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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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von dem Könige so vie!, daß er an einem ort mit ihm Unter-redung hielt, und sich mit ihm aussöhnte, worbey dieses zuverwundern war, baß der Connetadle in der cfcvrte und an,dern sicherheite» fast wie ein Souverän, trachtet wurde. Erbegab sich hierauf wieder nach e>t. Quentin, stetig aber so-gleich an mit dem Hertzoge von Burgund zu correspondiren,ihm St. Quentin zu liefern. Da aber der König in Engel ,land hernach zu folge einer mit dem Hertzog geschlossenenalliantz zu Calais anlangte/ und sich vest darauf verließ / daßder Connetadle dem versprechen gemäß , ihm Amiens undSt. Quentin liefern würde, dieser aber mit der erfüllung ver-zögerte , weil er keiner grossen Vortheile versichert war, ver-droß dieses den König in Engelland, daß er mit Franckreichfriede machte/ und Ludovico XI. alle briefe von dein Conneta-ble übergab. Weil nun dieser seinen Untergang vor äugensahe / entschloß er sich, zu dem Hertzoge von Burgund seinezufiucht zu nehmen, weil aber der König alsobald nach deradresse des Connetadle St. Quentin eindekam / schickte derHertzog ordre/ den Connetadle, der auf dein wege war / zuihm zu kommen / und sich zu Mvns aufl)ielte, anzuhalten,und als der König ihm St. Quentin lieferte, übergab er ihmdafür den Connetadle , der hierauf vor Recht nesteltet, undden iy. dcc. an. 147;. indem 57. jähre seines altcrszu Paris öffentlich enthäuptet wurde. Im chronique Jcandaieufe. Daniel ,hist. de France tom. II. sub Carolo VII. & Lud. XI. Cominaus.Le Fenn. Matthäus , hist. de Louis XI. &c. ( siehe HuPCttl»bourg.)

Lvxcmbourg, (Ludovicus von) Cardinal und Ertz-Bi-schoss von Rouen , war Johannis von Luxemburg , Herrnvon Beaurevoir, und Margarcthä von Enguien söhn. Manbrachte ihm an. 1414· das Bißthum zu Terouane zuwege/dazu er durch die stimmen einiger Canonicorum gelangte, ob,wol die andern sich seiner wähl widersetzten. Er schlug sichauf die Engcüändische partey, und Heinrich VI. König vonEnqelland / auch (wie er sich selbst nennte) von Franckreich,machte ihn an. 142;. zum Cantzler von Franckreich. Er be-kleidete diese charge bis an. 14;;. und an. i<v; 6 . gab man ihmdas Ertz-Bißthum von Rouen . Ludovicus von Luxemburg war bey eben dieser kirche Canonicus gewesen. Der PapstEugenius iv. machte ihn an. 1419. zum Cardingl/ er wollteaber den Cardinais-Hut nicht annehmen/ es wäre denn, daß derKönig von Engelland diese beförderung für genehm hielte. Erhatte sich gantz und gar dem interesse dieses Königs gewiedmet/der ihm das Bißthum Ely in Engclland zuschantzte / und diewichtigsten affairen von Franckreich anvertrauete. Dieser Prä-lat nahm sich auch derselben mit grossem Nachdruck an, brachteselbst die hülfs-trouppen in die belagerten vestungen , munter-te die schwachen auf/ setzte sich denen , welche des Englischen jochs müde waren / entgegen / und unterließ nichts / was diesewanckende partey wieder zurechte bringen konnte. Seine Hoff-nung aber wurde ihm dennoch endlich zu wasser. Als sich an.-4z6. die stadt Paris König Carolo VII. submittirte/ warfer sich in die Bastille / daraus er durch einen vergleich kam , undsich in Engelland retirirte , da er den 18. sept. oder wie anderewollen / den 4. oct. an. 144;. zu Haresild dieses zeitliche geseg-net. Goodrvin. de Episc. Eliens. Sammarthan. Aubery , &c.

Luxembourg, (Ludovicus von ) Graf von Ligny, Fürstvon Alramura/ war an. 1467. gebohrem und ein söhn des Con-nttable de Lurembourg und Mariä/ Hertzog Ludwigs von Sa-voyen tochter, einer schwestcr der Königin Charlötta/ Ludovi-ci Xl. gemahlin, von der auch die Graffchaffl Ligny auf ihngekommen war. Weil wegen des Verbrechens seines vatters ,alle desselben güther eingezogen waren/ muste er eine geraumezeit in grosser armuth leben , bis endlich nach des Königs Lud-wigs XL tobe / fein Nachfolger Carl VIII. ihm den völligen besitzderselben wieder einräumte, und ihm über diß wegen seinerguten eigenschafften viel wohlthaten erwies. Als dieser Königan. 1494. nach Italien zog, muste er ihn dahin begleiten , undals er im folgenden jähre ins Florentinische einrückte , hiengensich die einivohner von Siena an den Grafen , und versprachenihm / von dem König sich ihn zum Gouverneur anszubitten ,wenn er den König bewegen würde, sie wider die stadt Florcntzin seinen schütz zu nehmen. Ob nun solches gleich dem interessedes Königs zuwider lief/ brachte es der Grafdoch zuwege / undward zum Gouverneur der stadt ernennet , dahin er aber, weiler den König nicht verlassen konnte/ einen/ nahmens Villeneuve/zu seinem Lieutenant setzte. Als hierauf die stadt Pifa gleich-falls um Französischen schütz anhielte, der König aber solchennicht verwilligen wollte/ brachte er es bey der militz zum auf-stand / und als die wciber alle in trauer-kleidern dem Königeinen fußfall thaten , bewog er den König ihre bitte zu gewäh-ren/ und half einem , nahmens Entragues , zur Gouverneurs-stelle in dieser stadt / besetzte auch sonst die meisten Florentini-schen städte mit seinen creaturen. Als aber nachgehends dieFranzosen dem gemachten vergleich gemäß , solche wieder aus-räumen sollten / und er solches dadurch, daß er den Enlra-gues bewog / nach wiederholtem befehl des Königs Pisa den Flo-rentinern nicht zu übergeben, hinderte, verfiel er darüber beydem König in Ungnade, die aber nicht lange dauerte / weil ihnder König nicht entbehren konnte. Nach Caroli tode machteihn Ludovicus XII. zum Ritter des ordens St. Michaelis undzum Grand-Chambellan von Franckreich / schickte ihn auch an.1499. als General-Lieutenanl mit Trivulcio nach Italien / und

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sendete ihn hierauf dem Ertz-Hertzog Philippo, der durch Franck-reich nach Spanien gehen wollte/ entgegen, da er aber an. i;o;.zu Lion verstorben ist. Seine gemahlin war Eleonora, einePrintzeßin von Altamura, von der er keine kinder hinterlassen/aber im Königreiche Neapel viel schöne Herrschafflen ererbet,die er zum theil dem König seinem Herrn vermacht hat. Dämel,hist. de France. Vignier, hist. de la Maison de Luxembourg.

Luxembourg / ( Petrus von) ein söhn Guidonis, erstenGrafen von Lignl, und Mathildis von Chatillon, gebohren zuLigni, in der Dioeces von Tüll, den 20. jul. an. 1269. Schon infeiner kindheit ließ er eine grosse Neigung gegen die armen , undeine ernstliche begierde zu der wahren frommigkeit spüren. Ertrat auch gantz jung in den geistlichen stand, und nachdem ermit nicht geringern succeß als steiß seine studia getrieben,ward er nach und nach Canonicus zu Paris , Archidiaconuszu Dreux , Probst zu Chartres , Ertz-Bistboff von Metz, undzuletzt, auf des Gegen-Papsts ClementiS VII. ernennung, (soaber nachgehends von Urbano VI. gleichfalls soll bestätiget wor-den seyn) Cardinal-viaconus, mit dem kitul St. Georgiivelum aureum. Seinen einzug zu Metz hat er barfuß, aufeinem jungen efel sitzend, gehalten, und in allen andern stückeneine so grosse demulh , eine fo ungemeine strengigkeit gegen sichselbst, und eine so inbrünstige liebe gegen GOtt und dem näch,sten zu erkennen gegeben, daß man ihn noch bey seinem lebenals einen Heiligen veneriret. Die scharfe casteyungen, womiter freywillig seinen leib angriff, beschleunigten feinen tod, wel-cher zu Avignon den 5. iul. an. 1,87- erfolgte. Stracks in denersten 2. jähren nach seinem Hintritt sollen 96;. wichtige miraculdurch ihn geschehen, und unter andern 42. Personen von dentodten wieder aufcrwecket worden seyn. So viel ist gewiß, daßihn den 9. april an. izzo. Clemens VII . Hadriani VI. Nachfol-ger, solennster in die zahl der Seligen versetzt, und daß schonan. 1416. Philippus, Hertzog von Burgund und Brabant beydem Concilio zu Bafel seine canonisation gesucht. Frizm.Spondan. Molan. de Sanctis BeIgii.FV.Si/are2, in panegyri. Mi~ren fast. steig. Gaiat hist. eccl. steig. Jac. Meyer . annal. Flandr.Barlaimont, in paradiso pueror. Binius,tom. IV. Concil. Ferrar.catal. Sanctor. Cratepol. de Sanctis German. Man. Bouray, Cce-lestin. Monach. in ejus vita.

Luxembourg , ( Philippus von ) ein Cardinal, war erst-lich Bischoffzu Arras , hernach zu Terouane, und endlich anseines vattern Eustachii stelle (der, nachdem er ein wittwerworden, sich in den geistlichen stand begeben) Bischoff zu Mons.Er hatte jederzeit grossen antheil an den Staals-affairen. DerPapst Alexander VI. machte ihn zum Cardinal an. 1498. er warauch unter seiner und Iulii des II. regierung Legat in Franck-reich , und brauchte ihn Alexander VI. zur ehe-scheidung KöniqSLudovici XII. mit der Johanna von Franckreich. Einige zeithernach übergab er aus liebe zur einsamkeit sein Bißthum anfeinen Vetter Franciscum von Luxembourg. Jedoch als dieserstarb, nahm er es wieder an. Er wurde für einen der gröstenPrälaten zu seiner zeit gehalten, und starb an. 1519. im 74.jähre seines alters. Vignier, hist. de Luxemb . Le Corvasier, hist.des Eveq. de Mons. Frizon. GalL purp. Du Chene & Aubery,hist. des Card. Sammarth. Gall. Christ.

* Luxembourg, (Sebastian von) Hertzog von Penthievre,Marquis von Bauge, Vicomte von Martigues , ein fohn Fran.cisci II. Vicomte von Martigues , ward le Chevalier Fans peurgenennet, und erwies feine tapftrkeit bereits unter Heinrichs II.Francisci II. und Carls IX. regierung. Er befand sich an. 15? 2.und 1;?;. bey den belagerungen von Metz und Terouane,gleichwie auch an. 1558. in der belagerung von Calais undGuines. An. 1560. diente er in Schottland , ward nach sei,ner znrückkunft Colonel-General von der infanterie, und thatsich hernach in den schlachten bey Dreux , Jarnac und Mon.contour, wie auch in den belagerungen von Rouen und Or«leans hervor. An. 1564. succedirte er seinem vetter Johann deBrosse in dem Gouvernement von Bretagne und der GrafschafftPenthievre, welche von Carl IX. an. 1569. zum Hertzogthumund Paine gemacht ward. In diesem jähre verlohr er auch inder belagerung von St. Jean d'Angeli durch einen schuß das le-ben , als er kurtz vorher von den Reformirten und ihrem glau-ben auf eine sehr verächtliche weise gesprochen. Über diß istvon diesem Herrn zu mercken, daß er mit der nachmaligen Kö-nigin Margarelha von Valois in grosser Vertraulichkeit geledet,welche bis an seinen tod gedauret. Sein leben ist in Hugu.Gaßion Memostes , die zu Nantes an. i ;yc>. in 4. gedruckt, be-findlich. Daniel , tom. VI. Eteile , memoir. tom. I. Journalde Henri lll. liv. I. p. 17z.

Luxeul oder Luxeuil , lat. Luxolium , ist eine feine stadt indem mitternächtigen theil der Grafschafft Burgund , zwischenFaucogny und Conflans gelegen. Ein ziemlicher strich landesin ihrer nachbarfchafft, welcher daher La grande judicatu«re de Luxeuil genennet wird , gehört dahin; vornemlichaber ist sie berühmt wegen eines allda befindlichen gesund»bades, wie auch wegen einer stattlichen Abtey Benedictiner-or-dens, welche unter dem Ertz-Bifthoff von Besanqon stehet. Esist aber das hiesige kloster schon von St. Columbo einem Irr-länder im VI. feculo gestiftet worden , und hat von selbigem,eben wie noch andere in solchen ältesten zeiten aufgerichteteklöster, eine besondere regul empfangen, welche auch vor.

nemlich