Buch 
Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
JPEG-Download
 

I

S.,

«lülb,

y*i t

*>4

*te?S

«=t;

***

M«r>

f( [täj,t-l)sl U-(,

bk.rh

l'ijits,4. g||

®N»b*

Kiait

"!*ü

WÜkYajßi: iiutiidutrab*KtESJtnehatalitB.liBljCtt.» ES:»te ia'r3 : riaS;wmi :;i;laste*;«ÄL

aii*»

iif.t

Wte.

ItfllEÄ

#*a

itr. 5 i

±r.

i»WldssUIJijisftsä-xiritaö!:, tfr:i

iaiPh &'

lil'M

icrilii

KS?

Ittti 1

ilill £·&*

i $»·',joitC^'uiai^

a'afc 1 '

tt'*'

.*

;- ,

j(£l

m

»f.

«L

%

(»j?!

! : r

yj * j

l y l l y N

Er ließ darauf unverzüglich ein schreiben an den König erge-he» , und verlangte darinn mit vieler Heftigkeit, daß dem Lyldewider seinen ungerechten Richter ohne anstand satissaction ver-ftbafft werden möchte, sonsten er alle schärfe deswegen vorzu-kehren genölhiget sevn wurde. Weil nun der König ohne dißfiltern in krieg verwickelt war , und nicht noch eine innerlicheunrnhe seines Reiehs verhängen wollte, so schickte er einigemittels-personcn nach Avignon , welche die entstandene dispu-tcn in der gute ausmachen sollten. Es war auch Lylde mitselbigen bereits in Unterredung gewesen , und die fache schonso weit gebracht, daß der völlige vergleich nicht mehr ferne zusevn schiene, als Lylde endlich nach so vielen ausgestandenen Wi-derwärtigkeiten ani 23. julii an. i;6i. sein leben und allen jam»mcr beschloß. Von stinen schriften sind allein folgende zwey be-kannt: i.) Volumen Quaeitionum Theologicarum ; a.) Ser-mones de Tempore & de Sanctis. Bakus , de fcript. Angl.centur. VI. p. 469. Godvoin. de Praesul. Angl. P. I. p. 320.Echard. bibl. Pnedic. tom. I. p. 649.

* jPylie, (Johannes) ein guter Engelländischer Poet, an demHose der Königin Elisabeth, war in Kent um das jähr 1333.gebohren, und starb an. 1598. Er schrieb in seiner mutter-spra-che unterschiedene comödien , als: den Mann im Mond ; War-nung vor schöne Weiber, und viel andere. Weil er sich in einemwercke, F.upbues genannt, welches seinen tcbens-lauf vorstellele,gantz neuer redens-arten bediente, so affeetirte der gantze Hof,so zu rede», welches man Euphuifmum nennte. Wood.

* LylleshuU, (Johannes) ein gelehrter Engelländer, warin dem kloüer gleiches nahmens Superivr, und suchte beydesdurch lehre und leben zu erbauen, deswegen er ein werck un-ter dem titul: Enchiridion , in fünf düchern schriebe. Wenner aber eigentlich geledec habe, ist noch unbekannt. Btueus ,de fcript. Angl. cent. VII. p. 527.

* J^vUmanniti, (Anna) eine tapfere weibs-person aus demStift Verben, welche mit vorsah unter den Königlich-Däni-schen trouppen bleuste genommen, und jederzeit ihrer ordre ge-mäß , sich bey allen feldzüqen wohl verhalten, daß sie nach et-lichen iahren die stelle eines Corporals erhielte, und als Wacht«Meisterin in der schlacht bey Hunden geblieben ; bey begrabungder todten ist es entdecket worden. Haspel.

j£ymmmgt>eii von dem Berghe, eines von den siebenältesten avelichcn geschlechtern zu Löven, aus welchem lederzeitdie vornehmsten des obersten regiments daselbst, auf Verord-nung der Hertzoge zu Bradant, genommen worden. Siestammet von Engelbert von dem Berghe her, welcher an. loüo.Bastins, des letzter» Grafen von Lymminghen , älteste tochtergeheurathet , und den nahmen Lymminghen angenommen.Johann Lymminghen, genannt von dem Berghe, lebte umdas iahe ngü. Gottfried hatte an. 1379. nebst andern das Un-glück , daß er bey damaliger unrnhe zu Löven von dem fensterherunter gestüryct, und mit spiessen aufgefangen wurde. La-moral, Präsident der Rechnungs-Cammer von Brabant, hin-terließ unterschiedliche erben, davon Carl, Sergeant-Major derTeutschen kl',raßircr, an. -694. den Gräflichen titul erhalten.

bucel. stemm. P. IV. LereH. de toutes les terres du Brabant.

JGLympicuö, oder Lemvicus , (Andreas) war an. 1338.zu Lymwick in Jütland gebohren, allwo sein vatter JanusAndreas Prediger gewesen. Den erste» gründ seiner studienlegte er zu Alburg und Ripen , worauf er nach seines vattcrstobe von a».is;4. bis 1361. der schule zu Lymwick vorgestanden,und bey den vornehmsten am Hofe, auch dem Könige selbst,in delrachtung kam. Nachdem er eine zeitlang P-edagogus dersängcr auf der Königlichen capelle gewesen, gieng er auf Kö-nigliche Unkosten an. 1363. nach Teutschland, promovirte an.1368. zu Witlcnbcrg in Magistrum , und that Mit seinen lands-leuthen zu fuß eine reise nach Italien . Nachdem legte er sichauf die Medicin an verschiedenen orten in Tcutschlanb , giengan. iz??. nach Franckreich ,. und ward endlich au. 1576. inCoppcnhagen Professor stledicinx. Weil er aus seiner ehekeine kinder hatte, vermachte er seine didliotheck der Academie,und starb an. 1603. den 6 . may. Ausser seinen Anecclotis,so die Coppcnhagische bibliotheck besitzet, hat man von ihm einHodoeporicon ; Exercitationes ; Prxlectiones Medicas ; Tra-ctat. de Urinis , &c. Thons. Bartholin. hypomn. ad Alb. Bar-tholinum, de fcript. Dan. Resenii progr. funebr. in ciita Medi-ca Th. Barthol.

Eyn, oder £emt, lat. Linum Regis , eine stadt mit einemsce-hafen in der Englischen provintz Norfolk , liegt an dem öst-liclie» ufer des flusses Ouse, allwo selbiger in das von Ptolemaoalso genannte iEituarium Metaris fällt. Es ist eine ziemlichgrosse stadt, so mit einem tiefen graben umgeben und meistcn-theils ummauret ist. Sie wird durch zwey kleine flüsse, worü-ber mehr als i z. brücken gehen, unterschieden, und ist aus denruincn einer ander» alten und gleich benannten stadt aufgefüh-ret worden, liegt aber auf der andern seile des flusses aus einemmorastigen boden, und hat einen sichern und sehr bequemenHafen, der eine leichte einfahrt hat. Anfänglich wurde sie Bi-schvsss-Ln» gencnnct, weil der gründ, worauf sie liegt, demBüchoff von Norwich gehöret, weicher nähme bis zu Henrici 111 .regierung im brauch war. Sie hat von dem Könige Johanne,weil sie es mit ihm wider den Rerchs-Adel hielte, grosse privi-legia erhellten, wie er ihr denn sein eigen schwerdt gab, welchesvor dem Bürgermeister hergelragen werden sollte, nebst einemHrstor. Lexicon IV. Theil.

l y n 915

vergüldeten pocal, den sie noch haben. Gedachter König giengan. 1216. von diesem orte mit einer mächtigen armee über diemoräste in Lincolnshire , wider die unter Ludovico, dem Dau-phin von Franckreich, vereinigte Barons zu fechten, verlohraber alle seine schätze und bagage in diesem Übergänge, und baldhernach das leben selbst. Als nun hierauf sein söhn sich mit denBarons in der gute vergleichen muste, um die Franzosen wie-der aus dem lande zu treiben , verlohr die stadt alle ihre ge-schenckte freyheiten , und kam wieder in ihren vorigen zustand.Als aber an. 1221. eine rebellion in Lincolnshire ausbrach, liesssie gegen diesen Printzen Henricum 111 . ihre treue und tapferkellaufs neue sehen, und bekam daher alle ihre vorige freyheitenwieder, die sie nach der zeit stets behalten hat. In dem inner-lichen kriege hat dieser ort viel erlitten. König Carolns II.machte Horatlum Townfend einen Baronet, den 20 . aprilan. 1661, zum Baron von Lynn. Sie schicket zwey Parlenwnts-glieder ab, hat drey Pfarr-kirchen, und ist 98. Englische meilenvon Landen entfernet. Rutger. Hermannides, in Britari. Magn.Camdenus & Gihfonus , in Britan. Beevereü, delic. de la Gran-de-Bretagne.

Eynar, Linar, diese alte und ansehnliche Reichs-Gräffi«che samilie besitzet in der Nieder-Laußnitz das schloß, städtleinund Herrschaffl Lübenau , wie auch die Herrsckiafft Buckvw,beyde unweit Lübben und Luckau gelegen. Ihren Ursprungführet sie aus Italien her, allwo sie vor alters den nahmenGuerini geführt, bis Milior Guerini in dem Groß-HertzogthumToscana, zwischen Modigliano und Maradia, das schloß Ly-nar aufgebauet, und sich davon genennet. Von dessen nach-kommen mengte sich Johannes, Graf von Lynar, in die strei»tigkelten, welche die städte Faenza und Modigliano mit einan-der hatten, worüber das erwehnte schloß an. 1360. dergestaltverwüstet worden, daß man heutiges tages kaum noch einigemerckmale davon siehet. Nach diesem entleibte Rl. von Lynarin einem dueü einen Marqqrafen von Malaspina, und verur»sachte dadurch, daß beyde haustr in eine unversöhnliche fcind«schafft geriethen, davon das seinige schlechten Vortheil hatte.Johann Baptist« diente dem Kayser Carolo V. als General,und half an. 133;. den verjagten König zu Tunis in Afnca,Muley Assem , mit einem Italiänischen regiment restituircn.Er starb bald hernach, und hinterließ von seiner gemahlin,einer von Banderelli, Rochum , welcher in den Sächsi »schen, Brandenburgischen, rc. geschichlen berühmt worden,und zuerst seinen stamm in Teutschlanb ausgebreitet, ( siehevon ihm hernach besonders.) Sein söhn , Johann Casi-mir, war Chur-Brandenburgischer geheimer und Ober-Cam.mer-Rath, wie auch Marggräflich - Brandenburgischer Rathund Statthalter zu Bayreuth , und wohnte an. i6n. dengütlichen lractaten bey , welche Chur - Sachsen und Bran­ denburg wegen der Jülichischcn erb - und sucöeßions - fachezu Jüterbock anstellten. Er hinterließ Johannem Sigis-mundum , Chur - Brandenburgischen und Merseburgischengeheimen Rath , wie auch Land - Richter der Nieder-Lauß-nitz , welcher die in dem jetzt-gedachten Marggrafthum ge«legene Herrschafften, Lübenau und Glienick , an sich ge-bracht, und an. 1663. mit tobe abgegangen. Dessen söhn,Sigismund Casimir, war Chur-Sächsischer geheimer Rath,Cammer-Herr und Land-Richter in der Nieder-Laußnitz, Jo-hanniter-Ritter , Comtur zu Lagau und Mirow , wie auchCanonicus zu Brandenburg . Bey seinem an. IÜ86. erfolgtentobe lebten seine folgende drey söhne: i.) Friedrich Casimir,Graf zu Lynar, Herr der Herrschafften Lübenau und Buckow ,Chur-Sächsischer Cammer-Herr, Ober-Amts-Rath in derNieder-Laußnitz, Ritter des Johanniter - ordens, und desi-gnirker Gommendator zu Werben , hat sich an. 1697. mitEva Elisabeth, Gräfin von Windisch-Grätz , vermählt, undunterschtedliche kinder beyderley geschlcchts gezcuget, und istan. 1716. verstorben. 2.) Wilhelm August, Königlich-Preußi-scher Cammer-Herr und Dom-Prodst zu Havelberg , ver-waltelee an. 1711. bey der wähl und crönung des KaysersCaroli VI. die sonst der Wcrthcrifchen familie zukommendeCammer-Thürhüter-charge, und ward zum Ritter des Röm.Reichs geschlagen. Er starb an. 1712. den 20. jan. auf derrückreise von Franckfurt am Mayn, und hinterließ von seinergemahlin, einer Gräfin von Werthern , keine kmder. 3.) Chri-stian Levin Ludwig hat ehemals unter den Gothaischen völckcrnals Major gedienet. Setferls ahnen-tafel.

EPnar, (Rochus, Graf von) letztens Chur-Brandenburgi-scher geheimer Rath, war aus vorhergehender samilie inItalien gebohren, und ein söhn Johannis Baptistä, Gra-ftn von Lynar, Kayserlichen Generals. Weil er seinen vat.ter allzu zeitig durch den tod verlohren , ward er von dem Grvß-Hertzoge Cosmo zu Florentz, hernach aber von Alphonso, Her,tzoge von Ferrara, erzogen, und nach diesem dein Könige inFranckreich, Francisco 1 . recommcndiret, unter welchem erkriegs-dienste annahm, und darinn es so weit brachte, daß erGeneral-Kriegs-Gommiffarius und Infpector über alle vestungenin Franckreich wurde. An. 1332. hielt er sich in beschützungder stadt Metz in Lothringen tapfer, an. 1397. wohnte er alsGcneral-Maior der schlacht bey St. Quintin bey , nnd her-nach befand er sich in dem treffen bey Dreur. Hierauf ero-berte er in der Normandie Havre de Grace, und rn der bela-gerung Arras verlohr er ein äuge. An. 1363. befand er sich inder Gesandtschafft, welche der König in Franckreich an die Pro-H h h h 2 testan-