max
tNki» der Vormünder zu verwalten auf sich. An. 2*9*. succedirteer seinem Vetter, dem Ertz-Hertzog Fcrdinando zu Jnspruck, inder Tyrolischen regierung, nachdem er bereits das jähr vorher»,als Kayfcrlicher General in Nieder-Unaarn, die vestung PetriniaUnd Grossewitz erobert. An. 2*9*. wurde er General in Ober-Ungarn , eroberte Scharosch , St. Nicoias und andere orte,belagerte aber Zollnock vergebens. An. 2*96. ward er General in gantz Ungarn , da denn sein General-Lieutenant, der vonSchwartzenverg, Hattwann eroberte. Bey dem entsatze derstadl Erläu kam es zu einem treffen, darinn aber die ChristendcnTürcken den sieg lassen musten. An. 1597. belagerte underoberte er Pappa, aber Raad wurde vergebens angegriffen.An. 2*98. ward er zum Kayserlichen Statthalter in Siebenbür gen erkläret, welches amt er aber wegen der in diesem lande ent-standenen unruhe nicht lange verwalten konnte. An. 2600. trater die regierung im Elsaß und m den Oberländer, als ein Gu-bcvnator seiner brüder au , und ;. jähr hernach zog er eines ge»lübdeü Halden nach Rom , da er denn von dem Papst ElementeVIII. gar wohl cmvfangen wurde. AIs die Königreiche Ungarn und Böhmen von dem Kayser Matthia an den Ertz Hertzog vonOesterreich , Ferdinandum, abgetreten worden, schickte ihn dieserzu seinem brudcr, dein Ertz - Hertzög Albrecht, nach den Nie derlanden , um dessen consens zu erhalten. An. 1616. trat erdie Nieder-Oesterreichische regierung an von seinem vetter Maxi milian Ernst , und seinen vetter Ertz-Hertzog Carln nahm er zumGoachuwr in dem Teutschmeisterthnm an. Er starb endlichan. isig. den 2. nov. und wurde wegen seines friedfertigen ge-müths sowol von Catholischen als Protestirenden, zunial beyden angehenden Böhmischen kriegs-unruhen, gar hoch bcdau-ret. Rhevmbüllers snnal. Ferdinandi. Orte/i'i Ungar, chron.Scbichjujii Schief, chron. Spener. sylloge hiltorico-geneal.
Vn«rimilt«nu 6 , Hertzog in Ober-und Nieder-Bayern, desH. Röm. Reichs Ertz-Truchsts und Churfürst, war ein söhnHertzogs Wilhelmi V. welchen ihm seine gemahlin Renata, Her-tzogs Francisci zu Lothringen tochter, an. 1,7;. den 17. aprilzri Landshnt gedohren. An diesem seinem geburts-one brachteer unter der änführung Wenceslai Pctreji seine jugend zu, undlernte die Lateinische, Italiänische und Französische sprachenfertig reden, verstund auch die Spanische, und hatte sonder-lich belieben an der Mahlerey und edelgesteinen, in welchen bey-den er auch ziemliche wissenschafft erlanget. An. 2*87. wurdeer auf die Universität nach Ingolstadt geschickt, allwo zu glei,cher zeit der Ertz-Hertzog Ferdinand von Oesterreich, so nach-mals Römischer Kayjer worden, und seine beyden brüder, Her-tzog Philipp und Hertzog Ferdinand, studirteu. Er ließ sich indie Gescllschafft der Mutter Christi einschreiben, legte sich an-fangs auf die Moral und Mathematic , und folgends auf dieRechtsgelehrsamkeit. An. 1591. verließ er die gedachte Univer-sität, und gienq r. ,ahr darauf an des Kaysers Rudolvhi II. Hofnach Prag . Nach diesem trat er feine reise nach Italien an,verrichtete die wallfahrt nach Loretto, und nachdem er Rom und Neavolis, wie auch das Hertzogthum Mayland besichtiget,kam er über das Schweitzer-gebüche und Lothringen wiederumzu Hause an , da ihn denn sein vatter an. 1*94. auf den Reichs tag nach Rcgenspurg geschickt, um dessen stelle daselbst zu ver-treten. An. 2*96. rcsignirte ihm der vatter die regierung desHertzoathums Ober-und Nieder-Bavcrn, welche er auch würck-lich antrat, dem vatter aber alle kindliche ehrerbietung zu er.zeigen niemals in Vergessenheit stellte. An. 2602. wurde er vondem Könige Philippo in Spanien mit dem Ritter-orden des göl-tenen Vliessesbeehret. An. 1607. wurde ihm von dem gedäch-ten Kayser Rudolpho II. die executivn wider die Reichs - stadtDonauwerth aufgetragen, welche er auch bald mit seinen völ-ckern zur Übergabe zwang. Die Lutherische und ReformirtenChur-und Fürsten , welche befürchteten,, daß es ihnen dermal-einst nicht besser ergehen börste, stellten sich bey zeiten in einigeVerfassung unter dem nahmen der Union, welcher aber die Ca-tholische Reichs-Stände ihre Liga entgegen setzten. Gleich dar-auf an. lüio. ließ es sich bey entstandenem Iülichischen kriegezugefährlichen Weiterungen an, doch wurde alles noch in der gutebeygeleget. Jmmittelst gebrauchte Hertzog Maximilian an.idn. auf verlangen des Dom-Capltuls zu Saltzburg seine zu-sammen gebrachte mannschafft wider selbigen Bischoff, nahmihn gefangen, und nöthigte ihn zu der reflgnation feiner regie-rung. Hierauf brachte er an. 2628. die Herrschafft Mindelheim in Schwaben an sich , und in eben diesem lahre gieng das feucrzwischen den Catholischen und andern religions-verwandten involler stamme aus, nachdem dazu durch ausstürtzung der Kay-serlichen Räthe zu Prag das holtz angelegt worden. Dieseswurde um so viel mehr unterhalten, weil nach dem tode desKaysers Matthiä die unirte Fürsten , gleichwie die Böhmen selbst, nicht den Kayser Ferdinandum II. zum König in Boh-men , sondern lieber den Hertzog Maximilianum haben wollten.Allein dieser soll die angebotene crone ausgeschlagen haben,gleichwie er, da dieselbe dem gedachten Kayser Ferdinande II.entrissen werden wollen , ihrn sonderlich durch die berühmteschlacht aufdcm weissen berge bey Prag an. 1620. solche mit dergantzcn weit erstaunung erhalten. Diesem nach kam er im nov.ermeldten iahrs wiederum mit grossem rühme in München an,da die beyden Päpste Paulus V. und Gregorius XV. wie auchmehr gedachter Kayser, durch eigene briefe zu vernehmen gaben,wie hoch sie ihm wegen seiner grossen dienstc verbunden wären.
Histor. Lexico» IV. Theil.
ttt a £ 1129
Dieses alles munterte ihn noch mehr auf , dem Kaystriicheninteresse zum besten seine tapferkeit zu erwcssen. Er nahm demerwehlten Könige Friberico V. alle städte in der Ober - Pfaltzweg, und brachte auch durch des Generals Lilly siegreicheWaffen die besten orte in der Unter-Pfaltz unter Kanserliche sub-nlißion. Dieses alles nährn der Kayser so erkänntlich an , daßer ihn mit der dem Könige Fridcrico entzogenen Chur -würde an.162;. begnadigte. Sein General, der Lilly, erhielt in demgedachten jähre übermal den sieg bey der stadt Lohe in Westpha,len wider den Bischoff zu Halbcrstadt, weswegen dem neuenChurfürsten der Papst Urbanus Vlll. durch ei» schreiben gratn,Urce. Wie denn der Päpstliche stuhl, dem dieser Churfürst zugrossein Nachtheile seines vatterlandes die weltberühmte Heidel.belgische bibliotheck kurtz zuvor verehret, gar wohl mit dessenaufführung zufrieden seyn konnte. An. 262*. waren seine troup»per, wider den König Christianum IV. in Danemarck bey Lu-ther am Barcniderge, und nachinals wider die Malcbntentenin Oesterreich glücklich. Er nöthigte auch durch fernern er-wünschten fortgang seiner waffen Dänemarck, daß es sich an.iSry. zum frieden bequemen muste. Das jähr vorher wurdeihm von dem Kayser die Oder-Psaltz erblich überlassen, darge.gen er seinem pfand-rechte an dem Ertz-Hertzogthum Oesterreichob der Enö, welches ihm an. 2620. vor seine kriegs.kosten an1;. Millionen verpfändet worden , renunciret. Alsbald ließer die reformation mit allem cifer treiben , und zehlet manallein in dem jähre ,628. daß 142*8. Personen die Catholischereligion angenommen haben. Bisher war der Churfürst einschrecken seiner feinde gewesen , und niemand war, welcher sicheinen sieg wider ihn zu erhalten versprechen konnte. Alleinnachdem der König in Schweden , Gustavus Adolphus , sichwider ihn ins ftld qestellet, bekam die gantze fache ein anderesaussehen. Die schlacht, die an. i 6 ;i. den 7. ftpt. bey Leipzig gehalten wurde, lief unglücklich vor die Ligistcn aus, wodurchder Fränckische, Schwäbische und Rheinische kreis auf dieSchwedische feite traten. Durch dieses ward es dem Könige inSchweden ein gar leichtes, seine Waffen nach Bayern fortzu-setzen , allwo in kurtzer zeit Donauwerth, Moßburg, Frey-singen , Landshul, München und andere örter erobert wor-den. Hierdurch fand sich der Churfürst genöthrget, feine troup«pen wieder persönlich zu commandiren, darum er sich auch mitdem General Wallenstein conjungiret, und wider den Königtn Schweden bey Nürnberg angerückt; es erfolgte damals abernichts sonderliches. Hingegen gieng die schlacht bey Lützen verlohren, und den Bayerischen landen stunde bey dery aufSneue erfolgten einbruch des Hertzogs Bernhardt zu Sachsen- Weimar ein neuer ruin bevor. Regenspurg muste sich erge-ben , und Ingolstadt selbst wäre bey nahe durch eine verräthe-rey an die Schweden übergegangen. Hingegen eroberte erRain, und erhielt die belagerte stadt Costnrtz. So wurde auchan. 2624. Regenspurg wieder erobert, und der König Ferbi-nandus III. zu Ungarn und Böhmen , mit dessen troupven erdie seinigen conjungiret, erhielt den grossen sieg bey Nördlin-gen. 2« dem folgenden jähre 26}*. bezwäng er Augsburg durch hungers-noth , und verjagte die Schwede» aus dem Eiß-seld, gleichwie er im gegentheil sowol von diesen als den Fran-zosen an andern orten nicht weniger einbusse litte. Jinmittelsterfolgte der friede zwischen dem Kayser und Chur-Sachsen, daer denn in seinen landen wieder etwas freye tust bekam. An.26,7. bekam er durch seinen General, Johannem de Werth,die Chur-Trierische vestung Ehrenbreitstein durch accvrd ein,und conjungirte hierauf seine trouppe» mit den Kayserlichen,war auch zu ansang des folgenden iahrs etwas glücklich, wur-de aber bald darauf bey Rheinfelden, und nachgehends nochzweymal geschlagen, worüber die vestung Brisach selbst vcrloh«ren gieng. An. 2640. eroberten feine volcker Bingen , Altzeyund Bacharach . In eben diesem jähre schickte er den General Wahlen wider die Hertzoge zu Braunfchweig und Lüneburg indas Stift Hildesheim , und conjungirte 9000. mann mit demErtz-Hertzoge Leopold Wilhelm von 'Oesterreich. An. 2642.bekam er wiederum Düren ein, hatte aber das unglück, daßden 2;. oct. die Kayferliche Niederlage bey Leipzig erfolget. Hin-gegen gieng ihm an. 264;. der einfaü in das Französische lagerbey Dutlingen desto besser von statten, indem der fcind ruiniret,und der General Ranzau nebst vielen hohen Officirern gefangenworden. Doch konnte dieses die Franzosen nicht abhalten,daß sie nicht an. 2644. unter dem Hertzoge von Enquicn beyFreydurg aufs neue eine schlacht lieferten, darinn der Gene ral - Major von Mercv getödtet, und nachmals Philipps burg , Worms , Speyer , Mayntz und Manheim eingenom-men wurden. In dem folgenden jähre 264*. wurde mit.glei«chcm glück gestritten. An. 2646. conjungirte er seine volckerabermals mit dem Ertz - Hertzoge Leopold Wilhelm , konnteaber gleichwol dadurch nicht verhindern , daß nicht der Schwe,dische Feld-Marschall Wrangcl in Schwaben und Bayern ein-gebrochen wäre, und Donauwcrth nebst Rain , Landsderq undFreysingen erobert hätte, welches auch den Churfürsten dahinbewegte, daß er an. 2647. den 4. wart. nicht ohne Mißvergnü-gen des Kayserlichen Hofes, mit beyden Cronen , Franckreichund Schweden , zu Mm einen stillstand schloß, vermittelstdessen er Heilbrvnn an Franckreich, Uberlingen und Memmin«gen aber an Schweden abtrat. Allein den 28. sept. noch ebenselbigen jahres trat er wieder auf die Kayferliche feite, eroberteMemmingen , und schickte dem Kayser Ferdinand» III. nach
C i ((« . Boh-