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seiner arbeit eine gantze Historie von der Normandle m II. to.mis in fol. im mannscnpt aufbehalten. Noch bey lernen leb-reiten hat er eine beschreidung der hulffe, welche Ludwig XIU.dem Hertzoge von Mantua geleistet, heraus gegeben, tngleicheneine rede über den emzug dieses Königs in Paris , nachdemer Röchelte wieder zu paaren getrieben hatte. Bey diesem letz-ter',, sind kupfer-stücke, so von zwey der besten meistern selbigerzeit verfertigt worden. Le Lo»g, bibl. hist. de France.
Htachecou, lat. Machicolium, ist eine kleine stadt, welchein der Französischen landschaffl Bretagne , in dem districi vonNanteS , an den grentzen von Poitou, liegt, und zwar andem flusse Tenu, welcher nebst dem benachbarten walde, einesehr angenehme situalivn macht. Sie ist von dem kleinenHertzogthum Rets der vornehmste ort, nachdem die stadtRetz , in Latein Ratiate oder Radii, schon vor einigen hundertjähren gantz eingegangen ist, und hat ein schloß, so ehemalsvor vest gehalten worden. *
* Mached-Raba, oder Machedrabba, ein ort in Asien , imwüsten Arabien, nicht weit vom siuß Euphratcs, zwischen Tai-ba und Ana, fünf tag-reisen von einem jeden orte gelegen,ist fast wie eine vestung, liegt auf einer höhe, woran unten herein spring-brunne», in form einer schale, zu sehen, welchesman sonst nicht leicht in der wüsten findet. Della-Valle schei-net diese vestung Rachba zu nennen, und setzet sie an das uferdes Euphrats, zwischen Ethne und Mached-Ali. Die vestungbestehet m hohen mauren, welche von leimen und in der sonnegedörrten ziegel-steinen aufgeführet sind, nebst etlichen vierecki-gen thürmen. Die einwohncr dieses orts haben fthlechte Hüt-ten, aber viel viehe, doch mehr pfcrde als rind-vieh. Weil aberin der wüsten kein gras wachset, müssen sie das fulter nothwen-dig vom gestade des Euphrats holen, so nicht gar zu weit da-von entfernet ist. Es soll auch daselbst ein auserlesen schöneswecbes-volck seyn. Tavernier berichtet, er habe niemals schö-nere wcids-personen gesehen, als in Mached-Raba. Man sie-het allda viele alte Überbleibsel. 3oi). Bavt. Caverniers rei-st-befchr. durch Türckey, Perfien, Indien rc. Dappers be-schr. von Asien , p.
Machet, (Gerhardus) Bischoff zu Castres , wurde zu Blois um das lahr izgo. aus einer alten adelichen samilte gebvhren.An. 1411. wurde er zum Doctore Theologie boii dem HauseNavarra , und nachqehcnds gar zum Principal gemacht. Hier-auf bekam er ein Canonicar zu Castres , und nachmals ebendergleichen zu Paris . Als an diesem lehtern orte wider JeanPetit ein Concilium gehalten wurde, erwiese er sich sehr eifrigwider ihn, und wurde darauf in abwesenheit des Kersons zumVtee-Cantzler der Universität ernennet. In dieser qualitäthielt er vor dem Kayser Sigismundo, bey dessen einstig in Pa ris , eine rede. Unter der regierung des Königs Caroli VI. wur-de er Staats-Rath und Beicht-vakter des Königs Caroli VII.bis er endlich Bischoff zu Castres worden, in welcher würde eran. 1448. .zu Tours gestorben, nachdem er verschiedene Hospitä-ler und klöster gestiftet. Bernier , hist. du Blois .
' Machet, (X. Herr von) Königlich - Französischer Gene ral -Lieutenant , Groß-Creutz des St. Ludewigs - ordens, undOberster der Schweitzer-garde, war ein gebohrner Schwet-tzer. Nachdem er seine tapferkeit in vielen anlässen genugsamerwiesen, ist er den y. mertz.an. 1719.,Brigadier von dereavalerte, den 20. sehr. an. 1754. Älarechalde Camp, den2;. mertz an. 17,6. General-Lieutenant , und einige jähre her-nach Oberster der Schweitzer-garde ernennet worden. Er starbden io. jul. an. 1741. in seinem 75. jähre. Atta publica.
* Machiavelli , (Frantz Maria) ein Cardinal, im 17. jahr-hunderte, war von ankunft ein Florentinischer Patricius , abervon armen eitern gezeuget. Der Papst Urbanus VIII . sein ver-wandter, nahm sich sowol vor als nach seiner erhöhung aufden Päpstlichen thron desselben an, brauchte ihn bey den da-maligen Unruhen in Italien zu verschiedenen theils sehr ge-fährlichen Verrichtungen, und machte ihn nach und nach zumAuditore. diRuota, zum Patriarchen von Constanlinopel, zumBischoff von Ferrara, und im jähr 1641. zum Cardinal. Erstarb im jähr iS;z. Er war ein beliebter und angenehmermann, von guter aufführung und untadelhafften wandel. Ugbel-li Ital. sacr. tom. II. p. $6o. Im Balance des Cardinaux ,p. 167.
Machiavellus, (Nikolaus) einer der berühmtesten männeseiner zeit, war aus einem alten Florentinischen gefchlechtewelches bereits an. 1040. bekannt gewesen, entsprossen , unlebte zu anfange des XVI. feculi. Man merckel von ihm andatz er nicht sonderlich der Lateinischen spräche kundig qew«sen, sondern die stellen aus den alten Griechischen und Lateiinschen scribentcn von dem Marcello Virgtlio entlehnet, urmit solchen seine schrifken auszuspicken. Dessen ungeachtcaber leuchtete in allen seinen aufführungen etwas hervor, wvimn ihm andere es gleich zu thun sich vergeblich würden bcmuhet haben. Emsmals nahm er sich vor, gleich den alten Griechen eine comodie aufzusetzen, die er auch nachtuhendS jpielte, darin» er so augenscheinlich, aber doch badennt solcher mamcr, die lasier feiner bürqer vorzustellen wußte, daß sie sich zwar getroffen sahen, gleichwol ihn besweae,zu desiraten keine geschickte Ursache finden konnten. Als sol
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ches dem Papst Leoni X. hinterbracht worden, konnte er«ehe ruhen, als bis er selbsten die geschickiichkeit fcteset cortifrdianteu zu Rom mit angesehen. Bey seiner geburts-stM hkleidete er die stelle eines Leceerarii, und nachmals eines Hi.storiographi. Diese letztere eharge wurde ihm von dem Nsdicäijchen Hause zuwege gebracht, damit er wegen der intetortur erlittenen schmach in etwas befriediget wurde. (Wfiel aber in solch Unglück aus verdacht, als wenn er es muder Sodcriuischen parier, wider die Medicäische gehalten. Sojweil er die tortur, ohne etwas zu bekennen, ausstund, mude er wieder losgelassen, und mit gedachter stelle eines Hüte.jiographi beehret. Gleichwol lüde er nicht wenig vrrlMauf sich, alö wenn er einer aus der rotte wäre, die sich n»mden Cardinal Iulianum ds Medicis , so nachmals unter tennahmen Clementis VII. Papst worden, verschworen; intener den Brutum und Caßium in seinen reden und schrmgewaltig heraus strich. Dessen ungeachtet fände sich niemant,der sich wider ihn vergreisten wollte, vielmehr genösse er tundem ermeldten Elemente VII. grosse wohlthaten, welcher achdem Antonio Blado erlaubte, des Machiavelli schissien aRom zu drucken. Dieses Papsts Nachfolger bisaufCleni«.tem VIII. sahen in publicirung der Machiavellischcn schrimgleichfalls durch die finger. Ja der Papst Leo X schien >h°,selbst gar nicht ungeneigt zu seyn, obfchon er im übrigen diegcwalt der Inquisition wider schädliche bücher, nichi mnizvermehret und geschärfet hatte, und der erste gewesen, welcheralle diejenige» mit dem banne bedrohet, die ein solch »erbe.ten buch lesen würden. Ja was noch mehr, soharenhing«die Verfertigung einer dissectatlvn de Reformatione Rei,,. Hl·rentiniE, welche sich in der Gaddischen bibliotheck, nach la-cobi Gaddi bericht, befunden, aufgetragen. Doch hal sich U<sevinus, welcher am meisten zur Verdammung des obcreilu,ten buches mit beygetragen , gewaltig hierin» »etpp,daß er seinem eifer allzufrüh den zügel gelassen, ehe er ncheinmal das buch gesehen oder gelesen, und gleichsam kok,lings dem Geulllleti, und dessen auszügen aus des lad®velli büchern qefolget hat; wie dann hievön eine klare probt ab;giebet, daß Pvsscvinus sich eingebildet hat, der Princeps desMachiavelli wäre in verschiedene bücher emgethcilei, nneweil des Genlilleli seine auszüge also eingetheilet waren, jnseinem gedachten buche de Principe geben ihm einige schuld ,daß er gar gefährliche grund-sätze hege; andere hingegen, ml-che die fache etwas genauer eingesehen zu haben vermeonen,sagen , daß er solche grund-jatze nicht zur nachfolge, sotitaaauf historische art so fern, alS sie in der that von den Prinhenausgeübet würden, beygebracht. Von denen, so wider chngeschrieben, erzehlet Theophilus Raynaiidus in seinem iwrrffde malis & bonis libris , eine ziemliche menge. Einer mseinen heftigsten feinden ist der Jesuit Luche,uii, wie anssei-nein Saggio della Sciocchezza di Nicolo Machiavelli , sr jURom an. 1697. gedruckt worden, erhellet. Unter denen ada,so ihn vertheidiget, ist absonderlich Caspar Scioppius in sei-ner Pasdia politica & Diflertatione adversus Paganinum Gau-dentium zu mercken. Die letzte jähre seines ledens, welcheser nach dem zeugnis des fleißigen und sichern Florentinischengeschicht-schreibers Varchi an. 1527. beschlossen, brachte er mgrossem elende zu, und soll noch kurtz vor seinem endeharleläster-worte ausgestossen, und sonderlich gesagt haben: erwolle sich einmal lieber in der Hölle bey den grossen Päpsten,Cardinälen und Fürsten , als im Himmel bey den armen bell»lern aufhalten. Doch weil Varchi auch von diesem keine Mel-dung thut, ist es eben nicht für gar zu gewiß zu achten. Eonitist wo! das gesthrey in Italien groß gewesen, Machiavelli wa»re aus grau» und Verdruß gestorben, weil man ihm m demwichtigen amte eines Becretarii des geheime» Raths der |t<hen einen andern vorgezogen ; wiewol Varchi auch dmcsaus dem umstände klar genug widerleget, weil das am! rwetwas zeit nach Machiavelli tobe ledig worden. Kedaalcrsein tractat de Principe, ist von dem berühmten ConmBmit einer verbesserten Lateinische» version , welche elMlsSylvester Telius verfertiget, wie auch mit anmerchingw,und beygefügtem leben des Castruccii Castracani, welch» 2M»chiavellus zweyen seiner besten freunde Zanobio Bnondflnien»tio und Ludovico Alamanno dediciret, nebst dem vuce va^·tino, an. 1660. heraus gegeben worden, darauf an.eine neue aussage erfolget. Amelot de la Houssayc 9«tractat de Principe auch in Französischer spräche heransgWbe». Man will versichern, daß er gleichfalls in dieübersetzet worden, darinn ihn der Sultan Amurath R- smse». Über dieses hat man von Machiavello 7> bücher von mkricgs-kunst, und 8. von der Historia Florentina, bannn »von dem jähr Christi 1215. bis an. 1194. nach einer kur^erzehlung der einfälle der mitternächtlichen volcker m anoc»ländcr, den verfall des Römischen Reichs, den Wachsthum enRömischen Päpste, den ersten zustand der stadtihrem fortgangc, wie auch den gantzen zustand vonvorstellet. Ferner hat man von ihm Distertationes uwr fzehen ersten bücher des T. Livii, darinn sich gar viele C »·'klnqheit, sonderlich für die, so in frcym Revnblicken leim,antreffen läßt; ein buch de Aligrationibus Poplllorum bep«trionalium ; item de Ruina Imperii Romani , welches>nymus Turlerus aus dem Italiänischen ins Teutsche ubmck >und andere schrifken. Die meisten davon hat Henricu« ^