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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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nemlicb allliier etliche hundert jähr lang in ihrer krafft ge-blÄen ist , bis man sie mit der Benedictiner ihrer verwechselthat Voralters erkannten dieAebte vonLureuil keine andere?yber-Lerren , als die Kayser, unter welchen siedle Grafenvon Champagne zu Schutz-Herren hatten. Doch ward dlesensolches von den Hertzogen zu Burgund streitig gemacht, un-ter dem verwand, daß Kayser Fridericus II. dieses schutz-rechtStephane, einem Mafen von Aussone, verliehen hatte, demsie, wie in seiner übrigen erbfchasst, also auch darinn nach-folgen müsten. Die Könige in Franckreich, nachdem dieGrafschafft Champagne an sie gefallen, behaupteten zwarauch einige zeit das alte recht. Ader Carolus VII. übergabes völlig an Burgund , durch den vertrag zu Arras , wor-nach diese Hertzoge Luxeuil zusamt allem dazu gehörigen lande,dem Parlement ihrer Grafschafft unterworffen haben. Inder hiesigen Adtey hat sich vormals ein trefiicher verrathvon alten büchern gefunden; wiewol solcher durch die vielekriege und andere znfälle gar sehr zerschmoltzen ist. Auch hierhat der berühmte Mabillon das uralte Leötionarium und dar.aus die erste und älteste Liturgiam Gallicanam , entdeckt, sonoch vor einführung der Römischen Liturgie in diesen landenüblich gewesen ist. Descr. hiß. V g* 0 S r · äe France. *

*£uyfett, (Johannes) ein geschickter kupfer-stecher, son-derlich im radiren , zu Amsterdam den 16. april an. 1649. ge-bohren, ward endlich ein Visionarius, gab seine kunst auf, undfolgete der secte Antoincttä Bourignon . Da er aber darben nichtzu leben fände, quittirte er sie, und legte sich wieder auf dasarbeiten. Er starb an. 1712. seines alters 6z. jähr. Inc.Cam-pc> weyermanno leben der Niederländischen mahler, aufHolländisch geschrieben, tom. 111 . p. 109. &c.

j£uynett, eine feine Brandenburgische stadt und Amt in derWestphälifchen Grafschafft Marck an der Lippe, wird an derandern feite von der Sisecke umflossen.

Lm?nes, siehe Albert.

* Luyts, (Johannes) war zu Horn in West-Frießland den19. sept. an. 1633. gebohren. Nachdem er in seiner vatter-stabt die Griechische und Lateinische spräche erlernet, gieng eran. 167;. auf Leiden, und legte sich aufdie Philofophie und He-bräische spräche. Als in dem folgenden jähre Gerhardus deVnes nach Utrecht beruffen wurde, gieng er mit ihm, und be-diente sich dessen Unterrichts, bis er an.1677. den Magiiier-grad,und in eben diesem jähre die außerordentliche Profession der Na-tur-lehre und Mathematic erhielte. An. 1680. bekam er einestelle unter den ordentlichen Professoren mit einem gehalt von400. gülden, welches nachgehends bis auf iooo. ist vermehretworden. Er war ein heftiger Vertheidiger Äristotelis und Wider-sacher Cartesii, lebte nicht allein uvverheurathet, sondern ent-zog sich auch allem Umgänge mit den leuthen. Er starb deni2. mertz an. 1721. Seine schriften sind: Astronomica Insti-tutio , Utrecht 1689. in 4. Introductio in Geographiam veterem& novam; adjiciuntur Oceani Terrae, & cujusque Tabuhe ,etiam Chart* LXV. Sansonis , ibid. 1692. in 4. AHa Erud.mense maj. 1693. C. Burmatmi Traject. erudit.

* Luzati, (Jac.) ein Rabbine,war ein söhn Jsaacs Luzati,lebte im XVI. f*eulo zu Saphet in Galiläa, daher er auchgebürtig war, und schrieb : mal urco , Malogranatum &

Flos , aus Exod- XXV. 32. so sonsten auch, 7 ii 7 avn 711^2 'o>das ist, Senfus interior Narrationum allegoricarum genennetWird, Basel 1381. in 4. Amsterdam 1709. in 4. Burtörff, derein guteö urtheil von diesem buche fället, eignet es einem Ano-nynio , Plantavitius aber Jac. Polono zu, und Will eine Ve-nedisthe ebition davon gesehen haben, so doch beydes falsch ist.Weiter hat man vom Luzati, prpp' Tnhp , Congregatio Ja-cobi, aus Deuter. XXXII. 4. so nichts anders als ein Corn.rnentarius in varias Sectiones Talmudicas ist, Theffalvnich1384. in 4. Piaccii theatr. Anonym, p. 700. Wolf. bibl.Hebr. tom. I. p. 600.

* Luzati, oder Luzzati, (Simon) vderSimcha, wie ersonsten hin und wieder auch von Bartoloccio genennet wird,ein Rabbine zu Venedig < der nach Jul. Mauroceno, in pr*f.Tr. Via delle Fede , beydes unter Christen und Jüden seinergelehrsamkeit wegen sehr geachtet gewesen , starb daselbst nachUngeri bericht an. 1663. Er hat im Italiänischen geschrieben:Dileurlurn feu Differtationem de Statu Hebraeorum & specia-tim eorum, qui Venetiis commorantur , Venedig 1638. in 4,es sollen aber, wie Jmbonat. bibl. Dar. Hebr. p. 161. meldet,einige anstößige dinge darinn anzutreffen gewesen seyn, daherosolche von Melch. Polontrvtto, in einer ebenfalls Italiänischenschrift, die zu Rom an. 1641. in 4. heraus gekommen , geän-dert und verbessert worden sind. Sonst ist das obige werck sehrrar, und gehet dessen Haupt-inhalt dahin, daß well die Christ,lichen Republicken so grossen nutzen aus dem gewerbe mit denJüden genössen, diese billich auch ihres schutzes und tolerantzsich zu erfreuen haben sollten. Es qedencket davon Basnage,hilf. Jud. tom. IX. p. 1061. und Wagenseil, in pera libror.juveml. loculam. II. p. 123. Eine Englische Übersetzung dessel,den Hat JoH. Tolandus in seinem an. 1715. heraus gegebe-nen buche, Reafons for naturalizing the Jews versprochen.Weiter hat man von Lnzato ein werckgen, das ebenfalls in Jta«»änischer spräche geschrieben, und betitelt ist : Socrates sive d«

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Angustia Intellectns human!, Venedig 1613. verschiedene son.ciones lind viele Responfa von ihm liegen zu Venedia noch >,manuscript. Paul. Srwita , in contin. hist. de Uscochis. Wtpbibl. Hebr. tom. I. p. 1146. tom. III. p. 1150. seqq,

Luzzara, ein kleiner ort in dem Hertzogthum Mankur,nahe bey Gnastalla, wo der stuß Crostolo in den Po fallt Erist ziemlich bevestigt gewesen, und die Kayferlichen haben,ichan. 1702. in dem auqusto fast gantze 3. tage darinnen widaei-ne starcke Französische armee defendirt, bevor sie sich ergeben.Den tag vor solcher Übergebung, nemlich den 13. aug. siefmeder Printz Eugenius von Savoyen mit der Kayferlichen am«der Französischen eine schlacht. Diese letztere ward von deinHertzog von Vendome commandirt, und der Hertzog von An.jou befand sich in eigener verson gantz in der nähe. Metheile schrieben sich den sieg zu, doch die Kayferlichen mit bssserm recht, indem sie die wahlstatt behauptet, auch nur;mv.an todten und verwundeten, hingegen die Framoscn fast nocheinmal so viel verlohrcn hatten. Schauplatz des kriegesin

Italien , p. 506. Mercure hißorique, sept. 1702.

LYC^EUS, ein beynahme, welchen die Hevden ihrem goltBaccho gegeben, er bedeutet eben so viel als der Lateinische uunahme Liber, weil nemlich der trunck das gemüthe von densorgen gleichsam entbindet und befreyet, auch dicieniae, sosich berauschen, alles, was ihnen einfällt, frey heraus zu sa-gen psiegen. In eben diesem verstände haben auch die Grie-chen den Bacchum Lyfium beygenannt. Ovid . IV. metamorph.it. de arte am. Virgil. iEneid. IV. Pomcy, panth myth.

LYCiE A , war ein fest, welches dem Jovi Lycao zu ehrmvon dem Lycaone angestellet, und in Arcadten jährlich gehaltenworden. Das schlimmste ist, daß die Griechen in den allen zel-ten gepflegt haben einen menschen dabey zu opfern. Ausser die.sein kam es fast den Römischen Lupercalibus gleich, und wm,den auch dabey kampf-spiele gehalten, deren überwinter ehernegefässe bekamen. Porphyr, de abssin. ab animatis., Meursiui,Griccia feriata. Fasoldus, de festis GrEec. 4. 8- *

LYCAEUAl,/besser LYCEUM , weil es in Griechischheißt, ein gewisser ort zu Athen , allwo Aristoteles lehrele,und collegia hielt. Pausanias berichtet, daß dieser orl vor-mals des Apollinis tempel gewesen, so von Lyco, Pandivnissöhn, erbauet worden, weswegen auch Apollo den bekannimzunahmen Lyeiua davon erhalten. Allein Suidas und dm,ae andere berichten, daß es ein von Pisistrato oder Pericle ge-stiftetes CoIIegium , welches von dem einen etwan angefan-gen , von dem andern aber vollendet worden, gewesen sey.Von diesem orte wurde des Äristotelis lehre Philosoph« Lyctigenennet, und weil er unter dem profitiren hin und her zugehen pflegte, so wurden seine schüler Peripatetici geheissen.Es ist auch ein gebürge dieses nahmens in Arcadien gewesen, sodem Heydnischen gott Pan gewicdmet war. Pausn, in Attic.Meurßus, lib. II. c. 3. Athen. Att. *üyecton, Pelasgi des tyrannen von Arcadien söhn, welcheralle, die zu ihm kamen , ermordete, worauf er von dem Jupi-ter , so dessen grausamkeit sich versichert, in einen wols ver-wandelt wurde. Pausanias berichtet, daß ihn dieses gerichtdeshalben betroffen, weil er ein kind auf des Jupiters attar zuermorden sich unterstanden, von welcher zeit an er gras gefres-sen habe. Ovid. metam. lib. I. Paujcoi. in Arcad.

Lycaonien, ist eigentlich der nähme, welchen man vor al-ters einer in Klein-Asien befindlichen landsthaffl bevgelegt hat,und zwar derjenigen gegend , wo man jetzo die siadl Cogni oderJconium in Caramanien antrift. Man hat auch mit demnahmen Lycaonien die Griechische provintz Arcadien angedeu-tet, und in Klein - Phrygien hat sich eine stadt, nahmens Lv-caonia, befunden.

Lychas, war, nach dem vorgeben der Heydnisthmten, ein bedienter der Dejanira , muste, auf'derselben befehdihrem gemahl, dem Hercules , das Hemd überbringen, tw;ches der von ihm erlegte Centaur, Nessus, ihr als ein praMhinterlassen hatte. Als nun dieses Hemde, weil es von demvergifteten pfeile deS Herculks angesteckt war, wider dcr Dcia-nira absicht, den Hercules in dne tödtliche rasercy sturste,verkroch sich Lychas aus furcht in einen felsen. Allein Her-cules fand ihn dennoch, schleuderte ihn etliche mal in der lnflherum, und fchmiß ihn hernach in das Euböische meer,,all-wo er nachgehends in einen felsen soll verwandelt worden ,evn.Hiß. des Dieux , p. 124. 12;. Sen. trag. Herc. Oet. Ow*·metam. *

Lycia , ist eine provintz in Asia , deren einer theil aniepAldmelli, der andere aber Manteselli oder Briquia geneumwird. Sie liegt zwischen Carlen und Pamphylien, und h«ihren nahmen von Lyco, Pandtonis söhn, bekommen. M>se landfchafft war wegen des berges Chimära berühmt, dezlwdie Poeten öfters gedencken , wie auch wegen der stadle, Olvtn-pus, Phaselis , Patara , allwo des Apollinis Oraeulum stunv <und Myra, so vor des H.Ntcolai gcburts-stakt angegeben was.

Strato. Plinius . Ißdorus. Caßatdus. Cluverius , &c. Ctw. * ngeogr. antiqua & notit. orb. antiqui.

LYCIA , von λο*©·, lupus, war ein fest, welches man!»Argis dem Apollini Lycio zu ehren aus folgender u, nach angr-stellet hat. Es kamen einsmals in besagte stadt viel wolfe, wem»