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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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® h. Calinet des Prixces, an. 1708. Αίία litteraria Hamburg, menf.*· 3 Τ;.' Rüg. an. 1708. AHa Erudit. Lips. an. 1708. Pez , bibl. Bene-(I dict. Mein. de iAcad. des Beiles Lettres.

* ;l?abuse , (IohannesI ein mahler, Ungarischer nation,Afc» wurde also von einem bvrfe gleiches nahmens, daraus ergebürtig war, genennet. In seiner jugend hat er viel gear,bettet, und sich sonderlich in Italien bemühet, in seiner kunstvollkommener zu werden. Nach der Hand begab er sichÄ!! ? in Flandern , da eben der bekannte Lucas von Leiden auch be-rühmt war. Seine wercke werden annoch hoch gehalten, undte hj. findet man derselben noch hin und wieder in den Holländischenund Engelländischen cabinelen, wie auch in den Niederlanden.Ob er schon in der jugend sehr fleißig und mäßig gewesen,#£·.'" so ergab er sich doch, da er älter worden, dem wein. Auf

eine gewisse zeit begab er sich in dienste zu dem Marquis Ver»1 rens, und blieb lange bey ihm. Mittlerweile wurde dieser be»richtet, daß der Kayser Carolus V. bey ihm das losamcnt neh-1, men wollte; der Marquis, um den Kayser desto besser zu em-

4,. ,. ; pfangen, ließ alle seine leulhe in weissen damast kleiden, und

L darunter wurde auch Mabust gezchlet. Mabuse aber , anstatt

daß er sich wie die andern das maas nehmen liesse, bäte sich'-mr ken damast aus, unter dem vorwand , daß er eine seltsame klei-Hr; düng erfinden wollte, welche ihm als einem mahler wohl anste-hen sollte, welches ihm auch leicht gestattet wurde. AlleinMabuse hatte den damast kaum empfangen, so verkaufte er ben-selben, und schaffte sich wein dafür an. Anstatt des damastenenv.:· kleides aber setzte er sich hin, und mahlte sich auf weiß parier so6 viel damast, als er nöthig hatte, mit grossen schönen blumen,51 1'-- viel besser:als der natürliche damast gewesen, und verfertigte sichkk : davon selbsten eine kleidung, erschien auch also in galla, da derKayser auf den abend daselbst eingetroffen. Bey der aufwar-tung ward er zwischen einen Mustcanten und einen Poeten, weische gleichfalls in des Marquis bleusten waren , gestellet. DemÄi· fc: Kayser gefiele diese neue liberey des Marquis so wohl, daß er desMchii morndrigen tages denselben bat, seine leuthe noch einmalMSfc: bey ihm vorbey gehen zu lassen, und stellete sich an ein fcn-chich ster. Da Mabuse zwischen seinen obgemeldten mitgesellenJm; vorbey gieng, nahm der Kayser sein kleid gewahr, und be-)i.vi zeugte dem Marquis, daß er niemals so schönen damastgese-ii! hen hätte; da aber der Kayser denselben in der nähe betrachtet,im»', ward der betrug nicht ohne gelächtcr entdecket. Nur der Mar-M- duis erzörnete sich, und meynete, daß er dadurch beschimpfetworden, als ob er zu ehren des Kaysers seine leulhe mit pa-tLc» Pier bekleidete; Mabuse ward deswegen in das gefängnis ge-worffen , und ziemlich lange darinn gelassen, doch arbeitete eruu» wider aller vermuthe» darinn,und machte sehr viele schöne zeich,NUNgcn.Er starb an. ιςόι. DePise,,abrege de la vie desPeintres.Jini!' *Macaneus, (Dominicus) ein geschicht-schreiber, geboh«ren zu Macaney , einem dvrfe in dem Mayländischen , daher4jss er auch feinen nahmen erhalten, legte sich auf die schonen- wissenschafften, lehrete zu Turin und Mayland, und starb zu^'5: Turin ums jähre iczo. Deine schriflen, von denen aber, wiees scheinet, nichts gedruckt worden, sind : I.) Observaciones. ad Tranquillum & Valerium Maximum ; 2.) Vita novetn Du-uL· cum Sabaudia; 3.) Antiquitates Allobrogicae, welche im Ita,Z- liänifchen geschrieben; sonsten hat er auch Verbani Lacus"bo-*. t corumque adjacentium Descriptionem heraus gegeben, wel,che man in dem Thesauro antiquitatum & histor. Italiae antrift.,ji tTTctcao , oder Amacao, lat. Amacaoum, ist eine wegen..' ihrer kaufmannschafftberühmte stadt in Cbina , in der provintz^ Canton, deren sich die Portugiesen bemeisterten, worauf sieeinen grossen Handel daselbst trieben; allein die Chineser ha« ben sie an. 1688. wieder eingenommen, jedoch den Portugie,

β, £ sen erlaubt dahin zu handeln , die aber bey lebens - strafe

"S nicht dörfen daselbst über nacht bleiben, sondern ihre waarenin das nahe gelegene städtlein Canton bringen müssen. Sietj wird allenthalben von der see umflossen,ausgenommen die nord-V;, feite, so einen schmalen land-strich bis an das gedürge hat. Der" ' Hafen ist mit einem guten castelle verwahret, Vseuhofg Ost-tf·. Indianische Gefandtschafft an den Sinesischen Kayser, p. 4?.'< Ltnschokens reis. c. 2;.

Macara, in der land-sprache Macarska, ist eine stadt in-'s. Albanien an dem Adriatischen meer an dem fuß eines berges: tk- gelegen, mit einem geraumen Hafen. Sie gehört dem Türcken,

; » und hatte ehemals ein Bißlhum, davon noch jei;o der titul eines: k: Episcopi Macariensis ausgetheilet, und derselbe, so ihn best-' 5 ,: tzel, unter die Bischöffe des Königreichs Ungarn gerechnet wird.

Macareus, ein Griechischer scribent, so von Athenäo inseinem Sten und 24sten buche angeführet wird. Em andererdieses nahmens ist, welchen die Poeten Aevli söhn nennen,H von dem sie berichten , daß er seine eigene schwester geschän-^ det, und hernach zu Delphos des Apollinis Priester worden.

^ Votf. de Hüt. Gr.

j ^ Macaria, eine alte stadt in Cypern , ist anietzo nur ein'$> dorf, Jalines genannt, wie le Noir berichtet. Dieser nähmewurde auch der gantzen insul gegeben, wegen ihrer ftnchtdar-feit von dem Griechischen Worte μαχ .*'#©· , welches so vieliK heißt als glücklich. Es liegt auch eine zu Africa gehörige in»£ v sul dieses nahmens in dem Rothen Meere, gegen die küste vonAber zu , welche anietzo, nach Sansons bericht, Mazua ge-4, nennet wird. Pausanias qedencket eines morasts dieses nah-. mens, nahe bey der stadt Marathon in .Attica, worinnk Histor. Ltmtiß IV. Theil.

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eine grosse menge Persianer in der Wacht, die sie wider dieGriechen verlohren, ersoffen, woher das alte sprichwort geskommen : in Macarian, abi; gehe in Macaria, welches manzu gebrauchen pflegte, wenn man jemanden alles Unglück überden hals wünschte. Mela , üb. II. c. 7. Eiod. Sicui, üb. V.

Macaria, des Herculis tochter, welche um ihr vatterlandzu erretten, sich selbst dem tobe iviedmete. Euristheus, derMycener Konig, bemühte sich nach HerculiS tobe alle dessel»den kinder aus dem wege zu räumen. Als nun selbige ihmkeinen widerstand thun konnten, nahmen sie ihre zufluchtzu dem Asylo, einem gewissen orte zu Athen , so der alstar der barmhertzigkeit genennet wurde, und riefen denThefeus und die Athenienser um hülffe an, welche dann ih-rentbalden die Waffen ergriffen. Als man nun gewöhnlicherMassen vor anhedung des kriegs das Otaculwn fragte, so be-kam man zur antwort : daß die Athenienser den sieg erhaltenwürben, woferne eines von Herculis kindern den unterirdi,schen göttern sein leben aufopfern wollte. Hierzu nun bot sichalsofort Macaria von freyen stücken an, und brachte also zu-wege , daß die Athenienser den sieg erhielten, und Euristheusumkam. Hierauf richteten die Athenienser zum ewigen gedacht-nis einer so tapfern that und zu bezeugung ihrer danckbarkeitdieser Mcicariä ein herrliches denckmahl auf, welches sie mitblumen und kräntzen auszierten. cv. Rbod. üb. XIII. c. 7.

Macaria , eine insul in dem Mittelländischen meer; sieheAechiope.

Macarius , der ältere, ein berühmter Lehrer der Christ«lichen kirche, war von geburt ein Egyptier aus der provintzThebais, ein discipul des wegen seiner Heiligkeit berühmtenAntonii. Es that sich bereits in der mgend bey ihm eine son-derbare liebe zur lügend hervor, daher er sich eines sehr stren-gen und ernsthafften lebens beflisse, und deswegen schon beyzartem alter, von den andern Mönchen iratJk^io-yi^uv oderder junge greise genennet wurde. In dem 40. jähre seines ak-ters wurde er zum Priester verordnet; im übrigen liebte erdie einsamkeit, und brachte 60. jähr in der Egyptischen»steney Scetis zu, worinnen sich zu dieser zeit eine grosse men-ge solcher männer befand, die sich der einsamkeit beflissen,und in geistlichen Übungen ihr leben zudrachten. Er starb env-lich, da er yo. jähr alt war, um das jähr ;yi. Daß er vielkrancke geheilet, besessene von dem tenfel befreyet, und sonstviel wunderwercke verrichtet, wird von Hieronymo, Palladio,Sozomeno und andern bestätiget, die Heiligkeit seines lebensaber von den Alten insgesamt sehr hoch gerühmt. Seme gros-se erkanntnis in göttlichen dingen leuchtet in seinen ;o. homi«lien und einigen andern schriften hervor, welche von unter-schiedenen authoribus, letztlich aber von Ioh.Georgio Pritio zuLeipzig Griechisch und Lateinisch sind heraus gegeben worden.Hieronym. epist. 22. Paüadius , hiit. Lausiac. c. 18. 19. & 20.Theodore.', üb. IV. c. 21. Sozom. üb. III. c. 14. Socrate r,üb. IV. c. Nicephorus, üb. IX. c. 14. Gennadius, c. 10.& 11. Honorius Augußodux. üb. II. Rufinuu Ga.Jpu.nus. Sui-das. Baronius. Bellarmmus. Botlandus. Cave , &c.

Macarius, der jüngere, von Alexandrien , mit dem zu-nahmen Politicus , war ein distipul des H. Antonii, undlebte mit Macario dem ältern zu einer zeit, daher er auchzum unterscheid der jüngere genennet wird , wiewol erihn überlebet, indem er an. 404. starb , da er 100. jähralt war. Nachdem er den Mönchs - stand erwehlet, hielter sich in der Nitriensischen wüsteney auf, doch so , daßer auch zum öftern in die stadt kam, und mit den leuthenconversirte, daher er mit dem zunahmen Politicus ist be-nennet worden. In dem 4c>sten jähre seines alters ließ er sichtaufen , und wurde darauf Presbyter und Arcbimandrita bli-triensis. Im übrigen wird er wegen seines heiligen und stren-' gen lebens sehr gerühmt , darinn er dem ältern Macarionichts soll nachgegeben haben, dem er in allem, auch in denwunderwercken, gleich gewesen, ausser daß er diejenigen, sozu ihm gekommen, mit grösserer freundlichkeit empfangen, undmit angenehmen reden die jungen leuthe bereden können , dieeinsame lebens-art zu ergreiffen. Es ist unter seinem nahmeneine Regnla Monastica , bestehend in ;o. capiteln, vvrhanden,welche der Jesuit Petrus Roverius in seiner historia MonafteriiReonisensis zuerst heraus gegeben, davon aber die Gelehrtenzweifeln , ob sie diesem Macario beyzulegen. Paüadius , inhist. Lausiac. c. 20. Theodaretus. Botomen. Socrates. PetrusPojjinus , prolegom. in thef. alcct. Buronius & BoÜandus, addiem 2. jan. Cave. Pritius , in prsefat. ad oper. Macar. &c.

Macarius I. Bischofs zu Amiochien, war der ketzerey derMonotheliten zugethan. An. 68°. befand er sich auf dem 6tenallgemeinen Loncilio zu Constantinopel, woselbst man von ihmverlangte, daß er seine meynunq von der Monotheletischenkontrovers erklären sollte. Solches that er mit ungememerrreustigkeit,und sagte: er könnte und wollte in Christo einen dop-pelten willen und doppelte würckung nicht erkennen, wenn manihn gleich in kleine stücke zerrisse »der ins meer würfe. Woraufer von dem Loncilio verdammt, seines BißthumS entsetzt, undvon dem Kayser ins elend verwiesen wurde. Er schrieb nebstderjenigen glaubens-bekenntnis, die er auf dem Loncilio ab-gelegt , eilte weitiäuftigere Expositionen! oder ConfeisionemEidei, die sich beyde in demVl. tomo der Lonciliotiim befin-den , und noch einige andere schriften, davon noch fragmenta

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