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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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.. n » den ersten gehalten wird; der hernach Marg-Rrandenbura worden. Don dem Kaystr Ottone I.

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£2 (inMung fWncr »kmahlm Edtthm au« L»,-I.wnduberaedeii. Nachdem aber solches durch den tod Marg-arafGeroniS von Brandenburg und Soltwedel an. y 6 z. erle-diat worden , ernenncre gedachter Kayser Graf Hermann vonStubckcshorn zum Burggrafen, von dessen familie diese wur-de anf die Grafen von Waldeck, hernach an die Grafen zuPlözka, und auf die edlen Herren zu Querfurt gekommen.Nachdem Burggraf Gebhard an. 1284. verstorben, brachte derChurfürst Rudolph zu Sachsen , Anhaltischeu stammt, dieBurggrafschafft an sich, welche er aber den bürgern zu Magde­ burg um s°°°. marck silbers versetzt haben soll. Wiewol andereder meyming sind , daß crmeldter Churfürst solche seiner toch-ter, die er an Graf Iohannem von Hardeck vermahlet, zurMitgift mitgegeben. Nachdem aber der aus semer tochter er-baute männliche stamm dieses Gräflichen Hauies abgegangen,wurde Churfürst Friedrich der streitbare an. 142;. hon deinKayser Sigismundo damit belehnet. Von welcher zeit an esnoch immer mit der Chur - würde als ein sonderbares Reichssahn-lehn verbunden ist. Der Churfürst Johann ftnedrichlöseteauch an. 15,8. diedarzu gehörige Pflege um baares geldwieder ein, weil aber nachgehends mit dem Ertz-Blsthoffe sichallerhand verdrieslichkeiten hervor thaten , so entschloß sichChurfürst August zu Sachsen , dem Ertz-Stifte alles zu über-lassen , was das Haus Sachsen vermöge der Burggrafschafftzu Magdeburg und Halle inne gehabt, jedoch daß der Chur-fürstlich-Sächsischen Vurggräflichen wurde und Fursten-standnichts dadurch vergeben seyn, sondern dieses Reichs - sahn - le-tzen auf den Aemtern Elbenau, Gommern , Gottau und Ra-nis verbleiben sollte. Krantzius , Saxon. üb. III. c. 24. lib. IV.c. 7. Albin. in der Meißn. chron. Veckenßem. in thea-tro Saxon. c. 20. fol. ,41. Hortleder, von dem Teutschenkriege, lib. V. Europäischer Herold, p. 246. Luca uralterFürsten - faal, p. 670.

Magdeburg , das Ertz-Stifl und Hertzogthum. Zu demErtz-Stlfte soll bereits der Kayser Carolus M. welcher an. 784.zn Schire an der Emmer in der Grafschafft Lippe ein Bißthumaufgerichtet, den gründ geleget haben. Gedachtes Bißthumsoll von Brunone und Tanquardo, Hertzogen zu Sachsen , nachVallerslebcn, von Henrico I. aber nach Frost, und von darnach Magdeburg von dem Kayser Ottone M. verlegt wordenseyn. Allein weil bey den stribenten selbiger zeit nichts hiervongedacht wird, so setzet man dieses billig als etwas noch nichtvöllig erwiesenes auf die feite, und schreibet vielmehr dem Kay-ser Ottoni allein den gründ und die erhebung dieses Ertz-Stiftszu. Der Kayser machte bereits von an. 956. her durch erbau-ung des Benedictiner-klosters, der Moritz-kirche, welche er mitunsäglichen einkommen und freyheiten versehen, hierzu den an-sang , und man rechnet, daß er auf das Ery-Stift iy. tonnengoldes gewandt, indem noch heut zu tage in der kleinen Ottonis-capelle des Kaystrs bildnis zu sehen, so in der Hand ein rundestäfelein hält, darein 19. runde kügelein gehauen, welche die be-ugten iy. tonnen goldes anzeigen. Anfangs widerstund demKaystr der Bifchoff Bernhard zu Halberstadt in seinem unter-nehmen , daß er nicht so bald, wie er gewollt, das Ertz-Stiftaufrichten konnte. Sein Nachfolger aber Hildewardus, wel-chen er deswegen nach Rom kommen lassen, führte sich etwasbescheidener gegen den Kayser auf, daher dieser auch auf demSynodo zu Ravenna an. 967. unter dem Papste Johanne XIII.weitläustig vorstellete, wie er gesonnen wäre, ein Ertz-Stift zuMagdeburg aufzurichten, damit die Slavischen völcker destoleichter zum Christenthum könnten geführet werden. Das fol-gende jähr kam die fache würcklich zum stände, und wurde

1. ) Adelbertus von Trier zum ersten Bisthoffe gemacht,dem die Bißthümmer über die Elbe zu Brandenburg und Ha,velberg, worzu nachmals Merseburg , Zeitz , Meisten und Po-sen in Polen gekommen, untergeben wurden. Gedachter PapstJohannes XIII . gab ihm auch den Primat in Teutschland, underlaubte ihm, daß er nach art der Römischen kirche 12. Presby.teros und 7. Oiaconos, wie auch 24. Sub-Oiaconoz Cardinaleshaben durfte, davon noch ein eigenes diploma vorhanden.Doch wurde in dem diplomate zugleich versehen, daß die Pri-maten zu Mayntz, Trier und Cöln , wie auch die in Franck-reich gleiche ehre mit ihm geniessen sollten. Der Papst Benedi-ctus VI. nennet diesen Adclbertum nicht allein einen Patriarchenvon Teutschland , sondern setzet ihn auch dem Ertz-Bischoffe zuCöln vor, daß also diejenigen nicht irren, welche den titul ei-nes Primaten noch später hinaus setzen. Doch hat von demXI. ÜLLuIo an der Bifchoff zu Saltzburg , als Legatus natusdes Papsts, diesen titul angefochten. Adelbertus starb an.981. Nach seinem tobe wehlte das Dom-Capitul, dem KayserOtto II. diese macht zugestanden hatte, Othricum, einen ge-lehrte» mann, aber

2. ) Giselarius, Bifchoff zu Merstburg, dem Othricus com-mißion gegeben hatte, die Kayferliche confirmalion für ihn zuerhalten, warb für sich selbst um diese braut, und weil Othri-cus darüber starb , so erlangte er was er suchte, und behieltstin bisheriges Bißthum noch dabey, welches damals etwasungewöhnliches war, verwandelte aber dasselbe in eine Abtey,und als ihm endlich von dem Kayser Henrico II. auferlegt wur-de , Merseburg wieder in den alten stand zu setzen, und Mag.

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deburg gar zu resigniren, bat er etliche tage ctnfTdbüb · iwsaber vor deren endlgung an. 1004. den 2z. jan. nachdem , ,seiner regierung 50000. Wenden und Slaven , welch,Stifter Havelbcrg, Brandenburg und Zeitz ei»gefal!»m,erschlagen. Ihm folgte *' " roat£n '

?.) Dagan. Tagmo, Dedo oder Dudo, der bisherHemnchs II. Capellan oder Cantzler gewesen, unter imdas Stift nnt unter,chledenen guthern von gedachtemvermehret worden,worunter Giebichenstein wol das beste,mwchem damals Halle gehört zu haben scheinet; er starb an i °,7den 12. jun. '

4. ) walthardus oder walther, der schon das vorige md

erwehlet worden , aber dem Kayser zu gefallen zurück aertttenwar, und in den 8. Wochen seiner regierung nichts meccknM,-ges gethan , als daß feine schwester Amilrath der kirchen seidorf Olvenstätt vermachet. *

5. ) Gero, bisher Kaysers Henrici II. Capellan, den hDom-Herren annehmen, und den von ihnen eroetutenita),doricum dem Kayser zum Capellan überlassen müssen. Unt«ihm ist an. 1017. daö kloster Bergen abgebrannt, und r kirchenzu unser lieben Frauen und St. Johannis, die nachgehends a.Sebastian hieß, erbauet worden. Er starb an. 10-4. den 11 oa

6. ) Hunfricd oder Manfried, war ebenfalls Henrici IICapellan. Die stadt muß unter ihm sehr zugenommen haben,weil er die kirche Pctri und Pauli erbauet; er starb an. 10,,

7. ) Engelhard, Henrici III. Capellan, starb an. ivsi.dmi. fept.

8 . ) Werner, Wezil oder Weßilo, ein Graf zu ©umbürg aus Schwaben , Henrici IV. Capellan, welchen derselbedem Capitul aufgedrungen, und Friedrich, den dasselbe n-wehlet, zum Bifchoff zu Münster gemacht; doch hielt er es n>i.der den Kayser mit den Sachsen , sonderlich seinem vctierBur-chardo II. zu Halberstadt zu gefallen, und blieb an. 1078. den7. aug. in der schlacht bey Mclrichstätt; Conrabus Urspergeniiswill gar, daß er aufgehängt worden.

9. ) Hardewich oder Herderich, ein Graf von Svanhcmund Artenberg, ward von dem Gegen-Kayser Rudolvho unsSchwaben eingesetzt, erhielt sich aber doch bey seiner würde, undward an. 1100. todt im bethe gefunden. Zu gleicher zeil iwiauch ein anderer Hardwig,Abt von Fulda,von dem Kayser Leu,rico IV. verordnet. Wie denn damals in den Sächsischen Nn-thümmern insgemein 2. Bischöffe, gleichwie zu Rom -.Wiewaren, da es einer mit dem Kayser, der andere mit dessen saa-den hielte.

10. ) Henricus, Graf von Aslow, vorher Bifchoff zuA-derdorn, von welchem Bißthum ihn der Kayser Heinrich IV.an. 1090. gejaget hatte, und auch nunmehr hinderte, das ererst an. 1102. zum besitz gelangen konnte. Er starb an. n°7.

11. ) Adelgot oder Adolph , ein Graf von Lvye, bisheri-ger Dom-Probst zu Halberstadt , beredete den Grafen von Sie-vingen oder Reveningen, daß er an. 1116. ins kloster ginn,und dem Stift seine güther vermachte, wovon der Bischossel-ne grosse spende zu Magdeburg , und das schöne kloster beyHalle, das Neue-Merck genannt, gestiftet. Er wohnte an.1115. der schlacht bey Welphsholtz wider Hemicum V. der,und starb an. 1118. den 12. jan.

12. ) Rutgerus oder Rocarus aus dem adelichen geschlechtevon Deltheim , starb an. 1129. den 14. jan. Bon

i;.). Isslortberto, der an. n z z. die consirmakion des Pri-mats über Teutschland durch eine bulle Jnnoccntii II. erhalten,im folgenden jähre den 6 . jun. gestorben, an. >198. canvninrlund vor den Magdeburgischen Patron gehalten worden, han-delt ein besonderer artickul. . ,

14.) Csnradus, edler Herr von Querfurt , hat nebst feinembruder Burchard, Burggrafen zu Magdeburg , das WStift reichlich beschencket, starb an. 1142. den r. may.

i;.) Friedrich, Graf Thimonis zu Wettin bruder, starban. 1192.

16. ) wichmann, ein Bayerischer Grafvon Seburg oderSegeburg oder Degenburg, kam durch gelb und rccommenoa-tion Kaysers Friedrich I. zu dieser würde. Er hat das »>stthum mit unterschiedenen güthern vermehret. Von ihm Mdelt ein besonderer artickul. Er starb an. 1192. oder 1194-2z. aug.

17. ) Ludolph, gewesener Dom-Dechant z» Magd«

von geringer ankunft, gebürtig von Kropvenstädt in bempa"berstädtischen, hat diesem seinem vatterlandeJintcr,chicd mprivilegia erworben, auch Hundesburg, Schrav au uBornstätt an das Stift gebracht, die aber zum theil wiemalieniret worden. In dem kriege Ottonis IV. mit fclssslNM'gen-Kayser Philippo, hielt er es mit dem letzter», wonurttmErtz-Stiste unterschiedene anlagen erlassen, aber auch das MWicmanno acquirirte Sommerftburg zerstört worden. ^starb an. 1209. den i. may. v

18. ) Albertus, ein Grafvon Hallermund und biMS»Dom-Probst, ward von dem Papst Jnnoccntio III. le>on ^wcyhet und zum Cardinal gemacht, welches noch keinem vr-Bisthoffe zu Magdeburg widerfahren war. Nachdem an. " -die Dom-kirchr abgebrannt, legte er in dem folgenden 1 m «neue an, an der gantze 116. jähr gebauet worden leyn1 ·Er hat auch die Herr-oder Herren-mcsse zu Magdeburg legt. An. 1212. ward der Bifchoff von dem Kanter Ottoneden er auf des Papstö Jimocentii III. begehren in den bann ^than hatte, in der schlacht bey Remkerslebcn übenvundem ^