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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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und den Ertz-BifchoffAlbert, welchen er bekriegte, aus dem sel-be geschlagen, das, er nach Goslar fliehen, und zu Wiederher-stellung des friedeus dem Hertzoge, ausser der erlangten beute,einen guten theil seiner lande abtreten muste. Hertzog MagnuShielt mit Hertzog Ölten in Bayern grosse freundschafft, undnahm ihn, da er in die acht kam, als einen freund auf undan; davor ward er aber auf die Hartzburg gefangen gefetzt.Nun wollte der Kanser den Hertzog Magnnm nicht eher loslassen, er hätte sich den» zuvor fernes'vätterlichen erdtheilsund landes verziehen. Dieser aber sagte: er wollte das kei-neswegs thun, sollte er auch lebenslang gefangen seyn , odersich zu tobe inartern lassen. Lambert. Schasnab. ad an. 107;.Sein Vetter, Graf Hermann, machte ihn an. 107;. nachdemer ins dritte iahr gesessen, wieder loS. Im iahr 1074. wur-de er wieder von dem Kayfer gefangen nach Pavey geschickt,und ^st vermuthlich im iahr 1088. nach dem erhaltenen siegeder Yachsen wider die Kayserlichen bey Gleichen wieder ent-lediget worden. Als nun Magnus wieder los war, und im-mittelst fern vetter, Graf Herinann, ohne erben mit tode ab-gegangen , wurde er durch die erbschaffl solcher länder einmächtiger Fürst. Als die Wenden ihren König Heinrich ver-tagen wollten, kam ihm Magnus auf sein ersuchen zu hülffe,schlug an. 1098. die Wenden aufs Haupt, eroberte 14. schjös-ser, und brachte sie zum gehorsam. Er starb im jähr iroS.und war der letzte Hertzog aus dem Billingischcn geschlechte.Krant-t. Sax. lib. V. c. 20. & Metropol. üb. VJ. c. 9. HertzogMagnus hatte mit seiner gemahlin Sophia, Königs Geysä inUngarn tochter, vier löchter gezeuget. Phil. Iul. Aeth-meicrs Braunfchweig-Lüueb. chromck, p. 298. u. f.

* Magnus, Fürst zu Anhalt , Dom-Probst zu Magdeburg ,war ein söhn Adolphi l. Fürstens zu Anhalt von der Zerbsti-schen linie, den er mit feiner andern gemahlin, Cordula, einertochter Albcrli, Grafens zu Ruppin und Lindow , gezeuget hatte.Er nahm seinen sitz zu Zerbst , allwo er ein stück von dem Fürst-lichen schlösse erbauet, und zu dem orgelwerck in St. Barlho-lomäi kirche nicht wenig beygetragen. An. 1485. führte erbey dem Papste Innocentio über die klöster in Zerbst schwereklagen. An. 1492. erhielt er nebst seinem brnder, Adolvho II.ein Kayserliches privilegium, daß ihnen der geistliche stand andem besitz ihrer Herrschafften nicht nachtheiltg seyn sollte, wel-ches um das iahr 1500. erneuert wurde. An. 149;. legte er dieirrungen zwischen dem Ertz-B>schvff von Magdeburg und denFürsten zu Anhalt bey. An. 1496. muste er die stelle einesPräsidenten bey dem Cammer - Gerichte zu Sveyer vertreten.An. 1499. schrieb er der stadt Zerbst gute orduungen vor, wo-selbst er auch an. i zoz. den Papst!. Legaten prächtig emvfieng.An. izog. resignirle er seine lande an seine vettern , Vigis-mundi nachkommen. An. izoS. 1903. und 1509. wallfahreleer »ach Rom , und an. 1512. wohnte er im nahmen des Ertz-Stiscs Magdeburg dem Reichs-tage zu Cöln bey. An. i ziü.ward er an seines bruders Adolphi II. stariDom-Probst zuMag,deburg, welchem amte er bis an seinen tod, der an. 1524. denzi. oct. erfolgte, rühmlich vorgestanden. Er liegt in demDom daselbst begraben. Becmann. P. V. p. 10$. leg.

Magnus, (Johannes) von den Schweden Stör genannt,welches in der Lateinischen spräche Magmjm bedeutet, ei» Ertz-Bischoff zu Upjal in Schweden , wurde zu Lincöping au. 1488.den 19. mart. gebohren. Wegen feiner gefchicklichkeit wurdeer bereits in dem 18. jähre seines alkers zum Canonico vonLincöping und Skara ernennet, und erlangte fowol in weltli-chen als geistlichen wissenschafften auf verschiedenen Academienin Teutschland und Italien , sonderlich aber zu Löven, grosse ge-lehrsamkeit. Hierauf wurde ihm von Stenone Stuno, demjüngcrn, aufgetragen, seine assairen an dem Röinifchen Hofezu übernehmen, bey welcher gelegenheit er auch die höchstewürde in der Theologie zu Brindisi , oder wie andere wollen,zu Perugia , übernahm. An. 1522. wurde er von dem PapsteHadriano VI. und von dessen Nachfolger Clemente VII. in fol-genden jähren nach Schweden geschtcket , daselbst als NuntiusApostolicus die in der kirche entstandene streitigkeiteu beyzu-legen ; er war auch gar glücklich hierin«, und trug der Kö-nig Gustavus selbst an seiner verrichrnng ein so gnädiges be-lieben, daß er ihm zu dem Ertz-Stifte Uosal verhalf. Seinbruder, Olaus Magnus , Pr*poiitus der kirche zu Stregnes ,wurde auch nach Rom geschicket, sowol von dem ausgangeder ihm aufgetragenen commißion bericht abzustatten, als diebestätignng wegen des Ertz-Slifts von dem Papste zu erhal-ten. Diesem wichtigen amte stunde er 4. jähr für, und unter-ließ nichts, was zu aufnähme der Römischen kirche dienenkonnte, setzte sich auch der religions-änderung mit grossem et-fer entgegen, wiewol er dadurch nichts anders als des Kö-nigs Ungnade verdienet. Damit man ihn nun mit guterManier aus dem lande bringen möchte, schickte ihn der«nig Gustav nach Polen , um von dem Könige Sigisaiundoseine tochter Hedwig zur gemahlin zu erhalten, da man inzwi-schen in seiner abwesenheit der reformation guten Vorschubzu thun Hoffete. Allein der Ertz-Bisthoff merckte selbsten wohl,daß sein ansehen in Schweden ziemlich gefallen, dahero packteer alles ein, was nur fortzubringen war, sonderlich aber desReichs und der Upsalifchen kirche historische Urkunden, undgieng damit an. 1529. nicht aber an. 15*7. wie einige wollen,nach Polen , von welcher zeit an er nimmermehr in sein vat»

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terland gekommen. Sein erstes war, daß er selbst nach Rom reisete, und sich daselbst zumErtz-Bifthoffemweyhen ließ. Nach.dem er seinen endzweck erhalten, gieng er nach Dantzig zurück,hielt sich daselbst vier jähr auf, und bemühete sich, durch brtefeden Konig Gustav von der angefangenen religions-änderungabzuhalten. Immittelst wurde er an. 1917. von demPapst nach Rom beruffen , dem Loncilio zu Vicenza bey-juwohncn. Allein weil dieses Concilium bis auf eine beque-mere zeit aufgeschoben worden, kehrte er bey den, Patriarchenzu Venedig , Hieronymo Qmrinv, ein, hielt sich neun monatbey ihm auf, und verfertigte immittelst m 24. bsichern einChronicon von den Schweden und Gothen , welches nachge-hends von Olav Magno zu Rom an das licht gestellet wurde.An. 1541. kam er in jetztgemeldte stadt, da es mit ihm wegenarmuth dahin kam, daß er seine pferde verkauffcn, und sichin dem spital zum heiligen Geist von dem gelde, welches derPapst und die Carbinäle vor ihn zusammen geschossen , bis anseinen tod, der an. 154;. erfolget, erhalten niuste. Ausser demobgedachten tractat hat man auch von ihm Nistoriam Metro-politanam seu Episcoporum & Archiepiscoporutn UpsaJien-sium, wie auch Epistolas varias. Die Königin Christinn ikkSchweden hat an. 1649. den berühmten Iobum Ludolfumnach Rom geschickt, daselbst, wo möglich, die Schwedische mo-numenta, welche, wie gedacht, Johannes Magnus mit sichdahin genommen, zusammen zu suchen , allem ts war nichtsmehr anzutreffen, und sollte schon vor ziemlicher zeit alles inPolen seyn gebracht worden, weil sich die dasige Könige dersel-ben schriften in ihren ansprachen an die Cro»i Schweden , wel-che sie durch die gantze helfte des XVII. feculi gemacht ,vermeynten zu bedienen. Span dein. in annal. eccles. an. 1520.n. 70. Opmer. in chron. Zvomgerus , theatr. vitae human*.Mejfenius , in chron. Episc. Suecite. Schi ffern! , in exemplismemorab. gentisSuec. c. 19. p. 20?. & In notis ad Anonymichron. Archiepisc. Upsal. it. in Suecia Ütterata. Burnus, in de-script. Suec. Zenner. in Parnaß. an. 1692. Tenyels mo-natl. Unterredung, an. 1689. P- to;8. MoLerus , in hypomnem.ad Suec. litter. *

Magnus , (Olaus ) des kurtz vorher gedachten bruder, undSecretarius, war anfangs Probst zu Strengnes in ftinem vat-terlande, begleitete aber nachgehends seinen bruder in deinelende, darin» er auch an. 1949. nach dessen tode an seine stel-le von dem Papste Paulo III. zum Titular - Ertz - Bischofs zuUvsal gemacht wurde. Eben dieser Papst schickte ihn auf dasConcilium nach Trident, selbigem beyzuwohnen , und ließ ihmetwas monatlich zu seiner Unterhaltung reichen. Sonst be-kleidete er auch die stelle eines Canonici zu Lüttig bey St.Lambert. Nach diesem hielt er sich zu Rom bis an sein endeauf, und wurde in dem spital der heil. Brigittä unterhalten.Man hat von ihm Tabulam Terrarum Septentrionalium &Rerum mirabilium in eis ac Oceano vicino ; Epitomen Re-velationum S. Brigittae, II »d 22. bücher de Gentium Septen-trionalium veris Conditionibus, Statibus & Moribus, die nicht

allein zu verschiedenen malen in Lateinischer spräche zu Rom ,Antwerpen , Basel und Franckfurt heraus gekommen, sondernauch in die Teutsche, Englische und Holländische spräche überse-tzet worden. Meilen, in chron. Epifcop. Suec. Zveing. in tract.de historia & Historicis. Scaiger , in Scaüger. alt. p. 147. Bar.tbolin. dissert. IX. de med. Dan. dornest, p. ;88. & 89. Schef-fer. in Suec. litterata p. 26. & Möller, in hypomnem. p. 367.seqq.

Magnus Richobergenfis , ein Geistlicher zu Angspurg,lebte zissden zeiten des Kaysers Henri« VI. und verfertigte einechrvnick, deren sich Ioh. Aventinus in seinen Bayerischen anna-libus bedienet. Es scheinet dieses werck mit der chronick deSklosters Reichersperg , welche Christoph Gewoldus an. 1 906.zuerst heraus gegeben, einerley, zu seyn. Vojj. de Nist. Lat.lib. 11. c. 94.

* Magnus, ein Römischer Bürgermeister, welcher wegender zufammenschwörung wider Kayfer Maximinum zu merckenist. Denn als Maxinirnus die von Alexander» angefangenebrücke über de» Rhein vollendet hatte , und in das gebietheder feindlichen Teutschen einrücken wollte, brachte Magnusdie befehlshaber, welche» die Verwahrung derselben anver.trauet war, dergestalt auf seine feite, daß sie < wenn Maximi-nus hinüber, und in das feindliche land eingefallen wäre,die brücke abbrechen, und ihn auf diese weise, weil kein fahr-zeug jenseit des flusses zu haben wäre, den Barbarn zum raubelassen sollten. Uerodian. lib. VII.

Magnus, insgemein St. Magnus, der Apostel der Orca«bischen insuln genannt, von welchem merckwürdig ist, daß dieeinwohner in gedachten insuln zu bcschönigung ihrer truncken.heil einen überaus grossen decher aufzuheben pflegten , auswelchem derselbige, ihrem vorgeben nach, getruncken habensollte. Daher pflegten sie ihn mit wein oder einem anderngetrancke angefüllet, allemal ihrem neuen Bischoffe, wen» erzuerst unter sie kam, zu präsentiren. Tranck er ihn nun aus,so hielten sie es vor ein zeichen, daß sie gute reit und alles gnughabe» würden, wo aber nicht, so schloffen sie daraus, daß esihnen in allem sehr kärglich gehen würde. Buchn».

Mago, ein gewisser Medicus, welcher viel jähr lang reisete,und nur trocken mebl. Gefner. Van der Linde».

' Ll II4 Mago,