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mütbili, so da« das geringste ihn außer sich selber setzen konnte,dock erkemiete er bald darauf feine schwachhelt, und pflegte dlewiederum verzeihuna zu bitten,die er etwan in fernem iahen zornSSS Sein temperament war schwächlich,
daher warer sehr behutsam seine gesunvhett zu erhalten, und be-anüate sich auch nichr mit den gemeinen speisen ferner ordens-8rüdcr, smidern inuste etwas gesünders und zarters essen; nebender aesnndheit hatte er noch eine andere ursach, warum er derglei-chen zartere und köstlichere speisen sich geben ließ : er laubtenemlich, daß die groben speisen grobe gerster, und folglich kernegeistreichen und netten gedancken und ideen hervor brachten, de-ren er doch als ein author benöthigt wäre. Es war auch fernerqesundheit zu pflegen, daß er oft reisete, und die luft veränderte.>m schreiben war er sehr langsam, und über die Massen eigent-lich ; es war ihm nicht leicht etwas recht genug, und konnte ergantze stunden anwenden, nur eine redens-art recht auszuarvel-ren, daher seine tägliche arbeit nicht viel über i^. bis 20. zerienausmachete, und wann iemand seine Verwunderung darüber be.zeugete, so pflegte er zu sagen, daß diejenigen, so seme schuftenlesen würden, über seine gedancken urtheilen, aber nicht nachfra-gen werden, wie lang er daran gearbeitet habe. Deswegen hater zwölf gantze jähr an seiner Indianischen Historie gemachehundwar, nach Scioppii bericht, so sorgsam die pure Latinitat beyzu-behalten, daß er, um dieselbe nicht zu verderbe, sein Brevianumallezeit in Griechischer spräche gelesen hat. Die wercke, so von stt-ner Hand bekannt sind, sollen folgende seyn: 1.) Libri tres de Vi-ta & Moribus S. Ignatii Lojolae, Venedig . 2.) Historiarum lndi-carum libri XVI. ;.) Selectarum ex India Epistolarum libri IV.Maffejo interprcte. Die übrigen obgemeldten sind in manuscrlptgeblieben. Erytb. pinac. II. Lorenzo Crajjo, elogii d’huominilet. Alegambe , bibl. script. Soc. Jef. Mimohet pour servir dl’bist. des kommes illustres , &c. tom. V.
Maffejus, (Vegio) von Lodi, ein vatarius des Papsts Mar-tini V. und Oanonicus St. Johannis in dem Lateran , lebte umdas zahr 14,0. Er hat sich durch verschiedene schriften, sowol ingebundener als ungebundener rede bekannt gemacht. Die vor-nehmsten davon sind 7. bücher von der beständigkeit; ein Com.mentariua über die Buß-Psalmen; das drcyzehende buch, so er zuder Lneide Virgilii hinzugethan ; welche jedoch, die Wahrheitzu gestehen, solcher zugäbe wohl hätte ermangeln können, undandere, rc. *
MAFÜRTIUM oder MAFORTE, war so viel als Ricinum,d. i. eine decke des Hauptes, dessen sich das frauenzimmer bedien-te. In folgenden zelten trugen dergleichen auch die Mönche,und bedeutet es einen kleinen mantel, der absonderlich den halsund schultern bedeckte. Salmaßus, adVopisc. Aurelian . c. 4;.pitiscus, II. i?8. Du Fresne, Gl. Gr. pag. 8yl.
Magadosco, ist ein Königreich in Africa, nebst einer stadtgleiches nahmens. Es liegt an der stifte von Alan längst der In-dianischen see hin, nahe bey Zanguebar. Es ist ein Fort bannn,nebst einem berühmten Hafen. Die Portugiesen ruinirten diestadt. Anjetzo ist diese/radt der vornehmste ört in einem kleinenaber sehr fruchtbaren Königreiche gleiches nahmens, welches vielvieh und gctreyde hat, und mit einem vortreflichcn Hafen verse-hen ist, den die schiffe von Aden und Cambaya öfters besuchen,und einen grossen Handel mit elephanten-zähnen, gold, sclaven,Honig und wachs treiben. Der König ist ein Maurer oder Ara-ber , und giebt dem Abyßinischen Kayser einen gewissen lribut.In vorigen zelten war dieser ort die Haupt-stadt von den Arabi-schen colonien auf dieser küste; allein im XV. steculo wurde sievon den Portugiesen erobert. Sie ist veste, reich und wohl be-wohnt. Marmol. descript. Afric. Dapper.
rlzagalotti, (Laurentius) Cardinal und Bischofs zu Ferra-ra, war ein Florentiner von geburt, gutes adelichen geschlechls,und ctn söhn Vincentii Magalotti und Clarä Capvonä. Er kaman. 1584. auf die weit, ward zu Rom in dem Icsiiirer-Collegioin Philolbphicis unterwiesen, zu Perugia aber legte er sich aufdas Studium Juris , und auf der Academie zu Pisa nahm er dengradum Doctoris an. Nach seines vatters an. 1608. erfolgtem ro-de, zog er nach Rom , und begab sich in den geistlichen stand,wardein Päpstlicher Pralahund der Cardinal Maphäus Barbarinus,dessen bruder Carolus Barbarinus dieses Magalotti schwesterConstantiam geehlicht hatte, machte ihn bey seiner Legation zuBononien zu seinem Vicc-Legaten daselbst. Papst Paulus V. setz-te ihn auch als Gubernawrem zu Ascoli , und folgends zu einemVlce-Legaten zu Vitcrdo in den Päpstl. landen, und GreqoriuSXV. verordnete ihn zum General-Commissario des »tanken RömKirchen-Staats, gab ihm auch das geheime Secretariat, undbrauchte ihn nebst dem Cardinal Ludovico Ludovisio in denwichtigsten Conliliis. Wie obgedachter Cardinal Maphäus Bar,barmusan. 162;. Papst worden, ward er noch mehr erhoben,und als er das Ober-Secretariat eine zeitlang bedienet, an. 162»z»m Presbytero Cardinale sub tit. S. Johannis & Pauli creiret^ <w'durch des Cardinals Johann Baptistä Leni tobsich das Blßthum zu Ferrara erledigt hatte, gab ihm gedachterPapst den 2z. fcbr. an. 1628. dasselbige, woselbst er auchftmeresidentz hernach gehalten, wie Oldoinus schreibt, und unaeack-tet er mehrmal angehalten nach Rom zu kommen, auch vermögedes Conciln Tridentini die Ertz.und Bischöffe zu gewissen zeltendahin zu reisen angewiesen find, dennoch von dem Papste Ürba»no VIII. der ihm seine ankunft verboten, nicht erhalten mögenZu Ferrara hak er die Do-mkirche, den Bischöfflichen pallast undandere gebäude, so ziemlich verfallen gewesen, wieder in guten
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stand gesetzet, auch bey der pest und theuruftg zu **,·ner gemeine wohl angenommen. Er hielt auch daselbst em,^nodum, publicirke die auf solchem abgefaßte constitutione 1 'starb allda den 8 . sept. an. 16,7. an einem hitzigen fieber. ' M
* Magalotti, (Lorentz) der jüngere, ein gclefirter «mC.iiihS taats-mann an dem Florentinischen Hofe,war->,Lrz. oct. an. 16;?. gebohren, und erhielt diesen nahmen m fnem vetter, dem Cardinal Lorentz Magalotti, welcher nur n »monat zuvor verstorben war. Als er seine studien zu Rom 5 ,rentz und Pisa getrieben, und daselbst ausser den adelichen iCgen auch die Lateinische, Griechische, Französische, SvaM,Englische , Schwedische, Teutsche und OrienialtftbeSmnebst den poetischen, mathematischen und philosophischenschafften erlernet, wurde er erstlich zum Cammer-^unckerbmdem Groß-Hertzog Ferdinand II. und Secretarius der Amt«,,dei Ci mento, nachmals aber zum Cammer-Herrn undSlaais.Rath gemacht. Wegen seiner grossen fähiqkeit ward ermebü,verschiedenen Gesandtschafften, als nach Mantua , fc jgdem congreß zu Coln gebraucht, auch von Cosmo III. noch«,hends, als derselbe eine reise fast durch gantz Europa anstelllemrandern zum gefährden mit genommen. Als er wiederum „mdgekommen, ergab er sich allein dem studiren, und starb »üblich indem 74. jähre seines alters den 2. mertz an. 1711. Er Web -1.1 Saggi naturali d’Espericnze, unter dem nahmen diSaggiatoSegretario dell’ Academia del Cimento , welches werck zu jilfcrentz, Neapolis und Venedig verschiedenlich heraus geEommen!2.) Lettere familiari in materia di Religione contra li Atei, SRfinedig 17; 2. und nachher zu verschiedenen malen wieder ach.legt. ;.) Lettere scientificheed erudite del Conte LorenzoMa.galotti, Gentilhomo Trattenuto, c del Consiglio di Stato delPAltezza Reale del Serenissimo Gran Duca di Toscana, Beuebiz17?4. in 4. dieses buch bestehet aus 20. ziemlich langen bricien,meist physicalischen und moralischen inhalts. Der Vorredner le-bet dessen schriften auf eine nicht gar zu feine art. Seine übrigenschriften aber liegen meistentheils noch ungedrnckt. Unta diesensind die vornehmsten : Lettere in Lode de' Boccheri; Relazienedella China ; Concordia della Religione e del Prencipato; Ca·ratteri di diverfi Personaggi; Trattato per reguläre il Commer-cio del Vino; Trattato sopra l’Anima de’ Bruti; Canzonieri dellaDonna imaginaria; LaMadre Selva;Terzine; Tractatus de Mo-tu Gravium; Relazioni varie, cavate da uni traduzzione Inglesedall’ originale Portughese fatta da Girolano Lobo; 11 Mendica-re abolito nella cittä diMont’ Albano; einige poetische schriflk»und Übersetzungen. Negri, istoria delli scrittori Fiorent . Giern,le di Letterati d’ltalia. Vite degli Arcadi di Grefcimbeni.
Magas , einfohn Philippi, eines Macedonifchen Generali,und Berenices, so Hernach den König in Egyvten, PiolcmänniLagum, heurathete, eroberte die landschafft Cyrene, welche ichempöret hatte, und besaß sie unter dem titul eines Königs »».jähr lang. Dieser Fürst war so sanftmüthig, daß, ais einsienSein Poet, mit nahmen Philemon, eine satyrische schrifraufihngemacht hatte, er selbigem nichts mehr that, als daß er ihn durcheinen seiner bedienten mit seinem schwerdte gelinde auf den kovsschlagen ließ, und ihm sodann kleine beinlein nebst einer kleinenkugel zuschickte, daß er nach art der kinder damit spielen möchie.Im übrigen wurde er so fett und dicke, daß er ersticken muste.flutarcb. de cohibenda ira, & de virtute morali.
* lagatus, (Ioh. Baptista) ein Italiänischer Medicus,««zu Scandiano in dem Hertzogthum Modena an. H 79 · Seboh- ,ren. Nachdem er die studien von lügend auf mit gehörigem flcif-se getrieben, und zu Bologna ungefehr im 17. jähre seines altersden gradum eines Magiftri und Doctoris Medicinse crlctngrt,wendete er noch einige jähre daselbst auf die praxin, und begabsich sodann nach Rom , allwo er sich sonderlich in der Anatomieund Chirurgie recht veste zu setzen bemühet war. Als er hicrauzwiederum in seinem vatterlande angelanget, bekam er an. isi z.eine Professionem Medicin* zu Ferrara,ward aber endlich,nach-dem er aus einer grossen gesahr errettet worden, ein Capucmcr;wiewol er dem ohngeachtet die Medicin nicht völlig bey seile Kijte,und so gar zum öfter» in krafft der obedientz einige vornebmekrancken an verschiedenen orten in seine cur nehme» mustc.lieb gieng er wieder nach Bologna zurück, um sich allda sclbu mstein schneiden zu lassen, er starb aber kurtz nach der overak!on>m.1640. Man hat von ihm ein wohl geschriebenes werck: denn
Medicatione Vulnerum, s. deVulneribusrarotractandis, ma-
ches F. C. Cregut an. 17; z. mit seiner vorrede, und einer nach«richt von des Verfassers leben von neuem aus licht gcstellct.
Magdalen, war ein Engeüändischer Priester, und einn reiides Königs Richardi II. Caplänen. Weil er diesem seinem Hm»schr ähnlich sahe, so fielen, nach desselben an. i w- gelched-""absetzung und inhafftirung, unterschiedene Lords, welche es nommit ihm hielten, auch zu feinem besten die Waffen ergriffen mten, aufden anschlug, diesen Maadalen, damit sie von dem vomeeinen desto grösser« zulaüf bekommen möchten, vor den KMRichard auszugeben. Zu solchem ende legten sie ihm Kömgl mekleider an, und führten ihn, mit erweisung grosser chrerbraurc!mit sich herum; da sie denn in kurtzem 40000. wohl gcwctliamann an sich zogen. Als aber an. 1400. die vornebn» 'von den gedachten Lords zu Cirencester in des neuen KönnHenrici IV. Hände gefallen waren, zerstreuete sich deren anhs^und Magdalen, nebst einem andern von Richard! II. Cavmm -nahmens Fezeby, suchte »ach Schottland zu entfliehen. --^sie wurden beyde gefangen nach den» Tower in Londcn