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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Maasland , oder Naesland, ist ein landlem in demHolländischen Brabant, zwischen dem gebiethe von Hertzogen«dusch , der Herrschajst Ravenstein , und dem flusse Maas, ge-legen. ES befinden fich einige kleine dörftr und meyereyendarinnen.

Maasland-Sluys , oder Maes-SIuys , wird ein kleinerort genennet, welcher mit einem haftn versehen , und an derMaas , zwischen Vlaerdingen und dem Briel, in dem Delft -lande gelegen ist. Etliche ioo. schritte davon, nach der stadtDelft zu , liegt ein kleiner ort Maasland genannt.

Maaswick , lat. Alaasvicius , (Pancratius von) war an«lüz8. zu Leiden gebohren, allwo er unter der anführung deSbekannten Schul-Rectoiis , Jacobi Emmeneßii, den gründseiner studim gelegt/ und sich hiernächst des Unterrichts dergelehrten Professorurn in der Griechischen und Lateinischenliteratur bedienet, und insonderheit von Theodors Ryckio bis«n dessen tod beständige gunst genossen. An. isgo. ward ernoch ziemlich jung zum Rectorat nach Breda beruffen, woer auch bald im folgenden jähr eine vocakion als Oonrectorzu Delft erhalten, die er aber auf anhalten seiner vorgesetz,ten zu Breda ausgeschlagen. Doch als an. 1686. die stellewiederum erledigt, und er,dazu nochmals unter verheissungeiner besoldung von gülden berussen ward, entschloß ersich doch endlich solche anzunehmen. An. 1692. ward er fer-ner als Rector der Lateinischen schule und hernach als Ee-ctor publicus nach dem Haag berussen, wo er auch an. 1719.im monat ocr. verstorben ist. Er hat nicht allein die edittondeS Virgilü, die sein lehrmeister Emmencßius heraus gehenwollen, darinn aber durch sein bevorstehendes ende verhin-dert worden, vollends besorget, sondern auch selbst diesenPoeten curn integris Servil commentariis heraus gegeben;ferner hat er auch des Polyäni Stratagemata mit seinen eigenenund gelehrter leuthe anmerckungen in druck gehen lassen , undderselben emendationes und noten über den Virgilium ineinem besondern bände zusammen tragen, wie auch den He-sychium ediren wollen. Gelehrte Zeitungen, an. 1719.

Maas -Waal, oder Maes-Wael, ist ein kleiner strichlandes in dem Hertzogthum Geldern, zwischen den flüssenWaal und Maas , wo auf der einen feite das Ravensteini-sche gebiethe, und auf der andern die Betau sich befindet.Batendorg ist der beste ort darinnen.

Mabillon , (Johannes) einer der berühmtesten leutheseiner zeit, war an. iSzr.den r;. nov. zu Samt-Pierre-mont,einem in Champagne gelegenen orte, gebohren. Er wurdevon seinen eitern nach Rheims geschicket, den studien alldaobzuliegen , wobey dann sein besonderer fleiß , und die grossefähtgkeit, so an ihm geinercket wurde, zuwege brachte, daßman ihn an. 1690. in das Seminarium des Dom-Stifts all-da aufnahm, weil man ihm einsten eine geistliche stelle inselbiger via-ces anzuvertrauen gewillet war. Allein das thunder PP. Benedictinorum e Congregatione S. IYlauri , welchesich einige zeit her in den Abteycn St. Remigii und St. Nica-sii zu Rheims aufgehalten hatten , gefiel ihm dermassen, daßer vest beschlossen, fich in ihre Gesellschafft zu begeben. Er

S g demnach das ordens - kleid an. 165z. in der Adtey St.

emigit an, und das folgende jähr darauf legte er die ge«lübde ab. Es überfiel ihn aber bald darauf wegen seinesungemeinen fieisses eine grosse schwachheit des Haupts, dieihn zu alle ', fachen, so einiges aufmercken erfordern, unge-schickt machte, so gar, daß er auch nicht einmal mehr die ge-wöhnlichen Horas bäten konnte. Weswegen er von seinenvorgesetzten erstlich nacher Nogent - sous - Coucy , und fernergen Cordie gesendet worden , daß er sich daselbst durch einruhiges leben wieder erholen möchte. An. 1660. wurde erPriester , bald darauf zum Depositario , und hernach zumCellario des klosters bestellet. Weil ihm aber diese officianicht wohl anstunden, wurde er davon bcfreyet, und nachSt. Denys gesendet, wo er sich -das jähr 166;. über aufge-halten. An. 1664. kam er nach Paris , und wurde daselbstdem Lucä Dacherio, welcher der biblwtheck in der Abtey St.Germani vorgesetzt war, adjungiret, um ihm sowol in dersammlung als ausgäbe seines bekannten Spicilegii , womit ereben dazumal deschäfftiget war, behülflich zu seyn. Um diesereit war die Congregation St. Mauri im werck begriffen, diePatres veteris Ecclefire nach alten COmCtm manuscriptis zuediren, wobey dem Mabillon die Opera St. Bernhardt zu-getheilet worden. Diese arbeit gieng so wohl von statten , daßer schon an. 1667. zweyerley editionen davon ans licht gab,welches die ersten Opera waren, die man dem ßeisse besagterCongregation schuldig ist. Es hatte ihn auch diese Societätauscrsehen , eine Hiitoriam Ordinis S. Benedicti zu schreiben,womit sie lange zeit umgegangen waren , auch deswegen ver-schiedene ans ihrem orden verschickt hatten, welche die altensslonumenca und Oommentarioa aufsuchen musten, wovon sieauch schon einen ziemlichen vorrath beysammen hatten , alsMabillon Hand an das werck legte. An. lügo. edirte er daserste volumen davon, welches die vitas Sanctorum in sich ent-hält , unter dem titul : Acta Sanctorum Ordinis iancti Bene-dicti in feculorum classes distributa , von welchem Operebereits schon neun volumina ans licht gekommen, und das zehen»de, so ebenfalls zum druck fertig, wird das werck beschltesseii»

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Ausser den tractaten selbst, die in dieser collectiv!, enthalt«sind, werden sonderlich ästimiret die gelehrten pradation«so er einem jeden volumini prämittiret , und worinn «viel wichtige Materien aus der kirchen - Historie abhandeltIndem er so viel bibliothecken und Archive durchsuchte, ka-men ihm viele ftripra unter die Hand , die ihm zu diestin sei-nem zweck nicht dieneren ; diese ließ er an. 167z. und in denfolgenden jähren zusammen in vier voluminibus in g.untcr btmtitul vetera Analecta , drucken. So gab ihm auch dieses ge,legenheit zu seinem herrlichen werüe de ReDiplomatica, ujtl.ches an. 16R1. zum Vorschein kam, und ein gewisses lcriptura,so der Jesuit Germonius von dieser Materie ediret, wmmnicht undeutlich die meisten alten diplomara, und instotn-heit die, auf welche die Benedicliner ihre wichtigfie bestzuiWund güther gründen, als falsch und untergeschoben angeklaziwurden, verursachte, daß an. 1704. ein Svpplememum adLibros de Re Diplomatica folgte. Colbert, der sich funet uverschiedenen Königl. Verrichtungen nützlich bedienet, woll«ihn mit einer jährlichen penfion von dem Könige verseht»,welches beneficium er aber ausschlug , weil ihm ohnedemiaseinem Oollegi» nichts mangelte. Nach der zeit wurde er mdem ermeldten Colbert auf Königl. befthl nach Teulschland gi-schickt, sich in den allda befindlichen bibliothecken gleichstumzusehen, und hat er durch diese reise nicht geringen voriheilin Verfertigung verschiedener Operum erlanget, wie wände »»auch dieser die Liturgiam Gallicanam , die an. IÜ8,'. in 4 ge-druckt ist , zu dancken hat, als wvrzu ihm ein altesnarium , welches er in der Grafschafft Burgund in der Ä>tey Luxeuil gefunden, anlas gegeben. Diese reise ist beschriebenin dem werck feiner Analectorum veterum , welche ju vierbänden und in verschiedenen jähren, das letzte aber an. M.heraus gekommen. Mittler zeit, da Mabillon in Teutschlavdsich aufhielt, starb Colbert, und wurde die insvection oberdie fachen, so die Literatur betreffen, dem,Ertz-B>schvff,i»Rheims aufgetragen. Auf dessen elnrathen ist er in der amt»de eines Legaten , der auf befthl des Königs die alten K°°»-menta und Commentarios untersuchen und colligiren jvllle,nach Italien gesendet worden. Was er auf solcher «ist vb-servirec, hat er in seinem Mufeo Italico sta. ,691. io a»sL. voluminibus bestehet, beschrieben, und es find noch meh-rere fachen vorhanden , welche wohl einsten das dritte ralmr.cnausmachen dörften. Nach seiner zurückkunfl ist er von verichic-denen vornehmen leuthen angetrieben worden, seinen lraciai --Studiis Monasticis zu schreiben, und als er deswegen von bciliberühmten Abt de Ia Trappe angegriffen wurde, mlwkrbehaupten wollte, daß die studien sich zu genauer haliung mordens - reguln nicht schickten , und bieserwege» von kifttt-leuthen zu vermeiden wären , hat er sich veranlworle!einem tractat , so inscribiret , Reflexion» für Ia Reponte auTraite des Etudes stlonastiques. Sonsten find von ihm »ochbekannt ssractarus de hzymo & Fermentato ad Eminent. Card.Bona , Paris 1674, worinn er das, was er schon in ei-ner feiner gelehrten vorreden zu den Activ Sanckorvm an-geregt, auf begehret,'des ermeldten Carbinals, der ws pgenlheil verfochten hatte, ohne daß es Mabillon noch damai»gewußt, weitläuftiger ausgeführet, nemlich daß tue £)c«cciutalische kirche schon in den ältesten zciten und lanzc vor mtrennung, welche aus anlas des Phoni eiilfiandc», M.dem H. Abendmahl der ungesäuerten brodle bediencl Me.Factum de 1a krefeance des Benedictins for les Chanoines;Re-guliers aux Etats de Bourgogne ; Animadversiones in V jJJd'CiasKempenfes, in welcher schrift er die mcynung drs r. MM,welcher das bekannte buch de Imitatione Christi öcntCyamä Kempis abgesprochen , und Johann! Gcrstn, einem M a»'dem Benedicliner-orden, zugelegt hatte,.'unter einen uMnam-tcn anftchter beschützet, und mit neuen bcivcis-grunder>«.terstützet hat. Lo sind auch durch ihn heraus gckomnm-Eufebii Rornani ad Theophilum Gallum Epiltola de Cu' ltu ·ignotorum ; S. Bernardi de Confideratione, jussu C!eme...>XI. Pontif. Max. ingleichen der tractat: Ea Mort '

dediee ä la Reine dAngleterre. All. 1701. ist er, ba de . ^nig den mimetum der Sociorum Academi* Inlcnptioau ·.Numißnatum vermehret, ein Academicus Honorar,as wo ^In den letzten jähre» hat er alle seine arbeit gewendki 1die compofition der Annallum fui Ordinis , wovon er j wnoch ftlbsten vier volumina ediret, und andere zum orua >-tig hinterlassen hat. Die instription diests grossen wem.»·jnales Ordinis sancti Benedicti, Monachorum Occrden»Patriarch», in quibus non modo res monatlich, woeccleliaflica; hiitoriae non Minima pars concinetur.tomus I. ist gedruckt an. 1705. tn fol. und gehet vonUrsprung des ordens bis aus das jähr 700. tom. U- an. c ^vom jähr 701. bis 849. tom. III. an. 1706. von 8>o-tom. IV. an. 1707. von 981. bis aus 1066, Es wurde dle c -beit aus lange jähre hinaus von ihm continuirl wordenwenn er nicht an. 1707. urina» fuppreflione wave ouworden, welchen! Übeln zustande noch andere tolglen ,ihm nach 27. tage taug ausgestandenen grossen jaimffpn'·.27. dec. desselben jahrs das leben nahmen. Der WLmens XI. bezeugte ein sonderbares leyd über dieien tooes-iund liesse die PP. der Abtey von St. Gern.ain des Ir«··»* 1 1 *den Cardinal Coloredo mit fleiß erinnern , den ielcynM ^dem ansehnlichste» ork ihrer ktrche beyzusetzen.