1128 max
Cbrenicon Celoniense. Mayerus , chron. Flandr. Sander.Flandria illustrata. Jlaraus , annal. Brabant. Gutcciardinus ,hist. sui temp. Stumpfms Schweitzer-chronick. Bonfin. &Ißhuanf bitt. Hung. Hulbim miscell. Bohem. Ehren - spte*
ge! des Erg - Hauses Oesterreich. Cufrmianut , in ipbus
vita. Pirt kbeimerus , de belto Helvet. Scriptores varu apudFreher. P. II. &c. Bcecler. de reb. ikc- XVI. Lumbec. convjnentar. bibl. Vindobon. üb. II. p. 927. seq. *Maximilianus II. Römischer Kayser, war Ferdinandi I.söhn, und zu Wien den 1. aug. an. 1? 27. qebohren. Er wardin seiner jugend sehr zeitig nach Spanien geschickt, und daselbstmit dem Jnfanten Philippo erzogen, bey welcher gelegenhett ersich des Kaysers Caroli V. gunst völlig zuwege brachte, der ihmauch an. i?48> seine tochtcr Mariam vermählte, nachdem Ma-ximilianus vorher an. i?44· >" dem Französischen, und an. r 446.in dem Schmalkaldischen kriege denselben begleitet, auch an.1547. den Reichs - tag zu Augspurg durch eine rede erofnet.Weil an. 1548. der Kayser seinen söhn Philippum aus Spanien heraus kommen ließ, wurde diesem Maximiliano die admimstra-tion des regiments daselbst anvertrauet, welche er auch ins drittejähr verwaltete, bis Carolus V. mit seinem absehen, Philip-pum zum Römischen Könige zu machen , sich offenbarte, dadenn Maximilian auf erforderung seines valters wieder nachTeutschlanb kam, um demselben beyzustehen, und diesen Han-del hintertreiben zu helffen , darinn er so eifrig war, daß er sichverlauten ließ : er wolle eher in ein ewig gefängnis gehen, alsdarein willigen. Weil er imn über diß gar nichts spanischesan sich hatte, zu lauter leuthselig - und gelinden rathschlagenenergt war, auch insonderheit den Passauischen frieden sehrefördern half, wurden ihm die Spanier überaus gram , undsollen gar getrachtet haben, ihn mit gift hinzurichten. An. 1562.ward er zum Böhmischen, und noch in eben diesem jähre zuFranckfurt zum Römischen König gecrönt, erhielt auch in fol-gendem jähre die Ungarische Crvne, und an. 1564. folgte er sei-nem valter, der sich seines bcyraths in regierung. geschafftenbeständig bedient. Als er Römischer König worden-war, ent-stund darüber eine irrung mit dem Papste, dem er die sogenann-te odedientz durchaus nicht leiste» , sondern ein unverfänglichescompliment wollte machen lassen, weil, wie er sagte, seine vor-fahren sich dadurch an ihrer Hoheit vergeben, welches er nichtzu thun gesonnen sey. Dieser Handel währte 20. monate, undder Papst muste doch endlich zufrieden seyn , daß MaximilianiGesandter eine rede hielt, darinn von der obedientz und derenVersprechung nichts stund, wiewol der Papst in seiner antwortdoch that, als ob es geschehen wäre. Bald nach dem antrittseiner regierung verfiel er in krieg mit den Türckcn, die zwarkurtz vorher mit Ferdinande einen stillstand geschlossen hatten,nun aber, weil sie nebst dem Fürsten von «Siebenbürgen neue lustnach Ungarn bekamen, vorgaben, es sey solcher mit Ferdinandslod erloschen. Diesem kriege hat der Kayser an. 1 567. in einemfeldzuge selbst beygewohnt, sonst aber ist Lazarus Schwendi seinGeneral gewesen. Im anfang gieng es eben nicht gar glücklich,weil das Reich mit seiner hülffe sehr säumig, und Ungarn wegenAbwesenheit des Kaysers und der fremden bejatzungen vollerMißvergnügen war. Nach dem Reichs - tage zu Augspurg vonan. 1 ;66. aber griff man das werck mit mehrerm ernste an, undward es auch theils durch den nachdruckten die Christen brauch-ten, theils durch die regiments - Veränderung unter den TürckenNach Solymanns II. tobe dahin gebracht, daß der Sultan Se-lim an. 1568. einen stillstand schloß, nach welchem jedes theil inseinem damaligen besitz blieb, dadurch die Kayserlichen ungefehreinen strich von 40. Teutschen Meilen diß - und jenseits der Theißgewonnen. Um eben dieses kriegs willen ist auf dem Reichs-tage zu Augspurg auch die sogenannte und noch heut zu tageübliche Türcken - glocke durchs gantze Reich angeordnet worden.Im Reiche ist währender seiner regierung eine einzige wichtigeunruhe durch die Grumbachische rotte entstanden, welche ge-fährliche Händel im Reiche anzuspinnen begunte, dadurch Ma-ximilianus genöthigt ward , den Hertzog von Sachsen , Jo-hann Friedrich den mittlern, der die friedens - störer hegte,nach vielfältiger Warnung an. 1566. in die acht zu erklären, unddie execution dem Sächsischen Churfürsten Auqusto aufzutra-gen, nach deren ausführung jetzt - ermeldter Hertzog in Kayserl.gefängnis zu Neustadt in Oesterreich gehalten ward. Ausserdem thaten sich zwar theils am Rheine , theils im Nieder-Säch-sischen kreise dann und wann Weiterungen hervor, die aber ent-weder nicht viel zu bedeuten hatten, oder doch bald beyaelegtwurden, well der Kayser mit allem sieisse bemühet war, seinemrichterlichen amte mit gleicher austheilung der gerechtigkeit eingenügen zu thun. Eben deswegen waren auch die religions-be-schwerungen unter ihm gar sparsam, und diß um so viel mehr,weil Maximilianus keinen haß gegen die Protestanten hatte, undwiewol er sich beständig zu der Rom. kirche hielt, doch gegen sieallezeit billig war. Man meynel auch, es sey dieser Herr vonden Protestantischen lehr - sähen wohl unterrichtet gewesen, weiler in seiner ersten jugend einen lehrmeister Wolfgangum Seve-rum gehabt, der wegen deS Protestantismi vom Hofe geschafftworden, hernach in seinen erwachsenen jähren einen Protestanti schen Prediger, Johann Sebastian Pfausern, bey sich geführt,auch dereinst an einen Witlenbergischen Theologum geschrieben'man könne zwar des Papsts regiment behalten, aber das Evan-gelium müsse aus der Schrift überall gepredigt werden. Her-nach da er Kayser war, hat sein Leib - Medkus , der berühmte
m a x
krato von Craffrheim, ein Protestante, in grossem ansehen t«.ihm gestanden. So hat er auch mit dem Churfürsten zusen,Augusto, eine hertzliche freundschafft und vertraulichen bukWechsel gehalten, der öfters von den religions - Puncten soll«handelt haben, darinn sie beyde einerley sinnes gewesen. Fernerhat er an den religions - verfolchmgen in Franckreich und denNiederlanden grosses mißfallen bezeigt, durch seinen bruder Carlvor die Niederländer in Spanien bitten lassen, das Parisisg,,blut - bad verdammt, und dem Könige in Franckreich sein be-gehren, daß er den Teutschen wehren mochte, den Hugenotten «hülffe zu ziehen, rund abgeschlagen. In seinen erb - landen litteer nicht allein die Protestanten , sondern er verstattete auch diefreye übrmg ihres gottesdiensts so ferne, daß die Herren und Rst.ter in den kirchen, darinn sik das Jus Patronatus hatten, aufProtestantische weise denselben dursten halten lassen, „nd da siesich gar des Land - hauseS zu Wien bedienten, sahe er dazu durchdie finger. Endlich drung er bey dem Papst starck auf die vcr-stattung des kelches und der Priester - ehe in seinen erb - landenund ließ zum wenigsten nicht nach, bis er den ersten punct er-halten hatte. Diß alleS hat vielen die gedancken beygebracht, erwürde sich vor die Protestayten erklärt haben, wenn er nicht an-fänglich feines vattcrs Ungnade gescheucl, der ihn von der Crvn-solge auszuschliessen gedrohet, und wenn er nicht hernach durchseiner eifrigen gemahlin zureden wäre abgehalten worden, wozuauch das ärgernis über der Protestanten streitigkciten unter sichselbst etwas mag beygetragen haben, deren sich die Catholischenzu ihrem Vortheil bedienten. Davon hat man ein merckwürdi-ges cxempelaufdem Reichs-tage an. iz6ü. gesehen, auf wel-chem einige Fürsten , insonderheit der Hertzog von Würtembergund der Pfaltzgrafvon Zweybrücken, mit denen der PäpstlicheNuncius einerley anschlug hatte, den Churfürsten von der Pfaltzseiner Chur , würde verlustig machen wollten, weil er sich zu denReformirten bekennte. Da war der Kayser schon so weit ge-bracht, daß er es selbst für recht hielte, und konnte die fache nochmit genauer noth von dem Churfürsten von Sachsen hintertrie-ben werden. Als der Papst Pius V. Cosmo Mcbices den titulund die würde eines Groß-Hertzogs von Florentz beylegte, setztesich Maximilianus dergestalt darwider, daß dessen söhn Franci-scus solche würde von dem Kayser an. 1575. auf dem Reichs-tage zu Regenspurg nochmals erlangen musie. In diesem letzt«erwehnten jähre ward Marimilian von einer partey der Polen ,deren thron nach dem abschiede des Französischen Henri« entls.digt war, zum Könige erwehlt, der Kayser aber hielt sich so lan-ge bald mit den pactis conventis , deren linderung er begehrte,bald mit vorschlagung seines sohns Ernesti auf, indem er dieCrvne zwar wohl gern für sein Haus, aber nicht für seine persongehabt hätte, daß, als er die pasta conventa endlich beschwur,«Stephanus Balhori, den die andere partey gewehlc hatte, indej-sen scbon besitz genommen hatte. Das verdros nun zwar de»Kayser, konnte es aber nicht ändern, und da er an. 1576. einenReichs - tag zu Regenspurg hielt, auf welchem er nicht nur ge-gen die Türcken, die sich wieder zu bewegen anfiengen, sondernvornemlich zu behauptung des Königreichs Polen, hülffe begehr-te, starb er bey der Reichs-Versammlung den 12. october, nach-dem er eine geraume zeit mit starckcm Hertz - klopfen >var be-schweret gewesen. Er hinterließ von seiner gemahlin 6 . söhne iRudolphum, der ihm in dem Kayserthum und den KönigreichenBöhmen und Ungarn gefolgt; Matthiam, der nach dem bruderKayser worden; Ernestum»,welcher die regierung in einigen vonden Oesterreichischen erd - ländern verwaltet, und an. izyz. ge-storben ; Maximilianum, der Teutschmeister gewesen, und an.1620. gestorben ; Albertum, der die Niederlande mit der Svani,scheu Infantin crheurathete, und an. 1621. starb; Wenccslaum,der bald nach dem vatter an. 1578. verblich ; ingleicheu z.töch-ter, Annam, welche an Philippum II. König in Spanien , ver-mahlet gewesen; Elisabetham, eine gemahlin Königs Caroli IX.m Franckreich; und Margaretham, die an. 16;;. in einem klo-ster gestorben. Er war ein gerechter, sanstmüthiger, auftichti-ger und friedliebender Herr, der sich der geschäfftcsehr annahm,und mit jederman gern redete, welches ihm um so viel besseranstund, weil er sonst allen Europäern in ihrer spräche antwor-ten konnte, und noch über dem sehr fertig in der Lateinischenwar. Er ist aber meistens von schwacher gesundheit und siechgewestn, welches ihn in seinen Überlegungen etwas langsammachte. S/eidanui , cum continuat. Cbytraui, in Saxon. Resgell* sub Maxim. II. ap. Schanliutn , rer. Germ. tom. IV. Cby-trai epistolae. Crato , in orat. funebri Maximil. II. Tbuanus.Haraus , annal. Brabant. Sarpius , hist. Concil. Trident.
^ .^tapftnilianus , Ertz-Hertzog von Oesterreich , war einsöhn Kaysers Maximilianl II. welchen ihm seine gemahlin Ma,na aus Spanien an. 1558. gcbohren. An. 158s. wurde er zumTeutjchmeister und Administratore des Hochineisterthums inPreussen erwehlet, nachdem solcher würde Heinrich von Baden-hausen sich begeben. Das folgende jähr wurde er zum Admini-stratore des Stifts Fulda erkohren. An. 1587. erwehlten ihngar einige von den Polnischen Reichs - Ständen wider Sigis-mundum, Printzen in Schweden , zu ihrem Könige. Weil eraber m der schlacht bey Bieczin den kürtzern zog, und gar darü-ber gefangen wurde,so renuncirte er sein recht auf die Crone Po-> '„uudwurde danmfan. i;88. von dem Könige Stgismun-bo IN. wiederum losgelassen. An. 1594. nahm er das rcgimenlinder < 2 teyermarck und den angrentzcnden landen,die Ertz-HertzogsCaroli unmündigen kindern gehörig, als Gouverneur im nah-men
»