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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Georgens söhn, gefangen, und 2. jähr zu Ofen in einem thuenohne dach zubringen muste. So hatte auch das gluck die schö-ne, landschafften Mähren , Schlesien und Laußnitz von denBöhmen zu den Ungarn gewandt; ja König Georgius musteselbst an. 1471. aus vieler zeitlichkeit gehen, ehe noch dieserschädliche krieg ein ende gewonnen. Weil nun Matthias be-reits zum Könige in Böhmen erwehlt worden, maßte er sichdes Reichs mit gewalt an. Allein die meisten Böhmen woll-ten ihn durchaus nicht haben, und schlugen theils Wilhel-nuim, Landgrafen in Thüringen , theils Uladislaum, den Pol-nischen Printzen, vor, welcher letztere auch durch die meistenstimmen auf den thron erhoben worden , worzu Kayser Fri-derieus IU. sechsten nicht wenig beytrug, indem er Matkhlamnicht gern auf beyden leiten zum nachbar haben mochte.Uladislaus wollte die z. abgerissenen provintzen, Mähren ,Schlesien, und Laußnitz , wiederum zu Böhmen bringen,und brachte banne,ihero eine considcrable armee von Polen und Böhmen auf d,e deine, fo daß der König Matthias sichvor grimm soll die haare ausgeraufet, und dabey gesagt haben:wenn die armer sein wäre, getrauete er sich die gantze weit da-mit zu bezwingen. Allein so wenig mannschassr Matthiashatte, so nöthigte er dennoch die Polen vor Brcßlau die bela-gerung aufzuheben, und eine grosse menge der ihrigen zu hin-terlassen. Doch wurde es endlich durch Churfürst Ernsten zuSachsen , und Churfürst Joachim zu Brandenburg dahinvermittelt, baß ein friede zwischen den streitenden parteyenerfolgte, darinn dem Könige Matthias der Böhmische titulnebst Mähren , Schlesien und Laußnitz , lebenslang gelassenworden, doch so, daß diese provintzen nach seinem tode wiederan Böhmen zurück fallen sollten. Nachdem er also mit Böh­ men friede bekommen, fieng er mit dem Kayser Friderico III.an, auf den er ohne dem schon lang einen groll hatte, weiler ihm nicht nur seine Hoffnung zür Böhmischen Crone zunichte gemacht, sondern noch über dieses ihm seine Printzeßinzur gemahlin abgeschlagen, blos aus diesem verwand, weilMatthias von sehr geringem geschlechte wäre. Der Kayser,welcher ohne dem langsam zum gelbe ausgeben war, und überdieses vergebens auf die Reichs-Hülffe seine rechnung gemacht,muste nothwendig den kürtzern ziehen, und gantz Nieder - Oe-sterreich dem übcrwinder überlassen. Es wurde auch die Haupt-stadt Wien seldsten belagert; doch ehe noch die eroberung er-folgte , ein stillstand auf 2. jähr bewilliget, mit dem beding ,daß der Kayser 100000. fl. erlegen sollte. Als nun die still-stands-jahre zu ende kamen, brach Matthias aufs neue los,und machte mit eroberung vieler örter von Oesterreich einentraurigen ansang. ES war auch kein ander Mittel, ihn vonseine» progressen abzuhalten, als seine gemahlin Vearrix zugewinnen, welche ihren gemahl auch glücklich zu friedens - ge-bancken bewegte, daß er gegen erlcgung 50000. gülden alleeroberte Plätze wiederum einräumte. Doch war dieser friedekaum geschlossen, als sich der Kayser durch den Ertz-Bischoffvon Saltzburg dahin verleiten ließ, den frieden wiederum zubrechen, welches ihn aber die Haupt-stadt Wien sclbsten , dievestung Neustadt, ja gantz Oesterreich kostete. Der Kayserwurde auch hierdurch genothiget, dem Matthra das eroberteOesterreich bis zu abtrag aller anforderung und kriegs - Unko-sten zu überlassen. Hierauf greng Matthias nach Schlesien,und nahm dem Hertzoge Johanni von Gloga» sein gantzesFürstenthum weg. Mit den Türcken hatte dieser Herr auchviel zu thun gehabt, und war auch gegen sie meist glücklichgewesen. Noch vor seiner crönung hatten seine leulhe denTürcklschen General Halibeg zwey mal aus dem selbe geschla-gen, erstlich bey Futack, da ein grosser theil Türcken auf derflucht in dem Sau-flusse ersoffen, und nachdem bey Temesmar.Bald hernach nahm er den wichtigen ort Jaycz in Bosnien meigener verfon ein ; welcher auch, als der Türcklsche KayserMahomed U. solchen gleich darauf mit einer starcken armeebelagerte, durch die -bürger und befatzung tapfer erhallenward. Hingegen wollte ihm an. 1464. die belagcrung der stadtZoynich, so auch in Bosnien gelegen , nicht gerathen, da erach erlittenem ziemlichen Verlust im stürmen, endlich auf einentstandenes falsches gerücht, als ob der Türcklsche Kayser zumentsatz näherte, mit Hinterlassung des schweren geschützes ei-lends davon zöge. An. 1466. trieb er die rebellischen Walla-chen und Moldauer glücklich zu paaren, die ihn, als er miteiner nicht gar starcken macht in diese gegenden gerücket war,unversehens überfallen hatten. Nach diesem ruhete der Tür-cken-krieg, weil Matthias sich gar sehr in die Böhmischen Hän-del vertiefte, Mahomed aber in Asien genug zu thun hatte,bis an. 147;. da Matthias den Türcken den wichtigen platzSadacz wegnahm, welchen sie unterdessen an der Sau ange,legt und bevestiget hatten. Im folgenden jähre, da eben Mat-thias sich mit seiner andern gemahlin Beatrix trauen ließ, tha-ten die Türcken diirch ihre streifcreyen grossen schaden , um somehr, weil der König fast alles vorhandene gcld auf sein präch-tiges beylager gewandt, und die Grossen des Reichs nur da-mit beschäffliget waren. Doch war das beste, daß die feindees nur beym beuten und rauben bewenden liessen, und wenigrechte örter angriffen; auf welche weife auch in den nach-folgenden jähren bis zum tode Matthiä, den sonderlich derkrieg wider den Kavftr Fridericum 111 . abhielte, ernstlicherden Türcken zu begegnen , dieser krieg ist fortgesetzet worden,wiewol zum öftcrn mit gutem glücke und rühm der Ungarn;

wovon ein mehreres im artickul Rinis zu lesen. Bis hie-her musten alle feinde dem Matthia unterliegen. Allein nunwollte der tvd ihm zeigen , daß er auch den stärcksten Heldenhinweg nehmen könnte. Denn da ihm der speisemeister anstatt frischer feigen nichts nütze und faule gebracht, entrüsteteer sich hierüber dergestalt, daß ihm das gesicht und alles ver-gieng, und endlich ein schlag den 5. apr. an. 1490. den gar«aus machte. Er hinterlaß von zwey gemahlinnen, Catha-rina, des Königs Georg« in Böhmen tochter,und Beatrix ,welche der König Ferdinand zu Neapolis ausser der ehe gezeu-get, keine erben. Im übrigen muß man diesem Königenachsagen , daß seine vortrcfliche gemaths-und leibes-gaabenstets das glück zum geführten gehabt haben. Wie dennnicht wenig wunderns-würdig, baß ihn die kleinen knaben,ehe er noch erwehlet worden, zum Könige ausgeruffen : ja,daß die Geistlichkeit zu Pest GOtt gedanckt, daß er zum Kö-nige erwehlet worden, ehe noch die wähl würcklich vor sichgegangen war. So hatte auch noch kein König solch frolo-cken über seine wähl von dem volcke erhalten, wessen sichMatthias rühmen können. Über dieses mercket man auch vonihm an, daß, da er einsmals kein geld zu auszahlung dersoldaten gehabt, er seinen Officirern so viele iooo. ducatenin einer nacht abgewonnen, baß er seidige befriedigen können.Über dieses wird von ihm berichtet, daß er einsmals auSbegierde kundfchafft von der Türcken stärckc zu erhalten, sichin einen bauer verkleidet, und in solchem Habit proviant.iudas Türcklsche lager geführet, auch den gantzen tag über vordes Türcklschen Kaysers gezclt gersten verkauft, folgende nachtaber gesund und frisch zu den setnige» wieder kommen. DieTürcken hatten eine solche forcht vor ihm, daß, wenn sienur seinen nahmen nennen hörten, sie bereits auf die fluchtbedacht waren. Er verknüpfte aber mit der tapferkeit dieliebe zur gelehrsamkeit, und sagt man von ihm, daß er alleEuropäische sprachen habe reden können, ausgenommen dieGriechische und Türcklsche. So war er auch ein grosser Pa-tron der gelehrten leuthe, und richtete eine vortrcfliche bidlio-theck zu Ofen an, welche er mit den curiosesten schriften undraresten manulcriptis anfüllete. Sein leichnam wurde nachGriechifch-Weissenburg gebracht, und daselbst in der Königevon Ungarn begräbnis gelegct. Antvnius Thidaidus machtefolgende grabschrift, deren Paulus Jovius in elog. geden-cket, auf ihn:

Lorvlni brevis hatc urna est, quem magna fatenturFacta fuiffe Deutn, fata fuifie hominem..

Bonfin. hist. Hungar. Petrus de Reuet. Ißbuanf. hist. Hung.Curai annal. Silefue. Paul. Jovti elog. viror. bellica virtuteilluftr. Galeot. Martins, de dictis & factis Matthia: Regis Hung.Z"cvittingeri Hungaria litterata, p. 102. seq. *

Matthia s , Ertz-Bischoff und Churfürst zu Mayntz, warau. 1,20. erwehlt worden. Seiner ankunft nach wird er ins-gemein ein Burgundischer Graf von Bucheck genannt; er istaber aus der Schweitz gebürtig gewesen, wird gleichwol nichtohne gründ ein Burgunder genennet, weil das Äergöw, darauser gebürtig war, und darin» Bucheck gestanden, vor zeiten zurBurgundia Transjurana gehöret hatte. Die Canonici hattenihm gern Graf Balduinum von Lützelburg vorgezogen; alleinder Papst drung mit macht aufdiesen Matthiam, der bisher»in dem kloster Murdach ein Mönch gewesen. Er hat die Er-furter zum gehorsam gebracht, welche sich wider die Geistlich-keit empöret hatten. Den Landgraf Heinrich in Hesse» bela-gerte er in Giessen , und nachdem er die stadt eroberc, mustederselbe ihn fußfällig um Vergebung der bisherigen beleidigungbitten. Es starb Matthias an. i;2g. nicht ohne argwohn ihmbeygebrachten gifts. (Siehe auch Lucheck.) Leben derChurf.zu Mayntz. *

* Matthieu , (Margaretha) Johannis Pugets, eines tuch-scheerers zu Toulouse , chefrau, ist bekannt, weil sie 26. >ahr aneinander schwanger gewesen seyn soll; die schwangerschafft siengan an. 1652. Da nun gegen 9. monate verlauffen waren, fühltesie die gewöhnlichen geburts-schmertzen; allein,ungeachtet die na-tur sie dränge,sich ihrer lcidcs-dürde zu entladen,so waren es dochnur wilde schmertzen, und blieb das kind bey ihr in mutter-leide. Seit dieser zeit fühlte sie 20. jähr lang immer von zeitzu zeit die bewegungen des lindes, und litte dabey zuweilen sounsägliche schmertzen , daß sie öfters begehrte, daß man ihrdie lelbes-frucht heraus schneiden sollte. Doch muste sie es solange leiden, und verringerten sich die schmertzen nach und nach,je länger es anstünde; die sechs letzten jähre waren ziemlich leid-lich , und schien die natur endlich zu schwach zu seyn ihrenleib empfindlich zu machen. An. 1678. starb sie im 64. jähre ih-res alters, ohne sich ihrer bürde zu entladen. Die Medici öfne-ten dieselbe gleich nach ihrem tode, und fanden würcklich einkleines kind in ihrem leide, dessen Hinterer theil in dem Epi-ploon verwickelt war; und ob es schon todt war, so kam dochdieses sehr verwunderlich vor, wie dieses kind die 26. jähr langin der muttcr fast rmmer in dem gleichen stände, und ohne zu-zunehmen oder zu verfaulen habe bleiben können. Mimotres du

tems.

Ma tthiolus, (Petrus Andreas) von Siena , ein berühm-ter Meätcus, war Kaysers Fcrdinandr 1 . und seines svhns Ertz-Hertzogs Ferdinandi Rath und Leib - Medieus, lebte um das

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