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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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grossen schaden thaten , weswegen man den Avolli'nem änruf-te, daß er ftc wegschaffen möchte. Als nun dieselbe alle um-kommen waren, richteten sie ihm ;u ehren einen tempel auf,und gaben ihm obgenannten zunahmen. Auch wird der an-dere zunähme Apollinis, da ihn die Griechen Aukoktow ,den todter der wölfe hiessen, von dieser geschichte hergeleitet.Doch führen auch einige schlechter dingen diesen nahmen da-her, daß Apollo ein gott der Hirten, und also die wölfe, als dasjenen am meisten schädliche thier, insonderheit zu vertilgen habe.Varii Seboliaß. ad Soph. EI. Fafildus, de festis Grase. 4. 7. *

LYCIUMi oder eigentlich t« im AiIkm, feil. <Pixag-»g/»r fwar ein Gericht zu Athen , und hatte seinen nahmen daher, weildes Heldens Lyct seine statue in lhicrs - oder wolfs-gestall, zu-samt seinem tempel an diesem orte zu sehen war. Als nach-mals der gebrauch aufkommen, den Richtern ihren sold beydiesen bild-saulen des Lyci an >edcm tage, da sie zu gericht fas-sen , gleich zu ende der versainmlung auszuzahlen, so wurdenaus jeden richl-platz zu Athen dergleichen bilder hingesetzt. Die-jenigen , so daselbst eine fache anzubringen hatten, sprachen diebesagte statue um hülffe an, wofern er aber ihnen solche nichtwiderfahren ließ, revangirten sie sich damit, daß sie entwederihren urin an selbige abschlugen, oder auch sich umkehrten, unddem Lyco einen vor die nase Hinstreichen liessen. Dieses zu ver-hindern, wurden endlich gegitter davor gemacht. Mewßus,Äreopago c. 11. Attic. lect. 9. *

Lyclama, ( Marcus) von Meholt, ein berühmter JCtusaus Zrießland, hat in seiner mgend zu Heidelberg und andererorten, sonderlich aber zu Franecker als Professor primarius dieRechte gelehret, bis er endlich unter die General-Staaten auf-genommen worden. Die Republick Venedig hat ihm durch ih-ren Legaten,Marcum Äntonium Morosini,dte würde eines Rit-ters von St. Marco cvnferiren lassen. Seine schriflen sind:Membranarum libri VII.; Benedictorum libri IV. Commenta-rius de ineunda P.ei debit® iEstimatione ; Oper® gratuit® deCondictione furtiva pro Cujacio &c. Val. Andrea bibl. Belg,

Evcomedes, hieß i.) ein König der insul Scyros, zu wel-chem die Thelis ihren noch sehr jungen söhn Ächtstem ( damit ernicht zu dem Trojanischen kriege zu reisen genöthiget würde)in weiblichen kleidern brachte. , Indem nun derselbe in solcherverstellten tracht sich in dem Königl. frauenzimmer verborgenaufhielt, schwängerte er Lycomedis tochter, Deidamiam, undzeugte Pyrrhum mit ibt.Homer. lliad. 2 )Ei» Feldherr der Ar-cadier, gebürtig von Mantinea , welcher mit ;oo. mann 1000.Svartaner und ;oo. Argiver und Böotier geschlagen, auch ih-ren führer, Polytropum, getödlet. Dhu. sw. üb. XV. ;.)Einer mit dem zunahmen ssegeates, welcher die Arcadier über-redet , daß sie zusammen aus ihrer gantzen landschaffl nur eineRepublick sormirten. Sein absehen mochte wol nicht garschlimm seyn. Mein er versähe es darinnen , daß er die zahlderen, so über die gemeine fachen rathschlagen sollten, gar zustarck machte; Massen solche in 10000. mann bestehen sollten.Da dann alsobald wegen der zahl, welche jeder ort dazuauszuschiessen hatte, ein grosser streit erregte, der folqends ingrosses blut-vergiessen ausbrach, und theils eine zerstreuungdieses volcks, theils anch einen krieg wider die Spartaner,so einer aus den vertriebenen parteyen hülffe zu leisten kamen,verursachte. Gienge also die von Lycomedc so unweislichersonnene regierungs-art wieder zu gründe, ehe sie recht zumstände kommen war ; da sie im übrigen, wann sie auchwürcklich einmal hätte können eingerichtet werden, allem an-sehen nach doch weder viel genutzet, noch auch lange gedaurethaben sollte, in ansehung 10006. hitzige köpfe, wie die Grie-chen waren, und noch dazu aus verschiedenen unter sich selbstennicht wohl vereinigten städten und stecken zusammen gelesen, ih-re Versammlungen nicht leicht ohne die gröste Verwirrungund zwietrachl wurden gehalten haben. Diß ereignete sich inder CII. Olympiade um die zeit des Leuctrischen kricqs.Diod. Sie. üb. XV. *

üycort, von Troas, ein sehr beredter und geschickterPhilosophus , welcher in der LXXVIl. Olymp, gelebet, unddem Stratoni in untcrrichtung der jugend , wie er selbst inseinem testament befohlen, nachgefolget, welchem amt erauch 42. iahr mit grossem rühm vorgestanden. So bedien-ten sich die Athenienser zum öftern nicht ohne nutzen seinesraths. In der Dialcctic hat er den Panthödum zum lehr-meistcr gehabt. Er starb endlich am podagra 72. jähr alt.Es sind auch noch verschiedene andere dieses nahmens, de-ren sowvl Laertius i» der lebens-beschreibung dieses mannes,als auch Plutarchus und Athenaus gedencken. Diogenes Leiert.in ips. vit. lib. V. Plutarcb. in Alex. & in fort. Alex. lib. II.Athenaus, lib. X.

* Eycopetrus, sonst Petrus , ein ketzer in der Griechischenkirche, und der Urheber der Massalianer und Lncopetrianer. Ergab vor, daß er nach dreyen tagen nach seinem tobe auferste-hen würde; man steinigte ihn, und es wird gesagt, daß nachdreyen tagen ein wolf unter dem stein-hauffen hervor gelauffensey; und dieses soll der Ursprung seyn , warum er Lncopetrusgeneanet worden. Euthymius Zigabenus , in panoplia dogm.adv. divers, haeref. ( cujus excerpta exstant in cod. Theol.Graeco LXX 1 V. bibl. Vindob. Csfar.) Append. Anath. I.Stehe Lambeeii comm. bibl. Vindob. lib. III. p. 171.

Eycophrsn, ein söhn Periandri, Königs von Corintho,welcher A. AI. 2426. zu regieren anfieng. Nachdem sein vatterseine mutter Melissa ermordet, als er eben 17. sein bruber Cypse,lus aber 18. jähr alt war, nahm die beyden kinder Procleü,König in Epidaurus , ihr mütterlicher groß-vatter, zu sich, undals er sie ihrem vatter wieder zuschickte, ermähnte er sie bey demabschied, daß sie sich stets erinnern müstcn, wer ihre mutter ge-tddtet habe, welche worte bey dem Lycophron einen solcheneindruck machten, daß er sich vest vorsetzte, bey seiner rückkunftnach Corinth mit seinem vatter nicht ein wort, weder in fragennoch in antworten zu sprechen. Periander, den diese auffuh-rung seines sohns heftig verdroß, jagte ihn von sich, und alSer von dem ältesten die rede des Procles erfuhr, und daß die-ses die ursach der Hartnäckigkeit seines sohns sey, verbot er allenund jeden, den Lycophron zu Hausen und zu beherbergen, undzwar zuletzt bey einer nahmhafften strafe , die derjenige demApollini sollte zu zahlen gehalten seyn , der ihn aufnehmen odernur mit ihm reden würde. Weil nun jederman diesem besehtfolge leistete, muste Lycophron vier tage auf der gaffe hinbrin-gen , ohne essen oder trincken, daß auch Periander endlich selbstzum mitleiden bewogen wurde, ihm freundlich zusprach, undlhn bat, daß er doch die erb-folge an der Cron und den schä-tzen des Reichs einer übel-angewandten empfindlichkeil vorzie-hen möchte. Allein die gantze antwort, die er von ihm er-halten konnte, bestund darinn, daß er ihn erinnerte, wie erdem Apollo in die strafe verfallen sey, weil er selbst mit seinemsöhn geredt habe. Periander sahe hieraus, daß sein übel un-heilbar sey , bekümmerte sich weiter nicht um ihn, und schickteihn nach Corfu, bis er sahe, daß er wegen seines hohen allersjemands von den seinen nöthig habe, der die regierungs-lastübernahm. Weil nun der andere söhn dazu ungeschickt war,ließ er dem Lycophron die regierung antragen, der aber denboten nicht einmal seines anspruchs würdigte. Darauf brauch-te man in dieser fache Lycophrons fchwester, die aber eben s»wenig ausrichtete. Endlich that man ihm den Vorschlag , daßer nach Corinth sollte kommen, und die re'gierung überneh-men , davon sein alter vatter sich nach Corfu begeben wolle.Diß nahm er an, aber die einwohner von dieser insul, denenmir Periandri gegenwakt nichts gedient war, suchten der fachevorzukommen , und schlugen den Lycophron todt, ehe er sei-nen vatter zu Corinth ablösen konnte. Herod. lib. III. Diog.Ltiert. in Periandro . Bayle.

Eycophron, ein Griechischer Poet und Grammatieur .lebte »im das jähr,4yo. nach erbauung der stadt Rom , zu denzelten des Ptvlemäi Philadelphi , und war von Chalcis in Eu-böa gebürtig < so heut zu tage Negroponte genennet wird. Erhat ein sehr undeutliches getichte unter dem titul Alexandraverfertiget, darüber sich mancher Gelehrter den kovf zerbrochen,sind welches an. 1702. in fol. zu Orford mit dem CommentarioIsaaci oder vielmehr des Joh. Tzetzes , zum andern mal her-aus gegeben worden , durch den fleiß Polteri. Indessen istnicht zu läugnen, daß nicht unter dieser bunckelheit viel ge-lehrte dinge ünd tief-ausgesonnene gedancken anzutreffen, wel-che sowol die wissenschafft dieses manns, als seinen grossen geistausser allen Zweifel setzen; und hat er im übrigen, da er durch-aus die beruffene Weissagerin Cassandra, eine tochter Priam»redend einführet, sich nicht ohne gründ einbilden können, daßihm dergleichen verstiegene und bunckele reden zu gebraucheneher, als andern, erlaubt wäre. Einmal haben ihn die < somit ihm gelebt, und seine getichte am besten verstanden, hochgehalten, wie davon der platz zeugen kan, den man ihmschon zu seiner zeit unter der berühmten Pleiade , oder zahlder sieben Poeten eingeräumt, welche wahrender regierungPtvlemäi Philadelphi in Egypten ssorirt, und von dem aussieden nahe beysammen gläntzenden sternen bestehenden gestirnder Pleiadum ist benennet worden. So hat er auch einigetragödien aufgesetzt, deren Suidas meldling thut. Er büßtesein leben durch einen pfeil-schuß ein, wovon jedoch der ei-nige Ovidius meldet, und zwar ohne ferner zu sagen, vonwem dann und aus was Ursache dieser Poet also erschossenworden. Ovid. in Ibin. Tzetzes , chil. VIII. hist. 204. VoJJius,de Poet. Gr. c. Bayle. Le Ferne, des Poetes Grecs. Bernard,nouvell. de la Rep. des Lettres an. 170;. p. seq. *üycopoliß, eine stadt in Egypten an dem fluß Nilus. Dio»dorus Siculus berichtet, daß die Egyptier an dem orte, wo sie die-se stadt erbauet, wölfe anzubatcn pflegen, und dahcro sey sel-bige Lvcopolis oder Wolfsstadt genennet worden. Heut zutage heißt sie Munia,und war vor zelten ein Bischöfflicher sitz.Diekirchen-historie gedencket eines Bischvffs zu Lycopolis, mit nah-men MalesiuS, welcher eine gefährliche spaltung in der kirche er,regt hat. Plin. lib. V. c. 9. Strabo , lib. XVII. Socrat. lib. bist.

Eycoris, deren Virgilius in seiner roten eeloga gedruckt,ist die berussene comödiantin Cytheris, eine freygelassene des Vo-lumnii, die aber Marcum Äntonium nachdem dermassen ein-genommen , daß er sie mit grossem gefolg durch gautz Italien ,und zwar öfters auf einem mit löwen bespannten wagen herumgesühret, als welcher neuen art von gespann sich AntoniuS ohne-dem eine zeitlang bedienet. Cicero warf Antonio mit gröster bit-terkeit vor, daß er dicselbige alles bey sich hätte gelten lassen, undwelche einige gnade von ihm zu begehren gehabt, sich jewei-len mehr an die comödiantin ( Mimam) wie er solche zumschimpfallezeit nennet, als an seine mutter adrcßiren müssen^