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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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vintz beworben, ein gewisser Alexander , welcher ohnedem der-selben vorstünde, zum Kayftr war aufgeworffen worden, gc-rielh es Marentio noch zuletzt, daß er auch dresen durch fer-ne dabin gesandte Generalen ubern Haussen wars. Inner die-ser reit soll sich Maxentius in ansehung der groben menge undkrafften der Christen angestellet haben, als ob er ein Christ w^re auch die wider sie angestellte Verfolgung gestrllet, und ,,chten rühm der aütigkeit erworben haben. Allein nachdem erAlerandrum , welcher in Africa zum Kay,er ausgeruffcn wor-den , überwunden hatte, und davor hielt, daß rhm nunmeh-ro di- Christen nicht mehr fchaden konnten, fieng er ansie mit ungcmeiner grausamkeit zu verfolgen. In allen re,den, die er zu seinen kriegs-lcuthen hielt, ermähnte er ,ie, diebürger zu plündern, und nachdem er selbige emstens um ei-ner geringen Ursache willen wider das volck ausgeschickt hat-te , richteten sie auf den strasscn so viel blutvcrqiessen an,daß es nicht anders schien , als ob die stadt von den Bar-barn durch stürm erobert worden wäre. Er rief nicht al-lein die teufet an, sondern suchte sich auch aus den emge-weyden der schwängern »veibcr raths zu erholen , welche eraufschneiden ließ, um künftige dinge daraus zu erfahren;wie er denn auch zu solchem ende kleine kindcr ermordete. Erwar ein viehischer mensch, der weder alter, geschlecht nochstand verschönere, so daß sich viele wciber lieber wollten umbrin-gen , als von ihm zu seinem gottlosen willen gebrauchen lassen.Endlich wurde er dem Rath so unerträglich, daß sie Cvnstanti.num baten , in Italien zu kommen, und sie von dem tyrannenzu erlösen, welcher auch seiner seits gegen Constantino frech undgrob genug verführe, und ohne zu wiederholen, was er widerdie Christen gethan , zuletzt gar dessen bilder in Rom alle hattenicderrcissen lassen. Doch konnte es nicht anders geschehen, alsmit grosser beschwerlichkeit; gestalt Maxentius mit unzehlichviel trouppen ausgerüstet war, und drey bis vier armeen in dieAlpen postirel hatte, um daselbst niemand durchzulassen. Al-lein GOtt war auf Constantini feite, so daß selbiger, nachdemer durch die crscheinung eines creutzes ( wie berichtet wird) dessteges versichert worden, Maxentii trouppen in verschiedenenschlachten erlegte, erstlich zwar noch in Gallien , nahe an denAlp-gebürgen bey Secusio, hernach jenseit der Alpen bey Tu­ rin ,' ferner bey Briria, und noch mehr bey Verona , wo dervornehmste Feld - Oberste Maxentii, Ruricius, neben dem kernseines krieges-vvlcks auf dem platze blieb, und endlich im 28. oct.eben dieses jahrs 312. ohnfern dem Ponte Milvoi , so heut zutage Ponte Molle heisset, und etwas ausserhalb Rom über dieTiber gelegt ist; bey welchem letzter» treffen denn Maxentius imgedränge der fliehenden in die Tiber fiel, und ersoff. Nachge-hends zog man seinen cörper aus dem waffer, und hieb selbi-gem den köpf ab, welcher allem volcke zur freude auf einer lan-tze herum getragen wurde. Euseb. in histor. & vita Constant.Zqßmus , lib. II. & III. Eutropus , üb. X. Aurelius Ei-flor, &c. Banduri. *

Maximianus Herculius , (Marcus Aurelius Valerius )von Sirmio gebürtig, wurde wegen seiner tapferkcit zu ansehn-lichen kriegs - chargen befördert, und stund bey den KaysernAureliano und Prob» in gar sonderbaren gnaden , lebte auchmit Dioclcliano, ehe er noch zum Kayscrthum gelanget, in ge-nauer freundschafft, daher ihn dieser an.; 86. zum collegen inder regicrung annahm , nachdem er sich vorher einige jähr mitder würde eines Cxlaris hatte vergnügen müssen. Er schlug dieaufrührischen Gallier nebst ihren anftihrern Aelianv und Anwu-chs , welche sich Kayftr tituliren liessen. Nach dem beschützte erinsonderheit Franckreich wider die einfallende Alemannier, Bur-gunder , Chaibones und Hcrulos , welche er in mehrern har-ren treffen glücklich erlegte, auch letztlich über den Rhein ge-hend , m ihrem eigenen lande heimsuchte, und dergestalt allesmit feuer und schwerdt verheerete, daß sie um gnade und frie-den bitten musten , der auch nachmals eine ziemliche zeit ge,währet hat. Den Francken hatte er unterdessen an dem unter-sten Rhein den Carausium entgegen gesetzt, welcher aber dabeygrossen betrug gebraucht, indem er die feinde mchrentheils un-gehindert rauben ließ, aber ihnen hernach erst im rückwegefleißig aufpassele, und wann er sie denn geschlagen, die beutefür sich behielt. Hingegen versähe es Marimiänus gar sehr,daß, als er den listigen streich gemerckt, er deswegen Carausioöffentlich gedrvhct, wodurch dieser verleitet worden, sich garzu empören , und zum Kayftr aufzuwerffen. (Siehe Larau-fius.) Als nun dieser sich mit den Francken selbst wider Ma-ximwnum verbunden, gieng er auf beyde los, zwang derFrancken König Gennobaudum und Esatechum frieden zu be-gehren , und jagte Carausium hiniber in Britannien. Als eraber denselben auch dort wollte angreiffen, und weil selbiger allegrosse schiffe und see-leuthe mit sich stbers mecr genommen hat-te, eine neue flotte ausrüstete; litte er vegen unerfahrenheit seinerleuthe in dergleichen see-gcfechlen eine grosse Niederlage, und mu.sie Carausio durch einen förmlichen tergleich den Kayftrlichentiiul und eben die gemalt in Britamren überlassen, welche erund Diocletianus diffeits des meers üdelen. Nach diesem, dakrafft der an. 291. zwischen Diocletiaw und Maximiano zuMayland genominenen abrede GaleriusMarimianus und Con.stantius Chlorus zu L-elaribuz gemacht vurden , ward der letz-tere dem Hcrculio zugegeben, und muss auch dessen stief-toch-ter Theodoram mit veriassung seiner bisherigen gemahlin der

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Helena hcurathe». Es wurden hierauf würcklich die weißenfachen in Gallien durch Constantinum verrichtet, der auch nachdes Carausii tobe Britannien wiederum eroberte. Von Maxi-miano findet sich nur, daffer an. 298. diejenige Maurer, wehche unter dem nahmen der tzuinguexentianorum bekannt nxCren , und durch ihre streifereyen in Africa viel schaden thaten!völlig zum gehorsam gebracht, und um sie ins künftige destoleichter in ruhe zu behalten , ,solchc von ihren bergichten und ei-nem krieges-hcere fast unzugänglichen Wohnungen in die ebeneversetzet. Die übrige zeit scheinet er meist in Rhatia und Italien zugebracht zu haben, .bis er sich endlich aufzusprechen Diocle-tiani und Galerii, wiewol ungern genug,zu ablegung des Reichsbequemte. Sonst halte er mit Dioclctiano den haß wider dieChristen gemein gehabt; wie sie denn beyderseits eine er-schröckliche Verfolgung wider sie erhoben, so daß, wer von ih-nen kauffen, verkauffen, wasser ziehen oder körn mahlen wollte,den götzen auf den märckten, oder an den ecken der straffen zuopfern gezwungen wurde. Die Christlichen ftldaten verdamm-te er dazu, daß sie zu Rom , Carthago und an andern orten mehrbey aufrichtung der bader arbeiten musten. Man rechnet, daßzu dieser Kayftr zeit mehr Christen umgebracht worden, als dieRömer bey allen ihren siegen und eroberungen von allen völckernjemals getödtet hatten, gestalt man allein in Egypren in die144000. Märtyrer und 700000. verbaunete oder inö elend ver-jagte zehlete,sv daß die Kayftr glaubten, sie hätten nunmehro denChristlichen »ahmen gantz ausgetilget, und dahcro prächtigesiegs-zcichen aufrichteten. Maximianus hcurathete Eulrvpiani,eine Syrische Dame, und vermählte dcroselden tochter Thevdo-ram an Constantium Chlorum. Wie er nackmals sich desKayserthums neuer dingen, anzumassen getrachtet, aber vonseinem söhne Maxentio bald wieder davon verdrungen worden,ist in dem gleich vorhergehenden artickul dieses Marcnlii aübe-reit ausgeführet. Unter währender anderer regicrung hattedieser Marimianus dem Constantino, um diesen abzuhalten, daßer nicht die parlcy Severi und Galerii wider ihn und seinensöhn ergriffe, seine tochter Faustam vermahlet, selbigen auchgar für einen üuguliurn oder Kayftr mit der höchsten gemalt er-kennet. Aus dieser Ursache verfügte er sich zu Constantino, nach,dem ihn sein söhn von Rom vertrichen, und suchte denselben zumkriege wider Maxentium anzustiften, um seine Wiedereinsetzungin das Reich dadurch zu erhalten. Allein jener trug bcdencken,so leichtlich einen einheimischen krieg anzufangen. WoraufMaximianus in gleichem absehen zu Galerio Maximino gieng,bey dem er doch auch keine bessere Verrichtung halte. Als er sichnun wieder zu Constantino in Gallien begeben, und von demsel-ben sehr gütig aufgenommen worden; war seine regicrsuchl,nach zweymai, theils abgelegten , theils verlohrnem Reiche an,noch so groß , daß er diesem seinem fthwieger-sohne das tragen-de Reich mit gröster undanckbarkeit wieder aus den Handen zureissen trachtete. Die güte Constantini und das vertrauen, wel-ches er in selbigen gesetzt, muste ihm dazu gelegcnheit geben.Denn weil jener auf einem zuge wider dft Teutschen begriffen,Maximianum von freyen stücken über seine in dem mittägigenGallien hinterlassene kriegs - leuthe setzte, brachte dieser solchezum adfall , und ließ sich sogleich an. '309. fürs dritte mal zumKayftr ausruffen. Aber Constantinus erhielt noch frühzeitighievon Nachricht, da er eben im begriff war, eine brücke üdernRhein zu schlagen ; gieng also ungesäumt wieder zurück, undauf Maximianum los ; welcher sogleich wieder von seinen ftl-daten verlassen, und sich zu Marseille an Constantinum zu crgc.den gezwungen ward. Und zwar so vcrschoncle ihm dieser fürdas mal; allein da Maximianus annoch nicht ruhen konnte,und gleich im folgenden jähre so gar wider das leben Constanti-ni anschlüge machte, muste er nun selbst, was er lange verdienet,ausstehen ; müssen ihm dieser nach ausgebrochcnem vorhaben <welches laut einiger fcribentcn bericht, die Fausta , des Marimi-niani tochter selbst soll entdeckt haben, alsvbald den tod ankün-den ließ, doch die art deffcldigen frey steilere; worauf denn Ma-ximian» s sich selbst erwürgt haben soll, welches doch nicht gehin-dert, daß er nicht nach dem damaligen Hevdnischen und sehrthörichten gebrauch unter die zahl der götter aufgenommenworden'; wie denn annoch verschiedene müntzen unter dem litulDivo Maximiane, vorhanden sind. Vermuthlich ist solches durchseinen söhn Maxentium geschehen, welcher ihm nach dem tobe,als er nun nichts mehr von demselben zu fürchten hatte, derglei-chen ehre noch wohl mag gegönncl haben; auch vielleicht Con-stantimim dadurch hat in unqlimpf zu bringen gesucht, als wel-cher, obschon aus genugsam ihm gegebener Ursache, den tod Ma-ximiani befördert hatte. Euseb. lib. VIII. Eutrop. lib. IX. Au.rel. Fifior, de Cxsar. Oros. lib. VII. Ammian Marcellin.lib. VI. Zofim. lib. II. Socrat. lib. I. Theodor, lib. V. Baratt.tom. II. & III. annal. &c. Banduri. *

Maximianus , ein Bifchoff von Constantinovcl, wurdean statt des crtz-ketzers Ncstorii, als derselbe auf dem Evhesmi,scheu Ooneilio an. 431. abgesetzt war, zum Bischoff zu Conuan.tinopel erwchlet, nachdem er vorher in einem kloster,gelcbct. Erwird wegen seiner gottesforchk und grossen eifers für die rcinig-kcit der Christlichen lehre gcrühmet. Im übrigen war er unwti-send und ungeschickt eine öffentlich« rede zu hallen. Er schrieb anCyrillum, demselben seine ordination kund zu thun, da ihm dennderselbe wieder antwortete,und seine freude bezeugte, daß des Kc-storii ketzcre» unterdrückt, und Marimianus an jbmcr st^ unn