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daß sie auch ein vrächtigerS gefolg als die Mutter Aytonil gs»habt und daß letztlich diese die Cytheris hatte muffen um sichleiden, und sich gegen derselben auffuhren , eben als wann sieihre schnür oder sohns-frau wäre. Das rareste ist, daß Ciceroselbst tu einer zeit, da dieses weid schon verschreyt genug j erEtinaeaen durch die vornehmsten ehren-stcllen des Romilchenvolcks gegangen war, unter währender Dictatur des Casaris ,in deren gescllschafft bey Volumnio gespciset; worüber er sich»war anstellet, als ob er sich entschuldigen wollte, aber doch ge-nug zu erkennen giebt, daß es ihm aber nicht gar leyd sey. Cor nelius Gallus . ein guter Poet, und der auch Gouverneur vonEgypten gewesen, hatte sich sterblich in sie verliebet, au den diegedachte ecloga des Vicgilii gerichtet ist, darinn er ihn über seinUnglück tröstet, daß von der Cytheris Marcus Antonius inder liebe ihm vorgezogen werde. cv. ad Att. Üb. X. ep. io. &ad famil. üb. IX. ep. 26. item in Philipp. Plus. in Anton. Vir-gil. ecl. 10. & ibi Servius . Sayle. *
Lvcosthenes, oder wolffhart, (Conradus) zu Ruffach in Ober-Elsaß an. 1518. aebohren, studirte zu Heidelberg , undmachte sich durch seine erfahrung in sprachen und andern fachenberühmt. Adsonderllch wurde er wegen seiner historischen wll»senschafften mit Hennco Stolone , einem Prediger zu Heidel.oerg, bekannt, mit dem er an. i;4'. auf den Couvent der sheo-logorum nach Regenspurg kam. Nachgehends wurde er Pro.testor der Grammatic und Dialectic , auch bald darauf Diaco-nus zu Basel , allwo er an. 1561. das zeitliche gesegnet. Erließ einen Commentarium ÜberPliniUM juniorem de Vms illu-stribus hinter sich, gab Julii Obsequentis Tractat, de Prodigusheraus , und continmrte ihn. So hat man auch von ihm Com-pendium Bibliothecae Gesneri; it. de Mulierum pneclare dicti,& factis; de priscis Romanorum Legibus ; Calendarium Hiito-ticum; illustrium Virorum Apophthegmata; Annotationes inJustinum, Valerium Maximum & Fenestellam, &c. desglei-chen fieng er auch em werck an unter dem titul: Theatrum Vi-te humanx ; welches Hernach von Theodoro Zwinger» vol.lends ausgeführet wurde. üb. III. prosopogr. Zwin-
ger. pntfat.theatr. Adam. in vit. Germ. Theol. Fi eber, theatr.
LYCURGIA, war ein fest, welches dic Lacedämonier ih-rem gesetz-geber Lycurgo zu ehren jährlich feyerten , und ihmdaran opferten, wre er dann hiezu feinen eigenen tempcl hat.te, und in ansehen seiner grossen Verdienste um das vatter»land recht als ein Gott verehret wurde. Es hat auch solchesbis zu den zelten der Römischen Kayser gewähret. Meursius ,Graecia feriata. *
Lycurgus , der berühmte Lacedämonifche gefetz-geber,war ein söhn Eunomi, des Königs der Laccdämonrer, undbruder Polydectä , welcher seinem vatter in der regicrungnachfolgte. Seine Mutter war Dianassa, des Eunomi anderegemahlin, wiewol einige fcribenten sowol hierinnen, als in derzeit, wenn er gelebet, verschiedener meynung sind. Aristo teles und einige mit ihm sagen, daß er unter dem Jphilofloriret, und »hm in anstellung der Olympischen spiele de-hülffich gewesen. Andere setzen feine zeit viel Höher hinauf,und sagen , daß er ivg. jähr vor den Olympischen spielengelebet. Andere vergleichen beyde Meynungen dahin, daß Lr>-curgus bey dem allerersten ansang der Olympischen spiele, undalso i«8. jähr vorhero, als sie zum andern mal retablirt wor-den , den Spartanern sich vorgestellet. Seine grosse liebe zurWeisheit trieb ihn an, durch alle städte in Griechenland undCreta , wie auch nach einiger fcribenten bericht, in Spanien ,Egvvten und Indien zu reisen , und mit den gelehrten leukhenin selbigen ländern sich zu unterreden. Nebst dem war er auchein tapferer und kluger kriegs-mann, weswegen ihn dann dieSvarlaner sehr hoch hielten. Nach seines bruders Polydeckälobe schickte dessen witlwe zu ihm, und ließ ihn ersuchen, dieCrone anzunehmen, mit beygefügtem versprechen, daß sie daskind, womit sie damals schwanger gieng, von ihr abtreibenwollte, wofern er sie henrathen würde. Lycnrgus war zwarsehr entfernet, in dergleichen Missethat zu willigen, auch viel»u großmüthig, um sich den weg zum Reich durch eines un-schuldigen kindes tod zu bahnen. Weil aber dieses lebe» aufden fall seiner Weigerung bey so leichtsinnigem gemüthe desbemeldten weibs dennoch in gefahr hätte lauffen können; sostellte er sich anfänglich an , als ob ihm deren vorschlug nichtmißfiele, und ermähnte sie nur, die frucht zur geburt kommenzu lassen, damit sie nicht durch unzeitiges abtreiben sich selbst ingefahr setzte. Indessen aber sorgte er, daß das kind gleich nachder genesung von ihro weggenommen, und falls es ein knabewäre, zu ihm gebracht würde. Als nun biß geschehen, undman die geburt männlichen geschlechts ihm, da er eben mitden vornehmsten obrigkeitlichen Personen an einer Mahlzeit war,überreichte , bot er diesen solches dar, mit den Worten:Uns, ihr männer von Sparta , ist hierein Röntg aeboh-ren. Er gab demselben hierauf den nahmen Charilaus, undführte feine vormundschafft mit ungemeinem fleiß. So baldals dieser letztere mündig worden war, übergab er ihm das re»gimcnt. Allein so vorsichtig und unsträstich sich auch LycurguS in diesem stuck aufführte, so mnste er sich dennoch von seinenfeinden beschuldigen lassen, als ob er nach der Cron getrachtethätte. Dieses verursachte, daß er Sparta verließ, und sichnach Creta begab, allwo er seine gantze zeit mit erforschnng dernatürlichen gesetzt und gebräuche der völcker zubrachte. Nach
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der znrückkunft in sein vatterland verbesserte er das reqmcnldaselbst, und machte sehr heilsame gesetze, zu deren unver-brüchlichen beobachtung sich die Spartaner theuer verbandenMan sagt,. daß die Spartaner auf sein ansuchen ihm ver-'sprechen müssen, seine gesetze so lange zu halten, bis »vonfeiner reise, so erju dem Oraculo Delphico vorhätte, wiederzurück kommen wurde. Darauf soll er sich in Crela begeben ha-ben, allwo er sich, wie einige berichten, selber entleibet, nach.dem er vorhero befohlen, daß die asche von seinem cörper in daimeer geworffen werden sollte, damrk nicht ettva die Lacedänie,nier, wann solche zu ihnen gebracht würde, von ihrem eyde,da sie seine gesetze bis zu semer Wiederkunft zu halten versm-chen, befreyet zu seyn glauben möchten. Unter andern sei-nen satzungcn war auch diese , daß die Spartaner ihreäcker unter alle gleich theilen sollten, damit niemand ndrrarmuth zu klagen ursach hätte. Gleichwie sie aber ihre äekergetheilet , also musten sie auch in den übrigen altegüthern eine gleichheit treffen , damit der übermäßigeschwelgerey, Hochmuth, neid und dergleichen lasiern alle gclc-genhett möchte abgeschnitten werden. Aus gleicher Ursachenöthigte er sie alle überein zu speisen, und eiserne münhe >ugebrauchen, wie auch alle unnöthige künste und handwa.cker einzustellen. So ließ er auch sonderlich die jungen leu-the zu dem Übungen des leibes anhalten, und müßen diejungfrauen eben sowol als die jünglinge im lauffen, ringen undschiessen ihre zeit zubringen. Bey gewissen fest-lägen mmcnsie gantz nackend tantzen, daß dadurch die jünglinge zu dem ehe.stände mochten angereihet werden; wiewol Lycnrgus himnnauch andere absehen mag gehabt haben, welche er aber wvidurch ein ehrbarers mitte! hätte sollen ins werck zu nettensuchen. Im gegentheil bekamen diejenige, so keine weidernehmen wollten, nebst allerhand schimpf und spott biß«ihrer strafe, baß sie gleichfalls nackend auf dem marck! herumgehen, und ein wider sie gerichtetes lieb absingen musceu.In dem ehestande pflegte er es mit seinen bürgern so zu hal-ten, daß sie sich nicht allzu oft der liebe bedienten, gleichwiees ihnen frey stund , so fern sie anders starckes leibs und vonsonderbarem verstände waren, mit eines andern chewcibe ßchfleischlich zu vermischen ; welches letztere doch fast alle anderegesetz-geber als eine fache, die nicht nur schändlich, sondernauch gar schädliche folgen nach sich ziehen konnte, sowol inals ausser Griechenland geflohen haben. Damit er auch feinebürger desto wachsamer und emsiger machen möchte, erlautieer den diebstal; wenn sich aber einer darüber betreten ließ, rcuiitter wegen seiner Unvorsichtigkeit harte strafe leiden. Bodenjedoch die Gelehrte schon längst in acht genommen haben, dajdiese erlaubnis nur allein die runge knaben betroffen habe, undzwar in ansehung dessen, so sie zu lhrer tust von obst und anderngarten-gewächsen mit list und geschwindigkeil ertappen mochicn,auf andere und kostbarere dinge aber nicht gegangen sev; dadann noch dieses klar, wie der zweck des gcsetz-gedcrs darinn,über das vorgemeldle auch gewesen, die jungen leuthe hurugund verschlagen zu machen, damit ihnen solches nachmalsauch im kriege wohl zu statten käme. In den reden müßen !>ekurtz seyn, und allezeit ihrer meynung eine wohlgcgründele Ur-sache beyfügen. Die alten sangen ihre heldcn-lieder, daß da.durch die jugend zu gleicher tapscrkeit möchte angespornetwerden; und damit sie nicht durch fremde sitlen in eine weiblichezärllichkeit verfallen möchten, verbot er ihnen das reisen. Die-se und andere seine gesetze wollten anfangs den wollusngenund reichen so wenig anstehen, daß sie ihm vielmehr allerhanoVerdruß darüber erregten, und ihm ein jüngling das eine äugeaus dem köpfe soll gestossen haben ; allein er wußte alles durchseine simftmuty, ausserliche demuth und eigenes streng» levenzu überwinden. Doch mit dem allen ist von den vcrnandia-sten längst anqemerckl worden, daß die gesetze Lncurgi barm» n-nen grossen fehler gehabt, weil sie die'Lacedämonische burarrwohl zum kriege haben taualich machen können, gar wenig ao»bequem gewesen, solche zu lehren, wie sie den frieden und tu»'·stand recht ertragen, und dadurch sowol sich, als die ij»glückselig machen müsten, als welches in einer klug emgfttr*teten Repnblick auch mitten unter allen kriegs-üdungcn ntt t™versäumt werden. Plutarchus, in iplius vita. Ciennnsström. üb. I. Euseb. in chron. & Scaiiger, in fuis animadve ;Puttjan. Laconicis. Herodotus.Jußmm , üb. III. c. 2.& ?· n?"·in chron. A. M. 5116. Riccioli chronol. reform. tom. I. W>·* ■n. ß ._)■<>. Crag. de Rep. Lac. Meurf mifcell. Lac.
Lycurgus, des PhereS, Königs in Thessalien sohm undWleti bruder, bekam zu feinem erblichen antheil die landMm umie stadt Nemea , und vertraute seinen söhn Ophclten HorM>n,daß sie ihn säugen und ernähren sollte. .Als nun dieseldigeoLind einst unvorsichtig auf das gras gelegt,und sie iNMichen o»'egangen , die Epiganos oder 7. Capitains, welche “Heben zogen,zu einem brunnen zu weisen,kam eine grolle lv'"e zu demseldigen, und tödtete es. Hieraufordnete Lycurgusiu»ndencken dieses jungen Printzen die Ncmeischen spiele o»·
f pollodorus.
Lycurgus , einer von den 10. berühmten Rednern w Aibm,lelcher sich sowol durch seine unsträfliche aufführung, msauwurch feine vortrefliche reden, deren titnl man bey dem wmn seiner bibüotheca Atrien finden kan , bcv den:rn in grosses ansehen setzte. Er stunde ihrer schatz-camm