegangen. Hieraufschritte er zur andern ehe mit Mademoiselle von Clerambaut,die ihn zum vatler einer tochter ui.d zweyer söhne gemacht, da-von der älteste söhn, Carolus Fra.-ciscus, ihm bey seinem an.1726. erfolgten tode in seinen gulhern und tiluln succedirte, Fer.ner gedahr abgedachte Magdalena Chariotta Bonns TheresiaHenricum, Abt zu Montray-Ramei, und dann nebst ChristianoLudovico, Obersten des regimenrs von Piemont, und AngelicaKunegunda, des Hertzogs Ludovici Henrici von Ncufchakel ge,mahlin, so an. 170;. in dem 6;. jähre ihres alters zur wlttweworden, Paulum Sigistnundum, Hertzog von Chatillon , rc.Seneschall von Poitou, Capitain des schlösses Poitiers , welchemseine erste gemahlin Maria Anna von Tremouille an. 1697. den30. febr. einen söhn gebohren.

Der äst von Luxemburg , Fiennes und Martigues sprosset abvon Theobaldo von Luremburg, Herrn von Fiennes, rc. demjnngern söhne Petri I. Grafen von Brienne, rc. Nach dem todeseiner gemahlin Philippina, genannt Philipote von Melun , be-gab er sich in den geistlichen stand, und bekam die Adteyen Iqniund Orcamp, wie auch das Bißlhum zu Mans. Der Papst Six-tus IV. hat ihm auch den Cardinals-Hrit zugedacht, doch als erdeswegen nach Rom reisen wollte, starb er darüber an. 1477.Unter seinen kindern sind zn merckcn Iacobus und Franciscus,welche das geschlecht fortgepffantzct, und Philippus, Cardinalund Bischoss zu Mans. Iacobus, so mit dem goldenen Vließbeehret worden, zeugte nebst Francisco, Bischoffzu Mans, einensöhn, mit ihm gleiches nahmens, so den titul eines Herrn vonFiennes und Grafen von Gavre geführet, aber in feinem söhne,so ebener Massen den nahmen Iacobus geführet, wiederum aus-gestorben. Unter den töchtern hat Francisca ihrem gemahl, Gra-fen Johanni von Egmvnt, die Grafschafft Gavre und die Herr-schafft Fiennes zuaedracht. Franciscus von Luxemburg I. Vi-comre von Martigues , welche würde er durch das testament Ca,roli von Anjou , Königs von Neapolis, an. 1481. erhalten, zeug-te einen söhn mit ihm gleiches nahmens, welcher ein vatler Caro-li, so an. 15? z. in der belagerung von Hesdin geblieben, undSebastiani worden. Dieser letztere, so der tapfere Ritter zu»genannt wurdeund von welchem unten ein besonderer arti-cknl handelt, führte den titul eines Hertzogs von Penthievreund Marquis äs Bange. Seine tochter, Maria von Lu-xemburg, brachte feine güther ihrem gemahl Philipps Emanuelivon Lothringen , Hertzoge von Mercöur, zu, welcher mit ihr einetochter, Franciscam, erzeuget. Diese wurde an. 1*92. gebohren,und an. 1609. an den Hertzog Cäsar von Vendome vermählet.Sie starb an. 1669. zu Paris , allwo sie in die Capuciner-kirchebegraben worden. Bertei. in descript. Ducat . Luxemburg . Di~vaus, de Gall. Belg. antiquit. Guicciardin. descript. ßelgii.Vignier, hist. de la Mais. de Luxemb . Rittersbus. in tab. genea.log. P. II. Sammartban. Du Gbtne. DHozier. Guicbemn. DuBauchet. Le Labaureur, Tbuanus. Davila. Mir aus, &c.

Lurembourg, (Carolus von) Graf zu Brienne und Ligne,war ein söhn Ivhannis von Luremburg, Grafen zu Brienne undLigne, welchen ihm seine gemahlin, Wilhelm von der Marck,gebohren. Als er sich an. 1988. bey seinem schwaqer, dem Her-tzoqe Ivh. Ludovico zu Espernon, auf dem schlösse zu Angvule-nie befand, kam er durch seiner feinde anstiften in grosse lcbens-gefahr, wurde aber sowol durch eigene als der seinen getreue ge-genwehr so lange beschützet, bis von seinen freunden zulänglichehülste angekommen. Letztgedachter Hertzog nahm ihn an. 1*89.mit zu dem Könige Henrico III. in den krieg wider die Ligtsten,darinn er aber das Unglück hatte, daß er von dem Hertzoge vonMayenne gefangen genommen, und nach Paris geführet wurde.In solchem seinem gefängnisse kam ein Dominreaner-Mönch,Jacob Clement, zn ihm, weicher unter dem vorwande eineswichtigen werckes einen brief an den König Henricum III. be-gehrte. Carolus, in meynung , als ob einige dem Könige wohlaffectionirte aus Paris diesen Mönch abgeschicket, bewilligte ihmbiescs gar bald, welches aber der verruchte mensch zu dem tödtli-chen stiche, welchen er dem Könige zu ot. Clou beygebracht,gemißbrauchet. Dem Könige Henrico IV. diente er in seinen krie-gen wider die gedachten Ligistci,, und wohnte nebst ihm der cam-vagne vor Verdnn an. 199t. wider den Hertzog zu Mayenne ,inglcichen der bclagerung von Rouen und andern expeditioni*bus bey, hielt sich auch sonsten so wohl, daß ihn der König we-gen seiner grossen Verdienste zum Slaats-Rath, und an. 1,97.zum Ritter des ordens des H. Geistes und St. Michaelis mach-te. Er war auch eine zeitlang Gouverneur zu Metz , und starbbey noch jungen jähren an. 1608. den ig. febr. von seiner gemah-lin Anna Nogaret de la Valette keine kinder hinterlassend. A.

Lurcmbourg, (Franciscus von) Hertzog zu Pinei, Fürst zuTinqrn, war ein söhn Antonii, Grafen zu Brienne, und Mar-aaretha von Savoven. Seinen vatter verlohr er an. 19,7. undfein älterer bruder Johannes bekam die Grafschafft Brienne, soan. 1576. mit Hinterlassung eines sohns , Graf Carls, der an.x io8. erblos abgegangen, verstorben ist. Franciscus , als derjüngst« bruder, bekam die Herrschaffl Pinei, welche der KönigHenricus III. in Franckreich an. 1,76. jm dec. zu einem Her-tzogthum machte, so in dem folgenden jähre durch das Parle.

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ment zu Paris bekräfftiget worden. An. izgi. wurde er Wzum Pair von Franckreich, und seine Herrschaffl Tinary uf«,nem Fürstenthume erhoben. Der König schickte ihn auch alsGesandten nach Rom , und gab ihm an. 1580. den Rilier-or-den vom H. Geist. Auf dieses Königs an. 1^89. erfolgte» toi),versammelte er die anwesende Französische Ritlerfchaffl und he,he kriegs-dedienten zu Paris , um ihrer entfchliessung sich zu ver-sichern , ob sie den König Heinrich von Navarra für ihren neuenRegenten erkennen wollten. Er war einer der ersten, welcheihn unter dem nahmen Henrici IV. zum König in Franckreichausrüsten, und verrichtete im nahmen der sämtlichen Catboli,schen Fürsten und Herren, so diesem Könige anhicngen s tubotschafft an den Papst Sixtum V. nach Rom , um demseldi,gen die Ursachen , welche sie hierzu bewogen, anzuzeigen. Bei>seiner anwesenheit starben zu Rom beyde Päpsie, Sirius V.und Urbanus vn. und gicng er, ohne etwas gutes ausgerichlrizu haben , noch vor der wähl des dritten in Königlichen Verrich-tungen nach Venedig , allwo er sich einige zeit aufhielt. Ao.1598. reisete er im nahmen des Königs zum andern mal nachRom , und nahm den Arnoldum Ossatum, so nachher» Car-dinal worden, und schon damals die Königlichen gefchäffir zuRom verrichtete, als Königlicher Staals-Rath, in »lichte«.Als an. i üo8. seines bruders söhn, Graf Carl, verblichen, sic,len ihm dadurch die Grafschafften Brienne, Roussy und Wozu, worauf er an. 16 r r. gestorben. Er war mit Louis» vonLothringen , Hertzogs Nicolen zu Mercöur tochter, verspro-chen , weil selbige aber dem Könige Henrico III. beygelegt wor-den, , gieng diese Verbindung wiederum zurück. Zwar schlugihm der König eine andere Dame vor; allein er wollte von sel-biger nichts wissen, sondern vermählte sich mit Johanna vonLothringen, Hertzogs Claudii von Aumale tochter, die ihmHenricum von Luremburg, Hertzog zu Pinei, Francisuimund Antoniam, die beyde jung gestorben; und Margarethain,Renati Potier, Hertzogs von Tremes gemahlin, gebohren.Hierauf schritte er zu der andern ehe mit Margaretha von !».thringen , Hertzogs Nicolai von Mercöur tochter, und der ehe.mals ihm versprochenen Louisä, Königin in Franckreich, schive-ster, mit der er aber keine kinder gezeuget. A.

§ urembourg, (Lndovicus von) Graf von St. Pol, Con-netable von Franckreich, ein söhn Petri von Luremburg undMargaretha de Baux d'Andrir, rc. folgte zur zeit der Englischenkriege in Franckreich unter Carolo VII. der partey der Engellän.der als ein vasall des Hertzogs von Burgund . Nachdem aberdieser an. 1435. durch den frieden zu Arras , worbey der Graseiner von des Hertzogs Gevoümächtigten gewesen, sich mit Ca-rolo VII. ausgesöhnet, leistete er der Crone gute dienste. Ergieng hernach an. 1441. mit ermelbtem Könige Carolo VIF. vorPontoife. An. 144?. wurde er bey der belagerung vor Dia«zum Ritter geschlagen, commandirte an. 1449. cm corpomderRormandie, und ließ an. 1450. seine tapserkeik in der erobe,rung der stadt Caen sehen. Carolus, Grafvon Charolvis undhernach Hertzog von Burgund, hielt sehr viel von ihm, und erwar demselben hinwiederum so getreu, daß als der König Lu.dovicus XI. an. 146;. sich bemühcte, ihn auf seine feite zuzie-hen , er nichts erhalten konnte. Da dieser Graf von Charolorshernach die sogenannte Ligue du bien public wider gedachtenötonlg stiftete,schickte er ihn in Engelland,um von bar aus hülstezu erlangen, und. gab ihm hernach das commando über feineavant-garde in der schlacht bey Montlehery an. 140;. Als hier.auf wegen eines friedens zwischen dem Grafen von Charoloismid dem Könige tractiret ivurde, machte dieser den Grasen vonEl. Pol zum Connetable von Franckreich, unter dem vorwan-de , dem von Charolvis einen gefallen dadurch zu erweisen, inder that aber den Grafen von St. Pol an sich m ziehen; w>edenn auch dieser nach dem tobe des alten Hertzogs von Bur.sistvid , dem der Graf von Charolvis, als sein söhn fuccedirte,wurcklich an. 1467. in des Königs dienste trat, wormlt er dem-selben grossen dienst that, weil er sowol in kriegs-als Slaalk-sachen ein vorlreflichcr mann, wiewol auch darneben allzu u«-rnhlq und treulos war, und seinem eiqennutz allzu sehr nacd-hieng. Dieser sinn brachte ihn an. -47°. dahin, daß er «krieg zwischen dem Könige und dem Hertzoge von Burgund er-regte , unter der Hand aber mit dem letzter» correstondulk,auch den Hertzog von Gvicnne, der sich mildem Königestmmbruder vor kurtzem versöhnet hatte, zu neuen unruhcn >,u vwleiten suchte, blos damit er bey dem beständigen kriege »ck dc-rcichern und in ansehen setzen möchte. Er nahm zwar nach a-folgtemkriege dem Hertzoge von Burgund St.Qucntm mversprach aber sogleich demselben heimlich den ork wieder zu gaden -wenn er seine einzige tochter an den Hertzog von ©uiitint·des Königs bruder, vermählen würde. Als aber an. h:Hertzog von Burgund mit dem Köniqe wegen eines frilllrE»tractirte, offenbarte jener die gantze fache, woraufbcyde, wen««auf den Connetable univillig waren, bcschlcssen, tön gefangen»»nehmen, wofür der König dem Hertzoge St. Quentin wieder«geben versprach. Er wurde hieraufin beyden lagern für einen k<leidiger der Majestät und lehns-pflicht erklärt; weil aber der>o<n«g dennoch nicht unbillig besorgte, er möcble sich t» dem Hertz»«ge von Burgund schlagen, und von demselben wohl amgenew'mcn werden, welches ihm grossen schaden würde verursachei v»den, so bediente sich der Connetable dieser umstände, erhielt mw